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#1 (Hyper-)Inflation von bul 30.10.2020 07:24

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Es hat zwar nicht direkt mit Langleben zu tun, sondern eher mit dem Thema Lebensqualität.
Wer sich mal mit dem Thema Inflation auseinandergesetzt hat, dem sind auch sicher mal die 12 Briefe des Argentarius untergekommen. Falls nicht, empfehle ich allen an Geld interessierten nämliche Lektüre.

Diese ist kostenfrei zu finden, wenn man folgendes googelt:
pdf Argentarius Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn

In diesen Briefen erklärt ein Bankdirektor seinem Sohn, was Geld eigentlich ist.

Wer den Inhalt versteht und aktuell sieht, dass eine staatlich initiierte (!!) Schrumpfung der Wirtschaftsleistung bei gleichzeitiger Öffnung des Fiatgeldhahns pasiert, der kann sich denken, was in der Theorie folgen müsste.
"Müsste" - also theoretisch, denn eine ohnehin ungeheure und durch die Emmission von Neugeld stark vergrößerte Geldmenge steht deutlich weniger Wirtschaftsgütern gegenüber.

Sollte sich das ganze Bewahrheiten und in einer starken Inflation enden, so findet (wieder mal) eine Umverteilung von Kaufkraft statt. Sparer werden ihrer Kaufkraft beraubt und merken es nicht oder kaum.

Wie kann man sich darauf vorbereiten?
Tja, ich weiß es nicht genau. Physische Edelmetalle sind vielleicht ein sichererer Hafen als Geld auf dem Girokonto. Bei Aktien bin ich sehr skeptisch. Das Geld hat dann zwar jemand anderes (nämlich der Verkäufer der Aktien) aber wenn die Wirtschaft edn Bach runter geht, folgen die Aktien üblicherweise irgendwann.
Private Rentenversicherung? Bei mir nicht, ich zahle doch nicht 40 Jahre an eine Firma und um dann davon auszugehen, dass sie mich weitere 60 Jahre auszahlen kann (Langleben-Forum!!). Da ist mir das Risiko zu hoch.

Wir haben fast alle größeren Anschaffungen (bis auf Auto, Immobilie) gemacht, die wir machen wollten, und jetzt gammelt das bescheidene Ersparte auf irgendwelchen Konten wo es fast Nullzinsen gibt, und falls eine Hyperinflation kommen sollte dort an Wert verliert.

Habt ihr das Thema auf dem Schirm und hättet ihr dazu Tipps?

LG
Bul

#2 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 30.10.2020 08:13

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sehr viel Geld hab ich nicht ...
ich halte es nach wie vor für ein cleveres Tausch-Mittel ...
(leider un-gerecht miss-braucht ...
und Prognosen gibt es Legion) ...

als erstes würde ich auf Nachhaltigkeit
und politische Akzeptanz* prüfen ...

es gibt entsprechende Fonds und Firmen-Beteiligungen ...
Technologien ...

unter den gleichen Gesichts-Punkten sind auch Immoblien interessant ...

ich würde mindestens 1/5 des Vermögens konservativ behalten ...
und den Rest auf 4 Teile splitten ... (und investieren) ...

vergiss dabei Deine Wünsche nicht! ...

*bis die Zeit für Cannabis reif genug ist, ... :(
setze ich zeit-nah auf Konsum-Mengen ...

#3 RE: (Hyper-)Inflation von jayjay 30.10.2020 09:30

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Du schreibst ja wir, da ist doch ein Eigenheim mit Frau und Kinder super. Wenn man auf Inflation setzt, sollte es auch günstig werden und wenn nicht, auch gut. Mich schrecken diese langen Abzahlungen, da habe ich psychisch ein Problem damit. Ich wollte auch erst eine Immobilie kaufen, aber es scheint so, ich sollte mein Geld in eine neue Frau investieren Wobei ich jetzt in meiner Singlebude, ohne Garten und mehrere Parteien nichts investieren kann. Keine eigene Solaranlage oder Kräuterbeete...Haus mit Garten ist schon gut!
Naja wie Mithut sagt sollte man schauen, wen man mit Geld unterstützt, Crowdfunding finde ich gut!
Man muss sich halt selbst aktiv kümmern, das ist mir meist zuviel und so dümpelt mein Erspartes und unterstützt nur die Top Unternehmen und die Finanzblase.

#4 RE: (Hyper-)Inflation von Roger 30.10.2020 12:43

Hallo bul,

keine Panik, denn das frisch gedruckte Geld wird nicht für den Konsum verwendet. Durch Corona sinkt der Konsum sogar (Gefahr einer leichten Deflation). Ein Teil des Vermögens sollte man absichern (z.B. Edelmetalle). Ein Bekannter (Vermögen: u.a. zwei Häuser) hat die flüssigen Mittel vollständig in Edelmetalle investiert, um das Geld über die Krise zu retten. Es hängt immer von der Höhe des Vermögens ab und Sachwerte sind in der Krise sinnvoll.

Viele Grüße

Roger

#5 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 30.10.2020 13:03

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Zitat von Roger im Beitrag #4
Corona

hat eine un-geahnte Investitions-Breite ...

Isolations-Immobilien ... für die Massen... oder Luxus-Flucht ...
und von Klo-Papier bis Impfung ...

#6 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 30.10.2020 13:07

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Zitat von Roger im Beitrag #4
Edelmetalle

dürften schon als technologische Roh-Stoffe ziemlich sicher bleiben ...

#7 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 31.10.2020 06:04

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Zitat von bul im Beitrag #1
Argentarius Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn


Geld-Theorien sind sehr interessant ... danke ...

Video eines Börsen-Aussteigers ...
(gibt Einblicke in die große Praxis) ...

#8 RE: (Hyper-)Inflation von jayjay 31.10.2020 10:09

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Und Geld ist unsterblich...also schon Thema
Auf jeden Fall interessant, Bedarfskonsum ist überholt, eher Langeweilekonsum.
Ich habe gelernt, wenn ich mein Geld nicht vernünftig Anlege, es zumindest mit mir verbrennen lasse, dann hilft es Allen.

#9 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 31.10.2020 10:29

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Du könntest es auch nach der Maslow-Pyramide anlegen ...

#10 RE: (Hyper-)Inflation von Julie 31.10.2020 14:41

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Ich persönlich sehe keine wirkliche Sicherheit im Goldbesitz:

https://www.focus.de/finanzen/boerse/gol...d_11381232.html

Auch kam es in der Geschichte bereits vereinzelt zu so genannten Goldverboten im Zusammenhang mit Währungskrisen. In diesem Fall mussten Privatpersonen ihr Gold an den Staat abgeben und erhielten eine Entschädigung in der Landeswährung. Dies war zum Beispiel in der Weimarer Republik oder in den USA von 1933 bis 1974 der Fall.

#11 RE: (Hyper-)Inflation von bul 01.11.2020 18:23

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Naja, in der Bericht ist ja schon ein wenig Panikmache und es steht ja auch teilweise Schwachsinn drin:

"Wer Bargeld verbieten will, wird auch Gold verbieten wollen – denn Gold ist Geld."
Gold ist keineswegs Geld. Geld kann der Staat wie er lustig ist herstellen (Drucken oder Münzen pressen) oder auch vernichten. Mit Gold wird ersteres schwierig. :-)

Ein totales Goldverbot kann ich mir nur schwer vorstellen.
Meinen Ehering bekommt der Staat jedenfalls nicht so leicht. Dafür bedeutet er mir viel zu viel.

LG
Bul

#12 RE: (Hyper-)Inflation von lupor 01.11.2020 18:34

Zitat von bul im Beitrag #11
Gold ist keineswegs Geld. Geld kann der Staat wie er lustig ist herstellen (Drucken oder Münzen pressen) oder auch vernichten. Mit Gold wird ersteres schwierig. :-)


Ich würde mir trotzdem überlegen, ob ich noch lange auf Gold setzen würde:

#13 RE: (Hyper-)Inflation von jayjay 01.11.2020 19:20

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Zitat von bul im Beitrag #11

...
Geld kann der Staat wie er lustig ist herstellen (Drucken oder Münzen pressen) oder auch vernichten. Mit Gold wird ersteres schwierig. :-)


Argentarius Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn:
„Alles, was der Staat vermag, erschöpft sich darin, mechanisch neue Geldzeichen
herzustellen. Aber diese Geldzeichen erfüllen nicht den Zweck, den das Geld hat; sie
stellen dem Volke keine neuen Bezugsrechte auf Güter zur Verfügung, sie machen das
Volk nicht um ein Jota kaufkräftiger, sondern sie übertragen nur längst bestehende
Bezugsrechte, längst vorhandene Kaufkraft von ihren rechtmäßigen Eigentümern auf
andere Leute. […]


Laut diesen Briefen hat der Staat nicht so viel Einfluss auf dass Geld. Und es ist egal ob Papier, Gold oder digitale Buchung.
Ich habe mir überlegt wie ein Hardcore Preper einen Vorrat für den Rest meines Lebens anzulegen, Wasser, Nahrung, Energie und Unterkunft.
Der Rest ist dann zum ausgeben komplett!

Und vielleicht ist die Schlage die sich in den Schwanz beißt, unser Hamsterrad dem Geld hinterher zu rennen?

#14 RE: (Hyper-)Inflation von Speedy 01.11.2020 20:48

Denke die Staaten werden mittelfristig versuchen ihre Schulden durch Inflation zu minimieren. Bedeutet eine Geldentwertung. Wir zahlen praktisch ein Großteil derer Schulden.

#15 RE: (Hyper-)Inflation von bul 02.11.2020 08:05

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Zitat von jayjay im Beitrag #13
Laut diesen Briefen hat der Staat nicht so viel Einfluss auf dass Geld. Und es ist egal ob Papier, Gold oder digitale Buchung.


Das ist doch genau das, was Argentarius schreibt. Der Staat hat einen Rieseneinfluss aufs Geld. Er erzeugt munter eine riesige Menge an Geldzeichen. Um genau um diese Menge mindert er die Kaufkraft der vorherigen Geldbesitzer und genau um diesen Betrag kann er jetzt selbst Leistungen oder Waren (zu den "alten" Preisen, die zu dem Zeitpunkt noch herrschen) einkaufen.

Gold ist zwingend vom Geld abgekoppelt zu sehen. Außer Phantastereien von goldenen Kometen ist die Menge an Gold eher endlich.

Wenn der Goldpreis schwankt, ist sicherlich die Verfügbarkeit und Nachfrage am Gold auch eine Komponente, aber der Löwenanteil der Preisschwankungen beim gold spiegelt den Wert der Geldzeichen wieder.
Das muss so sein, ansonsten würde ja jeder wie folgt einen Reibach machen:

Ich kaufe in der Währung X Gold ein und Verkaufe es in der Währung Y. Danach tausche ich Y wieder in X um. Die Kurse der Währungen zueinander sind immer genauso, dass es passt.


Goldhändler machen etwas anderes: Sie kaufen Gold in einem Markt X und verkaufen es in einem Markt Y mit ihrer Gewinnmarge. Die Märkte können sich auf der Zeitachse, im Kundenclientel, oder auch in Ländern oder sonstwas unterscheiden. Im gleichen Markt werden sie nie einen Gewinn erziehlen können. :)

Naja oder so ähnlich.

Was das Preppen von Lebensvorräten angeht, wirds alleine bei Energie und Lebensmitteln schwierig. Kompliziert wird es dann auch noch mit dem Zinsfuß, denn Dinge können auch in der Zukunft billiger werden. Besonders Technik fällt im Preis und veraltet zudem.

Aber wie gesagt, bei all dem Wissen, wass ich vielleicht haben mag, ich weiß nicht wirklich wie ich dem begegnen soll.
Immobilie ist ... naja immobil. Kann man nicht mitnehmen wenn man weg will oder muss.

Meine (großväterliche) Familie hat genug schon Ländereien in Schlesien zurücklassen müssen und komplett bei Null anfangen müssen.

LG
Bul

#16 RE: (Hyper-)Inflation von La_Croix 29.01.2021 15:11

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Ich hab ein bisschen nachgedacht, in welche Dinge man derzeit Sinnvollerweise Geld investieren könnte, wen man Angst um die stabilität des Geldwertes oder des Finanzsystems hat.

Wer eine eigene Immobilie hat und etwas "Kleingeld" übrig, für den könnte es sinnvoll sein sich eine eigene Sauna oder Infrarotkabine zuzulegen. Einmal angeschafft, kann man das ja für immer nutzen, egal ob gerade eine Lockdown ist und für die Zeit danach spart man Geld, weil man ja nicht wo anders Eintritt zahlen muss.

Man könnte in etwas Grund investieren, um selbst Biogemüse anzubauen. Etwa könte man einen Schrebergarten kaufen (falls man noch keinen eigenen brauchbaren Garten hat).
Wobei derzeit anscheinend viele rein vom finanziellen her abzuraten scheinen: https://www.gevestor.de/details/kleingar...eit-742668.html
Aber wenn man selbst das Grundstück zum anbauen und aufenhalt in der Natur nutzt, ist das unte dem Aspeckt der Lebensverlängerung durchaus eine Anlageoption.

Wer schon einen Garten hat, könnte in ein eigenes kleines Glas/Gewächshaus investieren um die Möglichkeit zu haben wärmeliebendere Pflanzen anzubauen. Einmal angeschaft, kann man es viele Jahre selbst nutzen.

Eine weitere Möglichkeit wäre jetzt eine Investition in ein System zum Wasserreinigen.

Nicht sehr Geldintensiv, aber trotzdem eventuell sinnvoll könnte es sein, jetzt ein paar Zimmerpflanzen zuhause aufzustellen, oder ein VR-Headset zuzulegen.

Man kann in Fitnessgeräte oder Hanteln, Gewichte und Traningsbank investieren, wer Platz hat kann sich ein eigenes kleines Fitnessstudio im Keller oder Hobbyraum einrichten. Die letzte für vielevielleicht gute Option, die mir eingefallen ist, wäre, in ein neues möglichst lange haltbares, gutes Fahrrad zu investieren, um einen zu mehr Sport und aktiver Mobilität zu motivieren.

#17 RE: (Hyper-)Inflation von mithut 29.01.2021 15:45

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stelle mir gerade ...
möglichst österreich-bezogen ...
einen relativ nachhaltigen Fonds...
aus schon stabilen
und doch innovativen Werten ...
als Kleinanlage zusammen ...

die gängigen Fonds haben mir zu geringe Renditen ...

in D ...
macht das Hr. Wermuth zwar super, ...
aber nix unter 200 000.- ...

hab schon was für den Anfang ...
muss nur noch ein wenig finden und nach-haken ...
noch bank-technisch lösen ...

eine Pareto-Lösung mit 20% Risiko ...
10% Rendite scheint mir möglich ...

und ist besser als zurzeit auf "Zinsen" zu sparen ...
(obwohl die demnächst steigen könnten!? ...
was aber beim Normal-Sparer eher zuletzt ankommen wird) ...
es wird vollkommen neue Finanz-Produkte geben ...

#18 RE: (Hyper-)Inflation von parcel 29.01.2021 17:32

Zitat von La_Croix im Beitrag #16
Ich hab ein bisschen nachgedacht, in welche Dinge man derzeit Sinnvollerweise Geld investieren könnte, wen man Angst um die stabilität des Geldwertes oder des Finanzsystems hat.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Ist es überhaupt noch sinnvoll sein Geld auf der Bank liegenzulassen oder investiert man besser in Goldbarren oder ähnlichem. Aktien habe ich schon, da ist mein Bedarf bereits gedeckt. Von Immobilien hat man eigentlich auch nur etwas, wenn man sie selber nutzt und das mache ich ja schon seit vielen Jahren.

Ich möchte, in meinem möglichst langem und gesunden Leben mein ganzes Geld ausgeben, weil das aber wahrscheinlich nicht möglich sein wird, werde ich das restliche Vermögen einem Tierschutzverein vererben. Das ist aber alles hoffentlich noch in weiter Ferne, wie es im Moment aussieht, wäre es möglich, dass wir alle Federn lassen müssen. Die immensen Kosten der Pandemie muss ja irgendwer tragen und da bietet es sich sicherlich an, Vermögende und Sparer zur Kasse zu bitten .

Ich habe kein gutes Gefühl und hoffe, dass ich damit falsch liege .

#19 RE: (Hyper-)Inflation von jayjay 29.01.2021 17:58

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Nicht alle werden "Federn lassen müssen". Die Reichen werden reicher die Armen ärmer. Die wirtschaftliche Seite der Pandemie hat nicht der Virus verursacht, dass sind die politischen Entscheidungen.
In einer wirklich destabilisierten Welt holen sich die Armen ihren Anteil, ganz ohne Besitzschein.
Aber da werden die Machtstrukturen ab einem gewissen Punkt gegen Steuern und dann zeigt sich wie wertvoll dann ein Menschenleben noch wert ist.
Aber ich habe auch zuviel Endzeitfilme geschaut.
Obwohl die Berichte aus der Nachkriegszeit von meinem Vater schon sehr Rechtstaatslos waren.

Und wenn jetzt jeder überteuert Land, Gold, Immobilien kauft, ist ja schon das Geld entwertet.

#20 RE: (Hyper-)Inflation von parcel 29.01.2021 18:09

Zitat von jayjay im Beitrag #19
Und wenn jetzt jeder überteuert Land, Gold, Immobilien kauft, ist ja schon das Geld entwertet.

Wenn der Staat einen großen Teil davon kassiert ohne Gegenleistungen ist es erst einmal ganz verloren. Man kann es auch so sehen, dass man Vermögen, wenigstens teilweise, rettet durch solche Investitionen.

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