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#21 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Lukas 22.08.2014 23:14

Zitat von Chuby Chacker im Beitrag #14
Hey Lukas,
Das sehe ich ähnlich. Diese ganzen Studien beruhen auf Ergebnissen, die z.T. An einfachen Tieren wie Würmern oder von mir aus auch Mäusen, dann vielfach auch noch bei besonderen Labormäusen gemacht wurden. Ob und inwieweit die auf den Menschen übertragbar sind, ist eh die Frage. Meine Meinung ist,dass die ganzen Ergebnisse allenfalls als eine Tendenz gesehen werden können, wobei über "Nebenwirkungen", v.a. Langfristigen gar nichts bekannt ist. Zum einen, weil es die Forscher im Augenblick ja gar nicht interessiert und zum anderen, weil genaue Aussagen ja erst bei Versuchen mit Menschen und dann nach Jahren möglich wären, was ethisch nicht geht.
Das Fazit, das ich für mich ziehe, ist dass es Sinn macht, immer mal Fastenphasen einzubauen. Zumindest diese Vorgehensweise hat sich ja wohl seit Jahrtausenden bewährt. Nicht umsonst ist sie Bestandteil aller großen Weltreligionen. Was früher eher instinktiv als "reinigend" empfunden wurde, muss heute erst mühsam mit Studien neu entdeckt werden. Da ist mir das Ergebnis dieses Langzeitexperiments schon lieber.
;-)) Chuby





Hallo Chuby,

das ist sicher auch richtig so. Ab und an kurze Fastenzeiten einlegen zum Zwecke der allgemeinen Reinigung und damit der Körper auch geübt ist, in Mangelzeiten eine gewisse Zeit lang zurechtzukommen. Nicht umsonst gibt es ja auch die Fastenzeit einmal im Jahr im Frühjahr zur körperlichen und seelischen „Grundreinigung“.

Auf Dauer dem Körper einen essentiellen Nährstoff vorzuenthalten, kann für den Menschen dagegen keinen Vorteil haben, aber das bedarf ja bei gesundem Menschenverstand auch keiner weiteren Erklärung.

Und diese Tierstudien, bei denen lediglich Einzelaspekte herausgegriffen werden, die dann ggf. als "positives Studienergebnis" verkauft werden, ohne die negativen Mitaspekte zu erwähnen, da wird an diesen Nährstoffen dauerhaft ein Mangel geschaffen, und nicht mal eben so intervallmäßig oder mal an einem oder zwei Tagen die Woche oder so.

Von daher ist es auch völlig absurd zu glauben, ein Mensch könne einen sich bei einem Tier bei dauerhaftem Entzug eines für den Menschen essentiellen Nährstoffes einstellenden positiven Aspekt bei sich selber erzielen, wenn er diesen Nährstoff bei sich selber ab und an mal etwas weniger zuführt, so in etwa in der Art, wie Prometheus das im Beitrag #12 vorschlägt - Stichwort „kurzfristige Zyklen“. Mit „kurzfristigen Zyklen“ wurde bei den Tieren kein positiver Aspekt nachgewiesen. Da wurde an dem Nährstoff dauerhaft ein Mangel geschaffen. Aber auch wenn es also völlig überflüssig ist und keinen Nutzen für den Menschen hat, wenn er solche „kurzfristige Zyklen“ einbaut, in denen er sich einzelne Nährstoffe nicht oder deutlich zu wenig zuführt, so hat er durch diese Art des Vorgehens zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht mit den negativen Aspekten zu rechnen, die es bei den Tierstudien gibt, über die nur nicht berichtet wird, weil sie eben nicht Gegenstand der Studie sind. Und so soll man die Leute hier vielleicht am besten in dem (Irr-)Glauben lassen, dass es so in Ordnung wäre, denn dann schaden sie sich wenigstens nicht noch selber...

Gruß
Lukas

#22 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von La_Croix 23.08.2014 08:53

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Zitat
Das Gegenteil ist der Fall! Viele Studien beim Menschen zeigen, dass geringere Proteinzufuhr, die zu geringeren IGF1-Werten führt, die Todesrate stark erhöht und die Lebenszeit stark verkürzt. Kannst Du auch alles im altuellen Thread "RE:Wachstumshormon/IGF-1" nachlesen.



Meinst du das was dort steht:
http://university.peertrainer.com/igf-1-cancer-risk/

Ich hab das jetzt gelesen, dort steht absolut nix neues. Wirklich ganz ein alter Hut.
Im grunde steht dort doch nur, dass sehr alte Menschen mehr IGF-1 benötigen, weil es im alter absinkt.
Und darauf, dass alte Menschen mehr tierisches Protein aufnhemen sollen hab ich ja schon oft geschrieben und Prometheus ja auch.

Zitat
Death due to breast cancer occurs most frequently in women aged 55 – 64.22 66% of cardiovascular disease deaths occur in individuals aged 75 and older.23 Sarcopenia and cognitive decline occur more and more frequently as you age, with these disorders being uncommon below age 65. To put it succinctly, the diseases associated with high IGF-1 levels kill you before age 65, whereas the diseases and disorders associated with low IGF-1 levels kill you after age 65.



Zitat
When elderly mice are given IGF-1 replacement therapy, cognitive function improves, learning and memory are improved, and neurogenesis is increased.15 They also develop more blood vessels in the brain, and utilize blood glucose better. In essence, mice who have their IGF-1 levels artificially increased ‘recover’ from the cognitive declines we generally associate with “just getting older”.



Zitat
To put it bluntly, longevity only matters if you don’t die of other causes. It doesn’t matter if you could have lived to 120 if you die of a stroke at 72, or if at age 84 you break a hip and die due to complications. Even if lowering IGF-1 levels could potentially extend the clock on our life, it also ironically increases our risk of dying from other causes—not a great trade-off!


Ja, mittlerweile sollte jeder mitgekriegt haben, das in dem alter mehr Tierisches Protein das leben verlängert.

Zitat
By contrast, the diseases and disorders associated with low IGF-1 levels cause 594,000 deaths every year. That’s over 8.5 times as many deaths!


JA, die meisten Menschen in der westlichen Welt sterben nun mal mittlerweile an Altersschwäche und ab etwa 65 - 75 beginnt der Körper aktiv zu altern, sprich er produzert so wenig IGF-1, dass es zu einem dauernden Katabolem zustand kommt und noch andere Sachen wie entzündugen die den Körper angreifen usw (unabhängig vom IGF-1).
Aber eben das erreichen dieser Phase scheint man mit einer Restriktierten Methioninaufnahme eben hinauszögern zu können, sofern man in gewissen Phasen wieder mehr tierisches Eiweiß zu sich nimmt (Infektionen, Wundheilungsprozesse usw....)
Ich sehe hier wieder kein überzeugendes Argument, in der aktiven Lebensphase nach Abschluss des Wachstums nur noch 1 - 3 mal in der Woche Tierisches Protein aufzunehmen und ansonsten seinen Proteinbedarf eher mit Hülsenfrüchten, Nüssen und Getreiden zu decken, die einen geringen Methioninanteil haben.

So leben nun mal die Langslebigsten Menschen in Okinawa oder Sizilien, sie essen nur wenig Fisch, Fleisch usw.

Und gerade zu Nüssen, gibt es viele Studien die zeigen, dass sie das Leben verlängern. Wird natürlich nicht nur am Methioninarmen Protein liegen aber ein Zusammenhang liegt sehr nahe.

IGF-1, mTOR und Insulin treiben nun mal leider die Alterung auf Zellularer Ebene voran sind aber in ausreichend hohen Spiegeln für Gesundheit erforderlich.

#23 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von parcel 23.08.2014 11:45

Zitat La_Croix:

Ich sehe hier wieder kein überzeugendes Argument, in der aktiven Lebensphase nach Abschluss des Wachstums nur noch 1 - 3 mal in der Woche Tierisches Protein aufzunehmen und ansonsten seinen Proteinbedarf eher mit Hülsenfrüchten, Nüssen und Getreiden zu decken, die einen geringen Methioninanteil haben.

So leben nun mal die Langslebigsten Menschen in Okinawa oder Sizilien, sie essen nur wenig Fisch, Fleisch usw.

Und gerade zu Nüssen, gibt es viele Studien die zeigen, dass sie das Leben verlängern. Wird natürlich nicht nur am Methioninarmen Protein liegen aber ein Zusammenhang liegt sehr nahe.







Es ist doch schon lange bekannt, dass eine vegetarische Ernährung vor vielen Krankheiten schützt. Eine Unmenge von Studien bestätigen, dass Obst, Gemüse und in Maßen auch Getreide und Fisch mithelfen, die unterschiedlichsten Krankheiten und auch Krebserkrankungen zu verhindern. Beispielweise sorgen Sojabohnen und Erdnüsse für eine niedrige Blutzuckerreaktion und senken dadurch den Insulinspiegel. Hohe Werte an Blutzucker und Insulin sind stark für die Zellenzerstörung und die Alterung verantwortlich. Vegetarier leiden auch im Allgemeinen weniger an Diabetes und Herzkrankheiten und bleibt man bei dem Beispiel Sojabohnen, sie sind vor allem reich an zwei Aminosäuren, Glycin und Arginin. Sicherlich spielt auch eine große Rolle, dass eine vegetarische Ernährung im Verhältnis wesentlich weniger Methionin liefert. Es sind also nicht nur die gesättigten, tierischen Fette, aus Hormon belastetem Fleisch, die die Alterung beschleunigen, sondern auch die ungünstige Proteinzusammensetzung.

Liebe Grüße, parcel

#24 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Lukas 23.08.2014 23:51

Zitat von La_Croix im Beitrag #22

Zitat
Das Gegenteil ist der Fall! Viele Studien beim Menschen zeigen, dass geringere Proteinzufuhr, die zu geringeren IGF1-Werten führt, die Todesrate stark erhöht und die Lebenszeit stark verkürzt. Kannst Du auch alles im altuellen Thread "RE:Wachstumshormon/IGF-1" nachlesen.


Meinst du das was dort steht:
http://university.peertrainer.com/igf-1-cancer-risk/

Ich hab das jetzt gelesen, dort steht absolut nix neues. Wirklich ganz ein alter Hut.
Im grunde steht dort doch nur, dass sehr alte Menschen mehr IGF-1 benötigen, weil es im alter absinkt.
Und darauf, dass alte Menschen mehr tierisches Protein aufnhemen sollen hab ich ja schon oft geschrieben und Prometheus ja auch.






La_Croix,

um Deine Aufmerksamkeit ist es auch nicht gerade so gut bestellt, gell? Kenne ich noch aus meinen Hirnschadenszeiten. Wie gut, dass ich die überwunden habe...

Ich hatte - u.a. extra für Dich - hier (RE:Wachstumshormon/IGF-1 (5)) den Teil des Textes, auf den es ganz besonders ankommt, zitiert. Genau diesen Part hast Du nun - vermutlich völlig unbeabsichtigt - übersehen... na ja, kann passieren... hier also noch einmal explizit für Dich:


Zitat
IGF-1 and Longevity

Perhaps the most common refrain from people seeking to convince you that lowering IGF-1 levels is a healthy idea is that in some species, IGF-1 is inversely related to longevity—that is, when IGF-1 levels are lowered, the animals live longer. Unfortunately, this association simply doesn’t hold true in humans.
To begin with, humans are significantly more complicated than the species this association has been found in, such as nematodes and fruit flies. Whereas mammals typically have receptors for IGF-1 in many organs (meaning that many organs are affected by IGF-1), the simpler organisms typically only have IGF-1 receptors in their nervous system.19
The importance of this is that whereas IGF-1 might only affect a single pathway in a simpler organism, in mammals it will affect numerous organs and pathways, potentially in different ways for every different receptor, and not all of them helpful. In other words, even if IGF-1 is harmful to one system, it might be completely necessary to a different system; it’s not as if you can selectively choose which system will get the IGF-1!
This is why low IGF-1 levels are actually correlated with increased risk of death, not decreased risk—despite what science shows with nematodes and fruit flies. Men in the bottom 10% of IGF-1 levels have an overall 38% greater risk of death (though by the 20th percentile, the association disappears).20
To put it bluntly, longevity only matters if you don’t die of other causes. It doesn’t matter if you could have lived to 120 if you die of a stroke at 72, or if at age 84 you break a hip and die due to complications. Even if lowering IGF-1 levels could potentially extend the clock on our life, it also ironically increases our risk of dying from other causes—not a great trade-off!
In fact, low IGF-1 levels may not even be associated with longevity in humans at all. One study showed that the female offspring of centenarians had significantly higher levels of IGF-1, though they also had reduced IGF-1R levels (a receptor that IGF-1 binds to in order to cause an effect). The researchers hypothesized that the higher IGF-1 levels may have been the body’s way of compensating for reduced receptor activity, but the result is the same: IGF-1 was higher, not lower, in the female offspring of individuals who lived to be at least 100 years old.
It also demonstrates that when our body has errors in one system, it typically compensates with another, making it challenging to actually predict the effects of changing hormonal levels on longevity and health. Changes almost never happen in isolation!



Gruß
Lukas

#25 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von La_Croix 24.08.2014 04:58

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Zitat
Perhaps the most common refrain from people seeking to convince you that lowering IGF-1 levels is a healthy idea is that in some species, IGF-1 is inversely related to longevity—that is, when IGF-1 levels are lowered, the animals live longer. Unfortunately, this association simply doesn’t hold true in humans.
To begin with, humans are significantly more complicated than the species this association has been found in, such as nematodes and fruit flies. Whereas mammals typically have receptors for IGF-1 in many organs (meaning that many organs are affected by IGF-1), the simpler organisms typically only have IGF-1 receptors in their nervous system


Ja, tolles Argument, vor allem wenn man bedenkt, dass Methioninrestriktion erwiesenermaßen in Säugetiern funktioniert
Ich hab dies sogar extra ignoriert weil ich dachte das müsste selbst dir einleuchten...

Auch bezeichnend, dass du wieder mal nicht auf die 3 Stellen eingegangen bist die ich heruas kopiert habe, etwa diesen hier:

Zitat
To put it succinctly, the diseases associated with high IGF-1 levels kill you before age 65, whereas the diseases and disorders associated with low IGF-1 levels kill you after age 65.



Alles was dir nicht in den Kram passt wird von dir einfach ignoriert und du fantasierst dir pausenlos was zusammen und unterstellst dann anderen Leuten irgend welche falschen Meinungen.
Wenn man dich auf sowas aufmerksam macht wirst du jedesmal nur aggressiv.

Zitat
um Deine Aufmerksamkeit ist es auch nicht gerade so gut bestellt, gell? Kenne ich noch aus meinen Hirnschadenszeiten. Wie gut, dass ich die überwunden habe...


Jo, das sieht an eh immer an deinen Beiträgen, in welch gutem zustand dein Gehirn sein muss.

Ich könnte jetzt viel Zitieren, wo du in Diskussionen offensichtlich absolut nicht geraft hast worum es geht, oder so Sachen wie deine Behauptung im symptome.ch Forum, man habe dir in der Aidshilfestelle gesagt, den HI-Virs würde es nicht geben.
Aber offen gestanden ist mir meine Zeit zu schade dafür.



Naja, ich werde jetzt wieder anfangen deine Beiträge nicht zu lesen.
Ist reine Zeitverschwendung.

Ich bin ja nicht der einzige der das denkt...

#26 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von La_Croix 24.08.2014 05:25

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Hier noch mal für alle, die sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzen wollen, zum Zitat aus Lukas Link:

Zitat
Perhaps the most common refrain from people seeking to convince you that lowering IGF-1 levels is a healthy idea is that in some species, IGF-1 is inversely related to longevity—that is, when IGF-1 levels are lowered, the animals live longer. Unfortunately, this association simply doesn’t hold true in humans.
To begin with, humans are significantly more complicated than the species this association has been found in, such as nematodes and fruit flies. Whereas mammals typically have receptors for IGF-1 in many organs (meaning that many organs are affected by IGF-1), the simpler organisms typically only have IGF-1 receptors in their nervous system




Transgenic mice with low levels of global insulin-like growth factor-I (IGF-I) throughout their life span, including pre- and postnatal development, have increased longevity.
http://www.plosone.org/article/info%3Ado...al.pone.0022640


IGF-1 receptor regulates lifespan and resistance to oxidative stress in mice
http://www.nature.com/nature/journal/v42...ature01298.html

Und nein, das soll nicht heisen, dass Studien an Mäusen auf den Menschen 1:1 übertragbar sind, allerdings ist die Kritik, dass IGF-1 senkung nur in einfacheren Organismen als Säugern funktioniert, auf den Lukas hier so vehement hinweist einfach nicht richtig.

Und Lukas spar dir deine beschimpfungen diesmal, ich werde sie nicht lesen und Prometheus hat dann nur wieder arbeit mit dem löschen.

#27 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Scout 10.09.2014 22:34

Dke Toxizität von Methionin entsteht unter anderem dadurch, daß bei erhöhter Methionin-Aufnahme weniger Glycin zur Verfügung steht. Also sollte man M. immer mit genug Glycin kompensieren. Plus Serin und Threonin.


The alleviation mechanism of methionine toxicity by dietary glycine was investigated in weanling rats fed a high-methionine diet. When rats were fed a 10% casein diet containing 2% methionine, the activities of methionine adenosyltransferase, cystathionine beta-synthase, and cystathionine gamma-lyase, which participate in the methionine metabolism in the transsulfuration pathway, were significantly enhanced. But the addition of 2% glycine to the high methionine diet did not cause further increase in these enzyme activities; the activities of methionine adenosyltransferase and cystathionine beta-synthase were rather decreased while cystathionine gamma-lyase activity was not altered. Methionine transaminase activity was essentially insensitive to the dietary addition of methionine and glycine. In rats fed a high methionine diet, the hepatic methionine level was significantly increased with a concomitant decrease in the levels of glycine, serine, and threonine. The addition of glycine to the high methionine diet effectively suppressed the enhancement of the hepatic methionine level and almost completely restored the glycine level, but it only partially restored the serine level and further decreased the threonine level. From these results, it is suggested that the alleviating effect of dietary glycine on methionine toxicity is primarily elicited by the restoration of the hepatic glycine level rather than by an increase in hepatic enzyme activity.


http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3668700

#28 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Wolfgang aus Berlin 11.09.2014 10:45

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Hallo allerseits,

danke für Eure Diskussion. Ich hatte letztens mal bemängelt, dass zu wenig konkrete praktische Tipps zu den theoretischen Erörterungen gegeben werden. Dies möchte ich mit einem Beitrag ändern.

Da in letzter Zeit mein Homocystein-Spiegel nicht mehr so gut aussah, habe ich mich ein wenig mit der praktischen Seite des Themas beschäftigt. Erhöhtes Homocystein ist bekanntermaßen der einfachste Laborwert, mit dem man prüfen kann, ob man zu viel Methionin aufnimmt oder dieses im Körper zu wenig abgebaut wird. Dies hängt einmal mit der Nahrung/Nahrungsergänzungsmitteln zusammen -wie diskutiert- und auch mit der genetischen Disposition.

Man kann seine Gene an- und abschalten (Ernährung/Mikronährstoffe, Sport, Psyche). Das ist ein gesondertes Thema.
Man kann die Methioninaufnahme verringern.
Man kann bei zu viel Methioninaufnahme die Verarbeitung verbessern.

Dafür sind geeignet Folsäure (möglichst als Folat, wie weiter oben von Scout diskutiert), Vitamin B12 (möglichst nicht als Cyanocobalamin, weil noch mehrere Verarbeitungsschritte erforderlich sind), Vitamin B6 und TMG (Trimethylglycin, auch Betain genannt [nicht Betain-HCL das hat eine andere Wirkung!!]).

Ray Kurzweil und Terry Grossman schreiben in ihrem Bestseller "Transcend", 'je nach genetischer Variation gibt es einen mehr als hundertfachen Unterschied, welche Mengen NEM benötigt werden'


Viele NEM sind sehr teuer. Oft wird da ordentlich abgezockt.

Neben den Vitaminen habe ich mal nach TMG geschaut. Dieses gibt es als Pulver sehr preiswert zu kaufen. Zum Beispiel bei bulkpowders. http://www.bulkpowders.co.uk/trimethylglycine.html 1 kg ca. 46,- €

Noch interessanter finde ich das Angebot von Betain (TMG) als Köder und Zufütterung für Fische. http://www.selfmade-baits.de/index.php?s...l&artikel_id=47 Das Kilo kostet dann noch 24,80 €. Hier sollte man aber sicherstellen, dass es sich wirklich um reines TMG handelt.

Hier noch ein guter, deutschsprachiger Link mit mehr Informationen zu Betain und Betain-HCL http://vitamine-ratgeber.com/weitere-vitalstoffe/betain/

TMG, Trimethylglycin, ist ein weißes Pulver, ganz leicht löslich und schmeckt süß. Man kann bis ein paar Gramm pro Tag nehmen. Es hat drei Methylgruppen und wird auch in Richtung SAMe (S-Adenosylmethionin) umgewandelt, welches bekanntermaßen sehr teuer ist.

Soweit meine kleine Recherche. Hat noch jemand eine praktische Ergänzung?

Gruß Wolfgang

#29 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Scout 24.02.2016 11:08

Thema Mitochondriale Alterung: älteren Fibroblasten gibt man einfach nur geügend Glycin- und deren jüngere Phänotyp (bez. der mitochondrialen Funktion) wird wieder beobachtet. Wow!

Epigenetic regulation of the nuclear-coded GCAT and SHMT2 genes confers human age-associated mitochondrialrespiration defects

Here, we show that reprogramming of elderly fibroblasts restores age-associated mitochondrial respiration defects, indicating that these aging phenotypes are reversible and are similar to differentiation phenotypes in that both are controlled by epigenetic regulation, not by mutations in either the nuclear or the mitochondrial genome. Microarray screening revealed that epigenetic downregulation of the nuclear-coded GCAT gene, which is involved in glycine production in mitochondria, is partly responsible for these aging phenotypes. Treatment of elderly fibroblasts with glycine effectively prevented the expression of these aging phenotypes....This possibility was supported by our observations that adding glycine to the medium for 10 days restored the reduced respiratory function of TIG102 (Supplementary Fig. 6), suggesting that glycine treatment can effectively prevent elderly fibroblasts from expressing age-associated respiration defects


http://www.nature.com/articles/srep10434

#30 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Prometheus 24.02.2016 11:33

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Danke Scout!

Die Autoren schreiben auch, dass die mitochondriale Alterung nicht durch Mutationen verursacht wird, sondern durch eine epigenetische Regulation. So langsam sickert die Erkenntnis durch!
(Die Mutationen sammeln sich an, weil die Mitophagie abgestellt wird, aber das ist hier off-topic)

Zitat
Given that human aging can be seen as a consequence of a programmed phenomenon, it is possible that epigenetic regulation also controls human aging.



P.S.:
Eine Methionin-Fastenkur zur epigenetischen Verjüngung kann man wunderbar mit Glycin kombinieren!
(DNA Methylierungs-Reprogrammierung (im Menschen) - Teil 2)

#31 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von jayjay 24.02.2016 21:39

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Hallo Scout,
im alten Form hab ich die Studie auch mal auf "Deutsch" gepostet.
Ich mag ja Glycin aber was soll ich den jetzt damit anfangen.
Glycinvollbad

Hmm, also bei Methionin Restriktion brauch ich ja nicht Glycin extra nehmen, aber bei der Methioninmast

#32 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Scout 25.02.2016 07:07

Hallo jayjay,

folgender Vorschlag zur Güte:

-Blutwert Glycin bestimmen lasssen
-jeden Abend 7 Gramm Glycin (oder 30 Gramm Collagen) einnehmen
-nach 6 Wochen nochmals Glycin bestimmen lassen
-vergleichen

Sollte der Wert gestiegen sein, so wird die Studie für dich relevant sein, egal, ob du wenig oder viel Methionin isst. Denn die körpereigene Synthesemöglichkeiten sind begrenzt!


Zitat
"Detailed assessment of all possible sources of glycine shows that synthesis from serine accounts for more than 85% of the total, and that the amount of glycine available from synthesis, about 3 g/day, together with that available from the diet, in the range 1.5-3.0 g/day, may fall significantly short of the amount needed for all metabolic uses, including collagen synthesis by about 10 g per day for a 70 kg human. This result supports earlier suggestions in the literature that glycine is a semi-essential amino acid and that it should be taken as a nutritional supplement to guarantee a healthy metabolism."


http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20093739

#33 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Scout 28.02.2016 09:53

Eine nette Zusammenfassung über Glycin, Gelatin und die Notwendigkeiten unseres Körpers dafür:

http://www.drdavidwilliams.com/resources...2e561e6b651.pdf

#34 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Speedy 02.05.2016 00:40

Ich habe ein Problem: Seit Dezember letzten Jahres nehme ich vor dem Schlafengehen ca. 30-35g Gelatine ein. Die Hoffnung war meinen Schlaf zu verbessern. Ich habe keine Schlafstörungen an sich, aber bin sehr hellhörig und wache bei lauteren Geräuschen recht schnell auf. Gelatine hat mir nun geholfen diese Aufwachphasen deutlich zu reduzieren. Nun habe ich aber seit der Einnahme ein enormes! Wärmegefühl. Im Winter ist dies ja eher von Vorteil, aber ich kann mir nicht vorstellen wie das im Sommer werden soll. Gibt es irgendeine logische Erklärung dafür?

#35 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Prometheus 03.05.2016 09:04

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@Speedy

Eine derartige Wirkung von Gelatine war mir noch nicht bekannt. Gelatine besteht aus 1/3 Glycin - Denkbar wäre, dass es sich dabei um einen NMDA-Rezeptor vermittelten Effekt durch Glycin handelt. Glutamat kann ja ähnliche Symptome verursachen.

Zitat
Glycine has a role in glutaminergic neurotransmission as the NMDA receptors (a subset of glutamate receptors) tend to be tetramers composed of two glycine-binding units (the GluN1 subunits) and glutamate-binding units (GluN2)[22][23][24][25]


https://examine.com/supplements/glycine/

Treten die positiven und negativen Effekte auch auf, wenn du abends eine äquivalente Menge an Glycin nimmst?

#36 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von parcel 03.05.2016 11:53

Zitat von Speedy im Beitrag #34
Ich habe ein Problem: Seit Dezember letzten Jahres nehme ich vor dem Schlafengehen ca. 30-35g Gelatine ein. Die Hoffnung war meinen Schlaf zu verbessern. Ich habe keine Schlafstörungen an sich, aber bin sehr hellhörig und wache bei lauteren Geräuschen recht schnell auf. Gelatine hat mir nun geholfen diese Aufwachphasen deutlich zu reduzieren. Nun habe ich aber seit der Einnahme ein enormes! Wärmegefühl. Im Winter ist dies ja eher von Vorteil, aber ich kann mir nicht vorstellen wie das im Sommer werden soll. Gibt es irgendeine logische Erklärung dafür?


Ich hatte das vor Jahren, als ich noch Milcheiweiß gegessen habe auch. Nach der Einnahme von 25 - 30 Gramm, bekam ich manchmal regelrechte Hitzewellen, ich habe schließlich nur noch 10 Gramm genommen und irgendwann gar keins mehr.

Gelatine ist ja auch Eiweiß und wenn sie Deinen Schlaf verbessert, hast Du vermutlich einen Mangel an Tryptophan oder 5HTP. Vielleicht solltest Du diese Dinge zusätzlich substituiere.

Liebe Grüße von parcel

#37 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Fichtennadel 03.05.2016 11:56

Das AS-Profi von Gelatine enthält kein! Tryptophan

#38 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Speedy 03.05.2016 13:44

Zitat von Prometheus im Beitrag #35
@Speedy
Treten die positiven und negativen Effekte auch auf, wenn du abends eine äquivalente Menge an Glycin nimmst?

Ja, das hatte ich schon getestet mit dem gleichen Effekt (gefühlsmäßig sogar noch ausgeprägter was die negativen Effekte betrifft). Aus Kostengründen bin ich dann wieder zu Gelatine zurückgekehrt.

#39 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Tizian 03.05.2016 19:41

Hallo,

also ich nehme einen guten gehäuften Teelöffel Glycin jeden Morgen und Abend, zusammen mit Citrullin, Cholin, Carnitin, Kreatin und Glutamin. Am Abend noch zusätzlich Taurin dazu. Ich verspüre keinerlei Auswirkungen, habe es allerdings auch noch nicht einzeln genommen, sondern immer im genannten AS-Komplex. Will sagen, denkbar sind auch wie immer sehr individuelle Auswirkungen eines Stoffes. Wenn ich jedenfalls Schlafprobleme durch Glycin oder einem glycinhaltigen Produkt hätte, dann würde ich der Wichtigkeit halber einer guten und gesunden Nachtruhe auf so ein Produkt zumindest am Abend verzichten.

#40 RE: Glycin als Methionin-Restriktions Mimetikum? von Methos 08.06.2016 07:50

Hallo Forum,

Glycin passt wie ich finde nicht wirklich zu jedem Essen, im Kaffee z.B. schmeckt Glycin einfach nur widerlich.
Wie macht ihr das? Womit harmoniert Glycin am besten?

Gruß Methos

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