Seite 1 von 5
#1 RE:Lithium von Prometheus 04.05.2014 09:07

avatar

Schon länger gibt es Hinweise darauf, das Lithium lebensverlängernd wirken könnte. Die Autoren der folgenden Publikation haben den Effekt bei C. elegans bestätigt und gehen davon aus, dass Lithium eine mehr oder weniger selektive Autophagie dysfunktionaler Mitochondrien bewirkt und so die Energieeffizienz in den Zellen erhöht:

Effects of Lithium on Age-related Decline in Mitochondrial Turnover and Function in Caenorhabditis elegans

Zitat

We found that lithium treatment increased both the lifespan and healthspan of C. elegans without any significant change in the mortality rate and oxidative damages to proteins. The increase in healthspan was accompanied by improved mitochondrial energetic function.


http://biomedgerontology.oxfordjournals....na.glt210.short

#2 RE:Lithium von Wolfgang aus Berlin 04.05.2014 14:49

avatar

Zitat von Prometheus im Beitrag #81
Schon länger gibt es Hinweise darauf, das Lithium lebensverlängernd wirken könnte.


Ich nehme seit ein paar Jahren täglich eine Lithiumorotat-Tablette ein. Nach Dr. Hans Nieper (Erfinder von Lithiumorotat) lässt sich dieses Lithium nicht im Blut nachweisen. Ich habe das überprüft und kann es bestätigen. Ich müsste andernfalls einen merkbaren Spiegel haben.

#3 RE: Lithium von parcel 03.08.2014 19:12

Zitat von Methos:

Lithium ist übrigens auch essentiell, aber in keinem mir bekannten Multi drin. Also geht das extra. Faschinger oder Hirschquelle sind Mineralwässer mit höherem Gehalt, zur Not tun es aber auch Lithiumorotat, z.B. 5mg/Tag von Doctor's Best





Hallo Methos,

was ist das für eine Substanz und warum sollte man sie substituieren? Wenn ich mich recht erinnere, habe ich schon mal was über Lithium gelesen, allerdings in einem anderen Zusammenhang, es hatte nichts mit NEM zu tun.


Liebe Grüße, parcel

#4 RE: Lithium von Methos 03.08.2014 22:12

Hallo Parcel,

Lithium ist nicht nur essentiell, es wird auch medizinisch gegen Depressionen eingesetzt. Im alten Forum gab es dazu schon mal einen Faden:

http://aging-und-praevention.de/nahrungs...otat-t7526.html

Gruß
Methos

#5 RE: Lithium von Prometheus 27.09.2014 01:39

avatar

Diese Studie hatte nach Erscheinen meine Aufmerksamkeit auf das Thema Lithium gelenkt:

Low-dose lithium uptake promotes longevity in humans and metazoans.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21301855

Lithium ist in der Tat in geringer Menge für den Menschen essentiell! Das Problem mit Lithium ist in erster Linie, dass die Bandbreite, in der es nützlich ist, sehr schmal ist. Schon ein paar Miligram können toxisch wirken und sind schnell lebensbedrohlich. Lithium wird seit vielen Jahrzehnten prophylaktisch bei bipolarer Störung, Manie oder Depressionen eingesetzt, auch bei Clusterkopfschmerz ist Lithium eine Behandlungsoption. Allerdings muss eine Lithiumtherapie aufgrund der erwähnten geringen (therapeutischen) Bandbreite regelmäßig mittels Blutspiegelkontrollen überwacht werden. Lithiumhaltiges Mineralwasser oder Lithiumorotat sind zur Deckung des Lithiumbedarfs allerdings durchaus eine Überlegung wert.

#6 RE: Lithium von Wolfgang aus Berlin 27.09.2014 10:49

avatar

Lithium als Lithiumorotat wirkt, hebt aber den Blutspiegel nicht, dürfte somit auch nicht toxisch wirken. Erfinder von Lithiumorotat ist Dr. Hans Nieper, d e r deutsche Pionier der orthomolekularen Medizin. Nach seiner Vermutung ist die Wirkung von Lithium darauf zurückzuführen, dass es Natrium aus den Zellen verdrängt.

Dass der Blutspiegel bei Einnahme von Lithiumorotat nicht angehoben wird, habe ich selbst probiert und bestimmen lassen.

Gruß
Wolfgang

#7 RE: Lithium von Chuby Chacker 27.09.2014 16:20

Hallo,
da ich schon mal Lithiummangel (lt. Blutwert) hatte, hab ich vermehrt Mineralwasser mit Lithium getrunken. Hat funktioniert. Der Wert (Blutwert) ist deutlich rauf gegangen. In diesem Zusammenhang vielleicht interessant.
Gruß
Chuby

#8 RE: Lithium von LeeYa 27.09.2014 19:56

Hallo Chuby,

ab welchem Lithium-Wert hat man denn einen Mangel?


Hallo Wolfgang,

So ganz habe ich das noch nicht verstanden. Ist das Lithiumorotat dann nur intrazellulär? Dann würde eine Messung im Serum doch gar keinen Sinn ergeben?! Oder müsste Man Lithiumorotat vielleicht für eine Änderung des Serumspiegels einfach höher dosieren?!?

Lg
LeeYa

#9 RE: Lithium von Chuby Chacker 27.09.2014 20:40

Hallo LeeYa,
habe den Wert leider nicht mehr parat. Falls mir der Laborzettel wieder mal begegnet, stell ich die Grenzwerte des Labors hier rein.
LG
Chuby

#10 RE: Lithium von Prometheus 17.10.2014 21:46

avatar

Hatte ich schon erwähnt, dass in Gegenden mit mehr Lithium im Boden auch die Selbstmordrate statistisch signifikant niedriger ist?
Ich denke allerdings, dass sich die Verlängerung der Lebensspanne nicht alleine dadurch erklärt. Lithium hat viele gesundheitliche Vorteile. Die GSK-3ß-Inhibition war mir auch neu:

Zitat
Last month, Anna Fels wrote in the Sunday NYTimes suggesting that lithium be added to the drinking water because trace amounts of lithium are associated with lower rates of mental illness, violence and suicide in particular. What she didn’t say was that communities with naturally-occurring lithium in their drinking water enjoy greater longevity as well. Though the evidence is still thin, there is a credible mechanism, through inhibition of a chemical signal called GSK-3β. The dosages we’re talking about are ½ to 2 mg per day, which is less than 1% of the dosage typically prescribed for bipolar disease.


http://hplusmagazine.com/2014/10/14/lithium-life-extension/

#11 RE: Lithium von Prometheus 17.10.2014 22:04

avatar

Ach ja, Josh Mitteldorf hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Ein paar Gedanken dazu sowie praktische Tipps hat er auch noch parat:

Lithium for Life Extension?
http://joshmitteldorf.scienceblog.com/20...life-extension/

#12 RE: Lithium von Speedy 18.10.2014 00:58

Zitat von Prometheus im Beitrag #11
Ach ja, Josh Mitteldorf hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Ein paar Gedanken dazu sowie praktische Tipps hat er auch noch parat:

Lithium for Life Extension?
http://joshmitteldorf.scienceblog.com/20...life-extension/


''Google to find on-line sources of supplements with appropriate low doses of organic salts of lithium, like lithium arginate and lithium orotate. They are not better or more bio-available than the simple carbonate, just more expensive.''

ist das wirklich so?

#13 RE: Lithium von Prometheus 19.10.2014 21:18

avatar

Zitat von Speedy im Beitrag #12
Zitat von Prometheus im Beitrag #11
Ach ja, Josh Mitteldorf hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Ein paar Gedanken dazu sowie praktische Tipps hat er auch noch parat:

Lithium for Life Extension?
http://joshmitteldorf.scienceblog.com/20...life-extension/


''Google to find on-line sources of supplements with appropriate low doses of organic salts of lithium, like lithium arginate and lithium orotate. They are not better or more bio-available than the simple carbonate, just more expensive.''

ist das wirklich so?



Nein, höchstwahrscheinlich gibt es schon theoretische Unterschiede in der Bioverfügbarkeit der verschiedenen Lithiumformen. Aber das fällt bei einem "Sub-Low-Dose-Ansatz" wohl eher nicht ins Gewicht. Ich gehe zudem auch davon aus, dass der Körper - wenn er einen Lithiummangel aufweist - die Resorptionsquote automatisch erhöhen wird. Ist bei den meisten anderen essentiellen Stoffen übrigens auch der Fall.

#14 RE: RE:Lithium von Methos 09.11.2014 09:59

Aus den Strunz-News von gestern:

Zitat
Also habe ich mich ein bisschen belesen. Und peinlicherweise eine Studie gefunden (Lancet), dass Lithium das natürliche Schrumpfen des Gehirnes stoppen könne. Bitte kurz nachdenken. Berichtet wird hier, dass Lithium Hirnzellen nicht nur schützt, sondern sogar erneuert. Genauer

8 von 10 Probanden vergrößerten ihr Gehirn mit Lithium um 3% in nur 4 Wochen


http://www.strunz.com/news.php?newsid=2923

Auf welche Studie bezieht er sich denn da?

#15 RE: RE:Lithium von Scout 09.11.2014 11:48

Höchstwahrscheinlich diese:

http://www.thelancet.com/journals/lancet...2793-8/fulltext

#16 Lithium von Prometheus 17.09.2015 07:20

avatar

Hohe Werte von FGF 23 (Fibroblast growth factor 23) sind schlecht für Gesundheit und Langlebigkeit. Zu niedrige Werte aber auch.
Lithium könnte bei zu niedrigem FGF 23 und zu hohem Vitamin D* regulierend wirken:

Impact of Lithium Treatment on FGF-23 Serum Concentrations in Depressive Patients
http://journals.lww.com/psychopharmacolo...3_Serum.18.aspx

*Zu hohe Vitamin D-Werte - gibt es tatsächlich. Auch wenn meist das Gegenteil der Fall sein dürfte...

#17 RE: Lithium von Prometheus 05.03.2016 11:50

avatar

Lithium kann das mediane Überleben von Rundwürmern bekanntlich um beeindruckende 46 Prozent verlängern.

Aber wie funktioniert diese Altersverzögerung?

Nun, Lithium wirkt unmittelbar auf die Epigenetik ein.
Anscheinend durch Beeinflussung von Histon-Methylierungen:

Zitat
Exposure to Li+ at clinically relevant concentrations throughout adulthood increases survival during normal aging (up to 46% median increase). [...] Li+ regulates survival by modulating histone methylation and chromatin structure.


Pharmacogenetic Analysis of Lithium-induced Delayed Aging in Caenorhabditis elegans
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2739662/

#18 RE: Lithium von Prometheus 10.03.2016 16:57

avatar

Zitat von Prometheus im Beitrag RE:Wichtigste Forschung 2015
Mit zunehmender Alterung "funktionieren" Zellen nicht mehr richtig. Nicht etwa, weil sie "verschleißen" würden, sondern weil die Feinabstimmung verloren geht.
Wissenschaftlich nennt sich das "Transkriptionaler Drift." Wäre die Zelle ein Auto, würde sie gleichzeitig Gas geben und bremsen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen!

Im Rundwurm lässt sich dieser Transkriptionale Drift mit der Hemmung serotonerger Signale unterdrücken:

Suppression of transcriptional drift extends C. elegans lifespan by postponing the onset of mortality
http://dx.doi.org/10.7554/eLife.08833




Nicht nur das in der Studie verwendete Mianserin greift in serotonerge Signale ein, Lithium macht das auch:

Lithium increases serotonin release and decreases serotonin receptors in the hippocampus.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6269180

#19 RE: Lithium von Prometheus 11.03.2016 11:13

avatar

Lithium kann möglicherweise den circadianen Rhythmus positiv beeinflussen:

Lithium effects on circadian rhythms in fibroblasts and suprachiasmatic nucleus slices from Cry knockout mice
https://www.researchgate.net/publication...y_knockout_mice

#20 RE: Lithium von mithut 22.08.2016 16:31

avatar

Bin durch einen anderen Thread hierher geführt worden, musste sofort recherchieren ...

So übermütig Lithium in der Psychiatrie früher eingesetzt worden ist (wenn ich recht informiert bin), so wird es heute fast gar nicht beachtet.
(Ich hab's zumindest für mich bis jetzt "übersehen"):

Dabei deutet es auf einige interessante Indikationen hin:

alle o. g. (Besonderen Dank für die "Gehirnzellen-Erneuerung" @Methos und Dr. Strunz),

weiterhin bei Bipolaren Störungen,
Demenz,

eine gewisse "Gelenkswirksamkeit" bei Arthrose und Arthritis (Ups, Homöopathie und Schüssler),

und wie im entsprechenden Thread auf (Darm-)Krebs
Zitat Prometheus:
"Ist Lithium gegen Dickdarmkrebs wirksam?
Lithium Chloride Suppresses Colorectal Cancer Cell Survival and Proliferation through ROS/GSK-3β/NF-κB Signaling Pathway
http://www.hindawi.com/journals/omcl/2014/241864/abs/ "

Da ich keine Mineralwässer (http://dukannstes.blogspot.co.at/2015/03/lithium.html) trinke und keine NEMs ne(h)me,
musste ich so fündig werden:

Kelp, Pistazien und das ... http://www.collectivewizdom.com/Lithium-...mRichFoods.html

Ich deute die Kontraindikationen eher bei Supplementierung/Medikation als relevant, aber immerhin ...
http://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Lithium/...ikament-10.html

Und es scheint gar nicht so leicht zu handhaben:
http://oegpb.at/2014/09/03/dfp-literatur...olarer-stoerung

Übrigens, einer unmöglichen Vollständigkeit halber, wer Lithium supplementiert, sollte vll. mit Tragant vorsichtig sein. Dieser kann nämlich die Lithium-Ausscheidung inhibieren, was ganz schön gefährlich wäre. Kontrollieren!

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz