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#161 RE: methioninarme Diät von Prometheus 24.12.2014 21:38

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Zitat von Joker im Beitrag #148

Zitat von Prometheus
Stimme dir zu! Zumindest in Phasen der MR sollte man auch Methyldonatoren in der Ernährung reduzieren. BTW: Wie bewertest du Cystein?


Cystein ist kein Methyldonator, kann aber zumindest teilweise die Funktionen des Methionin übernehmen (z.B. als natürlicher Schwefel).

Dietary cysteine reduces the methionine requirement by an equal proportion in both parenterally and enterally fed piglets.

Cystein in der Nahrung unterstützt also die Methioninrestriktion indem es den Methioninbedarf absenkt und ist somit positiv zu bewerten.

Isoliert als Nahrungsergänzung würde ich Cystein aber nicht unbedingt verwenden. Da würde ich eher auf das bekannte Derivat Actylcystein zurückgreifen, weil es viel leichter ausgeschieden werden kann und nicht im gleichen Ausmaß den Abbau über Schwefelsäure/H2S durchläuft.



@Joker

Während der Methioninrestriktions-Phase habe ich bislang versucht, auch auf einen geringen Cystein-Gehalt zu achten. Wie sich Cystein auf die Methylierungsmuster auswirkt, vermag ich noch nicht abschließend zu bewerten. Aber eine brandaktuelle Studie hat immerhin gezeigt, dass Cystein die Langlebigkeitseffekte einer Methioninrestriktion ZUNICHTE macht:



Grob zusammengefasst:
Ein zentraler Aspekt einer verringerten Nahrungsaufnahme ist eine geringere Zufuhr an Schwefelhaltigen Aminosäuren. Eine Cystein-Restriktion verstärkt die Bildung von H2S ohne die erhöhhte H2S-Konzentration bleiben die positiven Effekte einer verringerten Nahrungsaufnahme aus. Gilt speziesübergreifend für Hefen, Würmer und Nagetiere.

Endogenous Hydrogen Sulfide Production Is Essential for Dietary Restriction Benefits
http://www.cell.com/cell/abstract/S0092-8674(14)01525-6

Müsste dieses Thread evtl. umbenannt werden?

#162 RE: methioninarme Diät von Speedy 25.12.2014 01:06

Wie sieht es mit MSM als Schwefelquelle aus?

#163 RE: methioninarme Diät von Prometheus 25.12.2014 20:43

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@Speedy

Mir sind keine Daten zu MSM bei Kalorienrestriktion oder Methioninrestriktion bekannt.

Aus meinem Verständnis heraus würde ich aber nicht annehmen, dass MSM im hier besprochenen Kontext einen Einfluss auf den Stoffwechsel der schwefelhaltigen Aminosäuren hat. Methionin ist essentiell, Cystein hingegen wird aus Serin und Homocystein hergestellt. Auf den ersten Blick sehe ich da keinen Link zu MSM.

#164 RE: methioninarme Diät von Prometheus 24.05.2015 11:51

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Protein methionine content and MDA-lysine adducts are inversely related to maximum life span in the heart of mammals
http://www.sciencedirect.com/science/art...740500117X?np=y

Säugetiere leben nicht alle gleich lang, es gibt Unterschiede zwischen den Spezies. Je langlebiger die Spezies, desto niedriger der Methioningehalt im Herzmuskel.

Die Autoren schließen aus ihrer Studie, dass weniger Methionin auch weniger oxidierte Methioninmetabolite bedeute und dass die Empfindlichkeit für oxidative Schäden durch genetisch bedingt geringere Methioninkonzentrationen gering gehalten werde.

Kommentar Prometheus:

Die in der Studie beschriebenen Unterschiede im Methioningehalt des Herzmuskels sind genetisch fixiert und wahrscheinlich auch durch Ernährung nicht beeinflussbar.
Interessant aber, dass Methionin die einzige Aminosäure war, die diese Korrelation zeigte.

P.S.: Oxidationsprozesse kann man hingegen schon heute beeinflussen! Dabei aber bitte vor allem in jungen Jahren nicht über das Ziel hinausschießen...

#165 RE: methioninarme Diät von Niko Freiher 05.09.2016 13:48

Zitat von Prometheus im Beitrag #141
Viele Wege führen nach Rom...und auch zur Langlebigkeit ;)

Die ursprüngliche Ernährung auf Okinawa ist z.B. insgeamt kalorienarm, dafür reich an gesunden Fetten, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Die Einwohner Okinawas essen nicht, bis sie satt sind sondern hören vorher auf, das ist Teil ihrer Esskultur. Das sind bereits mehr als genug Gründe für ein langes Leben!



4% tierische Kalorien, 6% Fett
*reich an gesunden Fetten*??
http://circleofhealth.de/wp-content/uplo...inawan-Diet.jpg

#166 RE: methioninarme Diät von mithut 05.09.2016 21:45

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Hi @Niko,

ich jongliere mal, damit ist wohl eher gemeint, dass der verhältnismäßig kleine Fettanteil mehr gesunde Fette als "unser" Ernährungsunsinn enthält - und das darf man dann als reich bezeichnen.
Aber @Prometheus wird uns das sicher erläutern ...

#167 RE: methioninarme Diät von Niko Freiher 06.09.2016 10:52

Hehe, jojo, jonglieren, jonglieren.

Aber einer muß ja schliesslich doch das HighCarb-Fähnchen hochhalten.... ;)

#168 RE: methioninarme Diät von Prometheus 06.09.2016 11:13

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@Niko Freiher
Willkommen in unserem Forum!

Ja, reich an *gesunden* Fetten war gemeint - im Verhältnis zu weniger vorteilhaften Fetten.

Seefisch, Nüsse, Rapsöl. Und sogar das Fett vom Schwein ist besser als sein Ruf.

Die Okinawa-Ernährung fällt aber definitiv unter die Kategorie "Low-Fat"

siehe auch:

Low Fat?
Die Ornish-Diät

#169 RE: methioninarme Diät von Scout 07.09.2016 07:20

Zumindest die traditionelle Ernährung in Nord-Sardinien ist reich an gesunden Fetten- da wird ganz viel Gemüse gegessen, beinahe ertränkt in Oliven- und Pistazienöl. Dazu Peccorino, Nüße, polyphenolreichem Wein, Fisch und ein bis zweimal diei Woche Fleisch. Immerhin gibt es im Gegensatz zu Okinawa beinahe gleichviele Männer wie Frauen, die die 100 Jahre knacken. Also wenn es nur an der Diät liegen sollte, dann ist das Modell zumindest für Männer passender als Okinawa!

http://www.dynamicchiropractic.com/mpacm...le.php?id=55710

#170 RE: methioninarme Diät von Niko Freiher 07.09.2016 15:29

Zitat von Prometheus im Beitrag #168


Die Okinawa-Ernährung fällt aber definitiv unter die Kategorie "Low-Fat"

siehe auch:

Low Fat?
Die Ornish-Diät




Genau, 85% Carbs :D

#171 RE: methioninarme Diät von Scout 07.09.2016 16:16

Auf Basis welcher Daten? Quelle? Meinst du die Ernährungsdaten aus der Studie von 1949, wo in ganz Japan noch eine Nachkriegs-Hungersnot herrschte? Das war genauso wenig "typisch" gewesen wir der Speiseplan eines Augsburger Familie 1947 die typische bayerische Form der Ernährung (Malzkaffee, Kartoffelschalensuppe mit Käfern usw.) gewesen sein wird.

Das dürfte diese Arbeit hier sein:

https://web.archive.org/web/201504211352...7_1114_434s.pdf

Vor und nach dem Krieg sah das anders aus- für die in den 70ern und 80ern beobeachteten 100jährigen waren die Kriegsjahre nur eine kurze Episode gewesen, die einige Jahre lang deren CR noch extremer gemacht hatten.

Abgesehen davon konnte man in anderen Jahren aber folgendes beobachten:

Zitat
The present paper examines the relationship of nutritional status to further life expectancy and health status in the Japanese elderly based on 3 epidemiological studies. 1. Nutrient intakes in 94 Japanese centenarians investigated between 1972 and 1973 showed a higher proportion of animal protein to total proteins than in contemporary average Japanese. 2. High intakes of milk and fats and oils had favorable effects on 10-year (1976-1986) survivorship in 422 urban residents aged 69-71. The survivors revealed a longitudinal increase in intakes of animal foods such as eggs, milk, fish and meat over the 10 years. 3. Nutrient intakes were compared, based on 24-hour dietary records, between a sample from Okinawa Prefecture where life expectancies at birth and 65 were the longest in Japan, and a sample from Akita Prefecture where the life expectancies were much shorter. Intakes of Ca, Fe, vitamins A, B1, B2, C, and the proportion of energy from proteins and fats were significantly higher in the former than in the latter. Intakes of carbohydrates and NaCl were lower.




http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1407826

Im übrigen bildete Ryukyu ein eigenständiges Königreich, das vom Buddhismus fast nicht berührt wurde und daher gab es auch keine Tabus was Schweinefleisch und Ziege angeht. Der Verbrauch dieser Tiere war daher immer höher als im Rest Japans gewesen, dafür ist der Fischkonsum traditionell niedriger als auf den Hauptinseln. Taiwan ist näher als Japan und die kulturellen und Essgewohnheiten stammen auch teilweise von dort. Und wie gerne Schwein und Schweineschmalz in Taiwan* gegessen wird kann man wohl nur erahnen wenn man noch nicht dort gewesen sein sollte. Aber auch dort war nach Mao und der Kulturrevolution um 1950 Schmalhans Küchenmeister und eine Beschreibung von damals würde dem genau so wenig Recht tun wie auf Okinawa.

Übriogens, auch der Konsum von dunkel gefärbten Gemüse wie der lilalen Süßkartoffel oder der Bittermelone ist viel höher als auf den Hauptinseln, somit auch der von Polyphenolen.


*Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung: 79,84 Jahre Mann: 76,72 Jahre Frau: 83,2 Jahre, Okinawa 86 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer.

#172 RE: methioninarme Diät von Niko Freiher 24.09.2016 12:30

Hier mal der Link zu meinem Posting oben:

https://www.youtube.com/watch?v=mryzkO5QWWY

#173 RE: methioninarme Diät von La_Croix 20.02.2017 13:24

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Da Methioninarme Diät meist auch generell Proteinarm (oder zumindest reduziert) bedeutet, passt das hierher:

Proteinarm fit werden
Eiweißreduktion in der Ernährung senkt Blutzucker- und Insulinspiegel


Zitat
Im Fokus der aktuellen Ernährungsforschung liegen die drei Hauptnährstoffgruppen Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Besonders für Fette und Kohlenhydrate in der Ernährung gibt es Empfehlungen in Bezug auf Menge und Qualität, während die Rolle der Proteine bisher eher vernachlässigt wurde. Dabei gibt es auch hier Hinweise, dass ein Zuviel an Proteinen Fettleibigkeit und Diabetes begünstigen kann, wenn auch die Zusammenhänge noch nicht vollständig geklärt werden konnten, besonders im Zusammenhang mit dem Glukosestoffwechsel.

Um festzustellen, wie sich eine proteinarme Diät auf den Organismus auswirkt, gaben die Forscher einer Gruppe von Mäusen eine proteinreduzierte Diät (5 Prozent des Gesamtkaloriengehaltes, eine Kontrollgruppe bekam den gleichen Gesamtkaloriengehalt mit 20 Prozent Proteinanteil). In der Folge zeigten proteinarm ernährte Mäuse einen bis zu 50 Prozent geringeren Zuwachs an Körpermasse als die andere Gruppe, besonders die Fettdepots waren deutlich geringer. Zudem konnte eine erhöhte Futteraufnahme bei den proteinarm ernährten Mäusen beobachtet werden, mit der sie offenbar versuchten, ihr Proteindefizit auszugleichen.

Bilanzierten die Forscher die Gesamtenergieaufnahme über die Nahrung gegen den Zuwachs an Körpermasse, so zeigte sich, dass die proteinarm ernährten Mäuse ihre Nahrung um bis zu 40 Prozent schlechter verwerteten als die Kontrollmäuse. In einem weiteren Versuch werteten die Forscher die Stickstoffmengen in den Exkrementen sowie den Sauerstoffverbrauch und die CO2-Freisetzung aus, um daraus Rückschlüsse auf die hauptsächlich verwerteten Nahrungskomponenten zu ziehen. Es zeigte sich, dass proteinarm ernährte Mäuse deutlich mehr Fett und Kohlenhydrate verbrauchten.

Eine Blutuntersuchung ergab bei den proteinarm ernährten Mäusen dagegen deutlich verbesserte Werte: Der Blutfettspiegel sank, ebenso der Insulin- und der Cholesterinspiegel. Bereits vorhandene Insulinresistenzen – eine Stoffwechselstörung, oftmals eine Vorstufe von Diabetes – bildeten sich sogar zurück. Zudem zeigten die Mäuse eine deutliche Erhöhung des sogenannten Fibroblasten-Wachstumsfaktors 21 (FGF21). Auch bei zu dicken Mäusen zeigte sich eine Erholung der Blutwerte bei proteinarmer Diät, auch wenn diese Mäuse kein Gewicht verloren.



Zitat
Die entscheidende Frage bei all diesen Entdeckungen war natürlich, ob dieselben Effekte auch beim Menschen auftreten. Sollte das der Fall sein, wäre eine proteinarme Ernährung möglicherweise eine wichtige Hilfe bei Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Typ II. In einem Versuch gaben die Forscher einer Gruppe junger Männer über sieben Tage eine proteinreduzierte Diät und untersuchten anschließend das Blut. Auch hier konnte ein Anstieg des FGF21 beobachtet werden. Ebenso waren der Glukose- und Insulinspiegel niedriger, obwohl mehr Kohlenhydrate konsumiert wurden.

Die Forscher werteten diese Ergebnisse als wichtige Erkenntnisse für die Vorbeugung vor Krankheiten wie Diabetes. Des Weiteren ist bereits in weiteren Studien festgestellt worden, dass eine proteinreduzierte Diät das Risiko von Alterungskrankheiten wie bestimmte Arten von Krebs oder Alzheimer senken und – zumindest bei Nagetieren – das Leben verlängern kann. Weitere Forschung zu den Auswirkungen auf den Menschen sind hier nötig, um den genauen Mechanismus und die Langzeitwirkungen erforschen zu können.

Wer also ab sofort gesund leben will, sollte – neben regelmäßiger Bewegung – daher zu einer Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ungesättigten Fettsäuren (zum Beispiel Raps- oder Olivenöl) greifen.



http://www.pflanzenforschung.de/de/journ...aehrung-s-10691

#174 RE: methioninarme Diät von mithut 25.04.2018 11:52

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Methionin-Restriktion ist eigentlich ganz easy ... einfach die metioninreichen Nahrungsmittel erhitzen ... und schwups, ist es weg.

#175 RE: methioninarme Diät von Prometheus 25.04.2018 15:32

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Zitat von mithut im Beitrag #174
Methionin-Restriktion ist eigentlich ganz eaxy ... einfach die metioninreichen Nahrungsmittel erhitzen ... und schwups, ist es weg.


Der Hinweis ist gut!

methionin.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

https://books.google.de/books?id=pgOhBgA...zelabil&f=false

Ein paar Prozent des Methioningehalts insbesondere von tierischen Lebensmitteln kann dadurch sicherlich eingespart werden!

#176 RE: methioninarme Diät von Speedy 05.05.2018 02:10

Metabolic adaptation of short-living growth hormone transgenic mice to methionine restriction and supplementation.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29722030

#177 RE: methioninarme Diät von Speedy 31.07.2019 23:23

Dietary methionine influences therapy in mouse cancer models and alters human metabolism
https://www.nature.com/articles/s41586-0...SFtFag5ximUKK5M

#178 RE: methioninarme Diät von Ununheilig 19.08.2019 14:32

Wie schon einmal erwähnt, versuche ich derzeit, meinen Homocysteinspiegel mit temporärer veganer/methioninarmer Ernährung zu senken.

Nun wollte ich dafür auch veganes Proteinpulver einbauen. Beim Vergleich des Aminosäureprofils ist mir aber aufgefallen, dass Methionin im veganen Pulver mit ca. 1,3 g/100 g und im Caseinpulver z.B. mit ca. 2,2 g/100g enthalten ist. Der Unterschied erscheint mir nicht sehr groß?

Gruß Ununheilig

#179 RE: methioninarme Diät von Prometheus 19.08.2019 15:34

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Methioninarme Ernährung kannst du eigentlich mit proteinarmer Ernährung gleichsetzen.
Ein temporärer Wechsel auf eine vegane Ernährung hat unter anderem genau diesen Effekt, das insgesamt viel weniger Protein aufgenommen wird.

Selbst "geringwertiges" Erbsenproteinpulver hat noch 1,1g Methionin. Theoretisch könntest du natürlich die 7 anderen essentiellen Aminosäuren jeweils separat supplementieren...

Aber: Wenn du mit Proteinpulver gegensteuerst, verzichtest du auf die Autophagie, die sich bei geringerer Proteinzufuhr einstellt.
So lange du die vegane, methioninarme Ernährung nur temporär vorhast, wozu benötigst du dann ein Proteinpulver?

#180 RE: methioninarme Diät von Ununheilig 19.08.2019 15:53

Ich ging schon davon aus, dass eine ausreichende bis gute Eiweißversorgung auch bei veganer Ernährung gewährleistet sein sollte, nur das dies über pflanzliches Protein erfolgt, wobei weniger Methionin enthalten ist. Das ist doch auch eines der Argumente, warum vegane Ernährung so vorteilhaft sein soll und nicht deshalb, weil diese generell sehr eiweißreduziert ist.

Z.B. https://www.diabsite.de/aktuelles/nachri...019/190625.html

Denkfehler von mir?

Gruß Ununheilig

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