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#141 RE: Metformin von Speedy 29.07.2020 15:08

Eins haben Metformin und die viel diskutierte Alternative Berberin auf jeden Fall gemeinsam. Beide wirken sich eher negativ auf die Libido aus. Nicht nur bei mit denn das hab ich schon des öfteren gehört.

#142 RE: Metformin von Dr.Faust 29.07.2020 17:13

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#139

Zitat von CRONos im Beitrag #139
Hereditäre Mitochondriopathien (MELAS, MERRF, CPEO, etc.) sind klar definiert und medizinisch anerkannt.

Ja sicher. Allerdings sind sie ziemölich selten. Sie werden oft garnicht in Betracht gezogen.

Ich weiß davon seit ca 20 Jahren, sei meine Schwester eine schwere Gehirnatrophie entwickelte. Ein junger Arzt
an der Charite hat es letztendlich - nach Jahren der Krankheit - erkannt und die Symptome darauf zurückgeführt.
Dann wurden alle mütterlichen Abkömmlinge genetisch untersucht mit vorhersehbarem Ergebnis.

Kuklinski hat mir die Augen geöffnet. Die Mitos sind im Energiestoffwechsel zentral. Liefern sie zu wenig,
kann sogut wie alles versagen. Es muss nicht MELAS &Co. sein, das spielt kaum eine Rolle.

Ich sehe das Problem der klassischen Medizin gerade darin, dass man die Rolle der Mitochondrien an der
Entstehung der vielfältigsten Krankheit vollkommen unterschätzt und praktisch nicht untersucht. Ich sag
nicht dass Kuklinski in jedem einzelnen Punkt recht hat. Aber ich meine die Richtung stimmt.

MELAS spielt zwar kaum eine Rolle (nicht mal bei mir, ist psychisch belastend, also weg das Script),
aber MELAS etc. ist ein Modell einer mitochondralen Dysfunktion. Die Erscheinungen, sprich krankhaften
Zustände sind vielfältigst. Jedes Organ kann betroffen sein, quasi multimorbid. Also, dass soll es nur bei MELAS &Co. geben?
Das scheint mit doch sehr unwahrscheinlich.

Zitat von CRONos im Beitrag #139
Eine allgemeine zelluläre Dysfunktionen kann auch die Mitochondrien beeinträchtigen.

Nun ja, es scheint mir i.d.R. eher umgekehrt zu sein. Die Mitos kontrollieren sehr viel.

#143 RE: Metformin von parcel 29.07.2020 17:39

@Dr.Faust

Es gibt noch so vieles zwischen Himmel und Erde was noch gar nicht richtig verstanden wurde und eines stimmt natürlich, eigene Erfahrungen sind immer am wertvollsten und man sollte sie niemals außer acht lassen.

#144 RE: Metformin von Roger 30.07.2020 01:24

Hallo CRONos,

bevor Du "aus der Entfernung" über die Bücher/Publikationen von Dr. Bodo Kuklinski urteilen kannst, solltest Du evtl. das Buch "Mitochondrien" lesen, denn Dr. Kuklinski unterscheidet (im Gegensatz zur evidenzbasierten Medizin) zwischen primärer und sekundärer Mitochondriopathie. Die Mitochondrien haben einen sehr viel größeren Einfluss auf unsere Gesundheit, als es bisher vermutet wurde. Metformin hat Nebenwirkungen (wie viele andere Medikamente) und ich bevorzuge deshalb NEM/Bewegungstraining.

Viele Grüße

Roger

#145 RE: Metformin von mithut 07.08.2020 16:15

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zufällig gefunden ...
Tetrahydrocannabivarin ...

ziemlich wenig ... aber ...

#146 RE: Metformin von Prometheus 14.08.2020 10:22

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NF‐κB as the mediator of metformin's effect on ageing and ageing‐related diseases
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full...1440-1681.13073

#147 RE: Metformin von Julie 14.08.2020 10:32

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@Prometheus

das ist so ein Für und Wider bei Metformin. Ich hab das noch hier daheim, weil mein Mann das einnehmen musste, aber ich weiß echt nicht, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen. Bis jetzt traue ich mich nicht, das einzuwerfen :-(

#148 RE: Metformin von Speedy 14.08.2020 19:18

Chrom Picolinat ist übrigens auch eine Alternative wenn es um AMPK Aktivierung geht.

#149 RE: Metformin von bul 15.08.2020 07:39

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Wäre es eine Option statt Metformin einfach Geissrautentee zu trinken? Oder ist die Konzentration dann zu gering um Wirkung zu zeigen?
Metformin wird ja aus Geissenraute gewonnen...

Dieser Tee wird jedenfalls schon sehr lange stillenden Müttern empfohlen. (Quellenqualität?)

LG
Bul

#150 RE: Metformin von parcel 15.08.2020 10:42

@bul

Du könntest es auch mal mit Berberin probieren als Ersatz für Metformin Berberin Der Wirkungsmechanismus ist ein anderer als bei Metformin aber die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel soll sehr ähnlich sein.

Ich persönlich habe bisher noch keine Erfahrung mit Berberin, mein BZ und ebenfalls mein Langzeit Blutzucker sind aber auch wie in Stein gemeißelt, immer im grünen Bereich.

#151 RE: Metformin von Speedy 15.08.2020 17:13

Zitat von parcel im Beitrag #150
@bul

Du könntest es auch mal mit Berberin probieren als Ersatz für Metformin Berberin Der Wirkungsmechanismus ist ein anderer als bei Metformin aber die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel soll sehr ähnlich sein.

Ich persönlich habe bisher noch keine Erfahrung mit Berberin, mein BZ und ebenfalls mein Langzeit Blutzucker sind aber auch wie in Stein gemeißelt, immer im grünen Bereich.


Was den Blutzucker angeht soll laut Erfahrungsberichten Metformin schon überlegen sein gegenüber Berberin.

#152 RE: Metformin von parcel 15.08.2020 18:19

Mag sein, dass Metformin bei Diabetes noch wirksamer ist, aber ich denke, die Wirkung die Berberin hat, kann sich auch sehen lassen. Man darf auch nicht vergessen, dass Metformin ein Medikament ist, das der Verschreibungspflicht unterliegt und somit gar nicht für jedermann zu haben ist. Voraussetzung für ein Rezept ist ja immer, dass man bereits an Diabetes erkrankt ist. Nachdem ich hier nun auch von den Nebenwirkungen gelesen habe, würde ich präventiv kein Metformin nehmen, sondern eher zu Berberin greifen, das ist doch sicherer.

Zitat
Berberin übt verschiedene günstige Wirkungen auf den Zuckerstoffwechsel bei Diabetes mellitus Typ 2 aus. Es verbessert laut experimenteller Befunde die Insulinresistenz, fördert die Insulinsekretion, hemmt die Glukoneogenese in der Leber und stimuliert die Glykolyse in peripheren Körperzellen 1). Auch senkt es die bei der Zuckerkrankheit häufig erhöhten Fettwerte.


https://www.medicoconsult.de/Berberin/#:...erzellen%201%29

#153 RE: Metformin von bul 16.08.2020 08:05

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Mir gehts primär um die appetitzügelnde Wirkung und sekundär um eine aus dem Ruder laufende Gluconeogenese:

Mal ein interessantes Beispiel: Viele Diabetiker und Menschen mit Insulinresistenz haben ein Blutzucker-Problem nicht, weil sie mehr Zucker oder Kohlenhydrate essen als andere. Viele dieser Menschen haben nur eine Leber, die konstant zu viel Zucker in den Blutstrom spuckt.

Die Leber dieser Menschen reagiert nicht mehr empfindlich genug auf Insulin, dessen Rolle es auch ist, diese Zuckerneubildung der Leber, fachsprachlich Gluconeogenese genannt, zu bremsen. Die Gluconeogenese läuft daher immer am Anschlag und erhöht den ohnehin schon hohen Blutzucker von Insulinresistenten immer noch weiter.
[...]
Interessant, nicht wahr? Nun braucht man sich nichts vorzumachen: Diabetes und Insulinresistenz beim Menschen sind uncool und nicht "tierisch" gesund ;-) Aber wir Menschen zeichnen uns dahingehend aus, dass wir schnell insulinresistent werden und eben schnell zu viel Gluconeogenese betreiben.

Dies trifft vor allem auf jene Menschen zu, deren Vorfahren bis vor kurzem noch die Wildnis behausten. Ganz besonders gut studieren kann man das an Aborigines, die modern leben. Die werden ganz besonders schnell metabolisch krank.

Schlagen wir den Bogen: Eine Leber zu haben, die schnell viel Zucker ausspuckt, ist im falschen Setting (unserer Moderne) im wahrsten Sinne des Wortes todbringend. In einem anderen Setting, also in der australischen Wildnis (kann auch die europäische sein :-), ist das überlebenswichtig.

Quelle: Newsletter von Edubily vom 09.08.2020, 16:09

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder Eingriff des Menschen in die Natur mehr schlechte als gute Auswirkungen hat, denn da stehen 2.6 Millionen Jahre Erfahrung den 20-40 Jahren Erfahrungen eines Einzelnen gegenüber. Selbst wenn man aufgeschriebenes und übermitteltes Wissen mit einbezieht, sind es auf der Menschenseite max. 2500 Jahre.
In diesem Fall jedoch könnte es ggf. hilfreich sein mediamentös und regulierend in den Leberstoffwechsel einzugreifen. Zumindest bis sich die Insulinsensitivität wieder eingestellt hat.

Ich glaube Berberin zügelt nicht den Appetit, zumindest konnte ich das nirgendwo lesen...

LG
Bul

#154 RE: Metformin von Roger 16.08.2020 22:02

Hallo,

wenn Komplex I der Atmungskette in den Mitochondrien gestört ist, wollen die Zellen nicht so viele Kohlenhydrate (Insulinresistenz) und der Körper möchte nicht so viel Insulin (Apoptose von Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse). Dr. Strunz rät: Mund zu bei Kohlenhydraten!

Viele Grüße

Roger

#155 RE: Metformin von Speedy 01.09.2020 21:34

Metformin Is Associated with Higher Incidence of Acidosis, but Not Mortality, in Individuals with COVID-19 and Pre-existing Type 2 Diabetes
https://www.cell.com/cell-metabolism/ful...4131(20)30426-5

#156 RE: Metformin von parcel 04.09.2020 15:36

Die Metformin-Debatte schwingt in beide Richtungen
Die Forschung an Metformin steht noch nicht am Anfang des Endes, aber vielleicht am Ende des Anfangs.

Zitat
Forscher des Instituts für Experimentelle Chirurgie am Universitätsklinikum Rostock in Deutschland behandelten ein Mausmodell der Tauopathie (eine Art neurodegenerative Erkrankung, die fibrilläre Verwicklungen im Gehirn verursacht und bei der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen könnte) mit Metformin. Sie fanden heraus, dass die Mäuse eine erhöhte Expression lipogener Gene zeigten, eine Zunahme von Plasmatriglycerid, was zu einer verbesserten Gliose und reduzierten neuronalen Markern führte.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Metformin-assoziierte Lipogenese und die entzündungsverschlimmerte Neurodegeneration zeigten, dass Metformin in diesem Experiment eine Beeinträchtigung der Kognition verursachte [6].

Ein aktuelles (und noch nicht von Experten begutachtetes Papier, also gehen Sie mit Vorsicht vor) legt nahe, dass das Geben von Metformin für ältere Organismen nicht vorteilhaft ist [7]. Maria Ermolaeva et al. vom Leibniz-Institut für Alterunguntersuchten die altersspezifischen Wirkungen von Metformin sowohl in C. elegans als auch in menschlichen Primärzellen. Die Forscher fanden heraus, dass die Imspätleben begonnene Metformin-Behandlung nicht nur die Lebensdauer verkürzt, sondern auch das Zellüberleben einschränkt. Letzteres geschieht, weil Metformin das Altern verschlimmert, das mit mitochondrialer Dysfunktion in Richtung Ateminsuffizienz verbunden ist. Neben der mitochondrialen Verzerrung hatte das Metformin das Ergebnis, dass alte Zellen die Verwendung von Glykolyse nicht verbesserten und dies zu anhaltender ATP-Erschöpfung führte.

Die unveröffentlichte Forschung legt auch nahe, dass sich die späte Metformin-Intoleranz unabhängig von Mikrobiom-Veränderungen entwickelt und dass diese Intoleranz zu einer Metformin-Toxizität führt, die lebensverkürzende Auswirkungen hat
.



https://www.longevity.technology/the-met...ings-both-ways/

#157 RE: Metformin von Prometheus 04.09.2020 19:02

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Metformin - und andere CR-Mimetika und sogar Kalorienrestriktion selbst(!) - wirken meiner Meinung nach in hohem biologischen Alter tatsächlich eher lebensverkürzend.

Das ist auch wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ja lediglich die Alterungsgeschwindigkeit verlangsamt werden soll.
Das ist vergleichbar mit dem Zins-Effekt bei der Geldanlage.

------------------------------------
Gedankenexperiment:

Angenommen, man altert in einer Woche mit Metformineinnahme biologisch nur um 6 Tage. Wenn man ein Jahr lang Metformin nimmt, ist man dann biologisch 52 Tage jünger als ein Zwilling, der kein Metformin einnimmt.
Auf ein Jahrzehnt gerechnet gewinnt man 520 Tage, auf drei Jahrzehnte gerechnet verzögert sich die Alterung dann um 1560 Tage - Das bedeutet, nach 30 Jahren sieht man um 4,2 Jahre jünger aus und IST biologisch 4,2 Jahre jünger als der Zwilling.

Würde Metformin ausschließlich in der letzten Lebensphase genommen werden - sagen wir z.B. in den letzten 3 Monaten, könnten dieser Rechnung zufolge maximal 12 Tage gewonnen werden - bei schlechterer Lebensqualität.

----------------------------------

In der letzten Lebensphase ist oft der Energiestoffwechsel das Nadelöhr, das über Leben und Tod entscheidet (Tumorkachexie, Gebrechlichkeit, Kraftlosigkeit etc.). Hier wirkt sich Metformin ungünstig aus.

Nicht umsonst sollte man sich in der Geriatrie und Palliativmedizin darum bemühen, eher mal Medikamente abzusetzen:

New horizons in deprescribing for older people
https://academic.oup.com/ageing/article-...8/6/768/5583946

#158 RE: Metformin von Dr.Faust 04.09.2020 20:38

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Fehlende Energie ist nicht nur in der letzten Lebensphase - wann fängt sie an? - sondern eigentlich
immer. Warum sollte man die Atmungskette ausbremsen? Ein Vorteil könnte sein dass die ROS-Produktion
vermindert wird. Was bei Hemmung von Komplex I passiert zeigt - wie schon diskutiert - das Melas-Syndrom.
In höherem Alter ist das sicherlich noch krasser als in eher kleinerem Alter.

#159 RE: Metformin von parcel 05.09.2020 12:04

Wundermolekül“ Resveratrol verzögert Zellalterung durch Nachahmung der Kalorienrestriktion

Zitat
Erst in den letzten Jahren jedoch konnte das Wirkprinzip der Kalorienrestriktion entschlüsselt werden:
Als Ursächlich gelten 1) ein reduzierter Stoffwechselumsatz und damit geringerer oxidativer Stress sowie 2) eine im Genbereich bedingte erhöhte DNA-Reparatur in den Zellen („Hungereffekt“).

Eine reduzierte Energiezufuhr hat die Folge einer Erleichterung des Stoffwechsels: Grundumsatz, Blutzucker- und Insulinspiegel sind herabgesetzt, was ein verringertes Risiko für Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen bedeutet und die Zellenergie sowie die Entstehung von Freien Radikalen und oxidativen Stress für den Organismus vermindert.

Auf genetischer Ebene tritt zudem der sogenannte „Hungereffekt“auf: Durch Energieknappheit werden bestimmte Gene aktiviert, die die Körperzellen in einen Ruhe-Notstand versetzen, bezeichnet als „gene silencing“: Bei geringst möglichen Energieverbrauch werden Reparaturmaßnahmen der Zelle gestartet, was deren Lebensdauer verlängert. Die Kalorienrestriktion ruft eine Bildung und Aktivierung bestimmter Eiweiß-Enzyme so genannter Sirtuine (SIR), auch als Langlebigkeitsgene bezeichnet, hervor, von denen bisher sieben humane bekannt sind. Das bekannteste Langlebigkeitsgen ist das SIR-2-Gen. Diese Sirtuine bewirken eine verstärkte Reparatur geschädigter Zell-DNA, wodurch die Einzelzellen länger überleben. In höheren Organismen führt dieser Effekt zu verlangsamten Alterungsprozessen, einer Verringerung altersbedingter Erkrankungen und einer verlängerten Lebensspanne.

Resümee: Als CR-Mimetikum ist Resveratrol die derzeit einzige Verbindung, für die in Studien ein signifikanter Einfluss auf die Lebensdauer der Zellen und der Organismen selbst nachgewiesen wurde.



Wahrscheinlich sollte man dann Resveratrol im höheren, biologischen Alter auch eher meiden.

#160 RE: Metformin von parcel 05.09.2020 12:11

Zitat von Dr.Faust im Beitrag #158
Fehlende Energie ist nicht nur in der letzten Lebensphase - wann fängt sie an? - sondern eigentlich
immer. Warum sollte man die Atmungskette ausbremsen? Ein Vorteil könnte sein dass die ROS-Produktion
vermindert wird
.


Wobei man die ROS Produktion ja auch mit anderen Mitteln/NEM leicht vermindern kann.

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