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#221 RE: News aus der Forschung von La_Croix 10.10.2017 11:00

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Genforschung:
Sex schützt vor Mutanten

Mutationen treten beim Menschen vergleichsweise häufig auf. Aus statistischer Sicht müsste es deshalb Individuen geben, die sehr viele Mutationen auf sich vereinen. Diese Mutanten aber fehlen in der Population des Menschen. Ihre Abwesenheit untermauert eine Theorie, der zufolge Sex den Zweck hat, die Zahl schädlicher Mutationen in einer Population kleinzuhalten.

http://www.spektrum.de/news/sex-schuetzt...utanten/1508577

#222 RE: News aus der Forschung von La_Croix 11.10.2017 07:10

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Halluzinogene:
Kröten-Droge stimuliert Lern- und Immungene

Experimente mit künstlichen Mini-Gehirnen stützen positive Effekte eines bei schamanistischen Ritualen eingesetzten Wirkstoffes.

http://www.spektrum.de/news/kroeten-drog...mungene/1510449




Liebe:
Leben wir in fester Partnerschaft gesünder?

Ob eine feste Beziehung der Gesundheit guttut oder schadet, wissen Thomas Klein und Ingmar Rapp von der Universität Heidelberg.

http://www.spektrum.de/frage/leben-wir-i...suender/1492805

#223 RE: News aus der Forschung von La_Croix 11.10.2017 12:01

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Sensor misst Atemluft und zeigt an, ob der Körper Fett verbrennt
Ob der Körper Fett verbrennt, zeigte bisher nur eine Blutuntersuchung. Forscher arbeiten an einem Messgerät für den Atem, das bei Diäten oder im Training verwendet werden kann

Zitat
Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben einen Sensor entwickelt, der mit einer einfachen Analyse der Atemluft einer Person anzeigt, ob deren Körper Fett verbrennt oder nicht. Das Ziel ist ein Messgerät für den Alltagsgebrauch – für das Training oder während einer Diät. Wann der Körper damit beginnt, Fett zu verbrennen, lässt sich heute unter anderem mit einer Blutanalyse bestimmen. Wissenschafter der ETH Zürich und des Universitätsspitals Zürich stellen nun in den "ETH-News" eine Methode vor, mit der sich der Fettabbau "ganz einfach und in Echtzeit in der Atemluft" nachweisen lässt. Beim Fettabbau im Körper entstehen Nebenprodukte, die ins Blut gelangen, wird Andreas Güntner, Postdoc in der Gruppe von ETH-Professor Sotiris Pratsinis, in dem Artikel zitiert. Gerade die leichtflüchtigen Moleküle unter ihnen können in den Lungenbläschen in die Atemluft übertreten.

Diagnose von Diabetes
Güntner und seine Kollegen haben einen kleinen Gassensor entwickelt, der Azeton, das flüchtigste Molekül der Fettabbauprodukte, misst. Der Chip, der derzeit noch die Größe eines Geldstücks aufweist, ist mit einem porösen Film aus speziellen halbleitenden Nanopartikeln beschichtet.


http://derstandard.at/2000065743436/Sens...er-Koerper-Fett

#224 RE: News aus der Forschung von Fichtennadel 11.10.2017 13:52

New research into bloodstream ‘biomarkers’ aims to unlock the full impact of social status on people’s lifetime health outcomes. The key is exposure to stress


https://www.theguardian.com/inequality/2...re_iOSApp_Other

#225 RE: News aus der Forschung von La_Croix 14.10.2017 17:23

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Darmbakterien als Jungbrunnen
Darmbakterien könnten der Schlüssel zu anhaltender Jugend sein. Das haben Forscher bei Untersuchungen an Würmern herausgefunden. Manche Mikroorganismen produzieren nämlich einen Stoff, durch den die Tiere gesund und aktiv bleiben.

Zitat
„Lang zu leben, ist für viele Menschen nicht unbedingt erstrebenswert, wenn sie diese zusätzlichen Jahre in einem gebrechlichen Zustand verbringen müssen“ gibt Daniel Kalman von der Emory Universität in einer Aussendung zu bedenken.

Chemische Verbindung untersucht
Aus diesem Grund beschäftigt sich der Wissenschaftler mit der „Gesundheitserwartung“. Sie beschreibt, wie lange ein Lebewesen gesund und frei von Altersgebrechen ist. Wie gut man sich bis ins Alter gehalten hat, zeige sich beispielsweise dadurch, wie beweglich und potent man ist, wie man auf Umweltstress reagiert und wie schnell sich der Körper wieder regenerieren kann.

Im Zentrum seiner Forschung stehen Indol-Verbindungen. Man findet sie unter anderem in Gemüsen wie Brokkoli und Kohl. Und sie werden von bestimmten Bakterien im Darm gebildet. Kalman und seine Kollegen fanden schon in einer früheren Studie heraus, dass Indole Tieren dabei helfen, Resistenzen gegenüber Krankheiten aufzubauen. Mit ihrer neuen Studie wollen sie zeigen, welche anderen positiven Effekte sie haben.

Würmer verjüngt
Ihre Untersuchungen führten sie an Fadenwürmern (Caenorhabditis elegans) durch. Die gewöhnlichen Alterserscheinungen der Modellorganismen: Sie werden weniger beweglich, bekommen Probleme beim Schlucken und reagieren empfindlicher auf Hitze.

Auf dem Speiseplan der etwa ein Millimeter langen Würmer stehen hauptsächlich Bakterien. Und genau das haben sich die Forscher bei den Experimenten zu Nutze gemacht: Ein Teil der Würmer bekamen Bakterien zu fressen, das Indole produziert. An die andere Hälfte verfütterten sie solche, die dazu nicht in der Lage sind.

Nach kurzer Zeit wurden die ersten Unterschiede deutlich: Schon im Alter von zwei Tagen zeigten sich die Würmer dank der Indole resistenter gegenüber Hitze. Zudem waren sie nach 15 Tagen aktiver und das Schlucken fiel ihnen leichter. Auch ihre Genaktivierung glich der von Jungtieren. Die Indole wirkten sich sogar positiv auf ihre Potenz aus: Bis zu 12 Tage waren sie fruchtbar. Die Tiere aus der Kontrollgruppe hörten schon nach fünf Tagen auf, sich zu vermehren.
Vielversprechende Ergebnisse

Vergleichbare Effekte fanden die Forscher auch bei Fliegen und Mäusen. Junge Mäuse waren durch die Indole sogar resistenter gegenüber Strahlung und konnten im Alter ihr Gewicht besser halten.

Kalman sieht großes Potenzial in den Ergebnissen: „Das könnte der Weg zu einem Medikament sein, das Menschen ein gesünderes langes Leben ermöglicht.“


http://science.orf.at/stories/2861568/





Indoles from commensal bacteria extend healthspan

Zitat

Abstract
Multiple studies have identified conserved genetic pathways and small molecules associated with extension of lifespan in diverse organisms. However, extending lifespan does not result in concomitant extension in healthspan, defined as the proportion of time that an animal remains healthy and free of age-related infirmities. Rather, mutations that extend lifespan often reduce healthspan and increase frailty. The question arises as to whether factors or mechanisms exist that uncouple these processes and extend healthspan and reduce frailty independent of lifespan. We show that indoles from commensal microbiota extend healthspan of diverse organisms, including Caenorhabditis elegans, Drosophila melanogaster, and mice, but have a negligible effect on maximal lifespan. Effects of indoles on healthspan in worms and flies depend upon the aryl hydrocarbon receptor (AHR), a conserved detector of xenobiotic small molecules. In C. elegans, indole induces a gene expression profile in aged animals reminiscent of that seen in the young, but which is distinct from that associated with normal aging. Moreover, in older animals, indole induces genes associated with oogenesis and, accordingly, extends fecundity and reproductive span. Together, these data suggest that small molecules related to indole and derived from commensal microbiota act in diverse phyla via conserved molecular pathways to promote healthy aging. These data raise the possibility of developing therapeutics based on microbiota-derived indole or its derivatives to extend healthspan and reduce frailty in humans.


http://www.pnas.org/content/114/36/E7506

#226 RE: News aus der Forschung von La_Croix 14.10.2017 20:11

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Kaliummangel fördert Arterienverkalkung
Ausreichende Mengen des Mineralstoffs verhindern, dass sich die Muskelzellen der Gefäßwände krankhaft verändern

Wer mit der Nahrung zu wenig Kalium aufnimmt, könnte die Entwicklung einer Arteriosklerose beschleunigen. Das schließen amerikanische Mediziner aus Versuchen mit Mäusen. Zusätzliche Experimente mit Gewebe- und Zellkulturen ergaben einen möglichen Mechanismus für diesen Zusammenhang: Demnach erhöht ein geringer Kaliumspiegel den Kalziumgehalt in den Muskelzellen der Arterien. Das führt dazu, dass diese Bestandteile der Gefäßwand verkalken und dass sich die Elastizität der Blutgefäße verringert. Die Ergebnisse bieten neue Ansätze für Therapie und Vorsorge von Herz- und Gefäßkrankheiten, berichten die Forscher im Fachblatt „JCI Insight“.
https://www.wissenschaft-aktuell.de/arti...1015590445.html

#227 RE: News aus der Forschung von La_Croix 15.10.2017 21:52

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Sie trinken gerne Tonic? Dann gibt es Grund zur Sorge
Auf Bitteres reagieren Menschen unterschiedlich. Nun haben Forscher erstaunliches herausgefunden: Wer den Geschmack von Grapefruit oder dunkler Schokolade nicht mag, hat ein stärkeres Immunsystem.

Zitat
Auf bitteren Geschmack reagieren Menschen höchst unterschiedlich. Ob man Abscheu empfindet, wenn die Zunge Bitteres meldet, oder einem dieser Reiz nichts weiter ausmacht, ist aber keine reine Geschmacksfrage, sondern lässt Rückschlüsse auf das Immunsystem eines Menschen zu. Wer ohne Probleme bittere Speisen oder Drinks zu sich nimmt, der muss sich Sorgen machen.

Es ist eine erstaunliche Verbindung, die Forscher immer besser verstehen. Und die sie nutzen wollen, um neue Therapien gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln. Dabei entdecken sie einen altbekannten Mechanismus wieder: Medizin muss manchmal bitter schmecken, wenn sie wirken soll. Denn Bitterreize stoßen das Immunsystem an.



Zitat
Bitterrezeptoren liegen nämlich nicht nur auf der Zunge, sondern auch in der Nase, den Nasennebenhöhlen und Bronchien, im Darm und der Harnblase, selbst im Herzen findet man sie.
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„Sie sind Teil unseres angeborenen Immunsystems“, sagt Robert J. Lee, Molekularbiologe und HNO-Mediziner an der Universität Pennsylvania. Ein aktiver Teil: Sie helfen dabei, schädliche Keime aus dem Körper zu vertreiben.

Der Molekularbiologe Lee erforscht seit mehr als einem Jahrzehnt die Zellen an der Innenseite von Nase und Lunge. Dabei hat er festgestellt, dass Menschen, die mit besonders großer Abscheu auf bitteren Geschmack reagieren, seltener unter Atemwegsinfektionen leiden.

Bitteres wurde einfach herausgezüchtet
Jeder fünfte Erwachsene europäischer Herkunft reagiert äußerst sensibel auf Bitteres. Forscher bezeichnen die Geschmacksempfindlichen als „Super Taster“, als „Superschmecker“ also. Menschen, denen kräftige Bitternoten gar nichts ausmachen, fast jedem dritten Europäer geht es so, werden als „Non-Taster“ bezeichnet.

Die übrigen fünfzig Prozent der Europäer sind weder besonders empfindlich, noch besonders unempfindlich, sondern „Normal Taster“. Auch diese Normalschmecker haben eine leichte Abneigung gegen allzu Bitteres.

Die Lebensmittelindustrie hat darauf längst reagiert und den herben Geschmack aus den meisten Nahrungsmitteln verdrängt. Tomaten oder Möhren schmecken durch Züchtungen längst so süß wie früher Obst, Äpfel und Pfirsiche erinnern an Süßigkeiten.

Auch die meisten Spargel-Sorten haben längst den feinherben Geschmack verloren, weil die Bitternoten herausgezüchtet wurden. Aus anderen Produkten werden sie mithilfe von Enzymen oder Absorbern entfernt. Zucker neutralisiert die herben Eiweißverbindungen, die beim Aufwärmen von Fertiggerichten entstehen.

„Super Taster“ werden seltener krank
Die Geschmacksempfindlichkeit eines Menschen wird durch seine Gene bestimmt. Es hat Vor- und Nachteile, ein Superschmecker zu sein. Studien zufolge sind Menschen, die empfindlich auf Bitteres reagieren, oft schlanker als der Durchschnitt, weil ihnen auch besonders fettige Speisen nicht schmecken.

Zu den Nachteilen gehört offenbar ein erhöhtes Darmkrebsrisiko, wahrscheinlich steigt es, weil Superschmecker auch Gemüse meiden.

Beim Erkältungsrisiko scheinen die Sensiblen im Vorteil zu sein. Zwar sind auch „Super Taster“ nicht gänzlich vor Atemwegserkrankungen gefeit. Sie erleiden aber viel seltener Infektionen, die durch bestimmte, besonders tückische Bakterien verursacht werden.

Das haben Robert J. Lee und sein Kollege Noam A. Cohen, HNO-Arzt und Chirurg, in einem Beitrag in der Zeitschrift „Scientific American“ beschrieben. Zu den Bakterien gehören etwa die Pseudomonaden, die Atem- und Harnwege befallen und Lungenentzündungen hervorrufen können und häufig resistent gegen Antibiotika sind.

Rezeptoren alarmieren Immunzellen
„Super Taster“ sind besser gegen diese Bakterien gewappnet. Ihre sensiblen Bitterrezeptoren sorgen nicht nur auf der Zunge dafür, dass diesen Menschen herbe Schokolade oder Tonic nicht schmeckt. In den Atemwegen lösen die Rezeptoren einen Verteidigungsmechanismus aus, wenn sie mit bestimmten Bakterien in Kontakt kommen.

Zunächst setzen sie die Flimmerhärchen in Bewegung, damit ein Großteil der Keime abgehustet oder abgeschnieft wird. Dann regen sie die Ausschüttung antibakteriell wirkender Substanzen an, etwa von Stickstoffmonoxid. Schließlich alarmieren sie weitere Immunzellen.



Zitat
Es gibt andere Rezeptoren im Körper, die ähnliche Prozesse anstoßen. Aber Bitterrezeptoren sind besonders schnell. Sie reagieren manchmal innerhalb von Sekunden. „Sie scheinen besonders in der Frühphase einer Infektion von Bedeutung zu sein“, sagt Robert J. Lee. Erst wenn sich ihre Reaktion als nicht ausreichend erweise, „treten andere Immunrezeptoren auf den Plan, die trägere Abwehrreaktionen auslösen“.

Die Bitterrezeptoren schützen auf diese Weise auch vor Rhinosinusitis. Bei dieser Erkrankung entzünden sich die Nasenschleimhaut und die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen. „Super Tastern“ passiere das deutlich seltener, das haben die Forscher aus Pennsylvania gezeigt.

Wissenschaftler der Universität Montreal in Kanada haben fast zeitgleich ermittelt, dass Patienten, die unter einer chronischen Form der Schleimhautentzündung leiden, überdurchschnittlich oft „Non-Taster“ sind.



Zitat
Bitter macht gesund

Für eine Pflanze mit hohem Gehalt an Bitterstoffen liegt bereits eine Studie vor, die Wirksamkeit zeigte. So bekamen die Spieler eines Eishockey-Teams regelmäßig Extrakte aus der Eberraute. Diese alte Heilpflanze wird in Apotheken oder Gartencentern auch als „Cola-Kraut“ vermarktet.

Die Blätter gelten als verdauungsfördernd – und sind extrem bitter. Die Eishockey-Spieler schützte das Kraut der Studie zufolge vor Infektionen der Atemwege.

Der bittere Geschmack ist dabei offenbar Teil der Wirkung. Inzwischen schmeckt Medizin oft süß. Gerade Kindern verordnen Ärzte oft Husten- oder Antibiotikasäfte, die süß wie Bonbons schmecken.



Zitat
Bitterreize stoßen das Immunsystem an, intensive Süßreize aber können es sogar ausbremsen. Das liegt daran, dass das Wahrnehmungssystem im Gehirn den Körper in Sicherheit wähnt und das Immunsystem zurückfährt, wenn der Zuckerspiegel steigt.

Schließlich verbrauchen Bakterien Zucker für ihren Stoffwechsel, wenn der Körper bakterielle Erreger zurückgedrängt hat, steigt der Zuckerspiegel. Leider steigt er auch dann, wenn man eine besonders süße Medizin geschluckt hat.


https://www.welt.de/gesundheit/article15...-zur-Sorge.html

Ob wohl die Immunzellen aktivierende Wirkung von z.B. Bier einfach nur vom Geschmack verursacht wird?

Mich erinnert dies sehr stark an die Lehre des Ayurveda, diese sagt ja allen Lebensmittel mit einem gewissen Geschmack eine gewisse Wirkung nach.

Eigentlich sollte man dann auch mit "bitteren Duftstoffen" sein Immunsystem hochfahren können. Ziemlich spannend...

#228 RE: News aus der Forschung von La_Croix 19.10.2017 10:22

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Vor diesem Kraut sollten Sie sich in Acht nehmen
Ausgerechnet ein Heilkraut enthält extrem giftige und krebserregende Stoffe. Was fatal für Patienten ist, hilft der Forschung. Denn die Gifte hinterlassen verräterische Spuren im Erbgut von Tumoren.
https://www.welt.de/gesundheit/article11...cht-nehmen.html



Asiatische "Heilpflanze" verursacht Krebs
Genstudie bestätigt: Inhaltsstoff der Pfeifenblume kann Leberkrebs auslösen

Von wegen sanfte Medizin: In der traditionellen chinesischen Heilkunde gilt die Pfeifenblume als Arzneipflanze. Seit einigen Jahren aber ist bekannt, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Blume Harnwegstumore fördern - und offenbar nicht nur das. Denn jetzt zeigt sich: Die vermeintliche Arznei kann auch Leberkrebs auslösen. Wissenschaftler fordern nun vor allem in Asien noch strengere Reglementierungen für die Verwendung der Pflanze und daraus hergestellten Präparaten.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22013-2017-10-19.html

#229 RE: News aus der Forschung von La_Croix 28.10.2017 09:35

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Mit Salmonellen gegen Krebs
Forscher wollen mit dem entschärften Erreger das Immunsystem gegen Krebszellen aufrüsten
Forscher wollen Salmonellen in der Krebstherapie einsetzen. Die Wissenschafter vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig machen sich dabei die Tatsache zunutze, dass sich diese Bakterien gezielt in Tumoren ansiedeln, wie die Einrichtung mitteilte.

Zitat
Schritt für Schritt veränderten die Forscher die Bakterien nun genetisch und versuchten, eine optimale Balance zwischen Sicherheit und ausreichender Immunantwort zu erreichen. Sie veränderten zum Beispiel einen Baustein, der die Mobilität der Bakterien einschränkt. Außerdem machten sie die Erreger für das Immunsystem sichtbarer, indem sie bestimmte Enzyme ausschalteten. Ein nächster Schritt sind nun klinische Studien.


http://derstandard.at/2000066521463/Mit-...len-gegen-Krebs




Zielgerichtete Therapie mittels Liposomen
Wiener Forscher haben eine neue Methode, mit der Krebstherapien direkter wirken könnten. Für die Patienten bedeutet das vor allem weniger Nebenwirkungen

Zitat
Liposome sind Phospholipidbläschen, die als Transportmittel für Medikamente bei bestimmten Krebserkrankungen angewendet werden, aber auch bei Infektionen mit Pilzen und bei Schmerztherapie zum Einsatz kommen. Vor 20 Jahren revolutionierten sie als Doxorubicin/Doxil die Antikrebsmedizin. Das Wirkprinzip der Liposome besteht in der längeren Zirkulationsdauer im Blutkreislauf, aber mit verstärkter Anreicherung in pathologischem Gewebe (Tumoren, Infektionen, Entzündungen). Das führt zu einem höheren Wirkungsgrad der beinhalteten Medikamente am Zielort und geringeren Nebenwirkungen im entfernteren Gewebe im Vergleich zu freien Medikamenten. Damit aber die Liposomen gerichtet zu den Zielzellen, wie zum Beispiel Tumorzellen, gelangen, braucht man ein spezifisches Bindungsmolekül, einen monoklonalen Antikörper, der einzigartige Strukturen auf den Zielzellen erkennt und der auf den Liposomen funktionell verankert wird. Die Funktionalisierung der Liposomen über die Verankerung des spezifischen Antikörpers erfolgt während der Fertigung der Liposomen durch chemische Prozesse. Dabei kann es aber zu Aktivitätsverlusten des Antikörpers als auch der Liposomen kommen.

Mit Anker verknüpft
Eine neue Studie von Anna Ohradanova-Repic und ihren Kollegen vom Institut für Hygiene und Angewandte Immunologie am Zentrum für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie der Medizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Universität von Minho, Braga, Portugal präsentiert nun eine intelligente und einfache Methode für die Liposomenfunktionalisierung: die Forscher verknüpften den spezifischen Antikörperteil, genannt Fab, gentechnologisch mit einem hydrophoben, also wasserabweisenden Anker. Über diesen hydrophoben Anker verbindet sich das Fab-Molekül auf ganz natürliche Art und Weise durch hydrophobe Wechselwirkung mit dem hydrophen Membranteil der Liposomen. "Es war faszinierend zu sehen, wie einfach das Zusammenfügen war. Wir arbeiteten mit zwei verschiedenen Fab-Molekülen, beide waren hoch funktionell. Wir konnten die spezifische Bindung unserer Liposomen nicht nur 'in vitro' beobachten, sondern das faszinierende war, dass sie gezielt und spezifisch Tumore in Mäusen aufspürten", berichtet Studienleiterin Anna Ohrandanova-Repic.


http://derstandard.at/2000066377596/Ziel...ttels-Liposomen

#230 RE: News aus der Forschung von La_Croix 31.10.2017 15:37

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Innere Uhr
Herz-Operationen sind morgens gefährlicher als am Nachmittag

Auch das Herz hat eine innere Uhr. Und diese bestimmt offenbar, zu welcher Tageszeit durch eine Op die Gefahr für perioperative Herzschäden am größten ist. Diese Erkenntnis haben Forscher in einer aufwendigen Untersuchung gewonnen.


Operationen am offenen Herzen sollten wohl besser auf den Nachmittag gelegt werden. Zu dieser Tageszeit wäre der Eingriff im Einklang mit dem Biorhythmus des Herzens. Denn wie Forscher des Universitätsklinikums in Lille nun in einer aufwendigen Untersuchungsreihe belegen konnten, ist das Myokard am Morgen deutlich anfälliger für Reperfusionsschäden als am Nachmittag

Zitat
In früheren Studien hatte sich bereits angedeutet, dass das Herz einer eigenen zirkadianen Uhr unterliegt. So haben Patienten, die am Morgen einen Myokardinfarkt erleiden, einen ausgedehnteren Infarktschaden als jene, bei denen das Ereignis später am Tag aufgetreten war.

Zu Myokardschädigungen kann es aber auch während einer Operation am offenen Herzen kommen. Die vorübergehende Entkopplung des Herzens vom Körperkreislauf versetzt das Myokard in eine kurzzeitige Ischämie. Die nachfolgende Wiederherstellung der Durchblutung durch Anschließen einer Herz-Lungen-Maschine verursacht dann einen Reperfusionsschaden, ähnlich wie man es bei einem Myokardinfarkt mit anschließender perkutaner Intervention oder Koronararterien-Bypass (CABG) beobachtet.

In ihrem ersten Versuchsteil wollten die Wissenschaftler zunächst herausfinden, ob das Ausmaß solcher perioperativer Myokardschäden von der Tageszeit abhängig ist, an welcher der Eingriff stattfindet. Dafür haben sie die Häufigkeit von postoperativen Komplikationen bei einer Kohorte von 596 Patienten mit chirurgischem Aortenklappenersatz in Beziehung zum Operationszeitpunkt gesetzt.

Und tatsächlich kam es innerhalb der ersten 500 Tage nach dem Eingriff bei Patienten, die am Nachmittag operiert worden sind, deutlich seltener zu perioperativen Herzinfarkten oder zu einer Entwicklung einer Herzinsuffizienz als bei den morgens operierten Patienten (9,4 vs. 18,1 Prozent; Hazard Ratio, HR: 0,5).

Im nächsten Schritt entschlossen sich Montaigne und Kollegen dann, die Kausalität hinter diesen beobachteten Zusammenhang zu prüfen. In ihrer Klinik haben sie den Op-Termin bei 88 Patienten randomisiert entweder am Morgen oder am Nachmittag festgelegt. Ein Unterschied der Komplikationsraten in der Zeit bis zur Entlassung ließ sich zwar nicht belegen. Dafür sei die Studie auch nicht gepowert, so die Studienautoren.

Es stellte sich aber heraus, dass der Troponin T-Anstieg bei den Patienten, bei denen die Herzklappe morgen ersetzt worden ist, deutlicher ausgefallen war als bei den am Nachmittag operierten Patienten (225 vs. 179 ng/L). Die Höhe des Troponin-Anstiegs spiegelt bekanntermaßen das Ausmaß der Myokardschädigung wider.

Der Wissensdurst der französischen Ärzte war nach dieser Studie aber immer noch nicht gestillt. Sie wollten wissen, welcher Mechanismus hinter der tageszeitabhängigen Suszeptibilität des Myokards steckt. Bei 30 Teilnehmern des randomisierten Versuchteils entnahmen sie Gewebeproben aus dem Herzen und setzten diese experimentell einem Hypoxie-Reperfusion-Zyklus aus. Das Ergebnis dieses ex-vivo-Versuchs bestätigt die Vermutung der Wissenschaftler. Die Kardiomyozyten der nachmittags operierten Patienten erlangten nämlich deutlich schneller ihre Kontraktionsfähigkeit wieder.

Somit scheine tatsächlich der intrinsische Biorhythmus der Herzmuskelzellen verantwortlich für die schlechtere Prognose der morgens operierten Patienten zu sein, schlussfolgern die Autoren. Zu dieser Hypothese passt auch das Ergebnis der Genexpressions-Analyse, die die Forscher bei den Gewebeproben anschließend vorgenommen haben. 287 Gene, die mit der zirkadianen Uhr in Verbindung gebracht werden, waren bei den nachmittags operierten Patienten hochreguliert.


https://www.aerztezeitung.de/medizin/kra...nachmittag.html

https://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/...eren-ld.1324273
https://www.aponet.de/aktuelles/forschun...achmittags.html


Gibt es auch für andere Organe und Gewebe Studien, die zeigten, dass sie einen Eingriff zu einer gewissen Tageszeit besser vertragen?

#231 RE: News aus der Forschung von La_Croix 02.11.2017 13:35

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Erschöpfung:
Wenn uns das Immunsystem fertigmacht

Erschöpfung, das Joch der Kranken, ist nicht nur eines der Hauptsymptome von Infektionskrankheiten, sondern auch eine der belastenden Konsequenzen chronischer Erkrankungen. Die Frage, was Erschöpfung ist, scheint zwar einfach zu beantworten: Der Körper hat keine Energie mehr. Dieser Eindruck aber ist eine Illusion.

http://www.spektrum.de/news/erschoepfung...gen-auf/1514833

#232 RE: News aus der Forschung von Dr.Faust 02.11.2017 17:10

#230: Der Artikel zeigt eigentlich: nichts genaues weiß man nicht. Ja, das Gehirn sagt, ob wir
Lust haben oder nicht, irgendetwas zu tun. Man kennt (von früher :-) ) diese Erschöpfung z.B. bei und nach
einer Grippe. Dies allein mit einem Mangel an Energie zu erklären, fällt natürlich auch schwer.
Allerdings ist der chronische Energiemangel als Ursache des CFS auch nicht von der Hand zu weisen.
Allerdings müsste man diese Formen von CFS ja messtechnisch unterscheiden können.

#233 RE: News aus der Forschung von Tizian 02.11.2017 17:25

Vielleicht ist es zumindest oftmals auch einfach ein simpler Eiweißmangel. Das wird zum einen offensichtlich nicht gemessen und zum anderen wird die Relevanz dieses Themas von vielen Ärzten und Wissenschaftlern in der Regel unterschätzt, nebst Nichtwissen natürlich. Ganz passend dazu aktuell. Wohlgemerkt, ich bin kein "Strunz-Jünger", im Gegenteil, aber das macht aus meiner Sicht Sinn.

https://www.strunz.com/de/news/energie-und-eiweiss.html

https://www.strunz.com/de/news/eiweiss-i...ensenergie.html

#234 RE: News aus der Forschung von Dr.Faust 02.11.2017 18:17

#233: Irgendwie bin ich durch ie Strunz-Artikel irritiert. Also mit der Energie
aus der Atmungskette gehe ich mit, davon rede ich ja ständig. Und Eiweißaufbau ist
Energieintensiv, ist auch bekannt.

Aber was genau ist dieses "Eiweiß" im Blut? Welches genau ist gemeint? Und wieso
ist das Immunsystems 100 % Eiweiß? Glaubte immer, es geht um die T-Zellen,
die in der Thymusdrüse produziert werden?

Die oben vertretene Hypothese, dass CFG vom Gehirn gesteuert wird, könnte
dann aber keinen wirklichen Energiemangel bedeuten. Also, man kann alles
tun wie immer, auch Jogging oder Kraftsport, man will bloß nicht.

#235 RE: News aus der Forschung von La_Croix 02.11.2017 21:03

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Zitat von Dr.Faust im Beitrag #232
#230: Der Artikel zeigt eigentlich: nichts genaues weiß man nicht. Ja, das Gehirn sagt, ob wir
Lust haben oder nicht, irgendetwas zu tun. Man kennt (von früher :-) ) diese Erschöpfung z.B. bei und nach
einer Grippe. Dies allein mit einem Mangel an Energie zu erklären, fällt natürlich auch schwer.
Allerdings ist der chronische Energiemangel als Ursache des CFS auch nicht von der Hand zu weisen.
Allerdings müsste man diese Formen von CFS ja messtechnisch unterscheiden können.


Diesen Artikel fand ich insofern für "Altern" interssant, weil hier beschrieben ist, das Botenstoffe, die für die Regulation von Entzündungsprozessen verantwortlich sind direkt Einfluss auf die Neurotransmitter haben.
Vielleicht ist ja nicht der Energiemangel schuld (wenige Mitochondrien und ATP in den Zellen) an der Energielosigkeit, die viele Menschen im Alter empfinden, sondern die erhöhten Entzündungswerte dämpfen einfach nur das Gehirn?

Zitat
Nervenzellen in verschiedensten Hirnbereichen tragen Rezeptoren zumindest für das Zytokin Interleukin-1. Auffällig viele gibt es auf den Neuronen des Hypothalamus, dessen Rolle beim Fressverhalten schon Holmes und Miller vermuteten.


Hypothalamus hat viele Interleukin-1 Rezeptoren im Gehirn?
Wir wissen doch, der Hypothalamus ist wohl einer der "Masterregulatoren der Alterung".
Könnte es sein, dass wir hier wieder eine positive Rückkopplung für die Alterung haben? Ähnlich wie Mitochondrien in alten Zellen mehr Sauerstoffradikale freisetzen, die dann wiederum die Alterung beschleunigen?

Alles nur Überlegungen...

#236 Kontrastmittel von Julie 03.11.2017 18:37

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Zum Glück habe ich immer Kontrastmitteluntersuchungen abgelehnt. War iimmer viel Trara bis zum Oberarzt und schließlich ging alles auch ohne.

https://www.krebsinformationsdienst.de/f...e%2Fnachrichten

#237 RE: News aus der Forschung von Speedy 04.11.2017 03:19

Zitat von La_Croix im Beitrag #235
Zitat von Dr.Faust im Beitrag #232
#230: Der Artikel zeigt eigentlich: nichts genaues weiß man nicht. Ja, das Gehirn sagt, ob wir
Lust haben oder nicht, irgendetwas zu tun. Man kennt (von früher :-) ) diese Erschöpfung z.B. bei und nach
einer Grippe. Dies allein mit einem Mangel an Energie zu erklären, fällt natürlich auch schwer.
Allerdings ist der chronische Energiemangel als Ursache des CFS auch nicht von der Hand zu weisen.
Allerdings müsste man diese Formen von CFS ja messtechnisch unterscheiden können.


Diesen Artikel fand ich insofern für "Altern" interssant, weil hier beschrieben ist, das Botenstoffe, die für die Regulation von Entzündungsprozessen verantwortlich sind direkt Einfluss auf die Neurotransmitter haben.
Vielleicht ist ja nicht der Energiemangel schuld (wenige Mitochondrien und ATP in den Zellen) an der Energielosigkeit, die viele Menschen im Alter empfinden, sondern die erhöhten Entzündungswerte dämpfen einfach nur das Gehirn?


Da käme eventuell das Antibiotikum Minocyclin ins Spiel.

#238 RE: News aus der Forschung von jayjay 04.11.2017 12:05

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#237
Wiki:
"Eine hepatotoxische Wirkung, die nach Gabe hoher Tetracyclindosen zu beobachten ist, kann möglicherweise auf eine Interaktion der Tetracycline mit den bakterienähnlichen Ribosomen der Mitochondrien zurückgeführt werden."

Metformin ist doch auch für die Mitochondrien schädlich. Ist hier eine Gemeinsamkeit? Bei der richtigen Dosierung vorausgesetzt?

#239 RE: News aus der Forschung von Dr.Faust 04.11.2017 12:28

#238 M.E. sind das zwei verschiedene Wege:
Metformin "entkoppelt" die Atmungskette, so dass weniger ATP produziert wird, also praktisch
der Stoffwechsel heruntergefahren wird. Ich würde das nicht als schädlich für ansehen,
nur wird weniger Output generiert (darunter auch Müll)

Eine Reduzierung der Ribosomen der Mitochondrien vermindert die Proteinsynthese in den
Mitochhondirien. Viel ist ja intern nicht kodiert, aber es können dann bestimmte Eiweiße,
die in der Atmungskette auch gebraucht werden, nicht hergestellt werden. Die Wirkung
könnte insofern vergleichbar sein, nur letzterer "Schaden" könnte toxisch sein.

Ich würde nach Möglichkeit beides nicht nehmen. Aber um Antibiotika führt ja
manchmal kein Weg vorbei.

#240 RE: News aus der Forschung von jayjay 04.11.2017 12:52

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#239
;) Aber nur die starken Mitochondrien überleben vielleicht, hüstel.
Ich habe doch keine Ahnung aber es hat sich halt irgendwie "logisch" angehört.

Ich werde auch nichts einfach so nehmen....wobei ich schon immer in Versuchung bin was zu testen.

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