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#21 RE: Lungengesundheit von La_Croix 15.05.2019 07:18

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Laut Studie steigert hoher Wurstkonsum das COPD-Risiko
Pro 50 Gramm Wurstkonsum steigt das COPD-Risiko um acht Prozent, haben Forscher berechnet. Tatsächlich dürfte es sich eher um eine Scheinkorrelation handeln

Zitat
Die Auswertung zeigte, dass jede Zunahme des wöchentlichen Konsums von rotem verarbeitetem Fleisch um 50 Gramm, das COPD-Risiko um acht Prozent erhöht. Das Fazit der Forscher: Bereits ein paar Scheiben Wurst weniger pro Woche senken das COPD-Risiko.

Wahrscheinlich eine Scheinkorrelation
Die Schlussfolgerung der Wissenschafter steht allerdings auf wackeligen Beinen: Bei den prospektiven Kohortenstudien handelt es sich um Beobachtungsstudien. Demnach ist es eher unwahrscheinlich, dass tatsächlich der Wurstkonsum für das höhere COPD-Risiko verantwortlich ist – eine Kausalbeziehung kann mit dieser Art von Untersuchungen nicht hergestellt werden. Es dürfte wohl eher so sein, dass Wurst- und Fleischliebhaber auch häufiger rauchen als Menschen, die sich fleischarm ernähren. Sicher ist: Tabakkonsum ist der größte Risikofaktor für COPD. Daran wird auch der Wurstkonsum nichts ändern. - derstandard.at/2000103096844/Hoher-Wurstkonsum-erhoeht-angeblich-COPD-Risiko


https://derstandard.at/2000103096844/Hoh...ich-COPD-Risiko

Ich wäre mir da nicht so sicher, ob es wirklich nur eine Scheinkorrelation ist. Wenn das Fleisch gepökelt ist, enhält es viele Nitrite, die durchaus Entzündungen der Atemwege fördern können.

#22 RE: Lungengesundheit von La_Croix 27.05.2019 21:20

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Warum die Lunge über ein langes Leben entscheidet
Bis 2020 werden drei der sechs häufigsten Todesursachen auf die Lunge zurückgehen.

Zitat
Der eine Patient ist extrem hager, wirkt ausgezehrt, die Konturen seiner Rippen sind gut zu sehen. Der andere hat zwar ein massives bauchbetontes Übergewicht, aber auch bei ihm sind die Arme dünn, die Schulterknochen treten hervor. Prim. Michael Studnicka, Leiter der Uni-Klinik für Pneumologie / Lungenheilkunde zeigt diese Bilder bei der Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming: "Beide Patienten haben eines gemeinsam: Ihr Lungenvolumen ist auf 20 bis 30 Prozent reduziert, und für sie haben wir – außer einer Lungentransplantation – nur mehr wenig Möglichkeiten." Bei beiden wurden vor 20 Jahren die Lungenkrankheit COPD diagnostiziert – eine chronische Entzündung und Verengung der Atemwege.

Unumkehrbarer Prozess
Natürlich könne man mit Medikamenten die Lungenfunktion etwas verbessern: "Aber der Krankheitsprozess, der 20 Jahre gelaufen ist, den können wir nicht mehr umkehren. Das Problem liegt darin, dass wir die Patienten erst 20 Jahre zu spät sehen", erklärt Studnicka. Beschwerden werden erst dann wahrgenommen, wenn 50 Prozent der Lungenfunktion verloren gegangen sind.



https://kurier.at/wissen/warum-die-lunge...det/250.281.846



Ex-Raucher sollten viele Tomaten essen
Dass die Ernährung die Gesundheit beeinflussen kann, ist bekannt. Neu ist, dass Tomaten, Äpfel und Bananen die Alterung der Lunge aufhalten können.

Zitat
Die Auswertung der Daten von 680 Menschen aus Grossbritannien, Deutschland und Norwegen zeigte, dass sich Lungen von Ex-Rauchern schneller erholen und diese langsamer altern, wenn sie viel Tomaten, Äpfel und Bananen essen.

Auch Menschen, die nie geraucht haben, profitieren von einer obst- und tomatenlastigen Ernährung, so das Team um Vanessa Garcia-Larsen von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore.

Einen Wermutstropfen gibt es aber, teilt die Hochschule mit: Tomatensauce oder -ketchup zählen nicht – nur frische Tomaten. Beim Obst waren laut den Forschern Äpfel am wirksamsten.


https://www.20min.ch/wissen/gesundheit/s...-essen-24226947




Äpfel und Tomaten sind gut für die Lunge
Eine Ernährung, die reich an Äpfeln und Tomaten ist, scheint dabei helfen zu können, Lungenschäden von Ex-Rauchern zu reparieren. Darüber hinaus scheint der regelmäßige Verzehr von Tomaten generell der Lungenfunktion gut zu tun.
https://www.aponet.de/aktuelles/ihr-apot...-die-lunge.html




Äpfel, Bananen und Tomaten fördern Erholung der Lungen von Ex-Rauchern

Zitat
Bei allen Menschen kommt es etwa ab dem Alter von 30 Jahren zu einem allmählichen Rückgang von exspiratorischer Einsekundenkapazität (FEV1) und forcierter Vital­kapazität (FVC). Diese beiden Lungenfunktionsparameter werden auch bei den Teil­nehmern der European Community Respiratory Health Survey, einer prospektiven Beobachtungsstudie, regelmäßig überprüft. 680 Teilnehmer aus Groß­britannien, Norwegen und Deutschland hatten zu Beginn der Studie 1990 auch einen aus­führlichen Ernährungsfragebogen ausgefüllt.



Zitat
Ergebnis: Ein vermehrter Konsum von Obst und Tomaten war mit einem langsameren Rückgang der Lungenfunktion verbunden. So wurde für den Verzehr von Äpfeln und Bananen pro Terzil der Zufuhr ein um 3,59 ml/Jahr geringerer Abfall des FEV1-Wertes und ein um 3,69 ml/Jahr geringerer Abfall der FVC dokumentiert. Der Verzehr von Tomaten war ebenfalls mit einem langsameren Rückgang der FVC verbunden (4,5 ml/Jahr pro Terzil). Nach einer statistischen Prüfung (Simes-Verfahren) blieb nur die Assoziation mit Tomaten signifikant.
Subgruppenanalysen ergaben, dass der größte Nutzen bei Ex-Rauchern erzielt wurde. Hier konnte der Verzehr von Äpfeln, Bananen und Tomaten den weiteren Verfall der Lungenfunktion am deutlichsten abbremsen. Ein hoher Verzehr von Tomaten war über zehn Jahre mit einem um 80 ml geringeren Rückgang der beiden Lungenfunktions­werte verbunden.

Garcia-Larsen führt die Schutzwirkung auf die im Obst enthaltenen Flavonoide zurück, die eine antioxidative Wirkung haben. Tomaten sind besonders reich an Lycopen, das zu den Carotinoiden gehört. Die Nahrungsmittel könnten bei Rauchern möglicherweise die Reparaturvorgänge unterstützen, zu denen es nach dem Raucherstopp in den Lungen kommt.


https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/8...von-Ex-Rauchern




Diet Rich in Apples, Tomatoes Could Speed Lung Repair in Former Smokers, Study Finds
https://copdnewstoday.com/2018/01/04/die...rs-study-finds/

#23 RE: Lungengesundheit von La_Croix 06.06.2019 08:02

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Giftige Luft aus Flugzeugturbinen
Abgase aus Flugzeugturbinen schädigen die menschlichen Lungenzellen – die zellschädigende Wirkung ist anders wie aus Benzin- und Dieselmotoren
https://derstandard.at/2000103706775/Gif...lugzeugturbinen

Flugzeuge schaden Gesundheit
Der weltweite Flugverkehr nimmt immer mehr zu. Wie wirken sich die Abgase aus Flugzeugantrieben auf die Gesundheit aus? Das haben Forschende in einem ausgeklügelten Experiment untersucht.

Feinstaub aus Autoabgasen gelangen in die Lunge und beeinträchtigen langfristig die Gesundheit. Aber wie sieht es mit den Partikeln aus Flugzeugantrieben aus? Das haben Forschende um Marianne Geiser von der Uni Bern gemeinsam mit Kollegen der Empa und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) an dem weltweit verbreitetsten Turbinentyp und menschlichen Lungenzellen getestet, wie die Uni Bern am Donnerstag mitteilte.

Zitat
Für die Studie liessen die Forschenden die Turbine, eine «CFM56-7B Turbofan», mit Kerosin oder Biotreibstoff auf einem Prüfstand den Betrieb bei Leerlauf, Start, Steigflug und weiteren Triebwerksleistungen nachstellen. Die Abgase leiteten sie in eine sogenannte Aerosol-Depositionskammer, die an der FHNW entwickelt wurden. Darin befinden sich menschliche Bronchialepithelzellen, die im Körper die menschlichen Bronchien auskleiden.

Die Forschenden setzten die Zellen für eine Stunde den Abgasen aus. So konnten sie unter realitätsnahen Bedingungen testen, wie sich die Abgaspartikel während dieser Zeit auf den Lungenzellen ablagern und welche Reaktionen sie auslösen. Darunter beispielsweise Schädigung der Zellmembranen und oxidativer Stress, der Zellen schneller altern lässt und Auslöser für Krebs sein kann.

Die stärksten Reaktionen zeigten die Lungenzellen demnach bei konventionellem Kerosin im Turbinen-Leerlauf. Dies war überraschend, da die Partikelmenge, die sich auf den Zellen ablagerte, eigentlich bei weitem geringer war als bei voller Turbinenleistung. Grund dafür sei, dass sich die entstehenden Partikel bei Leerlauf und Start oder Steigflug unterscheiden, erklärte Geiser gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Im Leerlauf entstehen somit Partikel mit einer Beschaffenheit, die trotz geringerer Dosis viel stärkere Zellreaktionen auslösen. «Das zeigt, dass nicht nur die Dosis, sondern auch die Beschaffenheit der Partikel für Gesundheitseffekte relevant sind», sagte die Forscherin.

Für Flughafenpersonal bedeutend
Für den Biotreibstoff zeigte sich die stärkste Zellreaktion im Steigflug. Vor allem schütteten die Zellen hierbei verstärkt Entzündungsfaktoren (Cytokine) aus. «Diese Reaktionen reduzieren die Fähigkeit der Atemwegszellen, auf einen nachfolgenden viralen oder bakteriellen Angriff entsprechend zu reagieren», so Geiser.


https://www.schweizerbauer.ch/vermischte...heit-49359.html



A direct role for vitamin D-binding protein in the pathogenesis of COPD?
https://thorax.bmj.com/content/66/3/189#ref-5


Vitamin D-binding protein contributes to COPD by activation of alveolar macrophages
Background: Vitamin D-binding protein (DBP) genetic polymorphisms have been associated with chronic obstructive pulmonary disease (COPD). DBP has an indirect role in macrophage activation; thus it was hypothesised that DBP is present in the airway and contributes to lung disease by this mechanism.
Methods: 471 PiZZ subjects with α1-antitrypsin deficiency (AATD) were genotyped for tag single nucleotide polymorphisms (SNPs) covering the DBP gene (GC), together with known functional variants, prior to seeking association with COPD phenotypes. 140 subjects with usual COPD and 480 controls were available for replication. Vitamin D and DBP levels were measured by tandem mass spectrometry and ELISA, respectively, in serum and DBP in the sol phase of sputum in a subset of 60 patients. Concentrations were related to phenotype and to alveolar macrophage activation.
Results: rs2070741 was associated with airway bacterial colonisation (p=0.04) and bronchiectasis (p=0.01), as was rs7041 (p=0.03) which also influenced vitamin D concentrations (p=0.01). The GC2 variant predisposed to bronchiectasis in AATD (p=0.04) and protected against COPD (p=0.05); the latter association was replicated in usual COPD versus controls (p=0.04). Circulating DBP related inversely to forced expiratory volume in 1 s (FEV1) (p=0.02), in direct contrast to vitamin D, where deficiency related to low FEV1 (p=0.04). Sol DBP related directly to alveolar macrophage activation (p=0.004).
Conclusions: The genetic association of DBP with COPD may be mediated by effects on macrophage activation, since DBP relates to FEV1, and affects macrophage activation. Vitamin D effects may be independent of this, relating more strongly to innate immunity.
https://thorax.bmj.com/content/66/3/205?...pe2=tf_ipsecsha

#24 RE: Lungengesundheit von La_Croix 17.08.2019 08:36

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Interessant zu wissen, die Lungen einiger Feuerwehrleute in New York, sind durch den Staub, den sie beim Einsatz nach den Anschlägen vom 11.9.2001 eingeatmet haben, auf einen Schlag um 10 - 12 Jahre gealtert!
Ist schon sehr heftig, wenn man darüber nachdenkt. Einmal keine Atemschutzmaske gegen Feinstaub parat gehabt oder einfach zu spät aufgesetzt, haben diesen Menschen 10 - 12 Jahre ihres Lebens gekostet und vermutlich ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Zitat
Some firefighters' lungs aged the equivalent of 10-12 years in the first weeks to months following the attack from the dust they breathed. Those who smoked did even worse.


https://www.lung.org/about-us/blog/2016/...ts-sept-11.html



Regeneration of the Aging Lung: A Mini-Review
Natural lung aging is marked by molecular changes that occur during development, maturation, and late-life decline. At the cellular and whole organ level, degenerative changes that are a hallmark of natural aging (shorter telomeres, increased expression of cellular senescence markers, increased DNA damage, oxidative stress, and apoptosis, accompanied by diminished elasticity) reach pathological levels in aging humans in the form of chronic respiratory disease. Aging strongly correlates with the development and incidence of chronic respiratory diseases, including cancer and idiopathic pulmonary fibrosis, but is most strongly linked with development of chronic obstructive pulmonary disease. Lung failure due to aging can be traced to loss of lung stem cell regenerative capacity within the distinctive stem cell niches found within each compartment of the lung. Current knowledge about the identity and function of these stem cell compartments has been largely drawn from a variety of transgenic and spontaneously mutated mouse models that are characterized by rapid rates of aging or have been used to examine regeneration from injury in the context of natural or accelerated aging. While much work has focused on the failure of epithelial cell populations as a key component of the aging process, additional studies have shown that aging, as a global phenomenon in the lung, also impacts resident endothelial, mesenchymal, and immune cell populations. In this review, we examine aging as a process dependent on specific changes in molecular pathways within multiple lung cell populations.
https://www.karger.com/Article/FullText/451081

#25 RE: Lungengesundheit von jayjay 17.08.2019 09:13

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911- bleibt immer mysteriös...was da wohl alles in der Luft war???

#26 RE: Lungengesundheit von h.c. 17.08.2019 09:37

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Zitat von jayjay im Beitrag #25
911- bleibt immer mysteriös...was da wohl alles in der Luft war???


Bei dem Gebäude? Alles... vor allem sicher auch mikropulverisiertes Asbest & Co.

Beim Rest ist nur klar, das das was offiziell "für Wahr" erklärt wird/wurde unwahr ist.

VG
H.C.

#27 RE: Lungengesundheit von La_Croix 13.09.2019 07:57

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Anschläge vom 11. September
Das Sterben geht weiter

Vor 18 Jahren starben bei den Anschlägen vom 11. September in den USA Tausende Menschen. Auch heute noch fordert der einschneidende Tag Todesopfer.


Zitat
New Yorks Feuerwehrchef Daniel Nigro spricht allein von Feuerwehrleuten. Insgesamt sind rund 2400 Menschen an den Spätfolgen der Terroranschläge gestorben. Zehntausende sind erkrankt: Helfer, Polizisten, Anwohner, Mitarbeiter oder Schüler, die kurz nach den Anschlägen zurück in ihre Wohnungen, Büros oder Schulen gelassen wurden, obwohl die Luft noch voller Schadstoffe war.

Tödliche Spätfolgen
Die Erkrankungen reichen von Atemproblemen über Depressionen bis zum gefürchteten 9/11-Krebs. "Für all die Familien der Menschen, die wir nach wie vor durch Krankheiten verlieren, ist jedes Jahr trauriger", sagt Feuerwehrchef Nigro.

Zumindest finanziell bekommen sie inzwischen gesicherte Unterstützung. Nach einer langen Hängepartie für die Opfer und ihre Angehörigen hat Präsident Donald Trump im Juli ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Es garantiert den Ersthelfern der Anschläge lebenslange medizinische Versorgung. Für Richard Driscoll kam dieser Trost zu spät. Er starb nach 13-monatiger Krankheit an Lungenkrebs.


https://www.tagesschau.de/ausland/elfter...restag-101.html

#28 RE: Lungengesundheit von Julie 13.09.2019 08:20

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@La_Croix

ich halte ja vom Ärzteblatt gar nichts.
Das ist für mich ein schmieriges Big Pharma Blättel:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5...urch-9-11-Staub

und hier diese Zahlen

https://www.aerztezeitung.de/politik_ges...ach-terror.html

#29 RE: Lungengesundheit von La_Croix 18.10.2019 07:06

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Übergewicht zeigt sich auch in der Lunge
Fett reichert sich in den Atemwegen an und könnte zu Asthmasymptomen beitragen

Dickes Problem: Übergewicht verursacht offenbar auch krankhafte Veränderungen in der Lunge. Wie Gewebeanalysen nahelegen, reichert sich bei dicken Menschen vermehrt Fett in den Atemwegswänden an. Dadurch kommt es zu Entzündungen und einer Verengung der Atemwege. Dies könnte erklären, warum Übergewichtige häufiger an Asthma leiden und dicke Patienten oft besonders starke Symptome entwickeln.

https://www.scinexx.de/news/medizin/uebe...h-in-der-lunge/

#30 RE: Lungengesundheit von La_Croix 02.11.2019 07:45

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Fast alle Menschen, unterschätzen, wie empfindlich die Lunge auf Schadstoffe in der Atemluft reagiert.

LUNGENFUNKTION
Wenig rauchen ist auch sehr gefährlich

Wer dachte, dass nur ein paar Zigaretten am Tag harmlos seien, irrt. Eine neue Studie zeigt, dass die Lungenfunktion auch durch eine geringe Dosis langfristig beeinträchtigt wird


Zitat
"Viele Leute denken, dass das Rauchen von ein paar Zigaretten täglich doch gar nicht so schädlich ist", sagt die Medizinerin Elizabeth Oelsner vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University. Sie nehmen an, dass die Lunge das wegsteckt, dass es nur ein kleiner Kavaliersdelikt sei. Aber stimmt das? Oelsner wollte es genau wissen und führte mit ihrem Team eine Studie durch, deren Ergebnisse nun in The Lancet Respiratory Medicine erschienen sind. "Es zeigt sich, dass der Unterschied in der Lungenfunktion zwischen jemandem, der täglich fünf Zigaretten raucht, und jemandem, der zwei Packungen Zigaretten raucht, gar nicht so groß ist", so Oelsner.

An der großangelegten Studie nahmen mehr als 25.352 Personen im Alter zwischen 17 und 93 Jahren teil: Ex-Raucher, Nichtraucher, Raucher (Leichtraucher (<5 Zigaretten täglich) und starke Raucher (> 30 Zigaretten täglich)). Sie unterzogen sich jeweils drei Spirometrien. Bei einer Spirometrie, einer Messung der Lungenfunktion, wird der Luftstrom beim Atmen mit einem Sensor bestimmt. Neben der Ruheatmung wird bei der Spirometrie eine maximale Aus- und Einatmung gefordert. Eine sehr beliebte Messgröße ist die Einsekundenkapazität (FEV1): Sie ist dasjenige Volumen, das innerhalb einer Sekunde nach maximalem Einatmen von Luft forciert ausgeatmet werden kann. Damit lässt sich eine obstruktive Lungenfunktionsstörung erfassen.

Ab dem 20. Lebensjahr
Es ist normal, dass die Lungenfunktion bzw. die Einsekundenkapazität FEV1 mit zunehmendem Alter abnimmt. Der Prozess beginnt bereits ab dem 20. Lebensjahr. Beim Nichtraucher führt das zumeist zu keinen Symptomen. Raucht jemand, dann verschlechtert sich die Lungenfunktion aber mehr als normal.

Wird die normale altersbedingte Abnahme der Lungenfunktion beim Schon-immer-Nichtraucher als Basis (31,01 ml/Jahr) verwendet, dann verringert sie sich bei all jenen Personen, die täglich weniger als fünf Zigaretten rauchen, zusätzlich um 7,65 ml/Jahr. Bei den starken Rauchern mit mehr als 30 Zigaretten täglich sind es 11,24 ml/Jahr, die zum Basiswert der Nichtraucher hinzukommen.

Überraschenderweise ist der Unterschied zwischen leichten und starken Rauchern beim zusätzlichen Verlust an Lungenfunktion nicht so groß wie jener zwischen Nichtrauchern und leichten Rauchern. "Das Rauchen von wenigen Zigaretten täglich ist viel gefährlicher, als viele Leute denken", sagt Oelsner. Oder anders ausgedrückt: Jede einzelne Zigarette hinterlässt einen Fußabdruck in der Lunge. Alle zusammen führen wohl zu anatomischen Veränderungen in der Lunge und zu veränderten Genaktivitäten im Lungengewebe.

Langatmige Wirkung
Die Lunge ist nachtragender als gedacht. Oelsner und ihr Team wollten auch noch wissen, wie gut sich die Lungenfunktion nach einem Rauchstopp erholt. Bislang ging man davon aus, dass sich die Rate, mit der die Lungenfunktion jährlich abnimmt, innerhalb weniger Jahre normalisiert. Tatsächlich nimmt die Lungenfunktion (FEV1) nach dem Rauchverzicht im Vergleich zu Nichtrauchern nur um zusätzliche 1,57 ml/Jahr ab. Das ist zwar pro Jahr ein verhältnismäßig kleiner Zusatzverlust an Lungenfunktion, aber er ereignet sich noch für rund 30 Jahre, obgleich der Betroffene nicht mehr raucht. Erst nach dieser Zeit nimmt die Lungenfunktion jährlich so ab wie beim Schon-immer-Nichtraucher.


Je früher man mit dem Rauchen aufhört, desto besser ist es für die eigene Lunge. Ein Rauchstopp kann möglicherweise verhindern, dass sich die Lungenfunktion so stark vermindert, dass sie einen unteren Grenzwert unterschreitet. Dann tritt nämlich die gefürchtete COPD auf.


https://www.derstandard.at/story/2000110...ehr-gefaehrlich

#31 RE: Lungengesundheit von La_Croix 09.11.2019 09:24

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Asthma und Allergien
Asthma-Risiko anhand einer Stuhlprobe vorhersagen?

Ein von Darmbakterien gebildetes Lipid im Stuhl von Neugeborenen könnte auf das Risiko für Asthma und Allergien des Kindes hinweisen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forschende in einer Studie, die in „Nature Microbiology“ veröffentlicht wurde.


Zitat
Bereits in vorangegangenen Studien wies das Wissenschaftsteam nach, dass die mikrobielle Darmflora von Babys, die ein erhöhtes Asthma-Risiko haben, gestört ist. Im Detail konnten sie zeigen, dass 12,13-diHOME, ein spezielles von Bakterien gebildetes Lipid (Fett), in Stuhlproben dieser Babys in besonders großen Mengen vorhanden war. Ihre Vermutung: Das Lipid fördert die Fehlfunktion des Immunsystem, indem es sowohl die Zahl als auch die Aktivität der regulatorischen T-Zellen vermindert. Aufgabe dieser speziellen Immunzellen ist es normalerweise, allergische Entzündungen zu unterdrücken.

Um nachzuweisen, dass tatsächlich 12,13-diHOME das Risiko für Allergien und Asthma erhöht, brachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der aktuellen Studie das Lipid in den Darm von Mäusen ein. Mit der Folge, dass die Zahl der regulatorischen T-Zellen in der Lunge der Tiere zurückging - ein wesentliches Merkmal für allergische Entzündungsmechanismen in den Atemwegen.

Windelinhalt verrät Asthma-Risiko
Anschließend untersuchten sie die Stuhlproben von einen Monat alten Babys nochmals genauer. Es zeigte sich, dass das Risiko mit zwei Jahren an einer Allergie oder mit vier Jahren an Asthma zu erkranken, nicht nur anhand der 12,13-diHOME-Konzentration vorhergesagt werden konnte, sondern auch anhand der Kopienzahl der bakteriellen Gene, mittels derer das Lipid gebildet wird.


https://www.lungeninformationsdienst.de/...gen//index.html

#32 RE: Lungengesundheit von La_Croix 23.01.2020 15:34

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Schwere von Asthma durch Mikrobiom in oberen Atemwegen bestimmt?
Verschlechterung bei Asthma oft in Zusammenhang mit Staphylokokken, Streptokokken oder Moraxella

Spielt das Mikrobiom in den oberen Atemwegen eine entscheidende Rolle dabei, wie schwer Kinder von Asthma betroffen sind? Die Ergebnisse einer aktuellen Studie legen nahe, dass sich eine Veränderung der Bakterienarten lindernd auswirken könnte.

https://www.esanum.de/today/posts/die-sc...haft-verbessern

#33 RE: Lungengesundheit von Prometheus 06.02.2020 08:45

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Je mehr epigenetische Altersmarker im Lungengewebe, umso schlechter die Lungenfunktion:

Association of adult lung function with accelerated biological aging.
https://www.aging-us.com/article/102639/text

Lungenschäden bei einer Sepsis lassen sich reduzieren, indem man epigenetisch umprogrammiert mit Aza und TSA:

Epigenetic modifiers reduce inflammation and modulate macrophage phenotype during endotoxemia-induced acute lung injury
https://jcs.biologists.org/content/128/16/3094

Lässt sich die reduzierte Lungenfunktion einer epigenetisch gealterten Lunge mit Aza + TSA verbessern?

#34 RE: Lungengesundheit von La_Croix 10.04.2020 17:33

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Spezialdiät gegen Asthma
Ketogene Diät hilfreich für Asthmatiker?

Kann eine spezielle Diät gegen bestimmte Fälle von Asthma helfen? Eine neue Studie an der Universität Bonn legt diesen Schluss zumindest nahe. Demnach zeigten Mäuse, die auf eine so genannte ketogene Ernährung umgestellt wurden, eine deutlich geringere Entzündung der Atemwege.

https://www.esanum.de/today/posts/spezialdiaet-gegen-asthma


Ketogene Diät gegen Asthma?
Asthma wird immer häufiger. Liegt dies auch an der Ernährung, explizit an zu viel Zucker und Fett? Und kann eine sogenannte ketogene Diät, die v.a. aus Fetten besteht, aber kaum aus Kohlenhydraten und Proteinen, gegen bestimmte Fälle von Asthma helfen? Eine neue Studie an der Uni Bonn legt letzteres zumindest nahe.
https://www.laborpraxis.vogel.de/ketogen...sthma-a-921885/
https://medizin-aspekte.de/asthma-forsch...iat-vor-117576/

#35 RE: Lungengesundheit von La_Croix 04.08.2020 10:35

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Reaktion auf Hausstaubmilben hängt vom Alter ab
Bei erwachsenen Hausstaubmilben-Allergikern führen Entzündungsprozesse zu einem Umbau der Atemwegsoberfläche (sog. Airway Remodeling), was auch mit Cortison nicht aufzuhalten ist.

Zitat
Bei Hausstaubmilben-Allergikern im Erwachsenenalter führt eine Kaskade von Entzündungssignalen auf der Oberfläche der Atemwege zum so genannten Airway Remodeling. Dieser Prozess ist nicht durch die standardmäßige Cortisontherapie zu beeinflussen. Das berichten Forscher vom Helmholtz Zentrum und der Technischen Universität München (siehe Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Veröffentlichung im Juli 2016).

Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen von Asthma betroffen. Ein häufiges Symptom in diesem Zusammenhang ist das Airway Remodeling: ein krankhafter Umbau der Atemwegsstruktur, bedingt durch fehlgesteuerte Reparaturprozesse - beispielsweise eine vermehrte Einlagerung von Bindegewebe in die Wand der Bronchien, eine Zunahme von schleimbildenden Drüsenzellen im Bronchialgewebe oder ein verstärktes Wachstum von Muskelzellen in den Atemwegswänden. Ein wichtiger Auslöser für diesen fehlerhaften Umbau sind offenbar fortwährende Entzündungsprozesse in den Atemwegen. Je nach Alter der Patienten können dabei bestimmte Botenstoffe (Leukotriene) eine wichtige Rolle spielen, wie Forscher um Dr. Julia Esser-von Bieren nun herausfanden. „Es gibt zwar bereits Medikamente, die gegen Leukotriene gerichtet sind, über die genauen Krankheitsmechanismen wissen wir aber noch viel zu wenig“, so die Gruppenleiterin am Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), einer gemeinsamen Forschungseinrichtung des Helmholtz Zentrums und der Technischen Universität München.

Die Forschenden interessierten sich vor allem dafür, ob es altersbedingte Unterschiede bei der Ausprägung einer Hausstaubmilben-Allergie gab. Sie untersuchten in Zusammenarbeit mit Prof. Benjamin Marsland vom Universitätsspital CHUV in Lausanne ein entsprechendes Versuchsmodell. Dabei stellte sich heraus, dass ein Extrakt aus Hausstaubmilben unterschiedliche Reaktionen hervorrief, je nachdem in welchem Zeitfenster er auf das Immunsystem trifft.

„Auffällig ist, dass Leukotriene vor allem dann eine wichtige Rolle zu spielen scheinen, wenn Erwachsene eine Allergie erwerben“, berichtet Katharina Dietz, die Erstautorin der Studie. „Sie sind Teil einer ganzen Kaskade von Signalen, die letztlich zur Reaktion auf den Hausstaubmilbenextrakt führt.“ Dabei involviert sind der Studie zufolge vor allem das Signalprotein Wnt5a, die Enzyme Transglutaminase 2 und Phospholipase A2 sowie die Leukotriene selbst. Diese Ergebnisse konnten die Wissenschaftler in menschlichen Zellen und Nasenpolypengewebe von Patienten bestätigen.

Interessant war für die Forscher auch, woher diese Moleküle stammen. „Bisher wurde angenommen, dass die Leukotriene bei Allergien hauptsächlich von bestimmten weißen Blutkörperchen, den sogenannten eosinophilen Granulozyten, produziert werden“, ordnet Studienleiterin Esser-von Bieren die Ergebnisse ein. Dabei sind es vor allem die Epithelzellen im Bronchialgewebe, welche die Kaskade selber antreiben – wie die Forschenden zeigen konnten.

Die Ergebnisse dienen aber nicht nur dem Verständnis, sondern sind auch für die Therapie relevant, „Bei einer chronischen, Kortison-resistenten Entzündung in Form von Asthma oder Nasenpolypen sollte je nach Alter und Allergiestatus des Patienten die Anwendung von Medikamenten erwogen werden, die auf die Leukotrienkaskade im Atemwegsepithel zielen“, rät Esser-von Bieren.


https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news...t-vom-alter-ab/
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/7...gt-vom-Alter-ab

#36 RE: Lungengesundheit von La_Croix 06.08.2020 17:00

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Mehrzahl der Raucher ist chronisch Lungenkrank
Trotz unauffälliger Lungenfunktion sind bei vielen Rauchern häufig schon deutliche Lungenschäden nachweisbar.

Zitat
Deutlich mehr Raucher als bisher angenommen – nämlich rund 80 anstatt der mit gängigen Diagnosetests ermittelten ca. 50 Prozent – entwickeln eine so genannte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die mit fortschreitenden Lungenschäden einhergeht. Das ist das Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Lungenfachklinik National Jewish Health mit mehr als 8.800 Rauchern, an der auch ein Radiologe des Universitätsklinikums Heidelberg beteiligt war (siehe JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung am 22.6.15): Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in Heidelberg, wertete computertomographische Aufnahmen der Studienteilnehmer aus. Er hat sich auf die Weiterentwicklung der Lungenbildgebung spezialisiert und leitet die „Imaging-Plattform“ am Deutschen Zentrum für Lungenforschung.

Selbst bei Rauchern, deren Lungenfunktionstest unauffällig ausfiel und die daher als gesund eingestuft wurden, fand der Experte Gewebeschäden: „Das Ergebnis zeigt ganz klar: Die Mehrheit der Raucher ist chronisch lungenkrank – auch wenn viele von ihnen nichts bemerken und davon ausgehen, dass es sie nicht betrifft.“ Ohne Behandlung schreitet die COPD allerdings unaufhaltsam weiter fort.

Hierzulande leiden rund acht Millionen Menschen an COPD. Jedes Jahr sterben über 100.000 an den Folgen des schleichenden Lungenversagens.


Zitat
Einschränkungen im Lungenfunktionstest signalisieren, dass bereits ein Viertel des Lungengewebes zerstört ist. Bis dahin bleibt viel Raum für erhebliche Schäden, die Betroffene nicht bewusst wahrnehmen oder wahrnehmen wollen.


https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news...ch-lungenkrank/


Raucher: Viele sind lungenkrank – auch ohne Beschwerden

Zitat
Mit fortschreitendem Alter entwickeln viele aktive oder ehemalige Raucher die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Lungenkrebs. COPD-Frühstadien sind jedoch mit der Spirometrie in vielen Fällen nicht nachweisbar, obwohl bei einer erheblichen Anzahl der asymptomatischen Raucher schon pathologische Veränderungen der Atemwege bestehen. Ergebnisse einer vor kurzem veröffentlichten internationalen Studie bestätigen diese Annahme.


https://www.aerzteblatt.de/archiv/175044...hne-Beschwerden

#37 RE: Lungengesundheit von La_Croix 09.08.2020 09:38

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Wasserdesinfektion
Wie ungesund sind Schwimmbäder?

Schwimmen ist in jedem Alter der Gesundheit zuträglich. Den Vorteilen der Bewegung stehen allerdings die Nachteile der Wasserdesinfektion gegenüber. Schwimmbadbesuche werden mit einem erhöhten Risiko für Allergien und Asthma in Verbindung gebracht.

Zitat
In der Ferienzeit drängen sich wieder jede Menge Wasserratten in den Becken der städtischen Schwimmbäder zusammen. Jede von ihnen bringt über Haarschuppen, Hautpartikel, Schweiß, Sonnencremes und Kosmetika Mikroorganismen ins Wasser, die in einer solchen Konzentration der Gesundheit der Mitbadenden nicht förderlich sind. Insbesondere UV-Schutz-Präparate verschmutzen das Wasser erheblich. Dazu kommen noch sogenannte Huminstoffe, das heißt Bodenbestandteile, die an den Füßen der Badenden kleben oder mit dem Frischwasser ins Becken gelangen. Ohne Desinfektion kommt deshalb kein öffentliches Bad aus. Das dafür eingesetzte Chlor verursacht aber nicht nur den typischen Schwimmbadgeruch, sondern reizt auch Augen und Atemwege. Trotzdem wird es verwendet, denn im Vergleich zu anderen Desinfektionsmitteln schadet es dem Menschen am wenigsten, und es ist sehr reaktionsfreudig. Es bindet sofort an Mikroorganismen, hindert sie damit an der Vermehrung und reinigt so das Wasser am schnellsten.

Reizende Nebenprodukte
Im Zuge dieser chemischen Reaktionen entstehen jedoch auch sogenannte Desinfektionsnebenprodukte. Dazu gehören Chloramine und andere Stickstoffverbindungen, Trihalogenmethane, deren bekanntester Vertreter das Chloroform ist, Halogenessigsäure und weitere Stoffe. Diese verdunsten, sodass die Badegäste sie mit der Atemluft aufnehmen.

Verschiedene Studien lassen den Schluss zu, dass Kinder, die häufig ins Schwimmbad gehen, ein erhöhtes Risiko für allergisches Asthma tragen. Dies stellte beispielsweise ein Team um Dr. Alfred Bernard von der Universität Brüssel in mehreren Untersuchungen fest. In einer davon konnten die Belgier beispielsweise zeigen, dass Asthmaerkrankungen mit der Schwimmbaddichte einer Region ansteigen. In einer neueren Studie wiesen sie nach, dass Babyschwimmen sowohl das Risiko für Asthma als auch für chronische Bronchitis erhöht (Pediatrics 2007, Doi: 10.1542/peds.2006-3333).

Diesen Zusammenhang hat eine im Mai veröffentlichte norwegische Studie jedoch nur eingeschränkt bestätigt (Acta paediatrica, Doi: 10.1111/j.1651-2227.2008.00756.x). Hier traten lediglich bei Kindern, deren Mutter unter Asthma oder einer Allergie litt, durch Babyschwimmen etwas häufiger Atemwegserkrankungen auf als bei unbelasteten Kindern. Und sogar in dieser Gruppe mit Vorrisiko fiel der Effekt sehr gering aus. Unter allen Kindern mit entsprechender Veranlagung litten die Babyschwimmer zu 47 Prozent an Atemwegsproblemen und die anderen zu 44 Prozent. »Der Unterschied von 3 Prozent ist nicht groß«, kommentiert Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), das Ergebnis.

Dennoch rät er diesen Müttern, mit ihrem Kind nicht allzu früh zum Schwimmen zu gehen. »Chlorierte Bäder können möglicherweise das noch nicht voll entwickelte Lungengewebe angreifen und zu vermehrten Atemwegsinfekten führen.« Wichtige Entwicklungsvorteile hätten Kinder durch das Babyschwimmen ohnehin nicht, gibt Fegeler zu bedenken. Denn in diesem Alter könnten Kinder noch nicht schwimmen lernen, solche Kurse dienten hauptsächlich dem Spaß.

Keinen Grund, Kleinkinder vom Schwimmbad fernzuhalten, sieht dagegen Dr. Andreas Hellmann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pneumologen und ehemaliger Leistungsschwimmer. »Sicher kann Chlor das Risiko für Asthma, allergische Rhinitis oder andere Atemwegserkrankungen erhöhen beziehungsweise bereits vorliegendes Asthma verstärken«, sagt er. Das gelte aber für jeden anderen Schadstoff in der Luft, der die Schleimhaut reizt. Er schließt andererseits nicht aus, dass die chronische Rhinitis, unter der Leistungsschwimmer leiden, mit der Chlorbelastung zusammenhängt.


Zitat
Wichtig sei, das Chlor so minimal wie möglich zu dosieren, was sich aber als schwierig erweisen könne, weil sich mal mehr und mal weniger Badegäste im Becken tummeln und die Wasserverschmutzung dementsprechend schwankt. Einigkeit scheint in einem Punkt zu herrschen: Die Wasserratten selbst können zur Chlorreduzierung indirekt beitragen, indem sie sich vor dem Sprung ins Becken gründlich abduschen, möglichst mit Seife, damit auch Sonnenschutzmittel abgehen. Das gilt auch für private Pools.


https://www.pharmazeutische-zeitung.de/a...-schwimmbaeder/

Luft in gechlorten Hallenbädern schadet Bademeistern
Das zur Desinfektion von Schwimmbadwasser eingesetzte Chlor bildet in der Reaktion mit Urin, Speichel und Schweiß eine chemische Verbindung namens Chloramin, welche die Atemwege reizen kann. Vor allem Schwimmbadangestellte, die langfristig direkt am Becken arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegsbeschwerden und –Erkrankungen. Das berichten Forscher von der niederländischen Universität Utrecht.

Zitat
In vielen Hallenbädern wird zur Desinfektion des Wassers Chlor eingesetzt. Dieses reagiert mit Speichel, Schweiß und Urin der Schwimmer und ergibt dann eine chemische Verbindung namens Chloramin, welche die Atemwege reizen kann. Insbesondere Bademeister und Schwimmlehrer, die den ganzen Tag über die chlorhaltige Luft im Hallenbad ausgesetzt sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, Atemwegsbeschwerden und -Erkrankungen zu entwickeln. Das berichten niederländische Wissenschaftler um José Jacobs von der Universität Utrecht in der Fachzeitschrift European Respiratory Journal.

Für ihre Untersuchung maßen die Forscher die Chloramin-Konzentration in 32 Schwimmbädern und werteten über 600 Fragebögen der dort Angestellten aus. Hallenbad-Angestellte, die nicht direkt am Becken eingesetzt werden, sondern zum Beispiel im Eingangsbereich oder im Schwimmbadrestaurant tätig sind, zeigten nicht mehr Atemwegsbeschwerden als der Durchschnitt der Bevölkerung. Im Gegensatz dazu litten Schwimmlehrer zweieinhalb Mal häufiger an Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Wer ständig am Schwimmbecken Dienst tut, hatte sieben Mal häufiger Atemprobleme beim Gehen (Atemnot bzw. Dyspnoe bei körperlicher Belastung) und drei Mal so häufig Anzeichen einer chronischen Erkältung. Generell traten Atemwegsbeschwerden umso häufiger auf, je länger und je stärker die Studienteilnehmer der Chlorluft ausgesetzt waren, wobei sich vor allem das Risiko für asthmatische Beschwerden erhöhte. Für die Badegäste hingegen – davon gehen die Wissenschaftler aus - sollte kein erhöhtes Gesundheitsrisiko bestehen, da sie sich weniger lang und seltener im Schwimmbad aufhalten. Andererseits seien Bademeister und Schwimmlehrer in der Regel kerngesund - ganz im Gegensatz zu manchen Badegästen wie Kinder und Ältere, die weniger widerstandsfähig sind, sich aber auch recht oft im Becken tummeln, so dass als nächstes deren Risiko ebenfalls detailliert analysiert werden sollte.


https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news...t-bademeistern/


Vorsicht bei der Wahl des Hallenbades:
Stark chloriertes Wasser erhöht bei Kindern sehr deutlich das Risiko, an Asthma bronchiale zu erkranken.

Zitat
Die sogenannte Chlorierung von Wasser wird weltweit angewandt, da Wasser damit effektiv von Krankheitserregern befreit werden kann. Chloriertes Wasser dient zur Desinfektion von Trinkwasser und Abwässern sowie der Wasseraufbereitung in Schwimm- beziehungsweise Hallenbädern.

Bereits seit mehreren Jahren warnen allerdings verschiedene nationale Gesundheits- und Umweltagenturen, dass stark chloriertes Wasser das Asthma-Risiko speziell bei Kindern drastisch erhöhen können. Speziell das Babyschwimmen mit Kleinkindern unter 2 Lebensjahren sollte vermieden werden.

Auch die Gefahr, andere chronische Lungenerkrankungen zu entwickeln, kann nach Ansicht der meisten Lungenfachärzte durch chloriertes Wasser erhöht werden. Eine etwa 10 Jahre alte belgische Untersuchung belegte dies mit Daten, wobei von einer besonders alarmierenden Erkenntnis gesprochen wurde.


Chloriertes Wasser vor allem für Kinder unter 2 Jahren gefährlich
Insbesondere kleine Kinder unter zwei Jahren sind gefährdet, da sich ihre Lungen noch in der Entwicklung befinden. Vor allem Kinder, die zu Allergien neigen, könnten eine Überempfindlichkeit gegenüber Chlor entwickeln. Bereits eine stark nach Chlor riechende Schwimmbadluft könnte dann Asthmaanfälle auslösen.

Das größte Risiko stellen schlecht belüftete Schwimmhallen dar, deren Wasserqualität zudem mangelhaft ist. Wenn Chlor im Wasser mit Urin oder Schweiß reagiert, entsteht der Reizstoff Trichloramin, der die Schleimhäute in den Atemwegen und Augen reizt. Trichloramin gelangt in die Luft und sorgt für den typischen Hallenbadgeruch – auch bekannt als Chlorgeruch.


https://www.medmix.at/chloriertes-wasser-und-asthma/




Allergien
Begünstigt Chlor im Schwimmbad Heuschnupfen?

Kinder, die öfter in Bädern mit chloriertem Wasser schwimmen, haben ein erhöhtes Risiko für Heuschnupfen. Hinweise dafür ergibt eine bayerische Studie. Besonders Klein- und Schulkindern aus Familien mit allergischen Erkrankungen raten die Wissenschaftler daher von allzu häufigen Besuchen ab.

Zitat
Der typische Schwimmbadgeruch ist der Geruch nach Chlor. Das eigentlich gelbgrüne Halogen wird dem Wasser aus hygienischen Gründen zugesetzt. Die gesundheitlichen Folgen dieser Sitte hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Yvonne Schlöfer vom GSF Forschungszentrum in Neuherberg retrospektiv untersucht.

Dafür haben etwa 2600 Erwachsene zwischen 35 und 74 Jahren Fragebögen ausgefüllt, vor allem zur Häufigkeit von Schwimmbadbesuchen in der eigenen Jugend, und zwar während der Schulzeit, sowie aktuell im Jahr zuvor. In mündlichen Interviews gaben sie außerdem an, ob sie je von einem Arzt die Diagnose Heuschnupfen, Asthma oder atopisches Ekzem erhalten hatten.

Demnach wurden Schwimmbäder von den 30er bis zu den 60er Jahren zunehmend beliebter. So berichteten nur 27 Prozent der Teilnehmer im Alter zwischen 65 und 74, als Schulkind mehr als zwölfmal pro Jahr im Schwimmbad gewesen zu sein. Bei den 35- bis 44-Jährigen waren es mit 60 Prozent mehr als doppelt so viele (Allergy 61, 2006, 1305).

Parallel dazu stieg die Prävalenz von Heuschnupfen: In der Gruppe mit den ältesten Studienteilnehmern waren nur 7 Prozent daran erkrankt, aber 19 Prozent der jüngsten Teilnehmer. Anders ausgedrückt: Wer als Schulkind mehr als zwölfmal pro Jahr im Schwimmbad gewesen ist, hat ein 2,5-fach höheres Heuschnupfen-Risiko als jemand, der sich nie dort aufgehalten hat.

Insgesamt ergab sich ein enger Zusammenhang vor allem mit Schwimmbad-Aufenthalten als Kind, nicht so sehr als Erwachsener. "Kritisch sehen wir vor allem die Verbreitung des Babyschwimmens", so Schlöfer zur "Ärzte Zeitung". Für Kinder, deren Eltern bereits Allergien haben, hält sie sogar die üblichen Kurse mit einem Termin pro Woche für wenig ratsam. "Das Wasser für Säuglinge ist wärmer als das in den Erwachsenenbecken und dünstet folglich auch mehr Chlor aus. Zudem sind die Kinder mit der Nase näher dran, und ihre Lunge ist noch empfindlicher."

Ausgangspunkt der Studie war die These, dass Chlorverbindungen die Barriere des Lungenepithels schädigen und dadurch das Eindringen von Allergenen erleichtern. Eine erhöhte Anfälligkeit für Asthma bei häufigen Schwimmbad-Aufenthalten ist bereits nachgewiesen.


Zitat
Chlor bildet inhalierbare Substanzen
Seit 1900 wird Wasser in öffentlichen Bädern chloriert. Diese Praktik hat einen Nachteil: Chlor reagiert mit den organischen Substanzen aus dem Urin und Schweiß der Badegäste, so dass sich über der Wasseroberfläche potenziell gefährliche inhalierbare Chlorverbindungen sammeln. Die Konzentration hängt von der Besucherdichte im Bassin ab, aber auch von der Luftströmung. Hallenbäder sind daher bedenklicher als Freibäder. "Nach unserer Umfrage in mehreren Städten verwenden alle Schwimmbäder Chlor. Einige wenige ersetzen einen Teil durch das teurere Ozon", so Dr. Yvonne Schlöfer. Seit 1980 darf das Wasser in Pools nach DIN-Norm höchstens 0,3 bis 0,6 mg/l freies und 0,2 mg/l gebundenes Chlor bei einem pH zwischen 6,5 und 7,6 enthalten. Schlöfer: "Vor 1980 waren die Zahlen deutlich höher." In Belgien etwa liegen die Richtwerte immer noch um das Zehnfache über den deutschen.


https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Beg...fen-393088.html

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