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#21 RE: Low-Carb Strategie von Methos 08.05.2014 07:51

Zitat von Ununheilig im Beitrag #20
Ich frage mich in diesem Zusammenhang immer wieder, was an den Argumenten von Dr. Strunz bezüglich Inuit usw. dran ist. Eine befriedigende Antwort habe ich bisher nicht erhalten.


Hallo Ununheilig,

ich bin auch Low-Carb-Fan, aber die Strunz-Argumentationen mit den Inuit und den Rehen nerven mich.
Eins steht fest: Die Inuit haben noch nie zu den langlebigen Völkern gezählt. Und kranke Rehe werden schneller zum Fraß von Wölfen als man gucken kann.

Gruß
Methos

#22 RE: Low-Carb Strategie von Tizian 08.05.2014 11:07

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Eins steht fest: Die Inuit haben noch nie zu den langlebigen Völkern gezählt. Und kranke Rehe werden schneller zum Fraß von Wölfen als man gucken kann.

Sehe ich genauso. Mal davon abgesehen, daß die Inuit genauso wie viele andere Naturvölker auch für unsere Verhältnisse mit ihrem hohem BMI als Fettleibige durchgehen würden, ist die Chance sicher auch bei diesen Völkern allein genetisch groß, daß sie Krebs und andere bei uns typische Alterskrankheiten in großem oder zumindest anderem Maße hätten, wenn sie unsere normalen durchschnittlichen Lebensalter erreichen und unser leider oftmals ungesunde und unnatürliche Essen zu sich nehmen würden.

Aber auch hier muß man einschränken, denn das auch von Strunz immer direkt oder indirekt propagierte Idealbild des "edlen Wilden", muskulös und schlank bis zum letzten Tag stimmt nun mal in keinster weise, auch oder obwohl sich diese Völker natürlicher Quellen bedienen. Da reicht eine Doku über abgeschiedene Stämme im Amazonas, um das zu erkennen. Sicher kein Vergleich mit den USA oder Deutschland, aber eben auch nicht das Strunzsche Idealbild.

Genauso kollidiert deren Lebens-und Ernährungsweise zumeist knallhart mit der von Strunz schon als Religion und Allheilmittel propagierten Low/No-Carb-Ernährung. Von den Inuit mal aus naturgemäßen Gründen abgesehen ernähren sich viele dieser Naturvölker sehr wohl in Mengen von Kohlenhydraten, manche sogar ausschließlich. Leider äußert er sich dazu nicht, sondern zieht seinen Striemel, nicht nach links und rechts guckend und kommerziell erfolgreich, knallhart durch. Natürlich kann man dann trotzdem sogar immer wieder behaupten, diese Völker hätten keinen Krebs usw., ohne das belegen zu können, obwohl gerade er ja immer wieder auf "Unwissenschaftlichkeit" oder angeblich fehlerhafte Studien hinweist und vor allem natürlich auf solche, diese seine Thesen stützen. Wohlgemerkt, auch ich praktiziereein moderates Low-Carb, bin also absolut kein Gegner dieser Ernährung, sehe sie aber in erster Linie als eine für mich und meine Lebensweise mit überwiegend beruflicher Sitztätigkeit etc. positive und gesunde Ernährung, bei der Genuß durchaus mit Gewichtsabnahme oder Gewichthalten verbunden ist, aber nicht als die alleinige und seligmachende Ernährung, sondern als eine von vielen Möglichkeiten.

Ich denke, während sich Abermillionen Menschen nicht nur in den Nachbarländern in Europa um solche Dinge gar keine Gedanken machen und Essen aller Art zelebrieren und genießen, während Millionen anderer Menschen auf der Welt praktisch alles essen um überhaupt zu überleben, wird hierzulande aus dem Thema Ernährung quasi eine Pseudoreligion gemacht, in der sich zum einen unerbittlich die unterschiedlichen Fanatiker gegenüberstehen, vom Extremveganer bis zum knallharten Paläofreak, und zum anderen sich da herum eine Vielzahl von äußerst rentablen Geschäftsmöglichkeiten aufgebaut haben, vom selbsternannten Ernährungsguru bis hin zum selbsternannten "Laufpapst", den nicht mehr zu zählenden Autoren mit einer Unmenge Halb-und Pseudowissen usw. Von der milliardenschweren Supplement,-Fitness-und Diätindustrie gar nicht erst zu reden. Typisch für eine dekadente Gesellschaft, die sich mit solchen Themen befaßt, statt mit den wirklich relevanten.

Wobei hier auch noch die Masse dieser Geschäftszweige mit der Angst der Menschen vor Tod und Krankheit auf perfide Art spielen und dabei mit Heilsversprechen arbeiten um den Umsatz weiter anzukurbeln. Diese ganze Branche ist doch in der Masse völlig unseriös und pseuowissenschaftlich dazu und bewegt sich leider sehr erfolgreich in Grauzonen, in denen Ängste und Hoffnungen geschürt werden und dabei jeder so bedient und bestätigt werden kann, wie er sich das wünscht, woran er glaubt oder was er fürchtet. Also das Idealbild eines erfolgreichen Geschäftsmodells, für jeden etwas dabei.

#23 RE: Low-Carb Strategie von Ununheilig 08.05.2014 11:47

Hallo Methos, Tizian,

ich finde, da muß man trotzdem differenzieren:

1. Gibt es Belege, dass Wildtiere auch an "Ziivilisiationskrankheiten" leiden, sterben? Natürlich haben kranke, alte Tiere in der Natur klare Überlebensnachteile. Aber ein gerissenes Reh ist noch kein Beleg dafür, dass es Krebs hatte, sondern nur dafür, dass es unvorsichtig, verletzt, alt usw. war oder einfach Pech hatte. Ich hatte auch schon einmal eine Tierärztin dazu befragt, welche ebenfalls behauptete, dass Wildtiere in der Regel nicht an Zivilisationskrankheiten erkranken würden. Allerdings glaube ich nicht, dass sie dies irgendwie belegen könnte.

2. Inuits mögen nicht zu den langlebigen Völkern gehören. Zur Lebenserwartung unter ursprünglichen Lebensbedingungen gibt es leider nur spärliche und widersprüchliche Informationen ( ca. 38 - 62 Jahre). Sollten die Inuits zumindest jedoch 50 -60 Jahre alt geworden sein, so wäre auch in diesem Alter bereits mit Herz- und Krebserkrankungen zu rechnen gewesen, zumal viele Inuits übergwichtig sind. Die generell geringere Lebenserwartung wird ja insbesondere auch auf die widrigen Lebensbedingungen zurückgeführt. Weitergehende Infos wären hier natürlich sehr hilfreich, alles sehr vage.

3. Absolut richtig ist natürlich, dass man extrem aufpassen muss, wem und was man glaubt. Um so wichtiger wäre ja eine gewisse Betreuung von außen, wie von Dr. Schmitt-Homm im alten Forum geschehen. Gerade hinsichtlich NEM erfolgt ja augenscheinlich im Moment auch bei vielen Befürwortern hier im Forum ein gewisses Zurückrudern, dass verunsichert schon sehr. Hilfreich ist sicherlich, sich an der Schnittmenge aus Schmitt-Homm, Dr. Coy, Dr. Strunz usw. zu orientieren.

Gruß Ununheilig

#24 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 29.05.2014 22:49

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Über No-Carb als Anti-Tumor-Diät ist schon viel geschrieben worden.
Ist das Tumorsupressor-Gen p53 in Tumoren mutiert, erhöht das die Wahrscheinllichkeit, das der Tumor auf Kohlenhydratrestriktion anspricht:

A low-carb diet kills tumor cells with a mutant p53 tumor suppressor gene

Zitat
The authors also provided evidence that mutant p53A135V knock-in mice fed a low-carbohydrate diet expressed reduced levels of the mutated transgene compared with mice fed on a normal or high-carbohydrate diet. Importantly the low-carbohydrate diet had no effect on wild-type p53 levels in multiple tissues studied. Critically, the authors also demonstrated that a low-glucose diet inhibited the tumor-forming ability of cells that possess mutant forms of p53, and that this was dependent on acetylation status of the mutant p53 protein. Taken together, these findings strongly indicate that some tumor-promoting forms of mutant p53 can be targeted for autophagic degradation through glucose restriction. These exciting results could be tested in the clinic by randomizing patients with tumors that harbor similar p53 mutations to a glucose-restrictive, low-carbohydrate diet compared with a normal diet.



http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3610718/

#25 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 20.06.2014 09:27

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Die ketogene Diät ist wie ihr wisst, z.B. zur Therapie hartnäckiger Epillepsieformen bei Kindern eingesetzt:
http://www.neuropaediatrie-online.com/pd...5_3.pdf#page=19

Mir neu: Diese extreme Form einer NO-Carb Ernährung mit entsprechend hohem Fettgehalt wirkt zumindest zeilweise über eine Methionin -und Cholinrestriktion! Wie das?

Methionine and choline regulate the metabolic phenotype of a ketogenic diet
Low-carbohydrate ketogenic diets are commonly used as weight loss alternatives to low-fat diets, however the physiological and molecular adaptations to these diets are not completely understood. It is assumed that the metabolic phenotype of the ketogenic diet (KD) is caused by the absence of carbohydrate and high fat content [...]Our results show that methionine supplementation of KD (Ketogene Diät) reverses the weight loss of mice, normalizes multiple metabolic parameters and regulates the expression of genes in fatty acid oxidation in the liver. Choline on the other hand is effective in reducing the fatty liver of mice fed KD. Thus, the relative methionine and choline restriction of KD underlies several of the metabolic effects of this diet

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3773836/

Wer hätte das gedacht...

#26 RE: Low-Carb Strategie von Lukas 20.06.2014 16:46

Es gibt den Ansatz, dass Epilepsie durch Schwermetalle wie u.a. Quecksilber ausgelöst wird. Wir wissen ja schon, dass im Prinzip alle Erkrankungen von Giften und / oder Mängeln herrühren.

Die Richtigkeit dieses Ansatzes vorausgesetzt, wundert es nicht, dass Methionin als schwefelhaltige Aminosäure sich hier bemerkbar machen kann. Dafür muss man aber wiederum die Zusammenhänge zwischen z.B. Quecksilber und Schwefel oder eben schwefelhaltigen Aminosäuren kennen. Darauf hinzuweisen wird in solchen Studien gerne vergessen...

Das Teuflische ist dann nicht die wichtige Aminosäure Methionin, die Leben erst möglich macht, sondern das giftige Schwermetall, das im Körper nichts verloren hat, aber leider dennoch massig reingestopft wird durch Zahnfüllungen, Impfungen (schon im Kleinkindalter) etc. etc.

Gruß
Lukas

#27 RE: Low-Carb Strategie von Lukas 19.07.2014 23:16

Was ist von den Aussagen über LowCarb hier zu halten?

http://rohelust.blogspot.de/2014/06/kohl...ngstheorie.html

Gruß
Lukas

#28 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 20.07.2014 10:08

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Zitat
Was passiert, wenn eine Anhängerin der Rohkosternährung (nein, nicht 100%) anfängt Medizin zu studieren? Ich hab keine Ahnung, aber es ist ein spannendes Abenteuer zwischen Wissenschaft und Unwissenschaft, zwischen Halbwahrheiten und Fakten! Viel Spaß!:-)



Das sagt doch eigentlich schon alles, oder?

#29 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 20.07.2014 10:38

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Aber das Thema ist es wert, ein bisschen genauer betrachtet zu werden. Zitat an anderer Stelle aus dem Blog:

Zitat
Ich sag euch eins: Es gibt keine Zweiklassenmedizin. Alle Diabetiker werden gleich schlecht behandelt. Die Reichen und die Bettelarmen. In manchen Krankenhäusern gibt es für manche Privatpatienten jedoch nachmittags Kuchen. Möglichweise auch ein Indikator dafür, dass man sich Privatpatienten krank halten will...



Woher stammt dies Erkenntnis? Aus einem (unfreiwilligem) Selbstexperiment:

Zitat
Aber jetzt kommts: Da ich kein Essen dabei hatte, war ich auf die Nahrungsmittel zum Frühstück angewiesen, die es im Krankenhaus eh gibt. Also habe ich folgendes um ca. 8:30 Uhr gefrühstückt:

2 Graubrot, dünn mit Butter bestrichen und Diätmarmelade
2 Bananen
1 Weißmehlbrötchen mit Magerquark und Marmelade
1 Kaffee

Um 11 Uhr ging ich wieder rum und habe bei den Patienten Blutzucker gemessen und auch interessehalber bei mir selber. Ich hatte einen Wert von 110! Nie zuvor gesehen. Ich dachte mich trifft der Schlag und gleichzeitig war das das Selbe, was ich immer bei den Patienten beobachte, wenn ich vor dem Mittagessen Blutzucker messe. Das Krankenhausfrühstück treibt den Zucker in ungeahnte Höhen!!!




Kohlenhydrate sind eben nicht gleich Kohlenhydrate...

#30 RE: Low-Carb Strategie von Lukas 20.07.2014 18:37

Zitat von Prometheus im Beitrag #28

Zitat
Was passiert, wenn eine Anhängerin der Rohkosternährung (nein, nicht 100%) anfängt Medizin zu studieren? Ich hab keine Ahnung, aber es ist ein spannendes Abenteuer zwischen Wissenschaft und Unwissenschaft, zwischen Halbwahrheiten und Fakten! Viel Spaß!:-)


Das sagt doch eigentlich schon alles, oder?






Nein, ich finde nicht, dass das schon alles sagt. Gerade weil sie auch in diversen Dingen sehr kritisch der Schulmedizin gegenübersteht und von daher also nicht so verblendet zu sein scheint...

Mir ging es halt um so Aussagen wie z.B. diese:

Zitat
Die andere Variante von LowCarb ist normal LowCarb ohne Ketose. Diese Ernährung führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und daran gibt es nichts zu deuten.


Wenn es daran "nichts zu deuten gibt", dann muss das ja auf irgendwelchen Daten / Fakten beruhen... hätte mich interessiert, auf welchen. Ich wollte im Blog nachfragen, aber dazu muss man sich anmelden, das will ich nicht.

Gruß
Lukas

#31 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 20.07.2014 22:12

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Vermutlich basiert ihre Meinung auf Artikeln wie diesem:

Risiken kohlenhydratarmer Diäten
http://www.aerzteblatt.de/archiv/45951/R...eten?src=search

Zitat
Im Vergleich zur konventionellen fettreduzierten Mischkost wurde unter den kohlenhydratarmen Diäten erwartungsgemäß eine Tendenz zu höheren LDL-Cholesterin-, Harnsäure- und Harnstoffwerten sowie ein erhöhtes Nierensteinrisiko festgestellt (6, 8). Dies wirft die Frage auf, wie kohlenhydratarme Diäten langfristig abschneiden und wie sie sich insbesondere auf das kardiovaskuläre Risiko auswirken. Inzwischen weisen einige Studien darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an gesättigten Fettsäuren und ballaststoffarm ist, das kardiovaskuläre und das Diabetesrisiko erhöht (9). Somit ist zu befürchten, dass kohlenhydratarme Diäten entsprechende Folgen haben.



Kommentar Prometheus:
Derartige Argumente sind zwar nicht grundsätzlich falsch, differenzieren aber zu wenig.
1) erhöhte Harnsäurewerte ergeben sich, wenn die Ernährung zu viel Purin enthält
2) Erhöhtes LDL ist die Folge von zu viel gesättigten Fetten, Transfetten und Cholesterin über die Ernährung.
3) Das ballaststoffarme Ernährung das kardiovaskuläre und das Diabetes-Risiko erhöht ist kein Geheimnis.

Wer sich LowCarb oder ketogen ernährt, sollte bei diesen Punkten bewusst gegensteuern.

P.S.: Eiweiß bewirkt zwar keine Blutzuckerspitzen, bewirkt aber ebenfalls eine ordentliche Insulinausschüttung und kann somit auch eine Insulinresistenz fördern oder sogar entstehen lassen.

#32 RE: Low-Carb Strategie von Lukas 21.07.2014 03:18

Ja, darauf bezieht sie sich wohl.
In wieweit es daran aber "nichts zu deuten gibt", sei mal dahingestellt. Ich ernähre mich seit Jahren schon LowCarb, und gerade LDL-Cholesterin-, Harnsäure- und Harnstoffwerte liegen bei mir ausnahmslos immer (deutlich) unter der Norm...
Da wird also mal wieder irgendetwas verallgemeinert, was nicht verallgemeinert werden dürfte...

Gruß
Lukas

#33 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 21.07.2014 17:40

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Hallo Lukas,

das sehe ich ähnlich. Wer sagt denn z.B, dass LowCarb oder Ketogene Ernährung nicht auch reich an Ballaststoffen sein kann?
Mit Low Carb und Ketogener Diät gibt man dem Stoffwechsel die Chance, auch die Fettverbrennung einmal zu aktivieren (Betaoxidation!)
Und Befürworter dieser Diätformen haben recht, Kohlenhydrate können Entzündungsreize fördern. Kommen dann noch weitere Faktoren hinzu, steigt das Krebsrisiko. Ganz aktuell ein Zitat aus dem selben Journal, allerdings neun Jahre später:

Wie Kohlenhydrate Darmkrebs auslösen könnten

Zitat
Der Grund für die starke Zunahme von Darmkrebs in westlichen Gesell­schaften wird in den veränderten Ernährungsgewohnheiten vermutet. Während die meisten Experten den Verzehr von rotem Fleisch und den bei der Zubereitung entstandenen Karzinogenen als Ursache vermuten, stellt ein Forscherteam aus Kanada Kohlenhydrate unter Krebsverdacht. Ihre Experimente in Cell (2014; 158: 288–299) zeigen, dass Darmbakterien daraus Butyrat herstellen, das bei Mäusen die Bildung von Polypen förderte.


http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59...loesen-koennten

#34 RE: Low-Carb Strategie von Janina70 21.07.2014 21:55

Ich habe meine Ernährung auch umgestellt und verzichte immerhin abends auf Kohlenhydrate. Ich frage mich aber, ob und wie sich das Essverhalten der Menschen wirklich verändert hat. Schon im Mittelalter wurde doch sehr viel Brot gegessen oder irre ich mich da?

Viele Grüße
Janina

#35 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 21.07.2014 22:42

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Hallo Janina,

Herzlich Willkommen im Forum!

Ein kohlenhydratfreies Abendessen ist auch eine gute Taktik. Wenn die letzten Kohlenhydrate am Mittag oder Nachmittag gegessen werden, kann man gut und gerne auf 16 Stunden kohlenhydratfreie Zeit kommen. Der Körper hat so Gelegenheit, seine Fettverbrennung einzuschalten!

#36 RE: Low-Carb Strategie von La_Croix 21.07.2014 23:38

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Zitat von Janina70 im Beitrag #34
Ich frage mich aber, ob und wie sich das Essverhalten der Menschen wirklich verändert hat. Schon im Mittelalter wurde doch sehr viel Brot gegessen oder irre ich mich da?



Im Frühmittelalter stieg Getreide (hauptsächlich als Brei gegessen, Brot gab es nur für wenige) zum wichtigsten Lebensmittel auf (von 1/3 der Nahrung auf einen Anteil von 3/4).
Im Hochmittelalter wurde Brot zum wichtigsten Nahrungsmittel und im Spätmittelalter ab Mitte des 14.Jhd wurde Fleisch der wichtigste Kalorienlieferant.
Fleisch blieb dies bis etwa ins 16.Jhd hinein, ab da ging der Fleischkonsum wieder langsam zurück, von über 100kg/Jahr und Person im Spätmittelalter auf nur noch 14kg im 19.Jhd. (ab diesem Tiefpunkt stieg der Fleischkonsum wieder an)

Für jeden, der es etwas ausführlicher wissen will:
de.wikipedia.org/wiki/Esskultur_des_Mittelalters

#37 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 24.08.2014 14:12

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Eine Kombinationstherapie mit Hyperbarer Sauerstofftherapie, einer Ketogenen Diät und Supplementierung von Ketonkörpern verzögert Krebswachstum bei Mäusen:

Combination ketogenic diet, ketone supplementation, and hyperbaric oxygen therapy inhibits metastatic spread, slows tumor growth, and increases survival time in mice with metastatic cancer

Zitat

We tested this combination therapy in the VM-M3 mouse model of metastatic cancer. Treated mice exhibited decreased tumor growth and metastatic spread to the lungs, kidneys, spleen, adipose, and liver (p<0.05). Treated mice lived 103% longer than controls (p<001).


http://www.fasebj.org/content/28/1_Supplement/123.7.short

Kommentar Prometheus:

Auch wenn Maus nicht Mensch ist: Der Warburg-Effekt ist definitiv nicht nur auf Tumoren bei Mäusen beschränkt.

100% Lebensverlängerung ist schon beeindruckend, solche Zahlen kann längst nicht jede etablierte Chemotherapie vorweisen.

Die Forderung der Studienautoren, dass eine derartige Kombinationstherapie im Rahmen von Humanstudien weiter erforscht werden sollte, ist legitim (wenn dadurch eine effektive evidenzbasierte Krebstherapie nicht vorenthalten wird.)

Andererseits sieht man auch, dass No-Carb eines NICHT kann: Krebs heilen.

#38 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 02.09.2014 22:10

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In der folgenden Studie liefern sich Low-Fat und Low-Carb ein Duell.
Sieger nach Punkten: Low-Carb. Jedenfalls bezogen auf die Endpunkte der Studie: Gewichtsenkung, Körperfettreduktion und Lipidprofil.

Effects of Low-Carbohydrate and Low-Fat Diets. A Randomized Trial.

Zitat
Intervention: A low-carbohydrate (<40 g/d) or low-fat (<30% of daily energy intake from total fat [<7% saturated fat]) diet. Both groups received dietary counseling at regular intervals throughout the trial.[...]
Conclusion:The low-carbohydrate diet was more effective for weight loss and cardiovascular risk factor reduction than the low-fat diet. Restricting carbohydrate may be an option for persons seeking to lose weight and reduce cardiovascular risk factors.


http://annals.org/article.aspx?articleid=1900694

#39 RE: Low-Carb Strategie von Prometheus 29.09.2014 07:36

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Mit folgender Studie gibt es das erste Mal eine Rationale, wann es Sinn machen kann, eine Low-Carb Strategie bei Brustkrebs zu empfehlen: Bei IGF-1-positivem Brustkrebs. Insgesamt wurden 265 Patienten in die Studie eingeschlossen, was schon mal nicht schlecht ist. Bis derartige Empfehlungen zum Therapiestandard werden, muss das Ergebnis aber noch an größeren Patientenkollektiven repliziert werden.

Risk of Breast Cancer Recurrence Associated with Carbohydrate Intake and Tissue Expression of IGF-1 Receptor

Zitat
Among women whose tumor tissue is positive for the IGF 1 receptor, reducing carbohydrate intake after diagnosis could reduce the risk of breast cancer recurrence.[...]This is the first study to suggest that it may be possible to personalize dietary recommendations for breast cancer survivors based on molecular characteristics of their primary tumor tissue



http://cebp.aacrjournals.org/content/ear...I-13-1218.short

#40 RE: Low-Carb Strategie von Methos 30.09.2014 13:21

Hallo,

Das TKTL-1 Gen ist in dem Zusammenhang auch wichtig:

http://www.johannescoy.de/gen.php?site=p...&case=allgtktl1
http://de.wikipedia.org/wiki/Transketolase-like-1
http://www.strunz.com/news.php?newsid=1800

Gruß
Methos

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