#1 Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 17.06.2017 14:47

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Die Regeneration von Geweben ist ein ganz zentraler Baustein für künftige Verjüngungs-Therapien.

Leider sind Stammzell-Therapien derzeit teuer und unausgereift. Außerdem müssten verschiedene Gewebe jeweils einzeln therapiert werden. Das erschwert diesen Ansatz zusätzlich. Professionelle Senolyse-Therapien sind derzeit auch noch nicht erhältlich.

Aber die gute Nachricht ist: Eigentlich ist es simpel.

Denn:

Es gibt ein paar Zell-Schalter, die zuverlässig die Selbsterneuerung in die Wege leiten können...
...zumindest wenn es gelingt sie zu aktivieren.

Möglicherweise müssen wir uns dann gar nicht mehr um die Details kümmern wie sich die neuen Zellen in das Gewebe einbauen. Im Idealfall tun sie das von ganz alleine, denn dafür sorgen die lokalen Gewebsfaktoren.

Welche biochemischen Schalter zur Selbsterneuerung aktiviert bzw deaktiviert werden müssen und wie man das mit einem Lifesyle-Biohack umsetzen könnte möchte ich in diesem Thread einmal skizzieren.

Das Programm ist mein aktueller eigener experimenteller Ansatz und ist NOCH NICHT als allgemeine Empfehlung gedacht. Die Programmpunkte 1)und 2) sind an anderer Stelle im Forum schon näher besprochen worden, daher werde ich sie hier nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

Hier noch mal in Kürze die theoretischen Grundlagen:

  • Zelluläre Alterung ist im Wesentlichen ein epigenetischer Drift. Daraus resultieren eine Vielzahl weiterer Schäden innerhalb der Zelle.
  • Die nachlassende Regenerationfähigkeit ist hauptsächlich durch einen Funktionsverlust der Stammzellnischen (=Stammzellverlust) bedingt.
  • Stark geschädigte, seneszente Zellen und proliferierende geschädigte Zellen (="Krebs") richten dramatische Schäden in den Geweben an.


Wichtig sind also in erster Linie der Erhalt der Stammzellnischen und die Homöostase des Epigenoms.
Zudem müssen Zellen eliminiert werden, die bereits zu stark geschädigt sind, um sich selbst wieder reparieren zu können.

Die erforderlichen Maßnahmen zur Beseitung der Alterung liegen damit auf der Hand.
Für ein komplettes Tissue Rejuvenation Program wird mindestens folgende Basis benötigt:



1) Epigenetische Reprogrammierung
2) Senolyse
3) Stammzell-Auffrischung



-----------------------------------

1) Epigenetische Reprogrammierung

Zellen besitzen grundsätzlich die für eine Reprogrammierung notwendige Ausstattung. Allerdings wird das Programm von Natur aus eigentlich nur für den Erhalt der Keimbahn eingeschaltet.
Das Programm kann eigenständig ablaufen, aber als Grundvoraussetzung müssen 4 Transkriptionsfaktoren ("OKSM") KURZZEITIG aktiviert werden.

2)Senolyse

Seneszente Zellen mit geringen Schäden können evtl. noch durch Aktivierung zellulärer Reparaturmechanismen (DNA-Reparatur + Autophagie) wieder funktionsfähig gemacht werden.
Irreparabel geschädigte Zellen müssen in die Apoptose überführt werden bzw. vom Immunsystem attackiert werden.

3)Stammzell-Auffrischung

Die Stammzellregeneration benötigt als Grundvoraussetzung zwei aktive Signalwege (WNT + Notch). Damit die Zellen wachsen, müssen auch anabole Signalwege angeschaltet sein (IGF-1, bFGF, EGF).
Anschließend muss Wnt aktiv bleiben und Notch gehemmt werden, damit die Zellen ausdifferenzieren.

-----------------------------------

Praktische Umsetzung:

Mittlerweile habe ich einige meiner früher geposteten Programm-Bausteine weiter optimiert und in der Hoffnung auf Synergie-Effekte fusioniert.

Das sieht dann wie folgt aus:

1) Epigenetische Reprogrammierung (ca. 3 Wochen)

-Fastenphase-

-HDAC-Inhibition
-DMT1-Inhibition
-GSK3-Inhibition
-Klf4-Aktivierung
-C-myc-Aktivierung

(In diese Phase habe ich mittlerweile auch das Thymus-Rejuvenation Program integriert)

2) Senolyse (ca. 2-3 Tage)

-BCL-2-Inhibition,
-BCL-xL-Inhibition
-BAX-Aktivierung
-Autophagie-Aktivierung. Anschließend: Autophagie-Inhibition

(Siehe auch: Senolysis Program. Hier focussiere ich zudem auf eine Reihe von Anti-Krebs-Maßnahmen)

3) Stammzell-Refreshing (ca. 3 Wochen)

-Anabole Phase-

-WNT-Aktivierung
-IGF-1-Aktivierung
-bFGF-Aktivierung
-EGF-Aktivierung
-Notch-Aktivierung für ca. 10-12 Tage. Anschließend: Notch-Hemmung (wichtig!)

(Hier kombiniere ich mit den Basics des Telomere Elongation Program)

Wie ihr seht, braucht es für dieses Programm wirklich nur eine überschaubare Zahl an zentralen "Schaltern".
Die Kunst besteht darin, diese Schalter auch mittels Lifestyle, NEM etc. erfolgreich anzusprechen.

#2 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 18.06.2017 22:36

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Auch wenn die biochemischen "Details" erst einmal kompliziert klingen-

Das Konzept besteht im Kern aus einer Fastenperiode, bei der sich der Organismus fast schon von alleine epigenetisch umprogrammiert. Nach einer Fastenphase folgt logischerweise auch eine Wiederaufbau-Phase, die bevorzugt Muskeln und Bindegewebe zugute kommen sollte. Der Senolyse-Baustein in der Mitte macht natürlich nur dann Sinn, wenn seneszente Zellen aufgrund des Alters bereits in höherer Zahl zu erwarten sind!

Da Punkt 1) und 2) hier im Forum in ähnlicher Form schon dargestellt wurden, werde ich im Folgenden näher auf Punkt 3) eingehen.

Als Ausgangsbasis dient mir dieses Paper:
Schwerhörigkeit

Es gibt aber auch noch weitere Arbeiten an anderen Geweben mit ähnlicher Vorgehensweise.

Zitat von Prometheus im Beitrag #1


3) Stammzell-Refreshing (ca. 3 Wochen)

-Anabole Phase-

-WNT-Aktivierung
-IGF-1-Aktivierung
-bFGF-Aktivierung
-EGF-Aktivierung
-Notch-Aktivierung für ca. 10-12 Tage. Anschließend: Notch-Hemmung (wichtig!)



-Eine WNT-Aktivierung kann über den Umweg einer GSK3-Inhibiton z.B. mit Lithium-Orotat erfolgen: http://www.sciencedirect.com/science/art...014482704004409

-Bei der HDAC-Inhibition wurde in der Studie Valproat verwendet.
Wie man ähnliche Effekte über die Ernährung erzielen kann, hatten wir schon besprochen: HDAC-Inhibition durch Ernährung

-IGF-1 und EGF sollten durch die anabole Stoffwechsellage bereits aktiviert sein.

-Für die Notch-Aktivierung eignet sich Resveratrol: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3117093/

-Eine Notch-Hemmung kann durch eine Gamma-Sekretase-Inhibition erzielt werden.
Als natürlicher Gamma-Sekretase-Inhibitor kommt Dihydroergocristin in Betracht: http://www.nature.com/articles/srep16541

Dihydroergocristin ist z.B. ein Bestandteil des (leider rezeptpflichtigen) Medikaments Hydergin (ein Nootropicum).
In kleineren Studien hatte Hydergin nebenbei bemerkt auch einen gewissen Effekt auf Tinnitus und Schwerhörigkeit: http://europepmc.org/abstract/med/2334027

#3 RE: Tissue Rejuvenation Program von mithut 18.06.2017 23:39

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Da hast Du Dir ja einiges vorgenommen ...

ein großer Gewebe-"Enhancer" scheint mir Kieselsäure zu sein,
(in grob-"anorganischer" Form" vll nicht so besonders, und nicht als Dauer-Supplement),
aber organisch/pflanzlich gebunden und/oder in D6 oder (nach Schüssler) in D12,

... leider ein Aschenputtel der Orthomolekularier.

nicht top-aktuell - dafür umfangreich informativ - und sicher nicht ganz falsch:
http://www.webmed.ch/docs/Silicium/Silicium.htm

#4 RE: Tissue Rejuvenation Program von Joker 19.06.2017 07:52

Hallo Prometheus,

eine Frage zur Aktivierung der Transkriptionsfaktoren. Wie kriegst du das zuverlässig hin? An dieser Stelle hatte ich noch ein paar Probleme! Ich weiß zwar, dass Buttersäure, Lecithin etc. diese Transkriptionsfaktoren etwas fördern, aber das ist leider noch etwas vage. Unklar noch, ob alle notwendigen Transkriptionsfaktoren überhaupt da sind.

#5 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 19.06.2017 22:52

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@Joker
Du hast recht, das hätte ich ein wenig ausführlicher beschreiben können, da durchaus ein paar Unterschiede zu deinem Ansatz bestehen.

Zunächst einmal: Eine Reprogrammierung mit allen 4 Transkriptionsfaktoren scheint möglich zu sein, wenn man KURZFRISTIG aktiviert.
In Anlehnung an das berühmte Ocampo-Paper (http://www.cell.com/cell/abstract/S0092-8674(16)31664-6) favorisiere ich einen Zyklus von 2 Tagen "ON" gefolgt von 5 Tagen "OFF".
(In den 5 Tagen erfolgt dann nur eine Demethylierung durch DMT1-Inhibition und HDAC-Inhibition)

(Dreiwöchige Reprogrammierung = 3 ON/OFF-Zyklen)

OKT4 versuche ich über den Wnt-β-catenin Signalweg zu beeinflussen. Die WNT-Signaltransduktion erfolgt über eine GSK3 Inhibierung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2834833/). Daher ist mein Ansatzpunkt die GSK3-Inhibition. Zusätzlich lässt sich der WNT-Signalweg auch mit Buttersäure modulieren.

Klf4 lässt sich prinzipiell mit Vitamin A aktivieren. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22337869). Möglicherweise muss man aber wegen der langen Halbwertszeit auch wieder antagonisieren...

C-Myc lässt sich z. B. mit Forskolin aktivieren und mit Catechol blocken.
http://europepmc.org/abstract/med/3329719
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5085205

#6 RE: Tissue Rejuvenation Program von Joker 21.06.2017 12:19

Erst einmal Danke für die viele Mühe, die du dir machst.

Zitat von Prometheus im Beitrag #5

OKT4 versuche ich über den Wnt-β-catenin Signalweg zu beeinflussen. Die WNT-Signaltransduktion erfolgt über eine GSK3 Inhibierung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2834833/). Daher ist mein Ansatzpunkt die GSK3-Inhibition. Zusätzlich lässt sich der WNT-Signalweg auch mit Buttersäure modulieren.


Jepp!

Zitat von Prometheus im Beitrag #5

Klf4 lässt sich prinzipiell mit Vitamin A aktivieren. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22337869). Möglicherweise muss man aber wegen der langen Halbwertszeit auch wieder antagonisieren...


Guter Hinweis, Vitamin A Rezeptoren sollten in allen Zellen vorhanden sein!


Zitat von Prometheus im Beitrag #5

C-Myc lässt sich z. B. mit Forskolin aktivieren


Daran zweifle ich noch! Denke Forskolin ist meiner Meinung nach gewebesensitiv, also es gibt evtl. gar nicht überall die Rezeptoren!? Ich mag mich irren.


Was ist mt SOX2, dem 4. Transkriptionsfaktor??


Andere Frage:
Was hältst du von kurzfristiger HIF-1α (oder auch HIF-2α?) Aktivierung bzw. Hypoxie?

HIF-1α is required for disturbed flow-induced metabolic reprogramming in human and porcine vascular endothelium.

Die Aktivierung von HIF-1α ist auch bei der Krebsentstehung ein entscheidender Faktor, also Lebensverlängerung und Krebsentstehung hängen miteinander zusammen. Hier ist also entsprechend Vorsicht geboten!


Auf jeden Fall scheinen hypoxische (sauerstoffarme) Milieus interessant für die Erzeugung pluripotenter Zellen zu sein:
Influence of low oxygen tensions on expression of pluripotency genes in stem cells.

Laut diesem Artikel ist es HIF-2α, der die Transkriptionsfaktoren aktiviert.


Luftanhalten kostet nichts! Also kurzfristige Hypoxie als Reprogramming-Starter? Oder zu gefährlich?

#7 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 21.06.2017 18:35

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Zitat von Joker im Beitrag #6
Denke Forskolin ist meiner Meinung nach gewebesensitiv, also es gibt evtl. gar nicht überall die Rezeptoren!? Ich mag mich irren.


Zu Forskolin: Der Signalweg über die Aktivierung der Adenylat-Zyklase und cAMP als second Messenger ist in allen Zellen zu finden. Allerdings gibt es verschiedene Isoformen des Enzyms, daher ist anzunehmen, dass Forskolin nicht auf alle Zellen vollkommen identisch wirkt. Als Alternative bzw. additiv bietet sich Koffein oder Theophyllin an!


Zitat
Was ist mt SOX2, dem 4. Transkriptionsfaktor??



Zu Sox-2: Hat selbst eigentlich keine direkte Reprogramming-Funktion, das Reprogramming läuft auch ohne Sox-2 korrekt ab. Mit Sox-2 würde das Reprogramming allerdings deutlich potenter (evtl. zu potent für uns?) stattfinden.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17515932



Zitat
Was hältst du von kurzfristiger HIF-1α (oder auch HIF-2α?) Aktivierung bzw. Hypoxie?

Luftanhalten kostet nichts! Also kurzfristige Hypoxie als Reprogramming-Starter? Oder zu gefährlich?




Zu Hypoxie/HIF-Aktivierung: Vor 6 Jahren hatten wir im alten Forum ein gutes Thread zu Hypoxie Hyperoxie Intervall-Therapie:
http://aging-und-praevention.de/verschie...475.html#p21813

Die Methode ist sicherlich ein schweres Geschütz in Sachen epigenetische Umprogrammierung. Ich teile deine Bedenken hinsichtlich des Risikos! Eine Umprogrammierung von Epithel in Mesenchym ist z.B. überhaupt NICHT in unserem Sinne, das geht zu weit...

Zitat von Wolfgang aus Berlin im Beitrag Tipps gegen Falten
Ich selbst habe mit IHT vor allem Kraftzuwachs (innerhalb 14 Tagen) festgestellt. Hinweis von Dr. Löffler, Berlin, IHHT-Experte (Intervall Hypoxie Hyperoxie Therapie): IHT (nur Hypoxie und Normoxie) kann krebsfördernd sein. Der Mechanismus hängt mit HIF 1-alpha (http://de.wikipedia.org/wiki/Hypoxie-induzierter_Faktor) zusammen. Dieser Faktor wird durch Hyperoxie angeregt aber nicht in jedem Fall durch Normoxie abgeschaltet. Dr. Löffler macht die sichere Abschaltung des Prozesses mit Hyperoxie. Für Hypooxie und Hyperoxie werden keine Extremzustände genutzt, sondern nur die Sauerstoffkonzentrationen, die entwicklungsgeschichtlich auf dem Erdball vorhanden waren.Wie das genau funktioniert, muss man nachlesen, wobei da wohl selbst Experten nicht genau Bescheid wissen.Mein Gerät werde ich sicherheitshalber verkaufen und habe es auch seit 1,5 Jahren nicht mehr genutzt. Mein PSA war überraschend auf 25 gestiegen, was man als ziemlich kritisch ansehen muss. Die genaue Ursache wird man natürlich nie finden.


Hypoxia-inducible factor-1α induces the epithelialmesenchymal transition of human prostatecancer cells
https://www.researchgate.net/profile/Lia...4c350000000.pdf

WENN, dann nur kurzfristig und synchronisiert mit der Aktivierung der anderen Transkriptionsfaktoren, gefolgt von Senolyse.
Falsch zu atmen ist schon verdammt gefährlich!

#8 RE: Tissue Rejuvenation Program von Joker 23.06.2017 09:43

Ok, also einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Sind zwar schon relativ viele Schalter, aber das Programm klingt trotzdem noch machbar. Das wären dann 3 Fliegen mit einer Klappe. Zellen reprogrammiert, der alte Schrott weg und abnehmen tut man auch dabei.

#9 RE: Tissue Rejuvenation Program von Dr.Faust 23.06.2017 10:13

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Das Programm klingt plausibel und durchführbar, wenngleich ich alle Mechanismen auch
noch nicht im einzelnen durchschaue. Es müsste nun noch konkretisiert werden, also
durch Dauer der einzelnen Schritte und Dosis der Stoffe.

Anti-Aging-Maßnahmen werden sicher über solche Verfahren durchgeführt werden
müssen, die Pille, die alles richtet, wird es kaum geben.

Wie kann ich prüfen, ob die einzelnen Maßnahmen wirken? Oder ist man da im "Blindflug"?
Und man braucht natürlich eine höchstmögliche Sicherheit.

#10 RE: Tissue Rejuvenation Program von Tizian 23.06.2017 11:06

Zitat von Prometheus im Beitrag #5


Zunächst einmal: Eine Reprogrammierung mit allen 4 Transkriptionsfaktoren scheint möglich zu sein, wenn man KURZFRISTIG aktiviert.
In Anlehnung an das berühmte Ocampo-Paper (http://www.cell.com/cell/abstract/S0092-8674(16)31664-6) favorisiere ich einen Zyklus von 2 Tagen "ON" gefolgt von 5 Tagen "OFF".
(In den 5 Tagen erfolgt dann nur eine Demethylierung durch DMT1-Inhibition und HDAC-Inhibition)

(Dreiwöchige Reprogrammierung = 3 ON/OFF-Zyklen)

OKT4 versuche ich über den Wnt-β-catenin Signalweg zu beeinflussen. Die WNT-Signaltransduktion erfolgt über eine GSK3 Inhibierung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2834833/). Daher ist mein Ansatzpunkt die GSK3-Inhibition. Zusätzlich lässt sich der WNT-Signalweg auch mit Buttersäure modulieren.

Klf4 lässt sich prinzipiell mit Vitamin A aktivieren. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22337869). Möglicherweise muss man aber wegen der langen Halbwertszeit auch wieder antagonisieren...

C-Myc lässt sich z. B. mit Forskolin aktivieren und mit Catechol blocken.
http://europepmc.org/abstract/med/3329719
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5085205




Hallo Prometheus,

klingt spannend, aber was heißt das jetzt für einen Laien übersetzt und ganz praktisch? Also was machst Du an den ON und OFF-Tagen genau und was nimmst Du dazu ein etc.?

#11 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 24.06.2017 17:10

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Zitat von Dr.Faust im Beitrag #9


Wie kann ich prüfen, ob die einzelnen Maßnahmen wirken? Oder ist man da im "Blindflug"?
Und man braucht natürlich eine höchstmögliche Sicherheit.



Ja, dass ist ein sehr wichtiger Punkt! Um zu prüfen ob Die Maßnahmen greifen, müssen wir sie messbar machen. Interessant wäre beispielsweise eine Messung des Thymus-Volumens vorher/nachher, weil hier die altersbedingte Schrumpfung schon früh auftritt und auch gravierende Konsequenzen für unser Immunsystem hat. Allerdings dürfte es schwierig werden, so eine Messung durchzuführen. Leichter durchführbar wäre ein Hörtest, der aber nur Sinn macht, wenn bereits eine Altersschwerhörigkeit besteht. Ob z.B. auch das Lungengewebe profitiert, könnte mit einer Bodyplethysmographie objektivert werden. Die Nierenfunktion kann durch eine Bestimmung der GFR überprüft werden (allerdings müsste man ein präzises Mess-Verfahren wählen, nicht die indirekte Schätzung der GFR über das Kreatinin).

Höchstmögliche Sicherheit ist ebenfalls ein entscheidender Aspekt! Ich habe das bei der Erstellung des Programms bereits zu berücksichtigen versucht, z.B. durch weitgehenden Verzicht auf Medikamente und deren Nebenwirkungen.
Vor dem Start "gönne" ich mir ausführliche Laborkontrollen um z.B. keine aktiven Entzündungsreaktionen zu verpassen.

#12 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 27.06.2017 00:50

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Zitat von Tizian im Beitrag #10


Hallo Prometheus,

klingt spannend, aber was heißt das jetzt für einen Laien übersetzt und ganz praktisch? Also was machst Du an den ON und OFF-Tagen genau und was nimmst Du dazu ein etc.?



In der Fastenphase (ca. 3 Wochen): Kalorienrestiktion; 1-2 Mahlzeiten pro Tag. Vorzugsweise methioninarm.
Heilfasten wäre theoretisch konsequenter, aber dafür habe ich zu wenig Fettreserven.

Während der Fastenphase: Arginin/Citrullin/Melatonin/Zink/Magnesium (siehe auch Thymus Rejuvenation Program), zusätzlich Grüner Tee und Alpha-Liponsäure

Zyklisch ON: (Sa/So): Retinol (Klf-4-Aktivierung), Lithium-Orotat (Wnt-Aktivierung), Forskolin (c-Myc-Aktivierung), Ghee, Lecithin, Vitamin C

Zyklisch OFF:(Mo-Fr): Vitamine D, E, K (Retinol-Antagonisierung), Curcuma (als c-Myc-Inhibitor*), Berberin (als Wnt-Inhibitor).

Soweit die Grundstruktur. Es gibt zwar definitiv noch Optimierungs-Bedarf, aber wie gesagt: Eigentlich ist es simpel!

P.S.: Mein letztes Experiment in dieser Richtung war noch nicht so gut strukturiert. Jetzt warte ich erst einmal wieder auf eine Bestellung.

#13 RE: Tissue Rejuvenation Program von Tizian 27.06.2017 07:27

Sehr schön, vielen Dank, Prometheus!

#14 RE: Tissue Rejuvenation Program von Dr.Faust 27.06.2017 12:26

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#12 Interessant. Da frage ich mich, was ich eigentlich mit meiner Dauersuppl. mache (täglich):

Arginin/Citrullin/Melatonin/Zink/Magnesium (siehe auch Thymus Rejuvenation Program), zusätzlich Grüner Tee und Alpha-Liponsäure
außer: Melatonin, Grüner Tee

Zyklisch ON: (Sa/So): Retinol (Klf-4-Aktivierung), Lithium-Orotat (Wnt-Aktivierung), Forskolin (c-Myc-Aktivierung), Ghee, Lecithin, Vitamin C
außer Vit. C nichts davon

Zyklisch OFF:(Mo-Fr): Vitamine D, E, K (Retinol-Antagonisierung), Curcuma (als c-Myc-Inhibitor*), Berberin (als Wnt-Inhibitor).
Berberin garnicht, D und E nicht regelmäßig, Curcuma im Eiweiß-Shake

Also bin ich im Prinzip mehr im OFF-Bereich. Argi./Citr. wegen NO-Steigerung.

#15 RE: Tissue Rejuvenation Program von mithut 27.06.2017 19:54

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Danke liebe Leute,
ist ja echt cool, was Ihr so macht!

#16 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 13.07.2017 22:44

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Zur besseren Übersicht:

Epigenetische Reprogrammierung + Thymus-Rejuvenation

In der Fastenphase (ca. 3 Wochen): Kalorienrestiktion; 1-2 Mahlzeiten pro Tag. Vorzugsweise methioninarm.

Während der Fastenphase: Glycin/Arginin/Citrullin/Melatonin/Zink/Magnesium (siehe auch Thymus Rejuvenation Program), zusätzlich Grüner Tee und Alpha-Liponsäure

Zyklisch ON: (Sa/So): Retinol (Klf-4-Aktivierung), Lithium-Orotat (Wnt-Aktivierung), Forskolin (c-Myc-Aktivierung), Ghee, Lecithin, Vitamin C, Apigenin (Sellerie) und Luteolin (Thymian, Petersilie) zur Oct4 -Aktivierung https://www.hindawi.com/journals/bmri/2015/534952

Zyklisch OFF:(Mo-Fr): Vitamine D, E, K (Retinol-Antagonisierung), Curcuma (als c-Myc-Inhibitor und Notch-Inhibitor), Berberin (als Wnt-Inhibitor).

Senolyse:
Vergleiche Senolysis Program (2)
Konkret: Da sich die Senolyse direkt an eine Fastenphase anschließt, kann ich auf die drei Tage Fasten weitgehend verzichten. Ich persönlich brauche nur einen Tag, um (mit Joggen) in die Ketose zu kommen, das sollte reichen. Berberin und Curcuma behalte ich an diesem Tag als Autophagie-Enhancer im Programm. Zudem:

  • Highdose-Quercetin
  • Lowdose-Resveratrol
  • Gamma-Tocotrienol
  • Piperlongumin
  • Fisetin

Diese Fünfachkombi dann auch am Folgetag beim Fastenbrechen, dann ohne Berberin/Curcuma. Anschließend:

Stammzell-Refreshing + Telomerverlängerung
Telomere-Elongation-Program+ HDAC-Inhibition durch Ernährung

Währenddessen zuerst

Notch-Aktivierung (10-12 Tage)


dann

Notch-Inhibition (10-12 Tage)

#17 RE: Tissue Rejuvenation Program von Prometheus 16.08.2017 15:49

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Zum Reprogrammierungs-Part:

Beim nächsten Durchlauf werde ich "Zyklisch ON" auf 3 Tage ausdehnen (Fr-So). Ich vermute, dass die Umschaltung der Transkriptionsfaktoren durch Nahrung(sergänzung) etwas träger geht als im Gen-Maus-Experiment.
Nebeneffekt: Meine Nahsicht hat sich verbessert. Das kann eigentlich gar nichts mit der Reprogrammierung zu tun haben. Ich vermute es liegt entweder an der Retinol-Stoßtherapie und/oder am hochdosierten Vitamin C (?)

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