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#121 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von Dr.Faust 03.03.2020 11:22

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Ist zu befürchten, dass ein Luftbefeuchter die Viren im Raum verteilt?

Diese Befürchtung habe ich auch bei den "Airblade"-Händetrocknern die man mehr und mehr findet.
Auf Schiffen - auf ein solches gehe ich bald - ist es wohl die Klimaanlage? Auch in großen Gebäuden.

#122 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 03.03.2020 20:54

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Zitat von Dr.Faust im Beitrag #122
Ist zu befürchten, dass ein Luftbefeuchter die Viren im Raum verteilt?


Also ich hab mir letzten Winter einen Luftbefeuchter von Phillips gekauft. So viel Saugkraft, dass ich angst hätte, dass er Viren vom Boden aufsaugt oder sonst wie aufwirbelt hat er nicht.
Gibt aber glaub ich auch Luftbefeuchter, die das ohne Gebläse machen, mit Ultraschalzerstäubung z.B.

#123 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von Prometheus 04.03.2020 10:32

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@Dr.Faust

Eine höhere absolute Luftfeuchtigkeit inaktiviert Viruspartikel, siehe #121
Technisch gesehen ist es auch möglich, die Viren aus der Luft zu filtern (z.B. Luftreiniger mit HEPA-Filter) Gibt es ja auch in Kombination (Filter + Befeuchter). Ob das Kosten-Nutzen Verhältnis stimmt, sei dahingestellt.

Handtrockner sind aus hygienischer Sicht hingegen tatsächlich problematisch:
https://www1.wdr.de/wissen/technik/warml...enisch-100.html
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3538484/

#124 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von Dr.Faust 04.03.2020 10:52

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#124 Interessant mit den Händetrocknern. Papierhandtücher suind wohl
gut. Auf öffentlichen Toiletten muss ich immer daran denken, dass in den
relativ kleinen Räumen jetzt Erreger aller Art über die Händetrockner
verteilt werden.

Mein WINIX Zero Luftreiniger hat einen HEPA - Filter, Kohlefilter
und Plasma-Wave-Technologie. Die Filter kosten ca 60 EUR unmd reichen
bei Nichtrauchern ca 1 Jahr.

Was Feuchte betrifft werde ich zuerst mal messen. Ultraschall scheint mir
einersets gut, andererseit ... ständig diese Beschallung? Ja, ich weiss, man hört es nicht....

#125 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 05.03.2020 15:40

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THIRD-HAND SMOKE
Raucherklamotten belasten die Luft wie Passivrauchen

Während eines Kinofilms atmen Besucher eine bis zehn Zigaretten passiv ein, schreiben Forscher. Schuld seien Haut und Kleidung der Raucher.

Zitat
Auch in gut gelüfteten Innenräumen reichern sich erhebliche Mengen schädlicher Chemikalien aus Zigarettenrauch an. Das ist das Ergebnis einer Messung von Wissenschaftlern der Yale University und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Das Team um Drew Gentner hat dazu in einem Kino der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Messgeräte installiert, die während des laufenden Betriebs die Luftqualität erfassten.


Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher nun im Fachblatt »Science Advances«. Wer in diesem Kino, in dem seit 15 Jahren Rauchverbot herrsche und das über eine gute Lüftung verfüge, einen Film anschaue, atme das Äquivalent von einer bis zehn Zigaretten Passivrauch ein. Auch gesundheitsschädliche Stoffe wie Benzol oder Formaldehyd entdeckten der Yale-Forscher und seine Kollegen in der Raumluft.

Dass diese Substanzen von den Besuchern mitgebracht wurden, schließen die Forscher aus der Tatsache, dass die Konzentration der gesuchten Stoffe jedes Mal plötzlich anstieg, wenn sich der Saal füllte, und danach wieder langsam absank. Auch gab es einen Unterschied zwischen Kinosälen, in denen Kinderfilme gezeigt wurden, und solchen, in denen Filme für Erwachsene liefen. In letzteren sei die Belastung im Schnitt merklich höher gewesen.

Das Phänomen wird in Analogie zum »second-hand smoke«, dem Passivrauchen, auch als »third-hand smoke« bezeichnet. Gegen den Rauch aus dritter Hand hilft auch kein Rauchverbot in direktem Umfeld einer Gaststätte oder eines Versammlungsorts. Denn sogar wenn die Raucher unter den Zuschauern weder im Kinosaal noch im Foyer rauchen durften, schleppten sie doch den Rauch in den Innenraum – die Substanzen haften an Haut, Haaren und Kleidung, von wo sie mit der Zeit ausgasen.


https://www.spektrum.de/news/raucherklam...rauchen/1710460

#126 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 08.03.2020 09:34

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Luftverschmutzung:
Feinstaub und Ozon – mit Abstand die größte Pandemie

Wissenschaftler sprechen von der anderen Pandemie: Die Luftverschmutzung durch Abgase zehrt an der Gesundheit, nicht nur der Lungen. Vor allem Älteren kostet es Lebenszeit. Mainzer Forscher haben die Folgen neu berechnet.

Zitat
Einige Parallelen sind frappierend: Die Bezeichnung „Pandemie“ etwa, mit der viele Epidemiologen und Virologen die weltweite Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 inzwischen beschreiben, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch zwei Monate nach Beginn der Seuche nicht überzeugt. Ähnlich vorsichtig geht sie bei einer anderen globalen Seuche vor, für die sie nach wie vor unter dem Rubrum „Epidemie“ energisch aufmerksam zu machen versucht: die Verschmutzung der Luft. Die WHO hatte das Thema, ehe die Infektionswellen der jüngsten Zeit zugeschlagen haben, ganz oben auf die Agenda gesetzt. Und wie bei der Virusseuche nehmen jetzt auch bei der Schadstoffepidemie die Epidemiologen und Mediziner das Heft der verschärften Alarmierung in die Hand: „Wir müssen uns klarmachen, die Welt hat es inzwischen mit einer Luftschadstoff-Pandemie zu tun.“ Der Satz stammt von Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.


Zitat
Nun legen die Atmosphärenforscher aus Mainz mit einem neuen Mortalitätsmodell nach. Dazu haben sie die aktuellen Daten der von Menschen verursachten Schadstoffemissionen – insbesondere Feinstaub und Ozon – ebenso wie natürliche Emissionen mit den entsprechenden chemischen Reaktionen in der Luft kombiniert. Berechnet wurden daraus über den gesamten Globus die Auswirkungen auf die Krankheitslast und Lebenserwartung.


Zitat
Ihre Ergebnisse haben die Mainzer Forscher um Lelieveld und dessen Mainzer Kollegen Thomas Münzel in der international angesehenen Medizinzeitschrift der Europäischen Kardiologen-Gesellschaft, „Cardiovascular Research“ veröffentlicht. Allerdings betrachteten die Wissenschaftler keineswegs nur kardiovaskuläre, sprich: Herz-Kreislauf-Folgen der Luftverschmutzung. Die sind nach wie vor das gesundheitliche Hauptproblem bei den Emissionen. 43 Prozent der durch Luftschadstoffe verursachten vorzeitigen Todesfälle geht auf die Langzeitschädigung des Herz-Kreislauf-Systems zurück. Doch auch die anderen fünf Krankheitskategorien – von Lungen- und Hirnschäden bis zu Bluthochdruck und Diabetes – summierten sich auf: Bezogen auf das Jahr 2015, kamen die Forscher auf mindestens 8,8 Millionen vorzeitige Todesfälle..
Statistisch bedeutet das annähernd drei Jahre Lebenszeitverlust für jeden Erdbewohner. Wie das einzuordnen ist, lassen die Vergleiche mit anderen Risikofaktoren ahnen: Tabakrauch verkürzt die Lebenserwartung mit 7,2 Millionen Toten jährlich im Mittel um 2,2 Jahre, Aids um 0,7 Jahre, andere Infektionskrankheiten und Parasiten um 0,6 Jahre und Gewalttaten weltweit um 0,3 Jahre. Luftverschmutzung, um nur einen weiteren Vergleich zu bringen, übertrifft Malaria in der Schädlichkeit um das Neunzehnfache.

Doch nur um Durchschnittswerte ging es den Wissenschaftlern keineswegs: Sie haben zum ersten Mal rechnerisch die medizinischen Folgen der Luftverschmutzung auf der Ebene von Ländern und einzelnen Regionen abgebildet. Der Abgleich mit den – oft unvermeidlichen – natürlichen Emissionen, wie jenen aus Waldbränden oder Staubstürmen zeigt: Zwei Drittel der schädlichen Emissionen weltweit, achtzig Prozent in Industrieländern, stammen aus menschlichen Quellen und überwiegend aus Verbrennungsabgasen im Verkehr, Stromerzeugung und Industrie.


https://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz...e-16660774.html







Feinstaub, Ozon: Luftverschmutzung verkürzt unser Leben um fast drei Jahre

Zitat
Verschmutzte Luft ist gesundheitsschädlich und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegs-Erkrankungen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universitätsmedizin Mainz haben in einer neuen Studie berechnet, dass Luftverschmutzung die Lebenserwartung der Menschen im globalen Durchschnitt stärker verringert als Infektionskrankheiten oder andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie beispielsweise Rauchen.
Schon vor fünf Jahren 8,8 Millionen Tote wegen Luftverschmutzung

Danach verursachte Luftverschmutzung im Jahr 2015 weltweit 8,8 Millionen vorzeitige Todesfälle. Dies entspricht einer durchschnittlichen Verkürzung der Pro-Kopf-Lebenserwartung von 2,9 Jahren. Im Vergleich dazu reduziert Rauchen die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,2 Jahre (7,2 Millionen Todesfälle), HIV / Aids um 0,7 Jahre (1 Million Todesfälle), parasitäre und durch Vektoren – also durch Lebewesen wie Stechmücken oder Läuse – verursachte Krankheiten wie Malaria um 0,6 Jahre (600.000 Todesfälle).

Gefährlicher als Malaria und Aids
„Luftverschmutzung übersteigt Malaria als Ursache für vorzeitigen Tod um den Faktor 19 und HIV / Aids um den Faktor 9. Da die Auswirkungen auf die Gesundheit so enorm sind und die Bevölkerung weltweit betreffen, könnte man sagen, dass unsere Ergebnisse auf eine Luftverschmutzungspandemie hindeuten“, sagt Prof. Dr. Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Erstautor der Studie.



Zitat
Feinstaub begünstigt Herzinfarkt und Schlaganfall
„Wir verstehen mehr und mehr, dass Feinstaub in erster Linie Gefäßschäden und damit Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche begünstigt. Daher erachten wir es als äußerst wichtig, dass Luftverschmutzung als kardiovaskulärer Risikofaktor sehr ernst genommen wird und in den Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zu den Bereichen Prävention des akuten und chronischen koronaren Syndroms sowie Herzinsuffizienz ausreichend Niederschlag findet“, ergänzt der Kardiologe Münzel.

5,5 Millionen Tote pro Jahr wären vermeidbar
Fast zwei Drittel der durch Luftverschmutzung verursachten Sterbefälle, nämlich rund 5,5 Millionen pro Jahr, sind den Erkenntnissen der Studie zufolge grundsätzlich vermeidbar, denn der Großteil verschmutzter Luft stammt aus dem Einsatz fossiler Brennstoffe. So schätzen die Forscher auch, dass die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit um etwas mehr als ein Jahr steigen würde, wenn die Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe wegfallen würden.

Lebensdauer von Europäern im Schnitt um zwei Jahre verkürzt
Die Forscher der Universitätsmedizin Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie haben im vergangenen Jahr eine ähnliche Studie veröffentlicht, die sich mit den Folgen der Luftverschmutzung in Europa befasste: Danach sterben jedes Jahr fast 800.000 Europäer vorzeitig an Krankheiten, die durch Luftverschmutzung mit verursacht werden. Verschmutzte Luft verkürzt die Lebensdauer der Europäer im Schnitt um mehr als zwei Jahre.


https://weather.com/de-DE/gesundheit/all...r-leben-um-fast

#127 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von Dr.Faust 08.03.2020 10:37

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#127 Selbstverständlich ist Luftverschmutzung ein Schadensfaktor, ein "Sargnagel". Dennoch
finde ich es schwierig, daraus direkt die Lebensverkürzung abzuleiten. Es kommen viele Faktoren zusammen,
die sich schwer trennen lassen.

Interessanter als eine Statistik wäre es, den genauen Schadensprozess. Und machbare reale Gegenmassnahmen,
ohne gleich weltweit Fahrzeuge, Kraftwerke und Handys abzuschaffen.

Ja und wir brauchen Strom. Sonst sinkt die Lebenserwartung auch. Auch Fahrzeuge. Bei beiden besteht
Entwicklungspotential. Schnelle Fahrzeuge retten ebenso wie Mobiltelefon viele Leben. In unbeheizten Wohnungen
würde die Menschen auch nicht länger leben. usw. usv.

Ich sage nicht dass nichts passieren muss. Aber man muss wohl durch das Tel der Tränen, bevor man in lichte Höhen gelangt.

#128 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 21.03.2020 08:20

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Immer öfter wird nun die hohe Luftverschmutzung in Norditalien aber auch China als ein Grund für die schrecklichen Auswirkungen der Coronavirus Pandemie genannt

Coronavirus:
Warum Italien so stark betroffen ist

Zitat
Das "Epizentrum" der Ausbreitung umfasst jene drei Regionen im Norden, alle in der Po-Ebene, die das wirtschaftliche und industrielle Herz des Landes bilden, die Lombardei, Venetien und die Emilia-Romagna. Nirgendwo in Europa ist die Luftverschmutzung größer. Viele ältere Bewohner leiden an Atemwegsbeschwerden. Und die Bevölkerungsdichte ist hoch: Ungefähr 40 Prozent der Italiener leben dort. Ein gefährlicher Mix. Zoomt man die besonders betroffenen Gebiete näher heran, rücken die Städte Lodi, Brescia und Bergamo ins Zentrum, letztere kämpfen mit schwindenden Kräften gegen die Katastrophe.


https://www.sueddeutsche.de/politik/coro...uende-1.4851458



Studie bestätigt Smog und Feinstaub beschleunigte die Verbreitung des Coronavirus

Zitat
Die Luftverschmutzung , von der insbesondere die Poebene betroffen ist, könnte auch zur Ausbreitung von Sars Cov2 beigetragen haben. Eine solide wissenschaftliche Literatur beschreibt die Rolle von atmosphärischen Partikeln als wirksamer Träger, dh als Transport- und Diffusionsvektor für viele chemische und biologische Kontaminanten, einschließlich Viren. Das atmosphärische Partikel ist nicht nur ein Träger , sondern auch ein Substrat, das es dem Virus ermöglichen kann, unter lebenswichtigen Bedingungen für eine bestimmte Zeit oder in der Größenordnung von Stunden oder Tagen in der Luft zu bleiben. Das an der Forschung beteiligte Forscherteam untersuchte die auf den Websites der Regionale Umweltschutzbehörden für alle im Inland tätigen Überwachungsstationen, die die Anzahl der Episoden aufzeichnen, bei denen die gesetzlichen Grenzwerte (50 Mikrogramm / m3 durchschnittliche tägliche Konzentration) in den italienischen Provinzen überschritten wurden.

„Die hohen Staubkonzentrationen, die im Februar in der Poebene registriert wurden, führten zu einem Schub, einer Beschleunigung der Ausbreitung von Covid-19. Der Effekt ist in den Provinzen, in denen die ersten Ausbrüche auftraten, deutlicher ", sagt Leonardo Setti von der Universität Bologna. Wie durch bestätigt Gianluigi de Gennaro , der Universität Bari: sind „Die Pulver , das Virus zu übertragen. Sie fungieren als Träger . Je mehr es gibt, desto mehr Autobahnen werden für Ansteckungen geschaffen. Minimieren Sie die Emissionen und hoffen Sie auf eine günstige Meteorologie ".

Alessandro Miani, Präsident der Italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin (Sima), fügt hinzu: „ Die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt haben auf allen Ebenen gesundheitliche Auswirkungen . Dieser harte Test, dem wir uns auf globaler Ebene gegenübersehen, muss eine Warnung für eine wirklich nachhaltige zukünftige Wiedergeburt sein, zum Wohl der Menschheit und des Planeten.


https://www.meinbezirk.at/baden/c-gesund...avirus_a3993057


Feinstaubpartikel als Viren-Vehikel
Italienische Wissenschaftler wollen einen Zusammenhang zwischen hoher Feinstaubbelastung und der schnellen Verbreitung des Coronavirus Covid-19 in der Po-Ebene entdeckt haben

Zitat
Wie Bilder aus Venedig zeigen, hat die über Italien verhängte Ausgangssperre dazu geführt, dass die Kanäle in der Stadt nun wieder klares Wasser führen. Das Ausbleiben der Touristen führte dazu, dass weniger Abwasser einfließt, es fahren auch kaum mehr Motorboote.

In Wuhan und in der Provinz Hubei ist nach den Quarantänemaßnahmen und dem Shutdown, die am 23. Januar erfolgten, bereits Ende Februar aufgefallen, wie schnell die Luftverschmutzung zurückgegangen ist. Nach damals veröffentlichten Satellitenbildern der Nasa (Vergleich zwischen 1.-20. Januar und 10.-25. Februar) war der Rückgang der Luftverschmutzung, genauer der Stickstoffdioxid-Werte, allerdings nicht nur über Wuhan und der Provinz Hubei zu bemerken, sondern vor allem weiter oben im Norden bei Peking und im Osten bei Shanghai.

Landesweit wurden der Verkehr und die Wirtschaft gedrosselt, das hat auf jeden Fall zum Rückgang des Smogs beigetragen, der weitläufig und oft über chinesischen Großstädte und ganzen Regionen hängt und natürlich zu Lungenerkrankungen, etwa zum "Pekinger Husten". Es liegt nahe, das der vermehrt im Winter auftretende Smog die Ausbreitung des Coronavirus und dessen Folgen begünstigt haben könnte. In Wuhan war die Luftbelastung Mitte und Ende Januar 2020 sehr hoch und Anfang Februar eine hohe Feinstaubbelastung, die ab dem 7. Februar bis auf wenige Ausnahmen Ende des Monats deutlich und konstant zurückging, was auch noch im März anhielt.

Eine Verbesserung der Luftqualität im Frühling ist normal, auch bedingt durch das chinesische Neujahrsfest, aber nach den verfügbaren Daten ist sie im Februar und März deutlicher und anhaltender ausgeprägt. Gestern war sie in Wuhan mäßig, in der Umgebung bereits zum Teil wieder ungesund. Das gilt teilweise auch für Peking, während sie südlich von Peking wieder oft ungesund ist, auch westlich von Wuhan etwa in Chongqing.

Verbreiten sich Virenepidemien auch durch Luftverschmutzung?
Interessant ist dies deswegen, weil bekannt ist, dass Viren und Bakterien auf Staubpartikeln oder organischen Teilchen aus den Meeresdunst reisen. Sie können damit sogar bis in die Troposphäre aufsteigen und mit Winden Tausende von Kilometer reisen, bis sie wieder auf die Erde zurückfallen, mitunter auch in Massen. Auf diese Weise sind Viren auch ganz ohne Mithilfe von quer über den Erdball reisenden Menschen wahrhafte Globalisten, die sich um Grenzabschließungen nicht scheren und auch in Quarantänegebiete einfallen könnten. Wie Wissenschaftler vor zwei Jahren gemessen haben, rieseln jeden Tag "Dutzende von Millionen Bakterien und Milliarden Viren auf einen einzigen Quadratmeter" herab (Milliarden von Viren fallen jeden Tag aus dem Himmel auf einen Quadratmeter).

Ein Wissenschaftlerteam verschiedener italienischer Universitäten will einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung durch Feinstaub und der Häufung von Coronavirus-Infektionen gefunden haben, die in der Po-Ebene, besonders in der Lombardei und der Emilia-Romana, am höchsten ist. In ihrer Studie, für die sie die Feinstaub-Messwerte (PM-10) der Überwachungsstationen der Umweltschutzbehörden auswerteten und mit den bestätigten Covid-19-Fällen verglichen, gingen sie ebenfalls davon aus, dass Viren auf Smogpartikeln und inbesondere Feinstaubpartikeln bis zu mehreren Tagen und Wochen in der Luft bleiben und reisen können. Sie haften durch Koagulationsprozesse an den Partikeln, die Inaktivierung steigt mit der Temperatur und der Sonneneinstrahlung, während höhere Feuchtigkeit die Viralität länger erhält.

Es gibt Hinweise, dass Viren auf diese Weise verbreitet werden können. Die italienischen Wissenschaftler verweisen auf mehrere Untersuchungen. Nach einer Studie kann die Vogelgrippe über Sandstürme verbreitet werden. Der Humane Respiratorische Synzytial-Virus (HRS) infiziert Säuglinge und Kleinkinder, die Übertragung hängt nach einer Studie auch mit der Feinstaubkonzentration zusammen. Nach einer chinesischen Studie gab es einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Masernfälle in 21 Städten und der Höhe der 2,5PM-Feinstaubkonzentration, eine weitere stellte einen solchen Zusammenhang in Lanzhou fest.

Für die italienischen Wissenschaftler ist damit erwiesen, dass Feinstaubpartikel ein "wirksamer Vektor für den Transport, die Ausbreitung und die Proliferation von Virusinfektionen" sind. Sie selbst sehen eine Korrelation "zwischen der Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für PM10-Konzentrationen im Zeitraum vom 10. Februar bis 29. Februar und der Anzahl der mit COVID-19 infizierten Fälle, die bis zum 3. März erfasst wurden". Die Feinstaubbelastung ist am höchsten in der Po-Ebene.


Während sich nach den Wissenschaftlern in Süditalien unter Berücksichtigung der angenommenen Inkubationszeit die Infektion wie eine typische Epidemie ausbreitet, die von Person zu Person übertragen wird, würde man in der Po-Ebene eine "anormale Beschleunigung" sehen können, wie sie durch einen Träger entsteht. Hohe Feinstaubkonzentrationen könnten so in einigen Provinzen in der Po-Ebene die Ausbreitung der Epidemie verstärkt haben, mutmaßen die Wissenschaftler, was in anderen Gebieten nicht der Fall gewesen sei. Als Beispiel heben sie Rom hervor, wo sich an denselben Tagen wie in der Po-Ebene Infektionsfälle zeigten, sich aber nicht so viral verbreitet haben.

Es könnten auch weitere Umweltbedingungen hereinspielen, die die Wissenschaftlergruppe untersuchen will, sagen die Wissenschaftler. Um das Ergebnis der Studie zu verstärken, wäre der Zusammenhang zwischen Feinstaubkonzentration und der schnellen Verbreitung des Virus auch in anderen Ländern wichtig. Wie in China hat Covid-19 in der Po-Ebene zum Rückgang der Luftverschmutzung geführt. Eigentlich sollte sich dann, wenn Luftverschmutzung die Viralität verstärkt, auch die Verbreitung verlangsamen.


https://www.heise.de/tp/features/Feinsta...el-4687454.html

#129 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 26.03.2020 07:57

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Australien:
400 Menschen starben wohl an den Folgen der Buschbrände

Die Buschbrände in Australien hüllten ganze Landstriche über Monate in Smog. Welche Folgen die Umweltkatastrophe hatte, haben Mediziner jetzt erstmals abgeschätzt.

Zitat
Bei den außergewöhnlichen Buschbränden in Australiens starben wahrscheinlich mehr als 400 Menschen durch Rauchvergiftung. Das geht aus aktuellen Schätzungen der Luftverschmutzungsforscherin Fay Johnston von der University of Tasmania und ihrem Team hervor. 33 Menschen starben zudem in direktem Zusammenhang mit den Bränden, die von November 2019 bis Februar 2020 im Südosten des Landes wüteten.

Die Wissenschaftler ermittelten dazu, wie viele Menschen an jedem Tag in die Notaufnahme kamen, ins Krankenhaus eingewiesen wurden und verstarben. Dann erstellten sie eine Karte mit detaillierten Daten über die Luftverschmutzung vom 1. Oktober bis zum 10. Februar und modellierten, wie sich die örtliche Belastung der Luft auf die Notfallaufnahmen auswirkte.

Sie stellten fest, dass es während des Untersuchungszeitraums bis zu 417 zusätzliche Todesfälle und 1305 Einlieferungen in Notaufnahmen wegen Asthmaanfällen gegeben haben dürfte. Weitere 3151 Personen wurden ebenfalls wegen Herz- und anderer Atembeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert.


https://www.spektrum.de/news/400-mensche...braende/1715330


Testmessungen
Wie ein Waldbrand Asthma auslösen kann

Steigende Temperaturen als Folge des Klimawandels begünstigen die Waldbrand-Gefahr bzw. erschweren deren Eindämmung. Die daraus resultierende Feinstaubbelastung ist speziell für die Menschen ein Problem, die ohnehin einem Asthma-Risiko ausgesetzt sind. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Asthma und Waldbrand-Feinstaub?

https://www.air-q.com/blog/wie-ein-waldb...-ausloesen-kann


Waldbrände in Australien:
Die Lungen voller Rauch

Millionen Hektar Wald und Busch brennen. Rauchschwaden vernebeln Großstädte wie Sydney und Canberra. Wie schädlich sind Feinstaub und giftige Gase? Und helfen Atemmasken?

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/20...ankheiten-lunge


Megafeuer: Der Planet brennt | Doku | ARTE

#130 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 29.03.2020 10:52

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Die Nebenwirkungen der Gemütlichkeit
Die Abgase aus Dieselfahrzeugen galten bislang als besonders schädlich. Doch der Rauch aus Kachel- und Holzöfen kann nicht weniger Gefahren bergen, wiesen Züricher Forscher in Vergleichsexperimenten nach. Obendrein können Kaminbesitzer beim Heizen viel falsch machen und dadurch die Giftfracht aus dem Schornstein noch um ein Vielfaches in die Höhe treiben.

Zitat
Der Wind treibt die Schneeflocken durch die Luft. Draußen ist es bitter kalt. Bei diesen Temperaturen ist es verlockend, vor einem warmen Kamin zu sitzen, den lodernden Flammen zuzusehen und dem Knistern des Holzes zu lauschen. Behagliche Wärme breitet sich aus. Doch durch den Schornstein betrachtet entpuppt sich der Kaminzauber als schmutziges Vergnügen, warnen Züricher Forscher. Sie haben zum ersten Mal im Auftrag der Schweizer Behörden die Abgase aus dem Kamin mit denen eines Dieselfahrzeugs verglichen. Dazu leiteten sie die Schadstoffe auf Lungenzellen von Hamstern und verfolgten deren Entwicklung in Glasschalen.

Die als Schmutzfinken viel gescholtenen Dieselfahrzeuge sind gar nicht allein auf weiter Flur, fanden die Forscher heraus: „Offene und geschlossene Holzöfen sind eine weitere wichtige Quelle von Feinstaub, die wir unterschätzt haben“, sagt Thomas Nussbaumer vom Züricher Ingenieurbüro Verenum. „Selbst bei einem gut betriebenen Holzofen müssen wir davon ausgehen, dass die Abgase mindestens genauso gefährlich sind wie bei einem Dieselfahrzeug.“

Deshalb rät das Umweltbundesamt in seiner neuesten Broschüre dringend dazu, Kamine nur mit trockenem, unbehandelten Holz zu füllen und die Luftzufuhr nie ganz zu schließen. Auch sollte man die Brennkammer nicht überladen, damit das Feuer ausreichend Sauerstoff und Raum zur Verfügung hat, rät Anja Behnke, Autorin der Broschüre.

Schädliche Feinstäube können außerdem vermieden werden, indem die Holzscheite von oben angesteckt werden. Dünne Späne werden dazu auf dem Brenngut versetzt übereinander gestapelt und dann das Feuer entfacht. Das garantiert einen sauberen Abbrand, versichern die Züricher Forscher, die sich diese Anzündtechnik ausgedacht haben. Gewöhnlich zünden die meisten Kachelofenbesitzer das Brenngut von unten an. Bis das Feuer sich nach oben durchgefressen hat, brennt es jedoch nicht vollständig, da es nicht ausreichend Sauerstoff bekommt. Es entstehen unnötig viele Stäube und giftige Abgase.


Generell ist sichtbarer, grauer Rauch ein sicheres Zeichen für eine schmutzige Verbrennung. Die dunklen Fahnen rühren von giftigem Holzfeinstaub und von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Im Schornstein lassen sie eine glänzende Rußschicht zurück. „Wenn sauber mit Holz geheizt wird, sieht man nur farblose Schlieren aufsteigen“, beschreibt Nussbaumer. Bei modernen Holzpelletheizungen müsse das der Normalfall sein. Dagegen wird der Rauch bei einem Kaminfeuer naturgemäß etwas dicker ausfallen. „Einen offenen Kamin kann man beispielsweise gar nicht emissionsarm betreiben. Die Verbrennungsbedingungen lassen sich nicht steuern“, fügt Behnke an. Graue oder gar schwarze Schwaden dürfen es dennoch nicht sein.

Wer schmutzig heizt, schadet sich im Übrigen selbst, warnt Behnke: Sobald die Ofentür geöffnet wird, entweicht ein Teil des giftigen Rauchs in die Wohnung und verpestet die Luft. „Man kann davon ausgehen, dass die Gehalte an Feinstäuben im Innenraum erhöht sind.“ Auch die Anwohner leiden unter unbedachten Heizern. „In dicht besiedelten Gebieten kann das bei Inversionswetterlagen, also bei fast stehender Luft, zu einem Problem werden“, so Nussbaumer. Der Feinstaub aus dem Ofen sammelt sich über der Siedlung wie unter einer Käseglocke und beschert allen Bürgern schlechte Winterluft. Der Züricher Ingenieur rät deshalb, bei solcher Witterung auf das Kaminfeuer ganz zu verzichten.

Die Ergebnisse erstaunten den Forscher selbst, der sich in seiner Jugend für Kachelöfen begeisterte und gerne einen besessen hätte. Dieselmotoren und Öfen setzen schon im Normalbetrieb ähnlich große Mengen an Feinstaub frei. Die Teilchen sind großteils so klein, dass sie in die Verästelungen der Lunge eindringen können. Toxikologen gehen davon aus, dass sie dort Entzündungsreaktionen hervorrufen können und auf Dauer Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma und Bronchitis begünstigen. „Aus einem Kamin entweichen neben dem Staub auch noch organische Abgase in Form feiner Tröpfchen“, ergänzt Nussbaumer. „Sie bestehen aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Gerade diese sind sehr giftig. Insgesamt gibt es keinen Grund zur Annahme, dass die Emissionen aus Dieselfahrzeugen gefährlicher sind als jene aus dem Kamin.“

Wird feuchtes Holz im Kamin verheizt oder die Luftzufuhr geschlossen, steigt die Schadstofffracht sogar um ein Vielfaches.
Das Brenngut verbrennt dann unvollständig. Ohne Luft schwelt das Feuer vor sich hin: Der russartige Holzstaub, der dann entsteht, ist rund zehnmal schädlicher für die Zellen und das Erbgut als Dieselruß, offenbarten Nussbaumers Experimente. Zugleich liegt die Menge an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen rund zwanzigmal so hoch. „Die Abgase aus einem so betriebenen Kamin sind in jedem Fall weitaus schädlicher als Dieselruß“, warnt der Ingenieur.


https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur...gemuetlichkeit/

Unterschätzte Gesundheitsgefahr durch Holzrauch

Zitat
Winterzeit ist ja bekanntlich Kaminzeit, besonders wenn es draußen so kalt ist wie im Moment. Und da der Trend nicht nur hierzulande zu Feuerstelle und Holzpellet-Ofen geht, ist es an der Zeit, mal auf die unterschätzen Gefahren von Holzöfen hinzuweisen. Der Rauch von brennendem Holz ist nämlich weitaus gesundheitsschädlicher als die Abgase der meisten anderen Brennstoffe.

Der Mensch wärmt sich seit hunderttausenden von Jahren an offenen Feuern, aber daraus kann man natürlich nicht folgern, dass man den Siff gefahrlos einatmen könnte. Holz neigt dank seiner kompakten Struktur dazu, unvollständig zu verbrennen, besonders in offenen Feuerstellen, und dabei entstehen haufenweise unerfreuliche Substanzen.

Neben den klassischen Verbrennungsprodukte Kohlendioxid und Wasser, die uns nicht weiter stören, entstehen große Mengen Kohlenmonoxid (einige ppm im Rauchgas), Stickoxide (einige ppb im Rauchgas) und organische Verbindungen. Alkane und Alkene tauchen überwiegend in der Gasphase auf, während die gefährlicheren Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (von denen bis zu mehrere Mikrogramm pro Kilo Holz entstehen können) größtenteils an den festen Rauchpartikeln kleben. Dazu kommen Aldehyde, Alkohole, Carbonsäuren und verschiedene Typen von Aromaten, die sich auf Gase und feste Teilchen verteilen. Die aromatischen Kohlenwasserstoffe stammen überwiegend aus dem Lignin, das etwa ein Drittel der Masse des Holzes ausmacht, deswegen sind auch so viele da drin – Aromaten entstehen laut Literatur in ähnlichen Mengen wie Kohlenmonoxid.


Zitat
Entsprechend stellen immer mehr Studien einen Zusammenhang zwischen festen Brennstoffen und schlechterer Gesundheit her. Nach Schätzungen der WHO sterben Jährlich etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen von Holzrauch, die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren. Belegt ist der Zusammenhang zwischen Holzrauch und Atemwegsinfektionen bei Kindern sowie chronischer Bronchitis und Lungenkrebs bei Erwachsenen, besonders bei Frauen. Bei denen verdreifacht Holzrauch das Risiko einer chronischen Bronchitis. Holzrauch begünstigt nach einigen Studien wohl auch Tuberkulose – im Tierversuch behindern schon geringe Konzentrationen den Transport pathogener Bakterien aus den Atemwegen. Insgesamt verursacht Holzrauch in Innenräumen über drei Prozent aller verlorenen gesunden Lebensjahre (DALY) weltweit, etwa vergleichbar mit fehlender Malariaprävention und Übergewicht.

Erstaunlicherweise scheint es nur eine einzige kontrollierte Expositionsstudie am Menschen zu den Effekten von Holzrauch zu geben, und dazu eine sehr kleine. Demnach scheinen Rauchgase schon nach kurzer Exposition Entzündungsprozesse anzukurbeln. Im Tierversuch finden Forscher konsistent Schäden an den Epithelzellen der Atemwege und der Lunge. Vermutlich entstehen die Schäden durch giftige organische Verbindungen, die mit Rauchteilchen in die Lunge gelangen. Bemerkenswerterweise scheinen niedrige Rauchkonzentrationen, bei denen keine akuten Schäden auftreten, bereits die Immunantwort der Epithelzellen dauerhaft zu verändern, so dass schon geringe Konzentrationen von Rauchteilchen einen negativen Effekt haben könnten. Die ganze Mischpoke ist außerdem potentiell krebserregend – im Tierversuch erzeugt ein Extrakt aus Holzrauch 30 mal so effektiv Tumoren wie Zigarettenrauch.

Gefährliche Teilchen
Auch wir Westler können uns nicht sicher fühlen. Wir haben zwar bessere Öfen und weniger Rauch in den Wohnungen, aber auch hierzulande sind Holzheizungen wieder im Kommen – sind ja nachhaltig. Das Problem sind allerdings die Rauchpartikel. Die bedeutendste Fraktion dieser Partikel ist kleiner als ein Mikrometer und gelangt tief in die Atemwege. Dass diese Partikel so fein sind hat zwei zusätzliche Effekte, die uns Sorgen machen sollten. Zum einen setzen sich die Teilchen nicht ab, sondern schweben sehr lange in der Luft – entsprechend bleibt der Holzrauch gerade in Innenräumen über längere Zeit stehen, und wabert natürlich, nachdem er das Haus durch den Kamin verlassen hat, durch die Nachbarschaft. Studien zeigen, dass die feinen Rauchteilchen ohne Probleme von außen in Innenräume eindringen, so dass man sehr wohl den Rauch aus Nachbars Kamin in die eigene Bude bekommt, egal ob die Fenster geschlossen sind oder nicht.

Die Rauchpartikel haben es in sich. Sie tragen die gefährlichen Substanzen tief in die Lunge und laden sie dort konzentriert ab. Die Teilchen bestehen zu etwa einem Fünftel aus elementarem Kohlenstoff, der Rest sind anorganische Asche und die verschiedenen Verbrennungsprodukte, die an den Teilchen kondensiert sind. Untersuchungen aus den 90er Jahren in Kanada und den USA deuten auf einen Zusammenhang zwischen Partikeln aus Holzrauch und verschlechterter Lungenfunktion vor allem bei Kindern hin – solche Studien zeigen auch einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang, das heißt je mehr Rauch, desto größer die Schäden. Deutlicher als bei Öfen sind die Effekte bei offenen Feuerstellen, die Rauchpartikel direkt in Wohnräume entlassen. Dort erhöhen vier Stunden Exposition pro Tag die Wahrscheinlichkeit von Atemwegsproblemen wie Husten oder Brustenge um etwa 15 bis 20 Prozent.


https://scilogs.spektrum.de/fischblog/un...urch-holzrauch/



Risiko Rauch
Gesundheitsrisiko Holzverbrennung

Holzrauch enthält eine ganze Reihe von Schadstoffen - Umweltmediziner warnen vor Gesundheitsrisiken

Holz zu verbrennen ist einerseits klimafreundlich, da es sich um einen erneuerbaren, regionalen Energieträger handelt, es birgt aber auch Gefahren für die Gesundheit. Darauf wiesen Wissenschafter hin. Studien würden zeigen, dass Holzrauch überraschend stark zur Feinstaubbelastung beiträgt. Problematisch sehen die Forscher vor allem den Hausbrand.

Zitat
Hoher Schadstoffanteil bei Holzverbrennung
Vor allem in Alpenländern wie Österreich und der Schweiz wird traditionell oft auf Holz als Energieträger zurückgegriffen. Seit etwa zehn Jahren setze sich die Wissenschaft stärker mit dem Thema auseinander und seit 2008 gebe es erste Ergebnisse, die teilweise überraschend hohe auf Holzverbrennung zurückzuführende Schadstoffanteile ausweisen, erklärte Andreas Petzold vom Forschungszentrum Jülich in Deutschland. Das liege auch an Weiterentwicklungen von Analyse-Methoden, bei deren Entwicklung auch österreichische Wissenschafter "Pionierarbeit geleistet haben".


Zitat
Trügerische Gemütlichkeit
Als besonders problematisch bezeichneten die Forscher kleine Anlagen, wie etwa Hausöfen. Gerade bei solchen sogenannten freien Handfeuerungen zahle es sich meistens nicht aus, Filter einzubauen. Auch brenne das Holz in solchen Öfen meist nicht unter idealen Bedingungen ab.

Weit besser sei die Bilanz bei Pellets- und vor allem größeren Anlagen, wo der Brennstoff automatisch zum jeweils besten Zeitpunkt eingebracht wird, so Thomas Kuhlbusch vom Institut für Energie- und Umwelttechnik in Duisburg. "Wenn eine Feuerung falsch betrieben wird, kommt Dreck heraus", erklärte Kuhlbusch. Das gelte natürlich auch für das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas. Größere Anlagen seien insgesamt leichter sauber zu halten.

Um den Anteil sauberer Anlagen zu erhöhen, brauche es jedenfalls "strengere Grenzwerte", und es dürften in Österreich auch nicht weiter Umweltzeichen für Anlagen vergeben werden, die lediglich alte und zu niedrige Grenzwerte erfüllen, erklärte der Umwelthygieniker Manfred Neuberger von der Medizinischen Universität Wien.

Die Gründe für diese zu niedrigen Werte sieht der Forscher in der starken Holzwirtschafts-Lobby in Österreich. Im Zuge der Energiewende sollten seitens der Politik vor allem Erdwärmepumpen, Windkraft, Solarenergie und Gebäudedämmung vorangetrieben werden und nicht die Holzverfeuerung, so Neuberger.


https://www.derstandard.at/story/2000012...holzverbrennung
https://sciencev2.orf.at/stories/1754537/index.html


Zitat
Seit Urzeiten lieben Menschen das Holzfeuer. Sie lernten, es in Öfen und Kaminen zu zähmen. Und sie stellten schnell fest: Sein beißender Qualm muss raus aus dem Haus. Ihre frühe Form der Entsorgung hat sich bis heute gehalten – Abermillionen von Schornsteinen zeugen davon.

Holz als Heizstoff ist heute wieder populär. Weil der Ölpreis hoch ist und es die Gemütlichkeit fördert. Und Holz ist – nicht wahr? – ein nachwachsender und ökologisch sinnvoller Brennstoff. So denkt der Laie und heizt, dass die Schornsteine qualmen. Doch leider geraten mit zunehmender Popularität auch die zunehmenden Emissionen in den Blick. Und was da sichtbar wird, ist höchst unerfreulich. Das Umweltbundesamt zum Beispiel stellte Ende 2016 fest: "Die Feinstaub-Emissionen aus kleinen Holzfeuerungsanlagen übersteigen in Deutschland mit etwa 24.000 Tonnen mittlerweile die aus den Motoren von Lkw und Pkw." Und der Umweltspezialist Axel Friedrich, der als führender Kopf bei der Aufdeckung des Dieselskandals gilt, formuliert das Problem noch drastischer: "Holzfeuerung ist mittlerweile die Hauptquelle von Rußpartikeln in der EU. Sie ist für rund 60.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich."


Zitat
Wie massiv unsere geliebten Öfen stinken, das verdeutlichen drei Beispiele. Die von der EU geförderte Initiative für saubere Wärme Clean Heat warnt auch vor neuen, als besonders umweltfreundlich ausgezeichneten Holzöfen. Ein solcher Ofen stößt etwa 25-mal so viel Feinstaub aus wie ein zehn Jahre alter Lastwagen ohne Partikelfilter.

Ferner hat eine Studie der Universität Aarhus Emissionen aus Holzheizungen und aus dem Verkehr in Kopenhagen verglichen. Dort produzieren knapp 17.000 Holzöfen während der Heizperiode so viel gefährlichen Feinstaub wie der komplette Straßenverkehr im gesamten Jahr.

Schließlich hat das Eidgenössische Bundesamt für Umwelt praxisnah erfasst, welche Schadstoffmengen beim Verfeuern von Erdgas, Heizöl und naturbelassenem Holz entstehen. Am saubersten ist Gas. Mit Öl heizen verdoppelt die Produktion von Stickoxiden und Feinstaub. Holzbrand im Ofen oder Cheminée dagegen steigert die Emission von Kohlenmonoxid (CO) mehr als hundertfach. Dramatisch wird es beim Partikelausstoß: Den Holzofen verlässt im Vergleich zum Gaskessel tausendmal so viel Feinstaub.

Ein Trend könnte Umweltschützer beruhigen: Der gemessene Gesamtausstoß an Feinstaub ist seit Jahren rückläufig. Doch seltsamerweise zeigt sich bei der Gesundheit der Bevölkerung keine entsprechende Besserung. Trotz besserer Abgasreinigung vor allem in der Industrie und im Verkehr bringt Feinstaub in der EU pro Jahr etwa 400.000 Menschen vorzeitig ins Grab. Im Durchschnitt raubt er laut WHO jedem Opfer etwa zehn Lebensjahre; chronische Krankheiten gehen meist voraus.

Es ist wichtig, diese Kluft zwischen Messdaten und Sterberaten zu verstehen. Sie beruht teils auf Veränderungen bei den Emissionsquellen. Dieselruß zum Beispiel nimmt ab, Rußfilter im Dieselauspuff sind ja längst Pflicht – im Ofenrohr dagegen nicht.


Zitat
Erklärt den Laien, richtig zu heizen
Auch Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisiert: "Der aktuell geltende Zulassungstest für Kaminöfen hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. In der Praxis stoßen sie erheblich mehr Feinstaub aus, als einem die geschönten Laborwerte weismachen wollen." Wie beim Dieselskandal dürfe man "den Angaben der Hersteller nicht blind vertrauen". Er fordert auch für Öfen "ein realitätsnäheres Messverfahren und eine wirksame Marktüberwachung".

Warum unterscheiden sich aber die offiziellen und die praxisnahen Daten so stark voneinander? Hans Hartmann vom Bayerischen Technologie- und Förderzentrum TFZ in Straubing war Koordinator der be-real-Messungen. Er sieht "keinen gezielten Betrug wie beim VW-Skandal". Die Typprüfungen verliefen ganz legal. Allerdings würden "die Vorgaben, die für alle gleich sind, bis zur Grenze ausgereizt". Und diese Grenze ist völlig praxisfremd. Jeder Ofenbesitzer weiß, dass es vor allem beim Anfeuern kräftig qualmt. Die Typprüfer ignorieren diese Phase, messen nur bei stetem Vollbrand im sorgfältig vorgeheizten Ofen. Denn Festbrennstoffe müssen zuerst einmal vergasen. Das klappt am besten bei hoher Temperatur, umso sauberer ist die Verbrennung. Deshalb sieht Hartmann besonders modische Kaminöfen mit großen Fenstern skeptisch. Durch deren Glas strahlt viel Wärme ab, das kühlt den Brennraum.

Und weiter im Test: Ist das zu prüfende Gerät sorgfältig vorgeheizt, dann wird es von Experten des Herstellers mit bestem Holz in optimaler Scheitgröße beschickt. "Bei der Typprüfung dürfen aus beliebig vielen Messungen die drei besten ausgewählt werden", sagt Hartmann.

Hauptziel des be-real-Projektes war nicht das Verifizieren der Typprüfungen. Man wollte ein neues, realistischeres Prüfverfahren entwickeln. Bisher wird verbrennungstechnisch quasi das Filetstück herausgepickt. Den realen Schadstoffausstoß des Ofens prägen jedoch viele Faktoren: neben der kritischen Anzündphase auch der Ausbrand bis zum Erlöschen der Flammen, das Nachladen neuer Scheite und dadurch bedingtes Qualmen, vor allem auch die Bedienung des Ofens, etwa wie die Luftzufuhr geregelt oder wie viel nachgeladen wird.

So können Fehlbedienungen die Emissionen hundert- bis tausendfach erhöhen. Das zeigten Messungen am TFZ oder in der Schweiz. Besonders beliebt und fatal ist das Niedertemperaturheizen. Etwa wenn man viele dicke Holzkloben bei gedrosselter Luftzufuhr lange kokeln lässt. Schlaumeier nutzen Kohlebriketts – die billigen Dauerbrenner sorgen stundenlang für Glut. Derweil kann man entspannen, einkaufen oder spazieren gehen. Das verpestet zwar grausam die Luft, aber nach der Heimkehr glüht der Ofen noch, und die Stube ist mollig warm. Drinnen chillen, draußen killen, und keiner kontrolliert.


https://www.zeit.de/2017/14/holzoefen-he...komplettansicht


Siehe auch: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit (6)
Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit (6)

#131 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 05.04.2020 16:31

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Wie giftig ist mein Laserdrucker?
Machen Laserdrucker und Kopierer krank? Seit Jahren streiten Forscher, Hersteller und Interessenverbände darüber, wie gefährlich der Betrieb dieser Geräte ist. Denn der zum Drucken notwendige Toner enthält krebserregende Stoffe. Wie viel von dem Tonergift in den Körper gelangt, bleibt jedoch umstritten. Experten raten daher beim Drucken und Kopieren zur Vorsicht.
https://www.t-online.de/digital/drucker/...d-kopierer.html

Wie schädlich sind Laserdrucker?



Beitrag des WDR zum Thema Feinstaub durch Laserdrucker


Feinstaubbelastung durch Laserdrucker - MDR Umschau


Gesundheitsrisiko durch Drucker

Zitat
Ob Laserdrucker die Gesundheit gefährden, ist bislang nicht wissenschaftlich bewiesen. Sicher ist aber, dass die Geräte Tonerstaub und Tonerpartikel in die Luft abgeben und die sind giftig. Inzwischen gibt es sogar anerkannte Fälle von Berufsunfähigkeit. Wichtig ist daher der richtige Umgang.

Druckerabluft kann das menschliche Ergbut schädigen
Laserdrucker stehen in vielen deutschen Büros und werden jeden Tag häufig benutzt. Doch der Tonerstaub, den sie für das Drucken verwenden, ist womöglich gesundheitsschädlich. Bewiesen ist das zwar noch nicht, aber Studien und Untersuchungen legen den Verdacht nahe. Zum Beispiel hat die Uniklinik Freiburg in einer Studie von 2010 untersucht, wie die Abluft eines Druckers auf Kulturen menschlicher Lungenzellen wirkt. Das Ergebnis zeigte, dass der Druckerdunst die Zellteilung negativ beeinflussen kann. Dies sei noch kein Beleg für eine Krebs auslösende Wirkung, aber ein Hinweis darauf, dass Tonerstaub die DNS schädigen könnte. Das müssten weitere Untersuchungen zeigen.

Um sich und die eigene Gesundheit vor den schädlichen Folgen von Druckeremissionen zu schützen, empfiehlt es sich einige Regeln bei der Nutzung zu beachten. Sie betreffen den Kauf und den richtigen Umgang mit den Bürogeräten und zielen darauf ab, den Kontakt mit Tonerstaub - zum Beispiel beim Auswechseln einer Kartusche - so weit wie möglich zu vermeiden.
Beim Kauf von Druckern beachten

Die Vorsichtsmaßnahmen beginnen beim Kauf. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) empfiehlt in ihrem Faltblatt »Drucker und Kopierer. Sicher bei der Arbeit nutzen« den Kauf eines Druckers, der dem Stand der Technik entspricht, also besonders emissionsarm arbeitet und ein Prüfzeichen trägt, zum Beispiel das DGUV-Test-Prüfzeichen oder den blauen Engel. Diese weisen ein Gerät als besonders emissionsarm aus. Es gibt aber auch andere Siegel. Wichtig ist vor allem, dass sie Kennzeichen einer international anerkannten Emissionsprüfung sind.

Außerdem stoßen einige Drucker technisch bedingt Ozon aus. Beim Erwerb eines Gerätes sollte darauf geachtet werden, dass es mit einem Aktivkohlefilter oder einem emissionsarmen Hochspannungsteil ausgestattet ist.


https://www.arbeitssicherheit.de/themen/...ch-drucker.html

#132 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 13.04.2020 10:31

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Gesundheitsrisiko
Ozon im Büro geht unter die Haut

Ozon entsteht nicht nur im Autoverkehr, sondern auch im Büro. Forscher haben nun herausgefunden, dass Menschen die Moleküle über die Haut aufnehmen. Mögliche Folgen: Gesundheitsschäden wie Atem- oder Hautreizungen.

https://www.stern.de/gesundheit/gesundhe...ut-3535626.html
https://www.focus.de/gesundheit/gesundle...aid_427224.html


Gefährliches Ozon dringt in die Haut ein
Das aggressive Gas wird von alten Druckern ausgestoßen und reichert sich dann in der Büroluft an. Wer in unbelüfteten Räumen sitzt, nimmt das Ozon offenbar über die Haut auf. Da bleibt die Sauerstoffvariante dann auf unbestimmte Zeit – und kann schädlich für die Lungen und die für Haut werden.

Zitat
Menschen nehmen Ozon aus der Raumluft über die Haut auf – mit möglichen Gesundheitsschäden als Folge. Eine einzelne Person könne die Ozonkonzentration in einem kleinen Zimmer um 10 bis 25 Prozent senken, schreiben österreichische Forscher in der Fachzeitschrift „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften. Das auch in manchen Bürogeräten wie Laserdruckern oder Kopierern entstehende Gas reagiere mit Ölverbindungen in der Haut. Nur ein Teil der dabei entstehenden Substanzen würden wieder in die Luft abgegeben. Die übrigen blieben im Körper und reicherten sich mit der Zeit an. Die Experten warnen davor, dass einige dieser Substanzen gesundheitsschädlich sein könnten – etwa, weil sie die Haut oder die Atemwege reizen.

Armin Wisthaler von der Universität Innsbruck und Charles Weschler vom Environmental and Occupational Health Sciences Institute in New Jersey (USA) hatten analysiert. In den Laborversuchen und in Tests mit Freiwilligen verwendeten sie dabei Ozonkonzentrationen, wie sie in Büros zu finden sind. Der für die Studie genutzte „Büro-Raum“ war knapp 30 Quadratmeter groß.

Der größte Teil des aufgenommen Ozons reagiere mit der Substanz Squalen, die zwölf Prozent der Hautfette ausmache, schreiben die Forscher. Unter den dabei entstehenden Kohlenstoffverbindungen seien fünf zuvor in der Haut nicht bekannte chemische Verbindungen.


https://www.welt.de/wissenschaft/article...e-Haut-ein.html



Ozon:
Angriff auf unsere Haut

Ozon ist ein agressives Gas. Es reizt unseren Körper und kann Augenreizungen, Atembeschwerden sowie Kopfschmerzen verursachen. Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass diese Reizgas auch über die natürlichen Fette in unserer Haut reagiert. Diese Wechselwirkung kann unsere Gesundheit möglicherweise ebenso beeinträchtigen wie das Ozon selbst

https://www.medizinauskunft.de/artikel/d...8_ozon_haut.php



Oxidativer „Luftangriff“
Die natürlichen Fette in unserer Haut reagieren mit dem Reizgas Ozon. Bei dieser Wechselwirkung entstehen erstmals nachgewiesene Oxidationsprodukte, die unsere Gesundheit möglicherweise ebenso beeinträchtigen wie das Ozon selbst. Diese neuen Zusammenhänge haben Innsbrucker Ionenphysiker gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern erstmals im Detail erforscht.

Zitat
Menschen in der industrialisierten Welt verbringen etwa 90 Prozent ihrer Lebenszeit in Innenräumen. Über geöffnete und gekippte Fenster, die Lüftungsanlage oder bauliche Undichtheiten gelangt Ozon in Büros oder Wohnräume. Das Reizgas bildet sich bei intensiver Sonneneinstrahlung in der Außenluft aus flüchtigen organischen Verbindungen und Stickoxiden. Es wird aber auch von bestimmten Laserdruckern oder Kopiergeräten freigesetzt. „Ozon reagiert in Innenräumen mit einer in diesem Zusammenhang bisher kaum untersuchten Oberfläche, der menschlichen Haut“, erklärt Dr. Armin Wisthaler vom Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck.


Ozon reagiert mit Oberflächen
Wisthaler und der US-Chemiker Charles J. Weschler vom Environmental and Occupational Health Sciences Institute in New Jersey zeigen in ihrer Studie erstmals, dass Ozon bevorzugt mit einem in den natürlichen Hautfetten enthaltenen, mehrfach ungesättigten Kohlenwasserstoff (Squalen) reagiert. Als Folge entstehen zahlreiche einfache und substituierte Carbonylverbindungen. Die Produkte dieses oxidativen „Luftangriffes“ bleiben entweder auf unserer Körperhülle oder entweichen gasförmig von der Hautoberfläche. Sie reichern sich in weiterer Folge in der Raumluft an und werden eingeatmet. „Diese Prozesse konnten wir auch bei niedrigen, für Mitteleuropa typischen Innenraum-Ozonkonzentrationen nachweisen“, sagt Wisthaler.


https://www.uibk.ac.at/ipoint/news/uni_u...ung/704923.html



Ozon aus der Büroluft geht unter die Haut
Nicht nur im Freien sind wir dem Reizgas Ozon ausgesetzt, auch die Büroluft ist damit angereichert. Forscher haben festgestellt, dass Fette unserer Haut mit dem Ozon aus der Raumluft reagieren.
Die dadurch entstehenden Reaktionsprodukte könnten ebenso gesundheitsschädlich sein, wie das Gas selbst. Zu diesem Schluss kamen Innsbrucker Forscher in einer Studie in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen.
https://sciencev1.orf.at/news/156567.html

#133 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 19.04.2020 08:34

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Harvard-Studie:
Luftverschmutzung führt zu mehr Corona-Toten

Laut einer aktuellen Harvard-Studie ist Luftverschmutzung bei Menschen, die mit Covid-19 infiziert sind, mit signifikant höheren Todesraten verbunden. Die Arbeit zeigt, dass selbst ein winziger Anstieg der Partikelverschmutzung in den Jahren vor der Pandemie mit einem Anstieg der Sterblichkeitsrate um 15 Prozent verbunden ist.

Zitat
Laut einer aktuellen Harvard-Studie (https://projects.iq.harvard.edu/covid-pm) ist Luftverschmutzung bei Menschen, die mit Covid-19 infiziert sind, mit signifikant höheren Todesraten verbunden. Die Arbeit zeigt, dass selbst ein winziger Anstieg der Partikelverschmutzung in den Jahren vor der Pandemie mit einem Anstieg der Sterblichkeitsrate um 15 Prozent verbunden ist.

Die in den USA durchgeführte Untersuchung zeigt, dass etwas sauberere Luft in Manhattan in der Vergangenheit Hunderte von Menschenleben hätte retten können. Angesichts der großen Unterschiede in den toxischen Luftwerten zwischen verschiedenen Ländern weisen die Untersuchungen darauf hin, dass Menschen in verschmutzten Gebieten weitaus häufiger an dem Coronavirus sterben als Menschen in saubereren Gebieten. Die Wissenschaftler sagten, dass schmutzige Luft das Risiko eines akuten Atemnotsyndroms erhöht, das tödlich ist und eine Ursache für Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 sowie anderen Atemwegs- und Herzproblemen darstellt.

Die Harvard-Studie analysierte die Luftverschmutzung und die Todesfälle durch Covid-19 bis zum 4. April in 3.000 US-Bundesstaaten, die 98 Prozent der Bevölkerung abdecken. „Wir fanden heraus, dass ein Anstieg von PM2,5 [Partikeln] um nur 1 μg / m3 mit einem Anstieg der Covid-19-Todesrate um 15 Prozent verbunden ist“, sagte das Team. Es war bereits bekannt, dass eine geringfügige Zunahme der Exposition gegenüber Partikelverschmutzung über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren das Todesrisiko aus allen Gründen erhöht. Die neue Arbeit zeigt jedoch, dass diese Zunahme bei Covid-19-Todesfällen 20-mal höher ist.

„Die Ergebnisse sind statistisch signifikant und robust“, sagten sie. Die Studie berücksichtigte eine Reihe von Faktoren, darunter Armut, Rauchen, Fettleibigkeit sowie die Anzahl der verfügbaren Covid-19-Tests und Krankenhausbetten. Sie bewerteten auch der Ausgangssperren in New York City, das viele Fälle hatte, und Landkreisen mit weniger als 10 bestätigten Covid-19-Fällen in der Analyse.

In einer separaten Studie von Wissenschaftlern aus Italien wurde bereits festgestellt, dass die hohen Sterblichkeitsraten im Norden des Landes mit der höchsten Luftverschmutzung korrelieren.


https://world-news-monitor.de/umwelt/202...r-corona-toten/

#134 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 21.04.2020 16:58

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Luftverschmutzung ist eines der größten Gesundheitsrisiken | Feinstaub | Wissen Was

#135 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 02.05.2020 08:13

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Effects of prolonged exposure to CO2 on behaviour, hormone secretion and respiratory muscles in young female rats.

Zitat
Abstract:
Atmospheric CO2 concentrations increased significantly over the last century and continuing increases are expected to have significant effects on current ecosystems. This study evaluated the behavioural and physiological (hormone status, muscle structure) effects of prolonged CO2 exposure in young female Wistar rats exposed at 700ppm of CO2 during 6h a day for 15days. Prolonged CO2 exposure, though not continuous, produced significant disturbances in behaviour with an increase in drinking, grooming and resting, and a reduction in rearing, jumping-play and locomotor activity. Furthermore, CO2 exposure was accompanied by increased plasma levels of corticosterone, suggesting that prolonged exposure to CO2 was stressful. The muscular structure can also be modified also when respiratory working conditions change. The expression of myosin heavy chain was significantly affected in the diaphragm and oral respiratory muscles: Masseter Superficialis and Anterior Digastric. Modified behaviour and hormonal changes both appear to be at the origin of the observed muscular adaptation.


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28501558


Beeinflusst Luftverschmutzung die Denkleistung?
Forscher warnen nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes vor steigenden Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Luft: Mehr CO2 führt auch dazu, dass der Gehalt in Innenräumen auf Werte klettert, die strategisches Denken und die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Zitat
Seit vielen Jahren steigt der atmosphärische CO2-Wert und erreichte 2019 am Mauna Loa-Observatorium in Hawaii einen Höchstwert von 414 Anteilen pro Millionen (ppm). Nach Schätzungen der Forscher könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts auf 930 ppm steigen. In städtischen Gebieten ist der CO2-Gehalt in der Regel noch 100 ppm höher. Studienleiter Prof. Kris Karnauskas von der University of Colorado Boulder in den USA hat gemeinsam mit Kollegen zudem berechnet, wie sich dieser Anstieg auf die CO2-Konzentration in Innenräumen auswirken würde: Ein Wert von 930 ppm könnte in schlecht belüfteten Räumen auf ein schädliches Niveau von 1400 ppm ansteigen, mehr als dreimal so viel wie heutzutage im Freien.

Hohe Konzentrationen beeinflussen das Gehirn
Wenn Luft mit hohem CO2-Gehalt eingeatmet wird – etwa in überfüllten Konferenzräumen oder stickigen Klassenzimmern – steigt der CO2-Gehalt im Blut und reduziert gleichzeitig die Menge an Sauerstoff, die das Gehirn erreicht. Das könnte der Studie zufolge die grundlegende Entscheidungsfähigkeit um 25 Prozent und komplexes strategisches Denken um rund 50 Prozent verringern. "Es ist erstaunlich, wie hoch der CO2-Gehalt in geschlossenen Räumen werden könnte. Es betrifft alle – von kleinen Kindern in Klassenzimmern über Wissenschaftler, Geschäftsleute und Entscheidungsträger bis hin zu normalen Leuten in ihren Häusern und Wohnungen", sagte Karnauskas.


https://www.aponet.de/aktuelles/kurioses...nkleistung.html
Originalstudie: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/...29/2019GH000237

Zum vergleich:

Zitat
Kohlenstoffdioxid-Werte können in schlecht gelüfteten Büros und Klassenzimmern sehr schnell ansteigen. Beispielsweise kann in einem 3,5 bis 4 Quadratmeter großen geschlossenen Raum mit einer einzigen Person der CO2-Gehalt in nur 45 Minuten von 500 ppm auf über 1000 ppm ansteigen.


Zitat
Im Klassenzimmer oder im Büro entstehen nicht selten erhöhte Kohlendioxidgehalte im Bereich zwischen 1.000 ppm und 2.500 ppm. Kein Wunder, dass viele unter Kopfschmerzen oder Konzentrationsströrungen leiden. Denn „Dicke Luft“ senkt die Leistungsfähigkeit im Allgemeinen, was mit einer Verringerung der Produktivität einhergeht


Zitat
Die geltenden gesundheitsbezogenen Lüftungsleitlinien geben vor, dass der CO2-Gehalt in Räumen die Außenkonzentration um nicht mehr als etwa 650 ppm überschreiten sollte. Sie können sich aber auch am ASHRAE (American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers) Standard 62.1 orientieren: Dieser gibt an, dass ein für ein optimales Raumklima das Kohlendioxid-Level maximal 1030 ppm betragen sollte.


https://www.lufft.com/blog/fuenf-gruende...-gute-idee-ist/

#136 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von Prometheus 04.05.2020 08:57

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In diesem Zusammenhang auch sehr wichtig:

Beim Autofahren steigt die CO2-Konzentration im Innenraum rasch an!
Konzentrationsschwäche und Müdigkeit sind eine ziemlich konkrete Gefahr im Straßenverkehr.

Spätestens alle 15 Minuten einmal kurz durchlüften!

#137 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 26.06.2020 07:38

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Vom Acker in die Luft
Wie Ammoniak unsere Luft vergiftet

Mit Luftschadstoffen verbinden wir in der Regel vor allem die Abgase aus Autos und Fabriken. Doch auch die Landwirtschaft trägt einen erheblichen Teil zur Verschmutzung unserer Atemluft durch Schadstoffe bei. Allen voran: der massive Einsatz von Düngemitteln. Durch Zersetzung von Gülle und organischen Stoffen etwa, entsteht Ammoniak. Als größte Quelle für Ammoniak-Emissionen trägt die Landwirtschaft damit einen erheblich Anteil an der Feinstaubkonzentration in der Atmosphäre.

https://www.duh.de/projekte/ammoniak/


Ammoniak
Ammoniak (NH3) ist eine gasförmige Verbindung des Stickstoffs (N). Der Luftschadstoff entsteht hauptsächlich durch landwirtschaftliche Prozesse. Insbesondere die Tierhaltung ist ein wichtiger Verursacher.
https://www.umweltbundesamt.de/themen/lu...stoffe/ammoniak


Welche Rolle spielt Luftverschmutzung in Corona-Pandemie?
Italien und Spanien waren besonders schwer von Covid-19 betroffen. Vor allem einzelne Hotspots wie etwa der Großraum Madrid haben hohe Infektionszahlen. Dabei könnte die Luftverschmutzung als Grund dafür bisher unterschätzt worden sein.

Zitat
Innerhalb der EU sind Italien und Spanien besonders schwer von Covid-19 betroffen. Bei genauerem Hinsehen weisen aber vor allem einzelne Hotspots, wie die norditalienische Poebene und der Großraum Madrid hohe Infektionszahlen auf. Ursachen dafür gibt es viele. Ein Aspekt könnte dabei bisher unterschätzt worden sein: die Luftverschmutzung.

Schon bald, nachdem Corona das norditalienische Bergamo mit unvorstellbarer Wucht erfasst hat, hegten italienische Mediziner einen Verdacht: Spielt auch die Luftverschmutzung eine Rolle, wie gravierend sich das Coronavirus auswirkt? Auch in den Niederlanden will man dieser Frage jetzt nachgehen. Denn auffällig ist: Nicht etwa in den Ballungsgebieten um Amsterdam oder Rotterdam ist die Corona-Epidemie als Erstes ausgebrochen, sondern in der Provinz Noordbrabant. Inzwischen sind in dieser Region ein Viertel der niederländischen Corona-Toten zu verzeichnen. In Noordbrabant ist die Luft so schlecht wie nirgendwo sonst in den Niederlanden.

Ist das Amoniak in der Luft aus der Tierhaltung schuld?
Liegt das daran, dass die Provinz die höchste Dichte an Tieren in Europa, an Schweinen, Kühen, Hühnern, Ziegen und Schafen aufweist?
"Epizentrum der Massentierhaltung" wird die Provinz auch genannt. Hier teilen sich 2,5 Millionen Menschen mit 35 Millionen Tieren den Platz. Die Niederlande, von der Fläche her gerade mal so groß wie Nordrhein-Westfalen, sind die zweitgrößte Exportnation von Agrarprodukten der Welt – nach den USA. Industrielle Tierhaltung und intensive Landwirtschaft machen das möglich. Das Problem: In der Tierhaltung entsteht Ammoniak und das ist ein schädlicher Luftschadstoff.

Die niederländische Agrarministerin Carola Schouten hat nun veranlasst, mit einer staatlichen Untersuchung zu klären, welchen Einfluss die Luftverschmutzung auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung hat und welche Rolle die intensive Tierhaltung dabei spielt.

Stall und Feld: Quellen der Luftverschmutzung
Luftverschmutzung aus der Landwirtschaft? Auch wenn man da vielleicht zunächst an Traktoren und deren Auspuff-Abgase denken könnte - besonders relevant ist etwas anderes, nämlich die Gülle. In dem Gemisch aus Kot und Harn, vor allem von Rindern und Schweinen, entsteht im Stall und bei der Ausbringung Ammoniak. Auch in Deutschland in erheblichen Mengen, sagt Marcel Langner vom Umweltbundesamt. 95 Prozent der Ammoniak-Emissionen stammen aus der Landwirtschaft.

Das Problem dabei: Wenn Ammoniak in die Atmosphäre entweicht, verbindet es sich mit anderen Luftschadstoffen und bildet winzige Partikel: den sogenannten sekundären Feinstaub. Die einzelnen Teilchen können so groß wie Rußpartikel aus Dieselmotoren sein, die zum primären Feinstaub gezählt werden. Beide Feinstaubarten sind eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Je kleiner die Partikelgröße, desto tiefer kann der Feinstaub in unseren Körper vordringen, die Lunge schädigen und Entzündungsreaktionen hervorrufen. Diese Entzündungsreaktionen können Herz-Kreislauferkrankungen auslösen.

Wie kann der Ammoniak-Ausstoß reduziert werden?
Die einfachste Möglichkeit wäre, weniger Tiere zu halten. An der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wird aber auch erforscht, was die Höhe der Emissionen noch beeinflusst. Ein Großteil der schädlichen Gase lässt sich beim Ausbringen der Gülle verringern, erklärt Fabian Lichti vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung, wenn die Gülle in Streifen möglichst direkt auf den Boden ausgebracht wird. Oder sofort in den Boden eingearbeitet wird. Das wird bisher aber noch nicht flächendeckend in der Landwirtschaft praktiziert.

Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, wie vermieden werden kann, dass Ammoniak in die Atmosphäre entweicht. Schon bei der Lagerung der Gülle und im Stall, wo sie anfällt. Darin liegt auch das zentrale Problem: Nur wenn Kot und Harn vermischt werden, kommt es zur Bildung von schädlichem Ammoniak.

In der Weidehaltung, wo Harn getrennt vom Kot abgesetzt wird, ist das anders. Hier sind die Ammoniak-Emissionen auf einem sehr niedrigen Niveau, sagt Fabian Lichti. Doch nur ein geringer Teil der Rinder in Bayern kommt auf die Weide.

Auch durch gezielte Fütterung könnte der Ammoniak-Ausstoß verringert werden und noch weitere Methoden wären möglich. Bis jetzt werden sie in der Praxis aber kaum angewandt.

Landwirtschaft in Bayern könnte bis zu 40 Prozent der Feinstaubbelastung erzeugen
Marcel Langner vom Umweltbundesamt sieht die Landwirtschaft daher in der Pflicht. Er schätzt, dass sie je nach Region für 25 bis 50 Prozent der gesamten Feinstaub-Belastung in Deutschland verantwortlich ist. In Bayern - nach dem Nordwesten Deutschlands eine weitere Region mit teils hohen Tierzahlen - könnte die Landwirtschaft etwa 30 bis 40 Prozent der Feinstaub-Belastung verursachen. Während in anderen Wirtschaftssparten der Schadstoffausstoß merklich zurückging, hat sich bezüglich Ammoniak seit Jahrzehnten wenig getan.

Eine überarbeitete EU-Richtlinie sieht vor, dass die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 um 29 Prozent reduziert werden sollen. Weitere wichtige Feinstaubquellen sind Kraftfahrzeuge und Verbrennungsanlagen – vom Holzofen bis zu Braunkohlekraftwerken. Nach einer Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts in Mainz sind in Deutschland mehr als 120.000 Todesfälle pro Jahr auf Feinstaub-Belastung zurückzuführen.


https://www.br.de/nachrichten/wissen/wel...andemie,S2kQdk4

https://boostyourcity.de/deutsche-umwelt...bundesregierung

#138 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 27.06.2020 08:29

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Nicht nur SARS-CoV-2 wird durch Luftverschmutzung weit gefährlicher.

Diesen Zusammenhang gibts auch für andere Atemwegsinfektionen:

Zitat
Am Anfang stand eine bemerkenswerte Beobachtung. Die Lombardei und die Emilia Romagna, jene beiden Regionen, in denen das Coronavirus am stärksten wütete, sind gleichzeitig auch jene mit der höchsten Luftverschmutzung in Italien. Viele Fachleute glauben nicht an einen Zufall – und inzwischen legen Studien nahe, dass sie Recht haben: Schadstoffe in der Luft machen Covid-19 vermutlich tödlicher.

Das folgt zum Beispiel aus einer Studie an den 3080 Landkreisen der USA, in der eine Gruppe um Xiao Wu und Rachel Nethery von der Harvard University untersuchte, wie langfristige Luftverschmutzung die Sterblichkeit durch Covid-19 beeinflusst. Das Ergebnis: Nur ein Mikrogramm mehr Feinstaub pro Kubikmeter Luft erhöhe die Todesfälle im Schnitt um 8 Prozent, berichtet das Team in der Vorabveröffentlichung. Ähnliche Ergebnisse vermeldet Yaron Ogen von der Universität Halle-Wittenberg in einer Analyse von betroffenen Regionen in Europa.

Luftverschmutzung begünstigt Atemwegsinfektionen
Dass Luftverschmutzung das Coronavirus gefährlicher macht, kommt keineswegs überraschend, im Gegenteil: Bei dem eng verwandten Virus Sars-CoV beobachteten Fachleute 2003 den gleichen Effekt. Auch bei der Grippepandemie 1918/19 hatten Schadstoffe wohl gravierende Auswirkungen. Eine Gruppe um Karen Clay von der Carnegie Mellon University analysierte 2015, welche Auswirkungen die Abgase von Kohlekraftwerken in 183 US-Städten hatten. Das Ergebnis: Selbst wenn man lediglich die Luftverschmutzung in den stärker betroffenen Städten auf einen mittleren Wert reduziert hätte, wären etwa 20 000 Menschen weniger an der Spanischen Grippe gestorben.

Versuche in Mäusen legen nahe, dass Dieselabgase und Feinstaub die Empfänglichkeit für Atemwegsinfektionen erhöhen und Influenza schwerer verlaufen lassen. Der Effekt ist in Zellkultur nachweisbar, und Analysen saisonaler Grippeerkrankungen zeigen den Zusammenhang ebenfalls. Es wäre deswegen womöglich eher überraschend, keinen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und Luftverschmutzung zu finden.

Der Effekt geht auf die gleichen Wirkungen zurück, die Luftschadstoffe, besonders Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2), auch ohne Pandemie sehr gesundheitsschädlich machen. Betroffen sind als Erstes die Atemwege. In Bronchien und Lunge würden die Stoffe oxidativen Stress und eine chronische Entzündungsreaktion erzeugen, schrieb die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) 2018 in einem Positionspapier zur Luftverschmutzung.

Außerdem werde die Schleimhaut geschädigt, und Mikroorganismen würden nicht mehr so effektiv aus der Lunge befördert. Das Organ werde dadurch anfälliger für Infektionen aller Art, merkt die Organisation an. Dagegen gilt als eher unwahrscheinlich, dass Feinstaub als eine Art »Virentaxi« wirkt; stattdessen addieren sich die Risikofaktoren. »Luftverschmutzung trägt dazu bei, dass in höher belasteten Bevölkerungsgruppen vermehrt Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Krankheiten auftreten können«, erklärt der Epidemiologe Dietrich Plaß vom Umweltbundesamt, »was wiederum dazu führt, dass sie dadurch ein höheres Risiko für schwerere Verläufe haben.«


Die Daten reichen nicht aus
Das betrifft vor allem das Herz-Kreislauf-System. Obwohl man meinen sollte, dass die Atemwege als Eintrittspforte in den Körper am stärksten betroffen sind, hat insbesondere Ultrafeinstaub mit einer Partikelgröße von unter 2,5 Mikrometern einen größeren Effekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen. Ischämische Herzerkrankungen, Herzinfarkte, Krankenhauseinweisungen und Sterblichkeit seien allesamt deutlich mit Luftverschmutzung verbunden, schließt die DGP in ihrer Stellungnahme. Derzeit mehren sich die Hinweise darauf, dass schwere Verläufe von Covid-19 ebenfalls dramatische Auswirkungen auf die Blutgefäße haben.


https://www.spektrum.de/news/warum-luftv...r-macht/1725948

Die beste Luft in Europa hat übrigens Norwegen, die dreckigste Bulgarien.

Zitat
Polen, Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz im Dezember, folgt Bulgarien in der Liste der europäischen Länder mit der schlechtesten Luftqualität. Luftverschmutzung tötet rund 45.000 Menschen jedes Jahr in Polen, schätzen Experten. Laut der WHO lagen 33 der 50 dreckigsten Städte in Europa im vergangen Jahr in Polen. Eine dieser Städte ist Katowice, wo die Klimakonferenz stattfinden wird. Auch in Polen sind kohle- und holzbefeuerte Heizungen der Hauptverursacher für Smog und Feinstaubemissionen.

Deutschland bewegt sich im Mittelfeld. Wenn alle Daten zusammengefasst werden, hält die Bundesrepublik die jährlichen EU-Grenzwerte für die Feinstaubbelastung ein. Doch vor allem in Städten ist die Luft oft deutlich schlechter. In Stuttgart zum Beispiel werden 64,40 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen, der gesetzliche Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm.

Norwegen dagegen ist das einzige Land in Europa, in der die Luft sogar durchgehend sauberer ist, als es die WHO verlangt, die strengere Grenzwerte als die EU vorsieht. Norwegens grüne Strategie, wie die Förderung von sauberen Fahrzeugen, macht sich bezahlt.


Zitat
In der Luft finden sich neben Feinstaub weitere Schadstoffe, beispielsweise Stickoxide, Ozon und Ammoniak, die durch die Industrie, Straßenverkehr, Landwirtschaft und Heizungen ausgestoßen werden. Während in fast allen Bereichen Schadstoffe reduziert werden konnten, bleiben die Ammoniakemissionen in der Landwirtschaft hoch. Darüber machst sich Alberto González von der Europäischen Umweltagentur besonders große Sorgen. Denn wenn der gasförmige Ammoniak in die Atmosphäre eindringt und mit anderen Schadstoffen aus Fahrzeugabgasen reagiert, entsteht neuer Feinstaub, der tödlichste Schadstoff für Menschen.

Rund 94 Prozent der Ammoniakemissionen in der Europäischen Union entstehen in der Landwirtschaft, insbesondere in der Tierhaltung. In der Landwirtschaft haben seit 1990 keine größeren Emissionsreduzierungen stattgefunden. "Es ist sehr wichtig, dass wir endlich in der Landwirtschaft aktiv werden, um gegen die Luftverschmutzung zu kämpfen", sagte González der DW.

Wo in Europa ist es unsicher zu atmen?
Nicht überall in Europa ist die Luft gleich schlecht. Generell ist die Schadstoffbelastung in Mittel- und Osteuropa höher als im Rest der EU. Bulgarien hat die schlechteste Luft und zählt die meisten frühzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung. Grund dafür sind vor allem Feinstaubemissionen von Heizungen, sagt González.


https://www.dw.com/de/wo-ist-europas-luf...sten/a-46220665



Hier eine Karte, in der man in Echtzeit die Ergebnisse der Luftqualitätsmessstationen, die über den Globus verteilt sind ansehen kann

#139 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 07.07.2020 10:15

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Feinstaub geht tief ins Herz
Metallische Feinstaubpartikel gelangen bis in die Mitochondrien der Herzzellen

Folgenreiche Luftverschmutzung: Verkehrsbedingter Feinstaub kann bis tief ins Herz gelangen und dort die Mitochondrien der Herzzellen schädigen – die „Kraftwerke“ der Zellen. Das belegt eine Studie aus Mexico City. Dort wiesen die Forscher metallische Nanopartikel aus der verschmutzten Luft in den Herzzellen selbst eines Kleinkinds nach. Die eisenreichen Partikel hatten bereits zu Deformierungen und Schäden der Mitochondrien geführt.

Zitat
Folgenreiche Luftverschmutzung: Verkehrsbedingter Feinstaub kann bis tief ins Herz gelangen und dort die Mitochondrien der Herzzellen schädigen – die „Kraftwerke“ der Zellen. Das belegt eine Studie aus Mexico City. Dort wiesen die Forscher metallische Nanopartikel aus der verschmutzten Luft in den Herzzellen selbst eines Kleinkinds nach. Die eisenreichen Partikel hatten bereits zu Deformierungen und Schäden der Mitochondrien geführt.


Zitat
Wo im Herzen diese Feinstaub-Partikel enden, haben die Forscher nun bei einem 26-Jährigen und einem dreijährigen Kleinkind herausgefunden. Als sie das Herzgewebe der beiden Toten mit dem Elektronenmikroskop untersuchten, entdeckten sie zahlreiche rundliche, 15 bis 40 Nanometer kleine Partikel, die sich vor allem in den Mitochondrien der Herzzellen angereichert hatten. Mitochondrien gelten als die „Kraftwerke“ unserer Zellen, weil sie dem Zellstoffwechsel Energie in Form des Moleküls ATP bereitstellen.

Anreicherung in den Mitochondrien
Nähere Analysen ergaben, dass es sich bei den Nanopartikeln in den Herz-Mitochondrien vorwiegend um metallische Teilchen mit einem hohen Anteil an Eisen, aber auch Aluminium und Titan handelte. „In Form, Größe und Zusammensetzung entsprechen diese in den Mitochondrien gefundenen eisenreichen Nanopartikel exakt denen, die in der Luftverschmutzung der Städte und Straßenränder so häufig und allgegenwärtig sind“, konstatieren Maher und ihr Team.


Ihrer Ansicht nach bestätigen diese Funde, dass Teile des Feinstaubs bis ins Herz gelangen und dort Zellschäden verursachen können. Denn in den Untersuchungen zeigte sich, dass viele der Herz-Mitochondrien, die metallische Nanopartikel enthielten, bereits deformiert waren und Membranschäden aufwiesen. Wegen der essenziellen Funktion der Mitochondrien können solche Schäden auch für die Herzzellen und das gesamte Gewebe schwerwiegende Folgen haben.

Langanhaltende Schäden
„Man weiß schon seit langem, dass hohen Feinstaubwerten ausgesetzte Menschen häufiger und schwerer unter Herzkrankheiten leiden“, sagt Maher. Der Nachweis der Nanopartikel in den Herz-Mitochondrien belege nun, auf welchem Wege dies geschehe. Bei den beiden Fällen aus Mexico City zeigte sich die Belastung und Schädigung des Herzgewebes unter anderem in einem bis zu neunfach erhöhten Spiegel des Proteins PrPc, das als Indikator für oxidativen Stress gilt, sowie in einem weitern Biomarker für Zellstress, wie die Forscher berichten.

Vor allem Eisen und andere bioreaktive Metalle wie Aluminium stehen schon länger im Verdacht, die Bildung aggressiver Moleküle in den Zellen zu fördern. Metallpartikel im Gehirn könnten sogar an der Entstehung von Demenzerkrankungen beteiligt sein. „Dass wir solche Metallpartikel schon im Herz eines dreijährigen Kindes gefunden haben, deutet darauf hin, dass die Feinstaubbelastung schon früh erste Folgen hat, die sich dann aber erst später im Leben klinisch manifestieren“, erklärt Maher.


https://www.scinexx.de/news/medizin/fein...-tief-ins-herz/


Ein Indikator für schlechte Luft, sind übrigens besonders intensive und schöne Sonnenuntergänge oder Sonnenaufgänge.

Zitat
Die leuchtende Sonnenkugel wandert Richtung Horizont und taucht den Himmel allmählich in ein atemberaubendes Farbenspiel: Leuchtendes Gelb, sattes Orange, flammendes Rot - ein spektakuläres und sehr beliebtes Fotomotiv. Seltsamerweise soll es aber nicht in einsamen Naturparadiesen die schönsten und romantischsten Sonnenuntergänge geben, sondern gerade dort, wo die Luft am dreckigsten ist. Je mehr Staub desto farbenprächtiger der Abendhimmel. Stimmt das?

"Das kommt ganz auf die Größe der Partikel an", sagt Metin Tolan, Professor für experimentelle Physik an der TU Dortmund. Tatsächlich entstünden bei einem Sonnenuntergang besonders intensive Farben, wenn sehr viele kleine Staubteilchen in der Luft schwebten, Rußteilchen von den Autoabgasen beispielsweise.


https://www.waz.de/agenturmeldungen/gibt...-id6375982.html


Verräterische Sonnenuntergänge
Atmosphärenforschung einmal anders: Um Informationen über den Zustand der Atmosphäre in vergangenen Zeiten zu erhalten, könnten Forscher künftig einfach ins Museum gehen. Denn die gemalten Sonnenuntergänge großer Meister spiegeln verblüffend genau wider, wie viele Schwebstoffe zu ihrer Zeit in der Luft waren. Das haben griechische und deutsche Forscher beim Vergleich der Gemälde mit Messwerten aus 500 Jahren festgestellt. Der Rot-Grün-Anteil in den Himmelsdarstellungen gibt dabei Aufschluss über die Verschmutzung der Luft mit Vulkanasche, Staub oder Schadstoffen.

Zitat
Als der indonesische Vulkan Tambora im Jahr 1815 ausbrach, waren die Folgen wenig später selbst auf der anderen Seite der Erde sichtbar: Die Vulkanasche und Schwebteilchen der Eruption hatten sich in der Atmosphäre verteilt und sorgten selbst in Europa für spektakulär rotgefärbte Sonnenuntergänge. Einer der Künstler, der diese Farbenpracht in seinen Gemälden für die Nachwelt festhielt war der englische Maler William Turner. Seine Sonnenuntergangs- Bilder gelten als eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Kunst auch indirekt Informationen über vergangene Veränderungen in Klima und Atmosphäre vermitteln kann. Ob Turner ein Einzelfall war oder ob die Himmelsdarstellungen in Kunstwerken möglicherweise auch in weniger dramatischen Fällen etwas über den Zustand der Atmosphäre verraten können, haben Christos Zerefos von der Akademie Athen und seine Kollegen nun näher untersucht.

Sonnenuntergänge aus 500 Jahren Kunstgeschichte
„Wir wollten nach alternativen Wegen suchen, mit denen man Informationen über den Zustand der Atmosphäre auch zu Zeiten und Orten gewinnen kann, für die es keine Messwerte gibt“, erklärt Zerefos. Für ihre Studie werteten die Forscher deshalb Hunderte von Digitalfotos von Sonnenuntergangs-Gemälden aus der Zeit von 1500 bis 2000 aus. Die Idee dahinter: Aerosole in der Atmosphäre – aus Vulkanausbrüchen, aber auch durch Staubstürme oder Rauch verursacht – lassen den Himmel rötlicher erscheinen. Demzufolge müssten auch die gemalten Sonnenuntergänge immer dann leicht rötlicher ausfallen, wenn die Luft verschleierter war – wenn die Künstler in ihrer Farbgebung halbwegs genau waren. Um das zu prüfen, ermittelten die Forscher den Rot-Grün-Anteil der Bilder und verglichen diese Werte mit Messreihen zur Luftgüte, die aus Eisbohrkernen in Grönland stammen.

Und tatsächlich: „Wir haben festgestellt, dass die Rot-Grün-Anteile in den gemalten Sonnenuntergängen sehr gut mit der Menge der vulkanischen Aerosole in der Atmosphäre korrelieren – und dies unabhängig vom Maler und der Stilrichtung“, berichtet Zerefos. Wenn Künstler Sonnenuntergänge malen, dann ist ihre Farbgebung offenbar selbst bei eher abstrakten Gemälden relativ treffend und kann wertvolle Umweltinformationen liefern. Sogar die seit der Industrialisierung zunehmende Luftverschmutzung ließ sich an winzigen Verschiebungen im Rot-Grün-Anteil der zu diesen Zeiten entstandenen Gemälde ablesen, wie die Forscher berichten. „Aus den Bildern ergibt sich ein Anstieg der optischen Dichte von 0,15 in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf 0,20 am Ende des 20. Jahrhunderts“, so die Wissenschaftler.


https://www.wissenschaft.de/astronomie-p...nenuntergaenge/
https://www.scinexx.de/news/geowissen/so...aten-luftguete/

#140 RE: Allgemeine Luftqualität und der Einfluss auf die Gesundheit von La_Croix 28.07.2020 08:20

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Dampfen kann das Erbgut ebenso verändern wie Rauchen
Kalifornische Forschende zeigen in einer Studie im Fachjournal Epigenetics, dass Dampfen das Erbgut in ähnlicher Weise verändern kann, wie „klassisches“ Rauchen von Zigaretten. Die epigenetischen Veränderungen können Einfluss auf die Aktivität und Funktion verschiedener Gene haben.

Zitat
Das Forschungsteam untersuchte für die Studie das Blut von 45 Personen, die entweder rauchten, dampften oder beides noch nie getan hatten. Die Wissenschaftler analysierten das Erbgut (DNA) der Blutzellen auf epigenetische Veränderungen an speziellen DNA-Stellen. Tatsächlich zeigten sich sowohl bei Rauchern als auch bei Menschen, die dampfen, ähnliche epigenetische Veränderungen, die die Funktion und die Aktivität einzelner Gene beeinflussen. Bei Nichtrauchern und Nichtdampfern waren diese Veränderungen nicht vorhanden.

Epigenetische Veränderungen finden sich auch in Krebszellen
Von diesen epigenetischen Veränderungen sei bekannt, dass sie unter anderem auch bei Krankheiten wie Krebs auftreten, heißt es in der Pressemitteilung der University of Southern California. Die Ergebnisse würden nicht bedeuten, dass diese Menschen Krebs entwickeln werden, betonen die Studienautoren. Sie würden aber zeigen, dass die gleichen genetischen Veränderungen, die in Tumoren von Krebspatienten nachweisbar sind, auch bei Menschen gefunden werden, die dampfen oder rauchen. Die Forschenden vermuten, dass die krebserregenden Chemikalien, die im Zigarettenrauch und, in der Regel in geringeren Mengen, auch im Dampf von E-Zigaretten enthalten sind, ein Grund für die Veränderungen sein könnten.

In einer früheren Untersuchung an Zellen aus dem Mund von Rauchern und Dampfern konnte die gleiche Arbeitsgruppe auch zeigen, dass dort die Aktivität vieler Gene, die mit Krebs in Verbindung stehen, verändert ist, verglichen mit der Genaktivität der nicht-rauchenden Kontrollgruppe.


https://www.lungeninformationsdienst.de/...hen//index.html

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