Clonidine Protects Endothelial Cells from Angiotensin II-Induced Injury via Anti-Inflammatory and Antioxidant Mechanisms https://www.mdpi.com/2075-1729/15/8/1193
Zerebrovaskuläre Erkrankung Systematische Überprüfung Modifizierbare Risikofaktoren für Schlaganfall, Demenz und Depression im späten Leben: eine systematische Übersichtsarbeit und DALY-gewichtete Risikofaktoren für ein zusammengesetztes Ergebnis
ZitatMindestens 60 % der Schlaganfälle, 40 % der Demenz und 35 % der Depressionen im fortgeschrittenen Leben sind auf modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen, wobei sich die gemeinsame Pathophysiologie stark überschneidet. Ziel dieser Studie ist es, überlappende Risikofaktoren für diese Erkrankungen systematisch zu identifizieren und deren relative Auswirkungen auf ein zusammengesetztes Ergebnis zu berechnen.
Entscheidend für die Immunresilienz ist unter anderem der Transkriptionsfaktor TCF7, der die Regeneration und Jugendlichkeit von T-Zellen erhält und als molekularer Marker für eine „jugendliche“ Immunantwort gilt. Belastungen wie Infektionen, Entzündungen oder immunologische Defekte können die Immunresilienz beeinträchtigen. Umgekehrt zeigt sich aber auch: Die Resilienz ist prinzipiell „wiederherstellbar" bzw. therapierbar (z. B. durch TNFα-Blocker, die bei chronischen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden)!
Fünf Hauptansätze der Bluttherapie gegen das Altern:
Heterochrone Parabiose: Verbindet junge und alte Tiere miteinander, sodass Blutbestandteile ausgetauscht werden. Dies führte in Studien zu erhöhter Lebensdauer und verbesserter Funktion verschiedener Organe bei den alten Tieren.
Therapeutischer Plasmaaustausch (TPE): Austausch des eigenen Plasmas gegen Ersatzflüssigkeit, wodurch schädliche Alternsfaktoren entfernt werden. Erste Studien zeigen Verbesserungen bei kognitiven Leistungen (z. B. bei Alzheimer) und eine Verjüngung des Immunsystems.
Plättchenreiches Plasma (PRP)-Injektion: Aus Eigenblut gewonnenes Plasma mit hoher Thrombozytenkonzentration wird zur Förderungen von Regeneration, Heilung, Hautverjüngung oder Schmerztherapie eingesetzt.
Transfusion extrazellulärer Vesikel (EVs): Diese kleinen Bläschen übertragen Signale zwischen Zellen und können so die Regeneration verschiedener Organe fördern. Junge EVs können altersbedingte Funktionsverluste in Tiermodellen reduzieren.
Transfusion von Plättchenfaktor 4 (PF4): Ein Protein aus Blutplättchen, das unter anderem die Neubildung von Nervenzellen fördert und in Studien zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten bei altersbedingter Demenz gezeigt wurde.
Kommentar Prometheus: Es fehlen oft noch standardisierte Protokolle, kontrollierte Studien beim Menschen und eine genaue Kenntnis der wirksamen Blutbestandteile. Mögliche Risiken wie Entzündungen oder Immunreaktionen werden im Paper diskutiert. Die Autoren fordern standardisierte Herstellungs- und Anwendungsprotokolle sowie einen Fokus auf die Identifikation der zentralen verjüngenden Blutbestandteile, um diese zukünftig gezielt einzusetzen. Ich halte Blut-basierte Therapien für sehr vielversprechend, weil hierüber im Prinzip allen Organen das Signal zu einer Verjüngung gegeben werden könnte.
Das wäre eigentlich auch umsetzbar mit L. reuteri Joghurt (pusht Oxytocin) + zum Beispiel Tribulus terrestris (Kaempferol 3-O-gentiobiosid als Alk5 Inhibitor).
Fragt sich, ob man dieser informationstheoretischen Sichtweise irgend einen neuen praktischen Aspekt abgewinnen kann. Dass die biomolekulare Kommunikation durch die Alterung gestört wird, ist ja nichts neues. Der ausgeprägteste Informations- und Kommunikationsverlust im Muskel findet im Fettstoffwechsel statt. Hier müsste der Studie zu Folge also das größte Muskel-Verjüngungspotential liegen. Der Fettsäuremetabolismus im Muskel lässt sich durch gezieltes Ausdauertraining optimieren, dadurch verbessert sich die Fähigkeit des Muskels, freie Fettsäuren aerob zu verstoffwechseln. Zusätzlich kann Nüchterntraining oder eine längere Trainingsdauer mit Glycogenverknappung die Effizienz des Fettstoffwechsels steigern.
Die Autoren vertreten die Ansicht, dass die epigenetischen Uhren eher das Ergebnis stochastischer (zufälliger) Akkumulation von molekularen Schäden anzeigen und nicht Ausdruck eines programmierten Ablaufs seien. Das Altern beruht nach Ansicht der Autoren ausschließlich auf der zufälligen Anhäufung molekularer Schäden (z. B. DNA-Schäden, Fehlfaltungen von Proteinen, Fehler bei Zellteilungsprozessen). Reparatur- und Wartungsmechanismen in Zellen seien zwar im Laufe der Evolution entstanden, aber sie sind zwangsläufig unvollkommen. Daraus folgt, dass mit der Zeit Fehler akkumulieren. Selbst genetisch identische Individuen weisen eine hohe Varianz in ihrer Lebensspanne auf, obwohl sie unter identischen Bedingungen gehalten werden. Das spräche für eine starke Rolle stochastischer Prozesse.
Entwicklunsprogramme (wachstums- und reifungsbedingte Abläufe) könnten im späteren Leben weiterwirken und so passiv Altern fördern, ohne dass sie sich evolutionär speziell für das Altern herausgebildet hätten. Insgesamt sehen die Autoren Altern als ein Nebenprodukt der Begrenztheit biologischer Reparatur an und nicht das Resultat eines eigenen genetischen „Alternsprogramms“.
Kommentar Prometheus: Diese Sichtweise reflektiert im Wesentlichen den aktuellen wissenschaftlichen "Mainstream" und versucht ihn zu untermauern. Was ich nicht verstehe: Warum setzen sich die Autoren mit völlig veralteten Argumenten von A. Weismann (1834–1914) auseinander und nicht mit den modernen Ansätzen wie z.B. von J. Mitteldorf?