Massentierhaltung und -schlachtung ist unschön, keine Frage. Wie schwer wiegt die ethische Bürde für euch persönlich? Ist Fleischverzehr ohne Massentierhaltung ein geringeres Übel?
Tierexperimente sind oft notwendig, um die Entwicklung von Medikamenten voranzutreiben und auch aus Life-Extension-Sicht führt kein Weg an Tierexperimenten vorbei. Würdet ihr auf Medikamente aus Prinzip verzichten, wenn für die Entwicklung Tiere gequält wurden?
ZitatIst Fleischverzehr ohne Massentierhaltung ein geringeres Übel?
Ich persönlich finde sogar, dass Fleischverzehr bei Tieren, die Artgerecht gehalten wurden und schnell geschlachtet wurden moralisch nicht verwerflich ist. Fleischkonsum ist für unsere Spezies völlig normal, als Omnivore sind wir für optimale Gesundheit auf gelegentlichen Fleischkonsum ausgelegt. In der Natur ist fast jedes Lebewesen von Fressfeinden bedroht, die meist sehr grausam töten.
Sieht man es mal so, dann hat ein Tier auf einem Biobauernhof, das genug Auslauf um sein Natürliches Verhalten auszuleben, selbst Nahrung suchen kann, daneben noch mit Dingen gefüttert wird die es gerne hat und medizinisch versorgt wird eine weit schönere Existenz als fast jedes Wildtier!
Es ist in meinen Augen nur verwerflich Tiere auf engstem Raum zu halten. Da sehe ich aber nicht nur so gewonnenes Fleisch sehr kritisch, sondern auch Eier von Legebatterien und Milch von Milchkühen, die nur in ihren Boxen gehalten werden sowie deren Produkte .
Zum Thema Fleischverzehr, ich versuche eben etwas weniger Fleisch und tierische Produkte zu konsumieren (auch wegen dem Methionin), völlig darauf verzichten möchte ich bei allen moralischen Bedenken nicht.
ZitatWürdet ihr auf Medikamente aus Prinzip verzichten, wenn für die Entwicklung Tiere gequält wurden?
Nein, das Tierleid wird nicht rückgängig gemacht, wenn Menschen auf die so gewonnen Erkentnisse verzichten.
ZitatWie steht ihr zu dieser kürzlichen hochgekochten Debatte? Ist ein Tier mehr wert als 10.000 Menschenleben?
Ich habe schon von psychologischen Studien gelesen, die beweisen, dass Menschen mit Tieren meist mehr Mitleid haben als mit Menschen.
Es liegt an unserem angebohrenen Moralempfinden, Tiere werden wie kleine Kinder und Greise als hilflos empfunden und darum entwickelt man Mitleid. Daher überascht mich es nicht und ich habe sogar mit so etwas gerechnet als ich hörte, dass der Hund eingeschläfert wurde.
Ich persönlich weis nicht so recht ob es richtig war den Hund einzuschläfern. Der Krankenschwester hat man dadurch vermutlich direkt zur der furchtbaren Krankheit gleich noch einen Schlag versetzt und alle Menschen die mit Ebola zu tun haben, können sich jetzt auch noch sorgen um ihre Haustiere machen (falls sie nicht Familienangehörige haben, die mit ihnen Leben). Außerdem weis man ja gar nicht, ob ein Hund für Ebola als Reservewirt dienen kann.