ich wurde vor kurzem gefragt: welche Hormonwerte würdet ihr bei
-einem gesunden Mann -einer gesunden Frau
von jeweils 30 Jahren bestimmen lassen. Hintergrund ist der, dass diese Werte einst als personalisierte Referenzwerte für eine evt. spätere HET herangezogen werden sollen.
Ist natürlich auch eine Frage des Geldbeutels. Mit diesen Werten hätte man bereits einen guten Überblick:
TSH, fT3 fT4
Gesamttestosteron, freies Testosteron, SHBG
Östradiol, Progesteron
LH, FSH, DHEA
IGF-1
Als Anmerkung: Wir wissen alle, dass Hormon-Werte starken Schwankungen ausgesetzt sind und solche Messungen immer nur eine Momentaufnahme darstellen.
Wenn man den Gedanken im Eingangsbeitrag perfektionieren wollte (Bestimmung von Referenzwerten für spätere Lebensjahre), könnte man das Hormonprofil einmal nach einer längeren Fastenperiode abnehmen und anschließend versuchen die Hormonwerte über Lifestyle-Maßnahmen (Muskelaufbau, Schilddrüsenoptimierung) zu pushen und dasselbe Panel dann erneut bestimmen.
Das Ansprechen der Hormondrüsen auf solche Stimuli ist das, was dem Hormonsystem in einem höheren biologischen Alter abhanden kommt.
Daher ist das "Delta" was sich erzielen lässt in meinen Augen aussagekräftiger als die Einzelwerte.
Frauen könnten zusätzlich noch Östriol bestimmen und den Zyklus zu 3 verschiedenen Zeiten messen (zur Ovulation, davor, danach). Leider zu aufwändig und teuer, als dass man dieses Vorgehen allgemein empfehlen könnte.
Ich würde dem noch die SD-Antikörper hinzu fügen, da sich sehr oft eine Autommunkrankheit entwickeln kann. So hat man eine Ausgangsbasis.
Bei Hormonmessung der Frau sollte der Zyklustag berücksichtigt werden: 5-7 Tage vor der nächsten Regel. (auf dem Laborauszug dann vermerken, welcher ZT es war!!) Das ist die stabilste Hormonlage und man weiß in etwa, wie das Verhältnis von Östradiol zu Progesteron bei der Person liegt. Das ist auch einer der wichtigsten Parameter im Alter! Da interessieren Werte der einzelnen Zyklusphasen nicht mehr.
Falls hormonelle Verhütung gemacht wird, sind die Hormon-und SD-Werte durchweg nicht als Referenz geeignet!!! Können aber natürlich als Vergleich herangezogen werden.
Östriol messen macht keinen Sinn, das Hormon hat eine extrem kurze Halbwertzeit. Lieber Estron (E1)
Die Nebennierenachse: dazu gehört außer DHEA-S auch Cortisol! (morgens vor 8h)
Die Hypophysenwerte immer in Zusammenhang mit den entsprechenden Hormonen messen!
Auf dem Laborzettel dann alles angeben, was man in diesem Alter eingenommen hat, Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten, Befinden,... Das hat man 30 Jahre später vergessen