Bei den Phase 1 und Phase 2 Studien (COV001-COV003), wurde bei den Studien für die Kontrollgruppe kein Placebo verwendet, sondern ein Impfstoff gegen Meningokokken, welcher kein allzugutes >Nebenwirkungsprofil< hat. Würde man da nicht eher ein Placebo nehmen? Wieso eine Vergleichsstudie um Zitat: "Beurteilung der Sicherheit, Wirksamkeit und Immunogenität" darzulegen?
Und wenn man schon Vergleiche anstellen möchte, und zeigen möchte, dass Astrazeneca "besser" ist - wäre dann nicht ein vergleichbares Vakzin indiziert? Meningokokken sind Bakterien und Astrazeneca richtet sich gegen Viren?!?
Ein Vergleich mit einem Virusimpfstoff wurde vermutlich in der Studie COV004 gemacht, nur findet man auf den offiziellen Seiten nichts, obwohl sie im Risk-Management-Plan aufgeführt ist. Google liefert einen Vortrag, wo auf einer Folie etwas zu COV004 steht: rabies.JPG - Bild entfernt (keine Rechte) Bei COV004 wird also anscheinend mit dem Tollwuterreger (Virus) verglichen. Das Ergebnis davon wäre für mich interessanter als die von COV001-COV003!
In der Studie COV005 wurde dann endlich mit Placebo (Kochsalzlösung) für die Kontrollgruppe gearbeitet aber die Probandengruppe war "mit und ohne HIV" - Die Stärke der Aussagekraft dieser Studie mag jeder selbst beurteilen. Was mir bei COV005 auch noch aufstößt ist die Probandenzahl von nur ca. 2000 Probanden. COV002 und COV 003 hatten etwa 10.000, bzw. 12.000 Studienteilnehmer.
Auch wenn bei den Zulassungschritten alles sauber abgelaufen ist, trommelt mein Bauchgefühl trotzdem noch.... Die Merkwürdigkeiten summieren sich einfach - Es sei denn, jemand weiß, dass es normal ist bei ZulassungsstudienVergleichsstudien mit ganz anderen Kandidaten anzustellen...
Ich finde es extrem schwierig Studien genau einzuschätzen! Hi.C.fricke schreibt ja auch darüber, das Impfungen verglichen werden mit "nur" Impfverstärkern. Manchmal lese ich eine durch und Verstehen tue ich sie kaum, diese Wahrscheinlichkeiten und, ähm Zeugs. Zumindest habe ich sie gelesen, was nicht jeder in meinem Umfeld macht...niemand :)
Der Vergleich mit dem (zugelassenen!) Meningokokken-Impfstoff ist sicherlich diskussionswürdig. Placebo wäre zwar kein sinnvoller Vergleich, aber ein anderer Anti-Viren Impfstoff wäre für das Studien-Design sicherlich nicht verkehrt gewesen. Bei den Nebenwirkungen wurde in den Studien von Astrazeneca teilweise mit Paracetamol "kaschiert". Hinzu kommt noch das Risiko für Venenthrombosen.
Astrazeneca ist sicherlich nicht erste Wahl bei den Impfstoffen, gerade auch in Hinblick auf die Delta-Variante. Trotzdem noch besser, als gar keine CoV-Antikörper zu haben.
Zitat von Prometheus im Beitrag #3Der Vergleich mit dem (zugelassenen!) Meningokokken-Impfstoff ist sicherlich diskussionswürdig.
Naja wer Paracetamol nimmt um Nebenwirkungen zu kaschieren, der scheut vielleicht auch nicht davor einen vom Nebenwirkungsprofil recht schlechten Imfpstoff für den Vergleich heranzuziehen. Dann sähen die eigenen Nebenwirkungen vielleicht nicht ganz so übel aus (also im Vergleich).