Hat sich mit diesem Modell schon jemand befaßt? Interessiert das jemanden als Diskussionsgrundlage?
Durch theoretische Modelle lassen sich Pathogenese und Salutogenese gut beschreiben. Doch wie erreicht man in der Praxis ein Kohärenzgefühl, wie es Antonovsky beschreibt?
Eine wichtige Rolle spielen dabei die persönlichen Widerstandsressourcen, wie beispielsweise Intelligenz, Flexibilität, Weitsichtigkeit, materieller Wohlstand, das soziale Netzwerk und das Immunsystem. Wer einen hohen Lebensstandard, viele Freunde und eine gute Bildung hat, hat die besten Voraussetzungen gesund zu bleiben. Gesundheit ist demnach stark von äußeren Umständen abhängig. Ebenso ausschlaggebend sind aber auch eine positive Selbstbeurteilung sowie die Arbeit an der eigenen Identität. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann dauerhaft gesund bleiben.
Abschließend ist festzuhalten, dass Gesundheit ein Prozess und kein Zustand ist. Es gibt immer Phasen im Leben, in denen Krankheit oder Gesundheit überwiegt. Doch eine ausgewogene Lebensweise, die Widerstandsressourcen fördert und im Sinne der Salutogenese attraktive Gesundheitsziele setzt, ist die beste Voraussetzung, um langfristig gesund zu bleiben.
Ja, ist interessant. Im Prinzip wird ja hier nichts anderes versucht. KLingt alles sehr wissenschaftlich. Fazit: wenns einem in jeder Richtung gut geht, gehts einem auch gut :-) . Und was lernen wir daraus fürs Anti-/Reverse-Aging? Man muss die Seele überzeugen, dass wir immer besser werden, aber nicht alt und krank. Ob man das durch Kurse und Belehrung und Wissenschaft kann?
Man muss sehen, was daran sinnvoll ist. Gern etwas mehr Geld, das hatten wir hier schon diskutiert. Übrigens ist ein höheres Einkommen mit höherem Testosteron assoziiert :-)) .
Ja, ich denke mittlerweile auch, das Autosuggestion ein sehr wirksames und mächtiges Mittel ist, wenn man es sinnvoll und gezielt nutzt. Kein Tschaka-Tschaka-und Du-schaffst-das-Gedönse, eher wohl gerade nichts, was von Außen künstlich aufgesetzt wird, wie das durch diese Motivationsveranstaltungen suggeriert wird, die aber zumeist nur eine Art "Drogenabhängigkeit" zum Trainer und natürlich damit zu weiteren Seminaren führen. Sondern eine feste innere Grundüberzeugung zu verschiedenen Themen und vor allem zu sich selbst. Womit man dann auch schon wieder sehr schnell beim Thema Glauben ist. Auch fest an sich zu glauben ist ja ein Glaube und damit quasi ein "religiöser" Akt. Wahrscheinlich hängt damit auch die statistische höhere Lebensdauer von Mönchen, Nonnen, Geistlichen und gläubigen Menschen generell zusammen. Das sind ja nun mit Sicherheit nicht alles A-Aer im ernährungstechnischen und den auch hier im Forum diskutierten Sinne, sicher oftmals ganz im Gegenteil. Und trotzdem ist es so, wenn man der Statistik und den Berichten darüber mal glauben darf und an "irgendetwas" anderem als A-A muß es dann ja also liegen.
Insofern können aus meiner bescheidenen Sicht wohl vielleicht wirklich autosuggestive Aspekte sehr hilfreich sein, auch im Sinne des Salutogenese Modell, vor allem dann, wenn man die Balance von Krankheit zu Gesundheit wiederherstellen muß oder in widrigen Umständen einfach überleben will.
Ich selbst bin kein religiöser Mensch, ich glaube an die Macht und Kraft der Natur, im Guten wie im Bösen und neige auch mehr zum Schlagwort vom "Eisernen Willen" als Lebensmaxime in meinem bisherigen Leben, aber in dem Zusammenhang fällt mir auch das Bibelwort vom "Der Glaube versetzt Berge" ein und gewinnt selbst für mich als Atheist eine etwas andere Bedeutung, nicht im religiösen Sinne, aber vielleicht in einer Art spirituellem Sinn. Wer weiß, vielleicht ist es ganz interessant, sich zu diesem Thema etwas mehr auf die Suche zu begeben. Das Salutogenese Modell scheint mir daher sehr interessant zu sein.
Diesen Clip aus dem Film "Unbroken" finde ich dazu durchaus passend.
Stiftung für Salutogenese gemeinnützige GmbH Barfüßerkloster 10 37581 Bad Gandersheim
Es fällt auf, dass fast alle Schriften von einem Herrn Petzold stammen, der auch Chef des Vereins ist. Er hatt wohl die Resonanz-Theorie für alle Ebenen entwickelt. Es mag durchaus was dran sein. Zum Altern:
Der große Kohärenzübergang im dritten Lebensabschnitt wird in den hochzivilisierten Ländern überwiegend negativ als ‚Aging‘ gesehen, dem man entgegen wirken muss. Oder gilt es, im Alter eine noch komplexere Kohärenz zu finden? Gibt es dann womöglich einen Kohärenzübergang in Richtung Integration von Lebenserfahrungen in den Lebensdimensionen, von Bedürfnissen, Emotionen, Wissen, Glauben – Sinnerfüllung – Weisheit?
Also Anti-Aging ist nicht das Ziel. Aber der Ansatz an sich ist gut, weil es eine dialektische Betrachtungsweise ist mit dem Begriffspaar Gesundheit - Krankheit: Kampf und Einheit der Gegensätze. Es ist auch ein Fuzzy-Modell, d.h. kein L-0-Modell. Und wenn es mehr Eingang imd die Medizin-Praxis finden würde, wäre es sehr zu begrüßen. Die Gesamtheit des Menschen sehen, und nicht nur - je nach Fachrichtung - auf ein "Leiden" losgehen (mit maximalen Geschützen - Cholateralschäden sind wie immer unvermeidlich). Hat man einen etwas erhöhten LDL-Wert, muss der unbedingt gesenkt werden, dass es dem Menschen super gut geht und sehr fit ist - egal, der Wert muss runter.
Allerdings habe ich keine Lust, mich in einem Beratungsgespräch schonend auf das Altern vorbereiten zu lassen. Und mönchisch leben will ich auch nicht. Es kann schon sein, dass die gläubigen Menschen in einer gewissen Harmonie, d.h. im Gleichklang von Körper und Seele leben. Aber es gibt vielleicht noch anders eingestellte Resonanzen/Kohärenzen, die möglicherweise zu einem besseren Ergebnis führen?
PS: Die Programmierung auf Krankheit findet ja schon in den meisten Arztpraxen statt. Das Ambiente, das Warte- und Sprechzimmer und oft auch das Auftreten der Ärzte vermitteln: du bist krank. Der Begriff "Krankenhaus" wird ja schon durch "Klinik" abgelöst. Was wir vll. brauchen: vom Arzt zum Gesundheitsberater. "Krankheiten" sind ja auch sehr graduell abgestuft, den Begriff "Disorder" finde ich ganz gut. Also nicht ganz geordnet. Und die "Ärzte" müssten viel von Psychologie verstehen, d.h. der starke Einfluss des Seelischen müsste jedem klar sein.
"Mein" Kloster/Ashram wäre kein asketisches, eher offen für und mit vielen Möglichkeiten nach Wahl, also eine Art Sinn- und Sinnes-Gemeinschaft (-Dorf, -Hotel, -Insel) mit Freiräumen für moderaten Individual-Wahnsinn.
Zitat von mithut im Beitrag #6"Mein" Kloster/Ashram wäre kein asketisches, eher offen für und mit vielen Möglichkeiten nach Wahl, also eine Art Sinn- und Sinnes-Gemeinschaft (-Dorf, -Hotel, -Insel) mit Freiräumen für moderaten Individual-Wahnsinn.
Meines auch. Mit Sälen des Frohsinn und des Lachens, der Wollust und Leidenschaft, des Genusses aller Art, der körperlichen Anstrengung und Härte, der Ruhe und Stille, der Herzlichkeit, Freundschaft und Güte zu Mensch, Tier und Natur und noch vielen anderen geheimnisvollen Sälen, die man nicht kennt und erfahren will. Und durch alle schreite ich und verweile wie ich mag. Und nur eines ist gewiß, jeden Raum werde ich benutzen und ausleben!
Wir sind hineingeworfen in diese Welt, für eine bestimmte und letztlich nur sehr kurze Zeit. Weshalb nicht das Beste daraus nutzen und alles erfahren was geht! Frei nach den Stoikern, es ist wie es ist und es kommt wie es kommt!
#6/#7 Ja, genau so. Bin ich dabei. Einige Zeitgenossen können das in der Art sicher umsetzen. Hat mich ein wenig an die sog. "Römische Dekadenz" erinnert, die ja ein gewisser Politiker (schon tot) bei denen mit geringen Bezügen sah. Aber da wir jetzt leben und nicht aufs Paradies warten können - trotz Anti- und Reverse-Aging - setzen wirs um, soweit es eben möglich ist. Ich meine, teilweise machen wir es doch scho. Es ist halt nicht alles in einem "Kloster" integriert, eher fein verteilt.
Übrigens haben Sekten mit etwa diesen Ansprüchen sich dann doch in die falsche Richtung entwickelt.