Zitat[...]Ich folge den gefliesten Gängen zur allgemeinen Inneren Station. Idealerweise betreuen dort drei Ärzte 35 Betten. Heute muss einer zusätzlich die Ambulanz versorgen. Das bedeutet für alle Betroffenen Multitasking. Genau das üben die Schwestern auf Station bereits. Seit letzter Woche müssen sie acht Schwerstpflegefälle zwischen 86 und 94 Jahren versorgen. Sechs wurden von Pflegeheimen zum Sterben in die Klinik verlegt. Ihre notariell beglaubigte Patientenverfügung lehnt jede lebensverlängernde Maßnahme ab. Sie in gewohnter Umgebung sterben zu lassen, kostet das Heim Aufwand und Mühe. Heime sparen an beidem. Also werden Betroffene gegen ihren und den Willen der Angehörigen in die Klinik ausgelagert. Immer findet sich ein Arzt, der die Einweisung ausschreibt. Alternativ wird notfallmäßig verlegt: Man könne die Verantwortung nicht weiter übernehmen.
Diese ebenso häufige wie inhumane Praxis kann keine Klinik personell kompensieren. Durch strengsten Sparkurs der Verwaltung, ohnehin beständig in Unterzahl, katapultiert das aktuelle Chaos die Schwestern weit über ihre Belastungsgrenze hinaus. Am brusthohen Tresen, der ihren Arbeitsbereich abschirmt, quetscht sich eine dichte Traube von Menschen. Alle wollen dasselbe: sofortige und bitte recht zuvorkommende Bedienung. Jedes Wochenende werden regelmäßig bis zu dreißig Patienten notfallmäßig aufgenommen. Viele fühlen sich, kaum im Klinikbett, nahezu geheilt. Montags warten dann die Krankenakten derer, die sich bereits selbst entlassen haben, auf bürokratische Verdauung.[...]
Ein wirklich sehr auffschlussreicher Bericht. Wem kann man einen Vorwurf machen? Was müsste verändert werden?
Ex-Chefarzt rechnet ab/"Im Krankenhaus ist der Mensch kein Mensch mehr"
Krankenhäuser als Fabriken, die Mediziner entmündigt - so beschreibt der ehemalige Chefarzt Ulrich Hildebrandt das System privater Klinikkonzerne. Für Patienten bringe das ein hohes Risiko mit sich.
#5 Die Strategie kann nur sein: möglichst vermeiden! Wir wollen das System ja nicht noch weiter belasten und uns auch nicht! Ich weiß, es geht nicht absolut.
Gewisse Reformen sind nötig. Vielleicht läßt sich der Ablauf im Krankenhaus auch noch effektiver gestalten?
Seh ich auch so. Hatte bis jetzt (bin 45) auch immer Glück und war einmal in meinem Leben im Krankenhaus, als unser Sohn auf die Welt kam. Ich bin auch ziemliche Ärzte / KH Verweigerin :)) Wenn ich unpässlich bin, schraube ich so lange an meinen Verhaltensweisen (ernährungs-, NEM, und sportmäßig) bis es wieder passt. Arztmeinungen seh ich generell kritisch, kauf mir dann erstmal Fachbücher, les Studien etc .
Also ich war mal sehr lange im Krankenhaus, wurde aber top versorgt. Ok, das Essen hätte besser sein können, aber zumindest konnte man sich das Mittagessen aussuchen. Ich hatte extrem verständnisvolle Ärzte, super Schwestern, die immer gleich zur Stelle waren und lag mit nur einer weiteren Patientin auf einem Zimmer. Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück? Ich war damals im Uniklinikum in Göttingen, also vielleicht liegt es auch an der Art des Krankenhauses oder es ist abhängig von den Geldern bzw. der Größe der Stadt? Ich glaube in Provinzkrankenhäusern sieht es wieder etwas anders aus.
@larissa Wenn die Geburt auch normal verlief, hättest das Krankenhaus ganz vermeiden können. Ich denke wenn was akutes kommt hilft kein Buch, da muss der Arzt ran.
Die Unterbringung und Versorgung ist auch etwas Zufall. Die einen sagen so, die anderen so und das vom selben Krankenhaus/Abteilung/Arzt...
Na ja, was man nicht vergessen darf: Es müssen sich nicht NUR die Ärzte und das Krankenhauspersonal oder die Umstände dort ändern sondern auch die Patienten.
Die Merheit schert sich leider einen feuchten Kehricht um ihre Gesundheit, rauchen, saufen und essen Nahrungsmüll. Sport? Ja, Fussball gucken. Viele stellen auch dann herbe Ansprüche nach maximaler Versorgung für kleine Wehwechen (verstopfen z. B. die Notaufnahmen) oder wollen Luxusbehandlung zu Lasten anderer, die wirklich eine intensive Behandlung erfordern, um deren Leben zu retten.
Es gibt viel zu tun. Und zwar auf allen Seiten. Packen wir's an!
Der Titel hört sich natürlich reißerischer als notwendig an, aber dennoch ist der Artikel selbst nicht gerade beruhigend! „Skalpell steckte im Mittelfuß“ - So brutal geht es im OP-Saal zu