"Ein Mechanismus, wie Stammzellen diese Verschiebung des Zellschicksals erreichen, ist die asymmetrische Konzentration von Zellschicksalsdeterminanten während der späten Stadien der Zellteilung oder Mitose, wodurch zwei unterschiedliche Geschwisterzellen erzeugt werden. Das Team vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit hat nun untersucht, wie aus menschlichen neuralen Stammzellen Geschwisterzellen mit derart ungleichen Eigenschaften entstehen. In der jetzt in 'Science Advances' erschienenen Studie beschreiben sie, wie die asymmetrische Vererbung eines subzellulären Vesikelkompartiments, nämlich der Lysosomen, die Lokalisierung und Aktivität eines wichtigen, das Zellschicksal bestimmenden Signalwegs, des Notch-Signalwegs, beeinflusst.[...] Um diese Beobachtung mit der durch Notch-Signale induzierten Genregulation zu korrelieren, entwickelte das Team Reporter-iPSZs, die ein fluoreszierendes Protein produzieren, sobald Notch-Rezeptoren aktiviert werden.[...] Schließlich verwendeten die Autoren menschliche iPSC-abgeleitete Gehirnorganoide." Quelle: Subzelluläre Vesikel regulieren das zelluläre Schicksal menschlicher neuraler Stammzellen von Torsten Lauer (14.02.2022) Kommentar: Im menschlichen Körper gibt es Stammzellen. Menschen in der Forschung untersuchen, woher diese Stammzellen eigentlich wissen, in welche Art von Zelle sie sich spezialisieren sollen. Konkret wurde das am sog. "Notch-Rezeptor" und wie sich dieser Währung der Zellteilung (fach-chinesisch: "Mitose") verhält untersucht. In der saueren Umgebung der "Lösungskörperchen" werden während dieser "Zellgeburt" die Notch-Rezptoren aktiviert. Die forschenden Menschen konnten dies dadurch nachweisen, dass sie ein im Mikroskop leuchtendes Protin in die Zelle einbrachten. "Befunde von Forschenden aus München stützen die These, dass hyperaktive Immunzellen des Gehirns im Zuge neurodegenerativer Erkrankungen schützend wirken können. Ein Team aus Fachleuten des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des LMU Klinikum München berichtet darüber im Wissenschaftsmagazin 'The EMBO Journal'. " Quelle: 'Übereifrige' Immunzellen scheinen dem Gehirn gut zu tun, Dr. M. Neitzert, 14.02. Kommentar: Neue Medikamente gegen neurodegenerative Erkrankungen durch Aktivierung des "TREM2"-Immunschalters innerhalb des Gehirns. Man kam zu diesen Ergebnis auf indirekten Wege: Man die Signalwege für TREM2 blockiert und so die Mikroglia-Aktivität im Gehirn reduziert. Dies hat leider zu mehr neurologische Schäden geführt. Daraus folgt, dass zumindest bei einigen neurodegenerativen Erkrankungen die Aktivitäten der Mikroglia eher positiv sind. Irgendwann die letzten Monate (!) habe ich hier mal eine Studie über Immunsystem und Hirnalterung verlinkt, wo man zum Ergebnis kam, dass im Alter Gehirnzellen abgeschaltet werden und ein wieder-Einschalten diese aktiviert. "Graumulle besitzen für die Alternsforschung sehr bemerkenswerte Eigenschaften. Sie bekommen fast nie Krebs, sind noch im hohen Alter weitestgehend gesund und im Vergleich zu anderen Nagetieren extrem langlebig. In Abhängigkeit von ihrem Status in der Kolonie altern die Mulle unterschiedlich: sind sie sexuell aktiv, dann werden sie fast doppelt so alt wie ihre Artgenossen. Forscher des Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) in Jena und der Universität Duisburg-Essen untersuchten, welche statusspezifischen Veränderungen diesem lebensverlängernden Phänomen zugrunde liegen. Sie fanden heraus, dass die Graumull-Arbeiter unter Dauerstress stehen und somit vorzeitig altern." Quelle: Schnelleres Altern durch Stress von Dr. Wagner (11.02.) Kommentar: Streß ist also nicht gesund. Vermeidet Streß und habt ein aktives Seualleben, um länger aktiv zu sein. "An der aktuellen Studie nahmen fünf Frauen und vier Männer teil. Ihnen waren Elektroden in den sogenannten Schläfenlappen des Gehirns implantiert worden, um die Aktivität von Nervenzellen aufzuzeichnen. Währenddessen mussten die Teilnehmenden einfache Rechenaufgaben durchführen. 'Dabei stellten wir fest, dass bei Additionen andere Neuronen feuerten als bei Subtraktionen', erklärt Prof. Dr. Dr. Florian Mormann von der Klinik für Epileptologie des Universitätsklinikums Bonn.[...] 'Wenn die Versuchspersonen zum Beispiel die Aufgabe ‚5 und 3‘ rechnen mussten, sprangen bei ihnen wieder die Additions-Neuronen an; bei ‚7 weniger 4‘ dagegen die Subtraktions-Nervenzellen.'[...] An der Hirnaktivität ließ sich so mit großer Genauigkeit ablesen, welche Art von Aufgaben die Probandinnen und Probanden gerade berechneten: Die Forschenden fütterten ein selbstlernendes Computerprogramm mit den Aktivitätsmustern der Zellen. Gleichzeitig teilten sie der Software mit, ob die Versuchspersonen gerade eine Summe oder eine Differenz bildeten. Wurde der Algorithmus nach dieser Trainingsphase mit neuen Aktivitätsdaten konfrontiert, konnte er treffsicher erkennen, bei welcher Rechenoperation sie aufgezeichnet worden waren." Quelle: "'Mathe-Neurone' im Gehirn identifiziert" von Johannes Seiler (14.02.) Kommentar: Link zur Orginalarbeit: "Esther F. Kutter, Jan Bostroem, Christian E. Elger, Andreas Nieder, Florian Mormann: Neuronal codes for arithmetic rule processing in the human brain; Current Biology" Zu Schade, jetzt muss ich ein bisschen vorher gelerntes Wissen über Board werfen. Ich habe nämlich immer Gedacht, dass die menschliche Rechenfähigkeit auf zwei Systemen beruht. Eine primäre Mengenunterscheidung und ein System, dass einfache Rechenaufgaben bewältigt. Wobei die komplexeren Rechnungen des Gehirns quasi eine Komposition aus beiden sind. Schein wohl nicht mehr aktuell zu sein. Interessant aus meiner subjektiven Sicht ist das Ergebnis trotzdem. "Das Interferon-stimulierte Gen 15 (ISG15) spielt eine bedeutende Rolle für die Integrität der oberen Hautschicht. Das haben Forscherinnen und Forscher vom TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) sowie der Universitätsklinik Sohag in Ägypten und weiteren Partnern ergründet. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie im Journal of Clinical Investigation. " Quelle: "Gendefekt führt zu Hautschädigung" von Dr. Grabowski (11.02.) Kommentar: Wenn ich das richtig verstanden habe, dann reguliert das selbe Gen sowohl die Hautgesundheit als auch das Immunsystem. "Die Vorläuferzelle der Eizelle, die Oozyte, besitzt allerdings zwei Kopien eines jeden Chromosoms. Vor der Befruchtung muss sie daher die Hälfte ihrer 46 Chromosomen ausschleusen. Dies geschieht, während die Zelle heranreift, in einer spezialisierten Zellteilung, der Meiose.[...] Bei Menschen läuft dieser empfindliche Vorgang allerdings nicht immer korrekt ab. Verbleiben zu viele oder zu wenige Chromosomen in der gereiften Eizelle, drohen Fehlgeburten oder Erkrankungen des Nachwuchses wie das Down-Syndrom.[...] Die Wissenschaftler*innen entdeckten, dass menschliche Oozyten vergleichsweise geringe Mengen des Proteins KIFC1 enthalten. Dieses Motorprotein baut Brücken zwischen den Spindelfasern, die helfen, die Fasern richtig auszurichten und verhindern, dass sie auseinanderfallen." Quelle: Dr. Carmen Rotte Ein fehlender 'Motor' lässt unsere Eizellen versagen Kommentar: Sehr interessant. Außerhalb der Reihe: https://idw-online.de/de/news788366 Körperwahrnehmung und Sättigungsgefühl. Wohl bekoms.
COVID-19: Reduzieren Statine doch nicht Sterblichkeit / Schwere der Erkrankung?
ZitatDie Ergebnisse einer kürzlich unter der Leitung von Johns Hopkins Medicine durchgeführten Studie mit fast 4,500 Patienten, die über einen Zeitraum von vier Monaten mit COVID-19 hospitalisiert waren, sprechen jedoch eher für eine ganz andere Schlussfolgerung: Statine haben wahrscheinlich keinen Einfluss – weder positiv noch negativ – auf die COVID-bedingte Sterblichkeit und können mit einem signifikant erhöhten Risiko von fast 20% mit schwereren Erkrankungen verbunden sein, schreiben die Studienautoren.
"Mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit verändert sich kaum über die Lebensspanne Heidelberger Studie zeigt, dass die Geschwindigkeit der kognitiven Informationsverarbeitung über Jahrzehnte weitgehend stabil bleibt[...] Unter Leitung von Dr. Mischa von Krause und Dr. Stefan Radev wurden Daten aus einem groß angelegten Online-Experiment mit über einer Million Teilnehmern ausgewertet. Die Ergebnisse der neuen Studie legen nahe, dass die Geschwindigkeit der kognitiven Informationsverarbeitung zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr weitgehend stabil bleibt und erst im höheren Lebensalter abnimmt.[...] Bei der Auswertung der Daten stellten Dr. von Krause und seine Kollegen zwar fest, dass die Reaktionszeiten der Probanden mit zunehmendem Alter durchschnittlich stiegen. Mithilfe einer mathematischen Modellierung konnten sie jedoch belegen, dass dieses Phänomen nicht auf Veränderungen der mentalen Verarbeitungsgeschwindigkeit zurückzuführen ist. 'Vielmehr sind ältere Probanden aus unserer Sicht vor allem deshalb langsamer, weil sie vorsichtiger antworten und sich mehr auf die Vermeidung von Fehlern konzentrieren', erklärt Mischa von Krause." Quelle: Mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit verändert sich kaum über die Lebensspanne, Marietta Fuhrmann-Koch, 18.02. Kommentar: Orginalarbeit: M. von Krause, S. T. Radev, A. Voß: Mental speed is high until age 60 as revealed by analysis of over a million participants. Nature Human Behaviour (17 February 2022) Wirklich viel anfangen kann auch ich mit dem Ergebnis dieser Studie nicht. Wenn nach dem 60 Lebensjahr ein Abbau erfolgt, dann ist das für "unsere" Zwecke ja nach wie vor eher schlecht. Allerdings wird die technisch-medizinische Entwicklung ja hoffentlich nicht auf den Stand des Jahres 2022 stehen bleiben. "Gemeinsame Studie von MHH und HZI: Impfstoff erweist sich als sicher und wirksam bei Leberfibrose und Leberkrebs" Quelle: "Infektionserreger bietet Schutz vor Leberkrebs" von Stefan Zorn (18.02.2022) Kommentar: Ein auf Listerien basierender Impfstoff scheint das Immunsystem zur Ausschüttung von Antikörpern spezifisch gegen Lebertumore zu veranlassen. Das sind doch gute Neuigkeiten. "Bemerkenswerterweise ist die Betäubung auch bei Pflanzen möglich. Claude Bernard wies schon 1878 nach, dass die berührungsempfindliche Pflanze Mimosa pudica unter dem Einfluss von Äther auf Berührungen nicht reagierte, indem sie die Blätter schloss. Er schloss daraus, dass Pflanzen und Tiere eine gemeinsame biologische Essenz haben müssen, die durch Betäubungsmittel gestört wird. Äthernarkosen wurden bei Operationen, Geburten und in der Palliativmedizin eingesetzt, um Patienten den Schmerz zu nehmen. Allerdings konnte der genaue Wirkmechanismus niemals aufgeklärt werden.[...] Die elektrischen Impulse (Aktionspotentiale, APs) der Fliegenfalle sind mit denen unseres Nervensystems vergleichbar. Zwar besitzen Pflanzen kein ausgeprägtes Nervensystem. Sie leiten aber elektrische Informationen in ihrem Leitgewebe weiter, um die Falle zum Beispiel blitzschnell zu schließen[.] [...]Dabei stellte sich heraus, dass in den Sinneshaaren von narkotisierten Pflanzen nach einer Berührung immer noch das Kalzium-Signal entsteht, dass es aber diesen Berührungssensor nicht mehr verlässt. Äther unterbricht also die Reizweiterleitung." Quelle: Pflanzen unter Narkose von Robert Emmerich (18.02.) Kommentar: Es ist für mich immer wieder erstaunlich, dass wir selbst heute, nach so viele Jahrhunderten und so vielen Fortschritten, den Wirkungsmechanismus von vielen Schmerz- und Betäubungsmitteln immer noch nicht verstehen. Beispielsweise Aspirins Hauptwirkung ist meines Wissens bis heute nicht aufgeklärt. Dass fleischfressende Pflanzen richtige Nervensysteme haben, ist mir ehrlich gesagt neu, aber ebenfalls nicht unspannend. Ich frage mich, ob man nicht organiode für vergleichbare Versuche züchten könnte... "Eine verblüffende mathematische Idee könnte zwei Hardware-Probleme der Künstlichen Intelligenz (KI) lösen" Quelle: "Künstliches Gehirn mit nur einem einzigen Neuron", Stefanie Terp (18.02.2022) Kommentar: Erstmal sparen wir uns jetzt die Witze, die wir damals über Mitschüler gemacht haben, von wegen "nur eine Hirnzelle" und so. Bisher gibt es zwei grundsätzliche Typen von neuronalen Netzen. Erstens Simulationen von neuronalen Netzen auf mehr oder weniger gewöhnlicher Hardware, deren Stromverbauch aber immer stärker steigt und die den Einsatz des Netzes deshalb unrentabel macht. Zweitens physischer Nachbau von Netzen, wobei man hier über einige 1000 Neuronen nicht hinauskommt. Die Mathematik ist eine Wissenschaft der Abstraktion, was es mit sich bringt, dass ein ganzer Haufen von Neuronen, räumlich angeordnet, als gleich dargestellt werden können mit einem einzigen Neuron und seinen unterschiedlichen Zuständen in der Zeit. Wichtig ist nur die Relation beim Übergang Zustand S1 zu S2 usw. ("Time-Delay Reservoir Computing") Das haben sich eine ganze Gruppe von internationalen Forschern zur Nutze gemacht, um ein neuronales Netz aus nur einen einzigen Neuron zu schaffen. Da die Zeit, in der dieses Neuron angesprochen wird, verkürzt werden kann, spekuliert die Pressemeldung sogar über den Übergang von diskreten zu kontinuierlichen Anzahlen von Neuronen. Durch die Zeitverzögerung ist das dann auch besser skalierbar. So jedenfalls habe ich es verstanden. "Forschende des Max-Planck-Instituts in Dortmund bilden die Struktur des Muskelproteins Nebulin mit Hilfe der Kryo-Elektronentomographie ab" Quelle: "Nebel um Nebulin gelichtet! Erstes hochaufgelöstes 3D-Bild eines Muskelproteins" von Johann Jarzombek (18.02.2022) Kommentar: Nebulin ist ein wesentlicher Bestandteil der Muskelstruktur. Nun liegt ein hochauflösendes 3D-Bild davon vor. Mittel dieser Abbildung kann ma jetzt viel mehr über Muskeln verstehen, auch und grade weil das bisher nur schwer aus "lebenden Objektiven" zu gewinnen war. Außerhalb der Regulären Reihe: https://idw-online.de/de/news788649 Sonnenschutzmittel schädigt Einzeller im Meer. "Berlin – Eine aktuelle Studie zur Entwicklung neurodegenerativer Biomarker bei akuter COVID-19-Erkrankung ergab einen interessanten Nebenbefund: Hospitalisierte COVID-19-Patientinnen und -Patienten hatten gleich hohe bzw. sogar noch höhere Spiegel neurodegenerativer Biomarker als an Alzheimer erkrankte Menschen. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum so viele Patientinnen und Patienten während und nach einer COVID-19-Erkrankung an kognitiven Einschränkungen wie Konzentrationsstörungen oder Gedächtnisstörungen leiden. DGN-Generalsekretär Prof. Peter Berlit hebt aber hervor, dass das Ergebnis keinesfalls bedeute, dass COVID-19 zu Alzheimer führen kann. " Quelle: Alzheimer-Biomarker bei Neuro-COVID erhöht von Dr. Bettina Albers (17.02.2022) Kommentar: Die Biomarker für Neurodegeneration waren bei Patienten mit Covid erhöht. Könnte uns helfen, Long Covid besser zu verstehen. "Einem Forschungsteam des Inselspitals, Universitätsspital Bern und der Universität Bern ist es gelungen, die kognitiven Langzeitfolgen von Schlaganfällen im Kindesalter in Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Ereignisses zu beschreiben. Tritt der Schlaganfall bei Kindern im Alter zwischen einem Monat und fünf Jahren ein, ist die Erholung schlechter als bei Ereignissen vor oder nach diesem Alter." Quelle: "Langzeitfolgen von Hirnschlag beim Kleinkind vom Zeitpunkt des Ereignisses abhängig" von Marcel Wyler (17.02.2022) Kommentar: Im Fernsehen und viele populärwissenschaftlichen Publikationen wird man die Behauptung finden, dass sich das junge Gehirn besser von Schäden erholen kann, weil es noch formbarer ist als das Gehirn von schon Erwachsenen. Die empirische Untersuchungen von jungen Schlaganfallpatienten (52) scheint diese These allerdings nicht zu verifizieren, vielmehr scheint es ausschlaggebend, in welchen Alter der Anfall auftritt. Grade die Zeit von 0 bis 5 scheinen wichtig für die kindliche Entwicklung zu sein. Wobei in den ersten 28 Lebenstagen die Folgen ebenfalls nicht so gravierend zu sein scheinen, wie auch nach dem 6. Lebensjahr. Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass das menschliche Gehirn mit einem massiven "Überschuß" an Neuronen geboren zu werden scheint und diese im Laufe seiner Entwicklung verliert. In bestimmten Hirnregionen nimmt die Dichte ab. Das ist nach gegenwärtigen Wissensstand normal. Eventuell hat das ebenfalls etwas mit der Erholung zu tun. "Forschende der Universität Zürich und des Klinikums der Universität München haben das Immunsystem von eineiigen Zwillingspaaren untersucht, um den Einfluss von Umwelt und Genetik auf das Immunsystem in der Multiple Sklerose aufzuschlüsseln. Dabei haben sie möglicherweise Vorläuferzellen der krankheitsverursachenden T-Zellen entdeckt." Quelle: Multiple Sklerose: Zwillingsstudie entschlüsselt Einfluss von Umwelt und Genetik, Rita Ziegler, 16.02. Kommentar: Orginalarbeit ist: Florian Ingelfinger, Lisa Gerdes et al. Twin study reveals non-heritable immune perturbations in multiple sclerosis. Nature. 16 February 2022. DOI: 10.1038/s41586-022-04419-4 Ich verweise hier auf den 20.01. (#36 Beitrag im Thread), wo es schon um das Herpesvirus und seine Auswirkungen auf MS ging. Dort im 5. Abschnitt. Viel Spaß bei der Querlektüre. "Berlin, 16.02.2022: Das neu erschienene Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie zeigt den Weg auf zu einer besseren medizinischen Behandlung des Bewegungsapparates bei älteren Menschen. Es definiert Strukturen und Prozesse bei der Versorgung von Altersbrüchen und erstmals auch für planbare Eingriffe – wie das Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken. 'Das neue Weißbuch soll Entscheidungsträgern in Medizin und Politik Fakten an die Hand geben, um die Versorgung unserer alternden Gesellschaft sicherzustellen. Letztendlich entscheidet die soziale Gemeinschaft, wie viel Lebensqualität im Alter erreichbar und finanzierbar ist', sagt DGOU-Vizepräsident Prof. Dr. Dieter C. Wirtz." Quelle: Orthopäden und Unfallchirurgen starten mit Altersmedizinern den Aufbruch in eine optimierte Versorgung älterer Menschen Kommentar: Es ist schon, dass auch dieser Aspekt der Medizin von Leuten trotzdem bearbeitet wird. "Jetzt aber haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI) und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Tübingen über den gesamten Zeitraum einer belastenden Situation, wie dem Lösen einer kniffligen Rechenaufgabe, beobachtet, was im Gehirn geschieht.[...] Bekannt ist: Je ängstlicher, zurückhaltender oder depressiver, je negativer die Grundstimmung eines Menschen, desto höher ist das Risiko einer psychischen Erkrankung. 'Die veränderte Kommunikation zwischen den Gehirnarealen stützt die These, dass psychische Störungen Netzwerk-Erkrankungen sind, bei denen das Zusammenwirken von neuronalen Einheiten gestört ist', sagt MPI-Direktorin Elisabeth Binder und fährt fort: 'Die neuen Erkenntnisse sind wichtig für die Entwicklung individuellerer Diagnosen und personalisierter Therapien.'" Quelle: 16.02. "Akuter Stress führt zu dynamischen Veränderungen im Gehirn - das lässt auf psychische Erkrankungen schließen" Anke Schlee Kommentar: Das Ergebnis ist natürlich sehr interessant und ein Stück weit überraschend. Unwillkürlich erinnert mich das an die Lebensgeschichte von einigen Mathematikern, denen ebenfalls psychische Probleme unterstellt wurden. Mag nun aber wirklich zufällig sein. Psychischer Streß als "Kommunikationsproblem" innerhalb des Gehirns. Das scheint mir eine spannende und doch plausible These. Ich hoffe, davon in Zukunft mehr zu lesen. "Über die Freiheit von 1859 ist eines der einflussreichsten Werke der Philosophiegeschichte. John Stuart Mill hat es mehrfach als Gemeinschaftsarbeit mit seiner Ehefrau bezeichnet. Gleichwohl wird es immer noch als sein alleiniges Werk im Kanon geführt. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) kommen in einer computergestützten Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die Abhandlung mit hoher Sicherheit nicht allein von ihm verfasst wurde. Lange Passagen wurden teils von Harriet Taylor Mill, teils von beiden gemeinsam getextet. Die Forschenden berichten in der Fachzeitschrift Utilitas. (DOI: 10.1017/S0953820821000339)" Quelle: KIT: Über die Freiheit: Harriet Taylor Mill offenbar Mitautorin von Monika Landgraf (16.02.) Kommentar: Mill hat den Einfluss seiner Frau niemals bestritten, sondern sogar explizit angegeben. Insofern keine neue Entdeckung aus philologisch-geschichtlicher Sicht. Interessant ist da schon eher die Methode, auf der man zu diesem Ergebnis gelangt ist. Gleichwohl, ebenfalls nicht neu. Ich erwähne es dennoch als bemerkenswert. Wieder außerhalb: https://idw-online.de/de/news788451 Wie Bakterien sich gegen Viren schützen. Eventuell ein "Penecilin" der Zukunft? "Proteine bilden die chemische Grundlage des Lebens. Diese kleinen Maschinen werden benötigt, um Nahrung in Energie umzuwandeln, um Bewegung und Gehirnaktivitäten zu steuern und um Bakterien und Viren abzuwehren. Die Funktion der Proteine wird streng kontrolliert, wenn sich die Bedingungen ändern – wenn also ein Organismus unter Stress gerät und sich anpassen muss. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen haben kürzlich eine neuartige Gruppe von Proteinen entdeckt, die als Schalter für die Steuerung biologischer Aktivitäten fungiert. " Quelle: "Neu entdeckter Proteinschalter reguliert Proteine in allen Lebensformen: Göttinger identifizieren neue Proteingruppen" von Thomas Richter (15.02.2022) Kommentar: Dieser Durchbruch könnte wichtig für die Entwicklung neuer Medikamente sein. "Bei Säugetieren bleiben Nervenstammzellen nur in wenigen begrenzten Regionen des erwachsenen Gehirns erhalten, wo sie lebenslang neue Nervenzellen produzieren. Zu verstehen, wie die Aktivität neuraler Stammzellen in diesen Regionen reguliert und aufrechterhalten wird, hat entscheidende Auswirkungen auf regenerative Ansätze nach Hirntraumata und Krankheiten. Auch gewisse Hirnleistungsstörungen und geistige Behinderungen bei Menschen wurden mit Mutationen in YME1L in Verbindung gebracht." Quelle: Wie ein Eiweiß die Produktion von Nervenzellen im Gehirn steuert, Anette Hartkopf Kommentar: Es geht um die YME1L. Wenn die Forschung in diese Richtung weitergeht und Erfolg hat, könnte das wichtig für Demenzforschung und für ein besseres Verständnis von Intelligenz sein. Zum Schluss: https://idw-online.de/de/news788432
Zitat von parcel im Beitrag #81COVID-19: Reduzieren Statine doch nicht Sterblichkeit / Schwere der Erkrankung?
ZitatDie Ergebnisse einer kürzlich unter der Leitung von Johns Hopkins Medicine durchgeführten Studie mit fast 4,500 Patienten, die über einen Zeitraum von vier Monaten mit COVID-19 hospitalisiert waren, sprechen jedoch eher für eine ganz andere Schlussfolgerung: Statine haben wahrscheinlich keinen Einfluss – weder positiv noch negativ – auf die COVID-bedingte Sterblichkeit und können mit einem signifikant erhöhten Risiko von fast 20% mit schwereren Erkrankungen verbunden sein, schreiben die Studienautoren.
"Bei bestimmten Krankheiten, den sogenannten Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multipler Sklerose (MS), rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes (SLE), richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper und löst chronische Entzündungen aus. Betroffene Patient:innen weisen häufig erhöhte Mengen von sogenannten Neutrophil Extracellular Traps, kurz NETs, auf.[...] Sie bilden einen wichtigen Teil des angeborenen Immunsystems, denn etwa zwei Drittel aller Leukozyten sind Neutrophile. NETs stellen ein aus einer großen Anzahl von DNA-gebundenen antimikrobiellen Proteinen gebildetes Netz dar. Die häufigste Proteinkomponente von NETs sind die sogenannten Histone.[...] " Quelle: Proteine können Immunentzündungen unmittelbar auslösen von Natkritta Hüppe Kommentar: Link zur Orginalarbeit: Wilson A.S., Randall K.L., Pettitt J.A., Ellyard J.I., Blumenthal A., Enders A., Quah B.J., Bopp T., Parish C.R., Brüstle, A., Neutrophil extracellular traps and their histones promote Th17 cell differentiation directly via TLR2., Nat Commun 13, 528 (2022). Sehr interessant, welche Bedeutung das angeborene Immunsystem auf den Körper haben kann. "Europäische Psychokardiologie-Experten fordern im klinischen Alltag mehr Fokus auf seelische Leiden als Folge und Verstärker der Herzinsuffizienz " Quelle: Bei Herzschwäche unterschätzt: seelische Komplikationen von Michael Wichert (24.02.) Kommentar: Wir kennen das ja alle. Wenn wir Angst haben, dann bleibt uns fast das Herz stehen. Wenn wir verliebt sind, dann spüren wir das am Herzen. Es ist durchaus auch umgekehrt denkbar. "Nervenzellen führen unentwegt komplizierte Berechnungen durch – eine Voraussetzung dafür, dass wir zum Beispiel ein Geräusch im Raum lokalisieren oder die Richtung einer Bewegung abschätzen können. Dazu müssen einzelne Zellen zwei Signale multiplizieren. Wie solch ein Rechenprozess konkret abläuft, war jahrzehntelang ein Rätsel. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz, in Gründung (i.G.), hat in der Fruchtfliege die biophysikalische Grundlage entschlüsselt, die es einem Nervenzelltyp ermöglicht zwei Eingangssignale miteinander zu multiplizieren. Dies gibt neue Einblicke in die Rechenleistung einzelner Nervenzellen, die unzähligen Vorgängen im Gehirn zugrunde liegt. " Quelle: "Das kleine Einmaleins der Nervenzelle" von Dr. S. Merker (23.02.2022) Kommentar: Ich hoffe, dass die Forscher viele Erfolge haben werden und neues herausfinden. "Seit etwa 30 Jahren arbeiten weltweit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits am 'Blood Pharming', also der künstlichen Herstellung von Blutprodukten. Eine Massenproduktion für die klinische Anwendung ist bislang jedoch noch nicht in Sicht.[...] 'Bereits eine Stunde nach der Transfusion haben die Megakaryozyten-Zellen begonnen, sehr nachhaltig Thrombozyten zu bilden', sagt Professorin Figueiredo. Das sollte beim Menschen ebenso gelingen, ist die Wissenschaftlerin überzeugt. 'Ein lebender Körper ist immer der beste Bioreaktor.' Die Gefahr, dass die Spenderzellen entarten und Tumore entstehen, besteht nicht. 'Die Megakaryozyten-Zellen werden vor der Transfusion bestrahlt und können sich daher nicht mehr teilen, sondern nur noch Thrombozyten produzieren', erläutert Professor Blasczyk. " Quelle: "Designerblut aus Stammzellen" von Stefan Zorn (25.02.) Kommentar: Sehr interessant. Ich bedanke mich dafür, dass diese Technologie jetzt wieder zur Verfügung stellt.
Long-Term Maintenance of Vision and Resolution of Vitelliform Lesions with Systemic Phosphodiesterase 5/6 Treatment (Sildenafil) https://esmed.org/MRA/mra/article/view/2459
Cholecalciferol and metformin protect against lipopolysaccharide-induced endothelial dysfunction and senescence by modulating sirtuin-1 and protein arginine methyltransferase-1 https://www.sciencedirect.com/science/ar...6877?via%3Dihub
Mein Lieblingswege ist zurzeit Nrf2! So eine Substanz hat viele Wege Und ich bezweifel, das man die wirklich durchschaut oder Alle Nebenwirkungen sieht. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28212524/ Unsere Daten zeigten tatsächlich, dass MF entgegenwirkende Mechanismen aktiviert, die hauptsächlich mit dem Nrf2-Weg verbunden sind, was die CS-Toxizität auf zerebrovaskulärer Ebene drastisch reduziert. Dazu gehören die Unterdrückung der Herunterregulierung des Tight Junction (TJ)-Proteins und des durch CS induzierten Verlusts der BBB-Integrität, die Verringerung von Entzündungen und oxidativem Stress, die Renormalisierung der Expressionsniveaus des wichtigsten BBB-Glukosetransporters Glut-1 und des Antikoagulansfaktors Thrombomodulin. Darüber hinaus bieten wir zusätzliche Einblicke in das umstrittene Zusammenspiel zwischen Nrf2 und AMPK. Renormalisierung der Expressionsniveaus des wichtigsten BBB-Glukosetransporters Glut-1 und des Antikoagulansfaktors Thrombomodulin.
"we allowed for a recovery period of 2 to 4 weeks post-OSKM expression. This recovery period was sufficient for a full restoration of normal histology in the pancreas."
->Mindestens 2-4 Wochen Pause zwischen epigenetischen Reprogramierungen!
"The majority of gain-of-methylation events observed after recovery were already present at the time of extinguishing OSKM expression. In contrast, the majority of loss-of-methylation events were absent after OSKM expression and, therefore, were acquired during the recovery period. "
->Reprogrammierung unterstützen mit B-Vitaminen? Cholin? Methionin? Anschließend demethylieren mit DNMT1-Hemmern während der Regeneration?
"Interestingly, transient OSKM activation reversed well-known transcriptional changes associated to aging. This is the case of insulin and mTOR signaling, mitochondrial metabolic processes, and DNA repair. We did not observe however evidence of reduction in senescence markers. Senescent cells are generally resistant to be reprogrammed (Haridhasapavalan et al., 2020)."