Wir machen ja schon online-Arztbesuche. Nur dass der Arzt davon nichts weiß. In GB kann man sich sogar Rezepte ausstellen lassen. Noch.
Hauptsache die gebrechlichen haben Internet. Ich bin dafür, jedem Bürger einen PC zu stellen mit Internet.
10 bis 20 Erkrankungen ... na ich denk, die haben nur eine. Und genau die wird weder untersucht noch behandelt.
Vll. sollte man die Kapazität nicht ausbauen. Wenn man wg. Husten denn 6 Std. wartet ... der geht nie wieder hin. Also die alten Hausärzte waren da noch viel praktischer und realistischer.
Zitat von Dr.Faust im Beitrag #251Wir machen ja schon online-Arztbesuche. Nur dass der Arzt davon nichts weiß. In GB kann man sich sogar Rezepte ausstellen lassen. Noch.
Und erstattet das die Krankenkasse auch oder gibt es da Schwierigkeiten?
#252 Die Rezepte? Nein kostet 50 EUR. Keine Ersattung. Man könnte ja auch zum richtigen Dr. gehen. Mit dem Brexit wird das wohl dann nicht mehr gehen. Eventuell noch Holland.
Die Rezepte können im Prinzip in jeder Apotheke eingelöst werden, wobei man die Medis natürlich bezahlen muss.
EU plant Beschränkung der Verwendung von Mikroplastik ab 2022 Mikroplastik wird in der Umwelt immer häufiger nachgewiesen. Grund ist die schlechte Abbaubarkeit der eingesetzten Kunststoffe. Langfristige Effekte auf Umweltorganismen können noch nicht abgeschätzt werden. Deshalb muss der Eintrag von Mikroplastik verringert werden. Die Europäische Chemikalienbehörde hat jetzt einen Vorschlag zur Beschränkung der Verwendung von Mikroplastik veröffentlicht. https://www.umweltbundesamt.de/eu-plant-...-von#textpart-2
Was passiert wirklich mit unserem Plastikmüll? 7 Antworten Das Meer ist der dreckigste Ort der Welt. Experten fürchten, dass in unseren Ozeanen im Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische schwimmen werden. Mehr als 660 Tierarten sind durch die Plastikvermüllung bedroht. Weltweit sterben jährlich eine Million Vögel und 100.000 Meeressäuger an Plastik im Meer. Und auch für uns Menschen birgt Plastik gesundheitliche Gefahren. https://www.focus.de/panorama/welt/panor...d_10400831.html
Umweltverschmutzung Weltbank warnt vor ausufernder Müllproduktion Derzeit werden laut einer Weltbank-Studie weltweit bereits zwei Milliarden Tonnen Müll pro Jahr produziert. Bis 2050 werden es 70 Prozent mehr, prognostiziert die Organisation. Recycelt wird noch viel zu wenig. https://www.dw.com/de/weltbank-warnt-vor...tion/a-45586278
Das passiert mit dem deutschen Müll Deutschland, das Mutterland der Mülltrennung, produziert so viel Plastikmüll wie kein anderes Land in Europa. Woher kommen die ganzen Abfälle - und wohin gehen sie? Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum deutschen Müll. https://www.dw.com/de/das-passiert-mit-d...BCll/a-46458099
Das könnte man eher als eine Art Erpressung sehen.
Wo führt das hin, wenn Staaten der Welt, von den andereren für Ökosystemdienstleistungen, die auf ihrem Staatsgebiet ablaufen und den Planeten für Menschen bewohnbar halten bzw. alle gesundheitlich profitieren plötzlich Geld verlangen?
und was wollen sie machen, wenn die Welt nicht zahlt? Den Sauerstoff abfangen, dass er nirgends mehr ankommt? Klingt alles etwas utopisch.
Sie zerstören ihn einfach.
Feuerkatastrophe im Amazonas Die Grüne Lunge brennt, Bolsonaro spottet So viele Feuer wie nie brennen im Amazonas-Regenwald. Rauch verdunkelt über Tausende Kilometer den Himmel Brasiliens. Präsident Bolsonaro flüchtet sich in abstruse Anschuldigungen. Peru und Bolivien rufen den Notstand aus. https://www.n-tv.de/politik/Die-Gruene-L...le21224624.html
Klimakrise: Der Amazonas brennt Ohne Rücksicht auf Menschen, biologische Vielfalt und das Weltklima wird der Regenwald unter Brasiliens neuem Präsidenten zerstört https://www.heise.de/tp/news/Klimakrise-Der-Amazonas-brennt-4502038.html
Brände im Regenwald Brasiliens Bolsonaro schimpft über Macron "Sensationsgierig", "kolonialistisch": Brasiliens Präsident Bolsonaro hat seinen französischen Amtskollegen scharf kritisiert. Grund ist Macrons Plan, beim G7-Gipfel über die verheerenden Brände am Amazonas zu sprechen. https://www.tagesschau.de/ausland/brasil...raende-101.html
TROCKENZEIT IN BRASILIEN HAT ERST BEGONNEN Amazonas-Regenwald brennt: Bolsonaro verbittet sich Ratschläge des Auslands In Brasilien und dem Amazonas wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Präsident Bolsonaro wettert gegen das Ausland, insbesondere Frankreichs Präsidenten Macron. https://www.merkur.de/politik/amazonas-r...r-12934865.html
Vergütung labormedizinischer Leistungen: Laborreform ist ein erster Schritt
Änderungen an der Vergütungssystematik von Laborleistungen sollen das Mengenwachstum bremsen und den Streit um dessen Finanzierung zwischen Haus- und Fachärzten beilegen. Bis 2020 soll die Mengensteuerung dann stärker an medizinischen Erfordernissen ausgerichtet werden.
Zitat von Julie im Beitrag #260@La_Croix das machen sie doch sowieso oder würden sie damit aufhören, wenn alle Geld bezahlen? Hab leider gerade keine Zeit alles zu lesen .-(
Es läuft wohl darauf hinaus, dass die Welt dafür bezahlen soll, dass der Regenwald nicht für Sojafelder, Viehweiden und für Bergbau/Öl - und Gasförderung zerstört wird...
VKI-TEST Hormonähnlicher Schadstoff in Kassabons Die schädliche Chemikalie Bisphenol A findet man in Kunststoffprodukten und Konservendosen – aber auch immer noch in vielen Kassabons. Das soll ein EU-Gesetz ab Jänner 2020 ändern
ZitatEU-Gesetzt macht Schluss mit BPA in Thermopapier Bisphenol A steckt in der wärmeempfindlichen Oberfläche des Papiers und dient als Entwicklersubstanz beim Drucken des Bons. Damit ist laut EU-Gesetz erst im Jänner 2020 Schluss. Danach darf kein Thermopapier, das BPA enthält, verwendet werden. Mit dieser Regelung soll vor allem das Kassenpersonal geschützt werden, das ja am meisten mit dem belasteten Papier in Kontakt kommt. Über die Finger gelangt der Stoff in den Körper, was nicht unproblematisch ist, denn Bisphenol A ist eine Substanz, die eine hormonähnliche Wirkung hat. Alternativen zu BPA im Thermopapier gibt es bereits.
Kontakt lieber vermeiden So giftig sind Kassenbons "Möchten Sie den Kassenzettel?" Diese Frage fällt nahezu bei jedem Kauf im Supermarkt. Doch nicht nur der Umwelt zu Liebe sollten Sie ab sofort auf den Kaufbeleg verzichten. Auch Ihrer Gesundheit tun Sie damit etwas Gutes. Weshalb, erfahren Sie im Folgenden.
ZitatKassenbons gehören nicht in den Papiermüll Kassenbons, Fahrkarten aus Automaten oder Eintrittskarten werden häufig auf Thermopapier gedruckt. Dieses Papier ist mit einer speziellen wärmeempfindlichen Schicht versehen, welche Pigmente, Farbbildner, Entwickler, Binder und andere Hilfsstoffe enthält. Unter Einwirkung von Hitze bildet sich der schwarze Farbstoff. Dies hat den Vorteil, dass der Thermodruck im Gegensatz zu anderen Druckern ohne weitere Verbrauchsmaterialien wie beispielsweise Toner auskommt. Auch die Lebensdauer ist deutlich höher. Aufgrund dieser Beschichtung dürfen diese Produkte allerdings nicht im Altpapiercontainer entsorgt werden.
Kassenzettel sind giftig Die wärmeempfindliche Schicht auf dem Papier beinhaltet hohe Mengen des gesundheitsschädlichen Bisphenol A (BPA). Dieser hormonelle Wirkstoff steht im Verdacht
-krebserregend zu sein -zu Unfruchtbarkeit zu führen -die Pubertät frühzeitig auszulösen -brüchige Zähne zu begünstigen -Diabetes zu fördern -Stoffwechselstörungen zu verursachen -das Immunsystem zu schwächen -Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern auszulösen. -Bei Babys und Kleinkindern soll die Aufnahme von BPA zu Asthma führen.
Handelsübliches Thermopapier enthält zwischen 0,5 und 3,2 Prozent nicht an das Papier gebundenes BPA – der Stoff bleibt dementsprechend leicht an der Haut haften und kann so in den Organismus gelangen.
Da BPA über die Haut aufgenommen wird, gelangen bereits bedeutsame Mengen des gesundheitsschädlichen Stoffs in den Organismus. Dementsprechend hoch belastet sind Kassierer.
ZitatSo verringern Sie die Aufnahme von BPA Doch nicht nur Thermopapier enthält BPA. Auch andere Produkte sind deutlich mit dem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt. Um Ihre Belastung durch Bisphenol A zu verringern, reichen bereits kleine Änderungen im alltäglichen Leben:
-Kaufen Sie unverpackte und frische Lebensmittel. -Vermeiden Sie Lebensmittel in Konserven. -Lagern Sie Ihre Lebensmittel in Glas-, Keramik oder Stahlbehältern. -Vermeiden Sie Getränke aus Plastikflaschen – greifen Sie stattdessen zu Glasflaschen. Auch Milchtüten, mikrowellengeeignetes Geschirr und andere Verbundstoffverpackungen enthalten Bisphenol A. -Waschen Sie Ihre Hände, nachdem Sie Bankauszüge, Kassenbons und Fahrkarten angefasst haben. -Vermeiden Sie Produkte aus Plastik, die mit "PC" oder "Code 7" gekennzeichnet sind.
Medicinicum Lech: Gesunde Umwelt, gesunder Mensch Das Medicinicum Lech widmet sich den Herausforderungen durch den Klimawandel und ökologische Veränderungen.
ZitatSieht man sich um in einer Zeit, in der unser Planet immer heißer wird, in der Böden mit Pestiziden, hormonell wirksamen Substanzen und Mikroplastik regelrecht vergiftet sind und das Wirtschaftswachstum weiter im Fokus steht, stellt sich eine Frage: Wie gesund kann der Mensch überhaupt noch sein? Es erfordert große Anstrengung, die Ökologie mit der Ökonomie in Verbindung zu bringen und damit Gesundheit zu gewährleisten, doch scheint es machbar zu sein, wie Experten meinen. Die Umwelt als fundamentaler Gesundheitsfaktor ist auch Kernthema beim diesjährigen Medicinicum Lech, das vom 4. bis 7. Juli stattfindet. Heißer könnte es wohl kaum sein.
Wie uns unsere Umwelt krank macht Gestörter Schlaf, „tote Milch“, verschmutzte Luft: Das Medicinicum Lech widmet sich dem „gesunden Menschen in einer gesunden Umwelt“. Das Problem dabei: Die Umgebung heilt nicht nur, sie schadet auch. Bleibt die Frage: Ist sie zu retten? https://diepresse.com/home/panorama/gesu...elt-krank-macht
„Gesundheit 2020“/„Health 2020“ (WHO Europe) Die WHO empfiehlt, Gesundheitsziele als Steuerungsinstrument für eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik zu entwickeln. Auf europäischer Ebene gilt das politische Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ („Health 2020“), das im September 2012 von den 53 WHO-Mitgliedstaaten der Region angenommen wurde, als richtungsweisend: Es enthält zahlreiche Anregungen, wie die gesundheitliche Situation verbessert, gesundheitliche Ungleichheiten bekämpft und die Gesundheit künftiger Generationen gesichert werden können. https://gesundheitsziele-oesterreich.at/...er-hintergrund/
Umwelt und Gesundheit – eine kommt selten allein!
ZitatDie Umwelt im soziologischen Sinne ist alles, was die Menschen umgibt. Diese Definition bezieht auch die Wechselwirkungen zwischen den Menschen und ihrer Umgebung mit ein. Überall wo wir wohnen, einkaufen, arbeiten oder uns einfach nur aufhalten, wirkt die Umwelt auf unsere Gesundheit und unser Handeln auf unsere Umwelt. Laut WHO sind fast 20 % aller Sterbefälle in der WHO Euro Region Umweltfaktoren zuzurechnen. Wie wirkt sich die Umwelt auf unsere Gesundheit aus?
Die Umwelt und unsere Gesundheit können auf verschiedene Arten belastet werden:
1. Chemische Belastungen (zum Beispiel Freisetzung und Verbreitung von Schadstoffen in der Luft, im Wasser, im Boden, in der Nahrungskette, in Produkten des Alltags wie Kosmetika und im menschlichen Körper), 2. Physikalische Belastungen (zum Beispiel Lärm, Partikel oder Strahlung) und 3. Biologische Belastungen (zum Beispiel Schimmelpilze oder Blaualgen).
Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)
ZitatZusammenfassung Eine intakte Umwelt beugt Krankheiten vor und fördert das Wohlbefinden der Bevölkerung. Dazu gibt es eine Vielzahl von Studien. Weniger häufig untersucht ist jedoch die Relevanz von Gesundheitsauswirkungen in einem spezifischen Kontext, also die Gesundheitsauswirkungen von Umweltfaktoren auf eine bestimmte Bevölkerung bei einer gegebenen Exposition. Solche Abschätzungen der Auswirkungen werden „Impact Assessments“ genannt. Der Impact auf Bevölkerungsebene hängt nicht nur vom Gesundheitsrisiko, beziehungsweise Gesundheitsnutzen eines Umweltfaktors ab, sondern auch von der Höhe der Bevölkerungsexposition und dem Gesundheitsstatus der Bevölkerung. Ziel dieses Berichtes ist es, einen besseren Überblick über die Relevanz von Umweltbelastungen und Umwelteinflüssen in der Schweiz im Hinblick auf die menschliche Gesundheit zu erhalten. Anhand Literaturrecherchen und Expertengespräche wurden für neun Umwelthemen und dazugehörige Umweltfaktoren Daten zur Exposition, zu ExpositionWirkungsbeziehungen und zu möglichen positiven und negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit in der Schweiz (sogenannte „Health Impact“ Studien) gesammelt und bewertet. Bei fehlenden Daten wurden entsprechende Abschätzungen gemacht, sofern dies möglich war. Als Umweltfaktoren gelten sowohl Aspekte der natürlichen Umwelt (z. B. Pollen) als auch menschliche Aktivitäten (z. B. Verkehrslärm), die Einfluss auf die Gesundheit haben. Wo aufgrund Daten- oder Wissenslücken eine Quantifizierung der Auswirkungen zurzeit nicht möglich ist, werden Empfehlungen und grobe Aufwandabschätzungen für weitere Erhebungen und Forschungsarbeiten präsentiert. Tabelle 1 bietet eine Übersicht zu den Umwelthemen, Umweltfaktoren und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Die Evidenz des Zusammenhangs zwischen einem Umweltfaktor und der Gesundheit wurde mittels vorhandenen Studien beurteilt (Klassifizierung 1 bis 5, siehe Tabelle 2). Bei Umweltfaktoren mit der Klassifizierung 1 gelten Zusammenhänge, bzw. Auswirkungen auf die Gesundheit, als etabliert und die Expositions-Wirkungsbeziehung ist bekannt und quantifizierbar. Bei einer Klassifizierung 5 sind beide Sachverhalte noch unklar. Die Resultate zeigen, dass sowohl die Datengrundlage für die Abschätzung der Expositionen sowie zu den Expositions-Wirkungsbeziehungen für die neun behandelten Umweltthemen unterschiedlich ausfallen. Beim heutigen Kenntnisstand sind relativ gute Aussagen zu den Themen Luft (betrifft vor allem die Aussenluft), Lärm (betrifft vor allem den Verkehrslärm), Klima, Naturgefahren, Strahlung und nicht-ionisierende Strahlung möglich. Unklarheiten bestehen im Bereich Biodiversität. Während die Auswirkungen von Pollen und Neophyten relativ gut dokumentiert sind, wurden andere mögliche und eher komplexe Effekte eines Biodiversitätsverlust (Gefährdung und Aussterben von Arten) auf die Gesundheit (z. B. Krankheiten durch Verlust von Möglichkeiten neue Medikamente zu entwickeln) kaum untersucht. Quantitative Daten zur Bedeutung von künstlichen Lichtemissionen während derNacht (Thema nicht-ionisierende Strahlung) sowie Grün- und Wasserflächen (Thema Landschaft und Wald) für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind ebenfalls (noch) nicht vorhanden. Grosse Datenlücken bestehen betreffend den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Chemikalien in Boden, Wasser und Nahrung. Obwohl das Gesundheitsrisiko für viele Stoffe bei hohen Expositionen gut untersucht ist, fehlen Daten zur Belastung der Schweizer Allgemeinbevölkerung durch Pestizide, Schwermetalle und Arzneimittelrückstände oder anderen Chemikalien. Zudem sind die konkreten Gesundheitsauswirkungen der meist chronischen Expositionen gegenüber einer komplexen Mischung von Stoffen mit tiefer Konzentration in der Umwelt unklar. Dies ist ein erster Überblick der vorhandenen quantitativen Daten zu den Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz. Solche Daten sind wichtig für die Information der Bevölkerung und für die Prioritätensetzung von Massnahmen zur Minimierung von umweltbedingten Gesundheitsrisiken. Das Projekt hat jedoch gezeigt, dass die Vergleichbarkeit von Impactstudien zu verschiedenen Umweltfaktoren beschränkt
Deutschland: Bis zu 20.000 Tote jährlich durch Krankenhauskeime Krankenhausinfektionen treffen 400.000 bis 600.000 Patienten pro Jahr Gefährliche Erreger: 400.000 bis 600.000 Patienten infizieren sich in Deutschland jedes Jahr neu mit Krankenhauskeimen – und 10.000 bis 20.000 versterben daran, wie eine aktuelle Schätzung zeigt. Insgesamt ist die Krankheitslast der fünf häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionen bei uns sogar größer als im EU-Durchschnitt. Als Grund dafür geben die Forscher unter anderem die größere Zahl an stationär behandelten Patienten an.
ZitatWer im Krankenhaus liegt, möchte so schnell wie möglich genesen. Doch oftmals fangen sich Patienten in der Klinik zusätzlich zu ihrer eigentlichen Erkrankung eine Infektion mit Krankenhauskeimen ein. Bakterien wie Staphylococcus aureus verzögern dabei nicht nur den Erholungsprozess. Sie können gerade für immunschwache Betroffene sogar lebensbedrohlich sein. Denn viele Krankenhauskeime sind gegen gängige Antibiotika immun und lassen sich nur schwer bekämpfen.
Von Lungenentzündung bis Sepsis Schätzungen zufolge infizieren sich mehr als 2,5 Millionen Patienten in Europa jedes Jahr neu mit Krankenhauskeimen. Nun präsentieren Benedikt Zacher vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin und seine Kollegen neue Zahlen für Deutschland: Wie häufig sind solche im Krankenhaus erworbenen Infektionen bei uns – und wie schwer wiegen die Folgen für die Betroffenen?
Um dies herauszufinden, werteten die Wissenschaftler Daten aus einer Erhebung des Nationalen Referenzzentrums zum Auftreten von Krankenhausinfektionen aus. Dabei konzentrierten sie sich auf fünf verbreitete Erkrankungen, die zusammen fast 80 Prozent der im Krankenhaus erworbenen Infektionen ausmachen: Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen, Clostridium difficile-Infektionen und Blutstrominfektionen.
250.000 verlorene Lebensjahre Auf Grundlage dieser Zahlen schätzen Zacher und seine Kollegen, dass es in Deutschland jedes Jahr zu 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen kommt. 10.000 bis 20.000 Betroffene versterben daran – bisherige Schätzungen gingen von 10.000 bis 15.000 Todesfällen aus. Doch auch für Patienten, die die Infektion überleben, können sich schwerwiegende Konsequenzen für das Leben danach ergeben. Aus diesem Grund berechneten die Forscher erstmals in diesem Zusammenhang auch die Krankheitslast für Deutschland.
ZitatÜber dem EU-Durchschnitt Wie die Wissenschaftler berichten, lässt sich mit dem DALY-Modell der Schaden durch Krankenhausinfektionen besser abbilden und mit anderen Krankheiten vergleichen. „Damit können wir die Auswirkungen nosokomialer Infektionen auf die Gesundheit der Bevölkerung genauer abbilden und verlässlichere evidenzbasierte Grundlagen für Maßnahmen bereitstellen“, erklärt RKI-Präsident Lothar Wieler.
Wie aber steht Deutschland im EU-Vergleich dar? Auch das haben Zacher und sein Team untersucht. Demnach ist der Anteil der Patienten, die während eines Krankenhausaufenthaltes eine Infektion bekommen, bei uns mit rund 3,6 Prozent niedriger als im EU-Durchschnitt, der bei 5,5 Prozent liegt. Allerdings: Bezogen auf die Bevölkerung liegt Deutschland bei der Zahl der Infektionen und Todesfälle sowie der Krankheitslast (DALY) über dem europäischen Schnitt. So erkranken hierzulande jährlich 500 bis 650 Patienten pro 100.000 Einwohner an einer nosokomialen Infektion, im EU-Durchschnitt sind es 450 bis 500 Erkrankte pro 100.000 Einwohner.
Mehr Patienten als Ursache Als wesentliche Gründe dafür geben die Forscher die größere Zahl an stationär behandelten Patienten und Krankenhausbetten an. Deutschland hat in Europa die höchste Anzahl an Krankenhausbetten und die zweithöchste Anzahl an Krankenhauspatienten pro 1.000 Einwohner und Jahr. „Eine Reduktion vermeidbarer Krankenhausaufenthalte ist daher zusammen mit einer effektiven Infektionskontrolle und -prävention ein wichtiger Schritt, um die Krankheitslast zu verringern“, schließt Wieler.
Bewegungsmuffel WHO: Jugendliche Couchpotatoes in der massiven Überzahl Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig. Auch in Österreich sind 71,2 Prozent der Buben und 84,5 Prozent der Mädchen körperlich nicht aktiv genug
ZitatBloß nicht weg vom Sofa oder Smartphone: Eigentlich wäre eine Stunde Bewegung pro Tag nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO für Kinder und Jugendliche gerade einmal genug. Doch selbst das schaffen nur wenige. Laut einer WHO-Studie bewegt sich weltweit nur ein Fünftel der 11- bis 17-Jährigen so viel. Auch österreichische Jugendliche schneiden in der Studie im Fachmagazin "The Lancet" von diesem Freitag schlecht ab. In Österreich waren 71,2 Prozent der Buben und sogar 84,5 Prozent der Mädchen 2016 körperlich nicht aktiv genug. Im Vergleich zum Jahr 2001 haben sich die Zahlen für Burschen in Österreich verbessert, bei den Mädchen hingegen leicht verschlechtert. Weltweit gab es nur geringe Verbesserungen. "Wir hatten eine elektronische Revolution, welche die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat - und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen", sagt Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie. Die Jugendlichen spielten letztlich mehr digital als wirklich aktiv. Ein weiterer Grund für fehlende körperliche Aktivität sei zudem die Frage der Sicherheit in manchen Regionen oder Umfeldern. "Es gibt Umfelder, in denen wird es immer gefährlicher, draußen zu sein und aktiv zu sein. Wenn es nicht sicher genug ist, draußen zu sein, dann gehen Jugendliche auch weniger zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad", so Riley.
WHO-Studie Vier von fünf Jugendlichen bewegen sich zu wenig Erstmals wurde weltweit untersucht, wie gesund Jugendliche leben. Ein Problem eint dabei alle Teenager: Sie bewegen sich viel zu wenig. Kaum Lust auf sportliche Aktivitäten haben dabei insbesondere die Mädchen.
ZitatEine Stunde Bewegung am Tag ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausreichend für Kinder und Jugendliche – doch selbst die schaffen nur wenige. Laut einer WHO-Studie bewegt sich weltweit nur ein Fünftel der Elf- bis 17-Jährigen so viel. Auch deutsche Jugendliche schneiden in der Studie schlecht ab: 79,7 Prozent der Jungen und sogar 87,9 Prozent der Mädchen waren 2016 körperlich nicht aktiv genug. Im Vergleich zum Jahr 2001 haben sich die Zahlen für Deutschland kaum verändert, auch weltweit gab es nur geringe Verbesserungen. Der Bericht, der in der Fachzeitschrift „Lancet Child & Adolescent Health“ veröffentlicht wurde, basiert auf Umfragedaten aus den Jahren 2001 bis 2016. Dabei wurden 1,6 Millionen Schüler zwischen elf und 17 Jahren in 146 Ländern befragt.
Lieber Smartphone statt Sport Warum sich die Jugendlichen so wenig bewegen, wurde nicht erforscht. Dennoch haben die Forscher eine Vermutung: „Wir hatten eine elektronische Revolution, die die Bewegungsmuster von Jugendlichen offensichtlich verändert hat – und sie dazu anregt, mehr zu sitzen, weniger aktiv zu sein, mehr zu fahren, weniger zu gehen“, sagt Leanne Riley, eine der Co-Autorinnen der Studie. Die Jugendlichen spielten lieber digital, statt wirklich aktiv zu sein. Ein weiterer Grund für fehlende körperliche Aktivität sei zudem die Frage der Sicherheit in manchen Umfeldern. „Es gibt Umfelder, in denen wird es immer gefährlicher, draußen zu sein und aktiv zu sein. Wenn es nicht sicher genug ist, draußen zu sein, dann gehen Jugendliche auch weniger zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad“, so Riley.
Eine Tasse Tee gefällig? Klimawandel schadet unserem Lieblingsgetränk!
ZitatDie Hälfte der Anbauregionen sind weltweit bedroht In einem Bericht der Umweltorganisation Climate Central, schrieben Forscher im Jahr 2015, dass die Teeanbauregionen weltweit aufgrund des Klimawandels bedroht sind. Demnach könnten in Zukunft etwa 40 bis 55 Prozent der Regionen von der Bildfläche verschwinden.
KOMMENTAR Medizin und Machtmissbrauch Gleich drei Skandale brachten 2019 medizinische Forschungseinrichtungen in die Schlagzeilen. Hat die Hochschulmedizin ein strukturelles Problem? https://www.spektrum.de/kolumne/medizin-...sbrauch/1688058
Klimawandel bringt Nahrungs-Einbußen weltweit 90 Prozent der Weltbevölkerung wären von Verlusten in Landwirtschaft und Fischerei betroffen Viel zu verlieren: Geht der Klimawandel ungebremst weiter, könnte dies die Nahrungsversorgung von 90 Prozent der Weltbevölkerung beeinträchtigen. Denn sowohl Landwirtschaft als auch Fischerei müssten bis 2100 mit erheblichen Einbußen rechnen, wie Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten. Würde man dagegen die Pariser Klimaschutzziele einhalten, könnten viele Länder sogar profitieren – darunter auch die großen CO2-Emittenten. https://www.scinexx.de/news/geowissen/kl...ussen-weltweit/
Nestle führt Lebensmittel-Ampel ein Mehr als 5.000 Produkte will der Großkonzern kennzeichnen: Die Einführung startet in Ländern, die das System unterstützen.
ZitatDer weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle führt ab kommendem Jahr die sogenannte Lebensmittel-Ampel in Österreich und weiteren Ländern Europas ein. Das Unternehmen werde im ersten Halbjahr 2020 beginnen, die Nährwert-Ampel auf Lebensmittelverpackungen in Österreich, Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz zu drucken, teilte Nestle am Dienstag in Frankfurt mit.
Der Konzern werde die Lebensmittel-Ampel über den Zeitraum von zwei Jahren auf Produkten anbringen, die komplett zum Konzern gehörten sowie auf Frühstückscerealien der Gemeinschaftsfirma Cereal Partners Worldwide. "Unser Ziel ist es, in jeder Produktkategorie eine der gesündesten Optionen anzubieten", sagte Marco Settembri, Chef von Nestle für Europa, den Nahen Osten und Nordafrika.
Fett, Zucker, Salz: Alles im grünen Bereich Mehr als 5.000 Produkte, darunter Pizza, Kaffee und Schokolade sollen gekennzeichnet werden. Nestle beginne bei der Einführung mit den Ländern, die das System unterstützen.
Neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz werden auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Gesamtbewertung einfließen: Auf einer Skala von "A" auf dunkelgrünem Feld bis zu einem roten "E" für die ungünstigste Stufe wird das zutreffende Feld hervorgehoben.
Nestle will mit der Skala eine Signalwirkung erzielen
Kalorien anschaulich machen Um einen Schokoriegel mit 230 Kalorien zu verbrennen, muss man mehr als 20 Minuten laufen. Gut sichtbar auf der Verpackung sollen Informationen wie diese Menschen dazu bringen, weniger und gesünder zu essen. Studien zeigen: Es wirkt. https://science.orf.at/stories/2995607/
Zitat»Der Kaloriengehalt dieses Schokoriegels entspricht 42 Minuten Gehen oder 22 Minuten Joggen.« Solche Hinweise könnten in Zukunft auf Lebensmittelverpackungen stehen, um Menschen zum gesünderen Essen zu motivieren – das funktioniere jedenfalls besser als zum Beispiel die viel diskutierte Lebensmittelampel, legt die neue Untersuchung einer britischen Arbeitsgruppe in »Epidemiology & Community Health« nahe. Wie das Team um Amanda J. Daley von der Loughborough University berichtet, nehmen Menschen im Durchschnitt etwa 80 Kilokalorien pro Tag weniger zu sich, wenn ihre Lebensmittel auf diese Weise gekennzeichnet sind.
Japan erlaubt Chimären-Experimente für Organzucht Ein paar menschliche Stammzellen ins Schweineembryo spritzen und am Ende Organe für die Transplantation ernten? Ob das funktioniert, darf nun getestet werden. https://www.tagesspiegel.de/wissen/misch...t/24855836.html
Wie gefährlich ist das Virus? Neuartige Lungenkrankheit: Was man bisher weiß Derzeit erscheint der neue Erreger weniger gefährlich als der SARS-Erreger, durch dessen Infektion 800 Menschen starben. Wenn das Coronavirus wie damals mutiere und dadurch schneller übertragbar werde, könne sich dies aber ändern. Es gibt noch viele offene Fragen.
ZitatMit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus. Bei der größten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs. Asiatische Nachbarn und mehrere Flughäfen in anderen Ländern weltweit haben wegen der neuen Lungenkrankheit inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt.
WHO berief Notfallausschuss ein Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll, wie die WHO am Montag berichtete. Diese unabhängigen Experten empfehlen auch Maßnahmen, die möglicherweise ergriffen werden sollten.
In Europa wurden bisher keine von Reisenden eingeschleppten Fälle bekannt. Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen, das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren oder mögliche Impfungen medizinischer Fachkräfte gehören.
Unklarer Übertragungsweg und ungewisse Risiken Der Erreger zählt zur großen Familie der Coronaviren und wurde vor den seit Dezember auftretenden Fällen noch nie beobachtet. Seinen Ursprung hat er wahrscheinlich auf einem Fischmarkt in Wuhan, einer Stadt mit elf Millionen Einwohnern in der ostchinesischen Provinz Hubei. "Man nimmt an, dass die Quelle auf diesem Markt verkaufte Tiere waren", sagt Arnaud Fontanet, Leiter der Abteilung für die Epidemiologie neu auftretender Krankheiten am Pariser Pasteur-Institut. Der Markt wurde zu Jahresbeginn geschlossen und desinfiziert.
Gefährliche Lungenkrankheit WHO-Krisensitzung wegen Coronavirus An der neuartigen Lungenkrankheit in China ist ein weiterer Mensch gestorben. Die WHO berief eine Krisensitzung ein. https://www.tagesschau.de/ausland/lungen...eitung-101.html
WHO beruft wegen Virusausbruch in China Notfallausschuss ein Mehr als 200 Menschen sind in China bereits an der neuartigen Lungenentzündung erkrankt. Experten gehen von einer Übertragung von Mensch zu Mensch aus. Die Weltgesundheitsorganisation beruft ihren Notfallausschuss ein. https://www.welt.de/vermischtes/article2...schuss-ein.html
Nachhaltige Welternährung funktioniert Wachsende Weltbevölkerung könnte ohne Überschreitung der planetaren Grenzen ernährt werden Genug für alle: Theoretisch könnten zehn Milliarden Menschen ernährt werden, ohne unserem Planeten zu schaden. Zu diesem Ergebnis kommen nun Forscher, die die Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf die planetaren Belastungsgrenzen der Erde untersucht haben. Um dieses Ziel zu erreichen, sind jedoch fundamentale Veränderungen nötig – nicht nur bei der Landbewirtschaftung, sondern auch auf Seiten der Verbraucher.
ZitatDas Recht auf Nahrung ist ein Menschenrecht und doch hungern weltweit Millionen von Menschen. In Zukunft könnte sich dieses Problem weiter verschärfen. Denn durch verändertes Konsumverhalten und die wachsende Weltbevölkerung steigt die Nachfrage nach Getreide, Fleisch und Co kontinuierlich. Gleichzeitig führen die Folgen des Klimawandels und andere menschengemachte Umweltschäden schon jetzt zu weltweiten Ertragseinbußen – sei es die Degradierung der Böden oder die Zunahme von Hitzewellen und Dürren.
Kann das gutgehen? Fachleute beschäftigen sich schon länger mit der Frage, wie die Nahrungsmittelproduktion nachhaltiger werden und gleichzeitig immer mehr Menschen versorgen kann. „Wenn man sich den Zustand des Planeten Erde und den Einfluss der aktuellen globalen Landwirtschaftspraxis auf ihn ansieht, gibt es viel Grund zur Sorge – aber auch Grund zur Hoffnung, sofern wir sehr bald entschlossenes Handeln sehen“, sagt Dieter Gerten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Planetare Grenzen im Blick Der Wissenschaftler und seine Kollegen haben im Rahmen einer Studie detailliert untersucht, wie viele Menschen unter Einhaltung strenger ökologischer Standards weltweit ernährt werden könnten. Für ihre Berechnungen definierten sie die Umweltkapazitäten in Form sogenannter planetarer Belastungsgrenzen – wissenschaftlich definierter Höchstwerte für menschliche Eingriffe in zentrale Prozesse des Planeten.
Konkret erfasste das Forscherteam dabei vier der neun planetaren Grenzen, die für die Landwirtschaft relevant sind: die Veränderung der Landnutzung, die Süßwassernutzung, die Nutzung von Kunstdünger und die Integrität der Biosphäre, also intakte Artenvielfalt und Ökosysteme. Auf Basis eines Computermodells ermittelten Gerten und seine Kollegen dann die Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf diese Grenzen.
Genug für zehn Milliarden Die Auswertungen enthüllten: Aktuell geschieht fast die Hälfte der globalen Nahrungsmittelproduktion auf Kosten der planetaren Belastungsgrenzen. „Wir widmen zu viel Land der Tierhaltung und den Nutzpflanzen, düngen zu stark und bewässern übermäßig“, erklärt Gerten. Würden die Belastungsgrenzen der Erde dagegen strikt respektiert, könnte das Lebensmittelsystem in seiner heutigen Form nur 3,4 Milliarden Menschen ausgewogen ernähren, wie die Berechnungen ergaben.
Doch es gibt eine gute Nachricht: Veränderte Formen der Landwirtschaft und des Konsums könnten deutlich mehr Menschen satt machen, ohne das Erdsystem zu gefährden. „Solche Transformationen ermöglichen es, ausreichend Nahrung für bis zu zehn Milliarden Menschen bereitzustellen – das zeigt unsere Forschung“, betont Gerten.
Mehr Erträge auf nachhaltige Weise Wie könnte dies konkret aussehen? „Wir stellen fest, dass die Landwirtschaft in vielen Regionen zu viel Wasser, Land oder Dünger verbraucht. Die Produktion in diesen Regionen sollte daher mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden. In der Tat gibt es enorme Möglichkeiten, die landwirtschaftliche Produktion in diesen Regionen auf nachhaltige Weise zu steigern. Das gilt zum Beispiel für weite Teile Subsahara-Afrikas, wo ein effizienteres Wasser- und Nährstoffmanagement die Erträge stark verbessern könnte“, berichtet Gertens Kollege Johan Rockström.
An anderen Orten ist die Landwirtschaft jedoch so weit von den lokalen und planetaren Belastungsgrenzen entfernt, dass selbst nachhaltigere Systeme den Druck auf die Umwelt nicht vollständig ausgleichen könnten. Dies gilt den Forschern zufolge etwa für Teile des Nahen Ostens, Indonesiens und teilweise Mitteleuropa, die sich demnach nicht nachhaltig selbst versorgen können. Aus diesem Grund wird der Welthandel und eine sinnvolle Lebensmittelverteilung auch nach der Neuausrichtung ein Schlüsselelement einer nachhaltig ernährten Welt bleiben, wie sie betonen.
Weniger Fleisch essen Doch auch die Verbraucher müssen ihren Beitrag leisten: Die Analysen bestätigen erneut, dass es ohne eine weitreichende Ernährungsumstellung nicht gehen wird. So wird es beispielsweise nötig sein, Teile des Konsums von Fleisch und anderen tierischen Proteinen durch mehr Hülsenfrüchte und anderes Gemüse zu ersetzen. Dies hatte auch schon der Weltklimarat IPCC in seinem jüngsten Sonderbericht zu Klimawandel und Landnutzung aufgezeigt.
„Veränderungen auf dem täglichen Speiseplan scheinen zunächst vielleicht schwer zu schlucken. Aber auf lange Sicht wird eine Ernährungsumstellung hin zu einem nachhaltigeren Mix auf dem Teller nicht nur dem Planeten, sondern auch der Gesundheit der Menschen zugutekommen“, sagt Gertens Kollegin Vera Heck.
Zu viel Verschwendung Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Reduzierung der Nahrungsmittelverluste: Wie die Wissenschaftler betonen, gehen derzeit bis zu 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel allein durch Verschwendung verloren. „Diese Situation erfordert eindeutig entschlossene politische Maßnahmen, um Anreize sowohl auf Seiten der Produzenten als auch der Verbraucher zu setzen“, konstatiert Heck.
Die herausforderndste Konsequenz der Studie ist nach Ansicht der Forscher aber der nötige Wandel bei der Landnutzung, zum Beispiel durch die Umverteilung von Ackerland. „Alles, was mit dem Land zu tun hat, ist in der Praxis komplex und umstritten, weil die Lebensgrundlagen und Perspektiven der Menschen davon abhängen. Der Übergang zu einer nachhaltigeren Landnutzung und -bewirtschaftung ist daher eine anspruchsvolle Herausforderung für die Politik“, betont Gertens Kollege Wolfgang Lucht.
„Hierbei ist es entscheidend, dass die Menschen in den betroffenen Regionen klare Vorteile für sich erkennen können. Dann besteht eine echte Chance, dass die Unterstützung für diese Veränderungen schnell genug wächst, um das Erdsystem zu stabilisieren“, so sein Fazit.