Kuba ist das erste Land, das einen vielversprechenden therapeutischen Impfstoff gegen Lungenkrebs entwickelt hat. Die USA wollen ihn nun auch haben. Bis vor kurzem, zu Zeiten der Feindschaft, undenkbar.
Zitat von Prometheus im Beitrag #452Monoethanolamin ist das biogene Amin der Aminosäure Serin. Wirkt lebensverlängernd in Hefen, Fruchtfliegen und in Säugetierzellkulturen - wahrscheinlich, weil es Autophagie aktiviert.
Wie gesagt - ein katastrophales Sicherheitsprofil. Allerdings macht bekanntlich erst die Dosis das Gift. Meine Vermutung: für die Autophagie-Induktion reichen bereits "homöopathische", nicht-toxische Verdünnungen aus. In der Publikation wurde eine starke Verdünnung (10mM) für die Zellkultur verwendet ( http://www.nature.com/cdd/journal/v22/n3...4219a.html#bib6 ) Ob das so auch in vivo funktioniert, wissen wir schlichtweg noch nicht.
Sonnenaktivität könnte das Leben verkürzen Historische Daten aus Norwegen zeigen: Wer in Jahren mit erhöhter Sonnenaktivität geboren wurde, starb im Schnitt rund fünf Jahre früher
ZitatDie Biologin Skjærvø und ihre Kollegen erklären die Daten damit, dass die erhöhte UV-Strahlung zu einer verstärkten Schädigung von Folsäure (Vitamin B) führt, die für die DNA-Synthese und für Reparaturprozesse im Erbgut zuständig ist. Das wiederum würde epigenetisch womöglich auch auf die nächste Generation weitergegeben.
Ketonkörper werden im Fastentzustand (Kohlenhydrat-Restriktion) vermehrt gebildet. D-beta-Hydroxybutyrat verlängert das Rundwurm-Leben um 20%, hauptsächlich als CR-Mimetikum:
Es handelt sich zwar hier um eine alte, aber doch sehr interessante Studie. Natriumphenylbutyrat wird als Arzneistoff zur Behandlung von Hyperammonämie (zu hoher Ammoniumgehalt im Blut), besonders von angeborenen Störungen des Harnstoffzyklus wie Harnstoffzyklusdefekt, eingesetzt. (Wikipedia) Life extension in Drosophila by feeding a drug. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11792861
HDL-Cholesterin: Qualität vor Quantität Innsbrucker Forscher weisen darauf hin, dass nicht die Menge des "guten Cholesterins", sondern die Qualität die entscheidende Rolle beim Senken Atherosklerose-Risikos spielt
ZitatUm nun die HDL-Funktion in PatientInnen mit koronaren Herzerkrankungen zu untersuchen, wurde bei PatientInnen der Studie auch die Cholesterineffluxkapazität gemessen, also inwieweit HDL Partikel in der Lage sind, Cholesterin aus Schaumzellen – atherosklerotisch geschädigte Blutgefäße bestehen zum Großteil aus Schaumzellen – aufzunehmen.
"In einer ersten Studie konnten wir zeigen", so Studienleiter Andreas Ritsch, "dass PatientInnen mit niedrigen CETP-Werten tatsächlich eine erniedrigte Effluxkapazität aufweisen. Dieser Befund ermutigte uns, die äußerst aufwendige Messung der Cholesterinefflux-Kapazität in der gesamten Studien-Population durchzuführen".
Das Ergebnis: PatientInnen mit niedrigen CETP-Werten weisen eine verminderte HDL Funktion auf, die zur einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität führt. "Für die Entwicklung von neuen therapeutischen Strategien zur Prävention der Atherosklerose bei PatientInnen mit hohem kardiovaskulären Risiko dürften diese Ergebnisse vor allem im Hinblick auf eine personalisierte Therapie richtungsweisend sein", meint Ritsch.
Bei dem seltenen Werner-Syndrom verursacht eine genetische Mutation eine beschleunigte Alterung. Bisher konnte man nur spekulieren wie diese beschleunigte Alterung zu stande kommt. Eine neue Studie zeigt: Die Ursache liegt in vor allem an der Zerstörung des epigenetischen Musters der Zellen:
Beginning of the end for ageing? Scientists identify DNA bundle that plays major role
ZitatOur study connects the dots between Werner syndrome and heterochromatin disorganization, outlining a molecular mechanism by which a genetic mutation leads to a general disruption of cellular processes by disrupting epigenetic regulation,” said Izpisua Belmonte.
Auch bei einer anderen seltenen Progerie-Erkankung, dem Cockayne Syndrom gibt es bahnbrechende Fortschritte:
Reversal of mitochondrial defects with CSB-dependent serine protease inhibitors in patient cells of the progeroid Cockayne syndrome. http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1422264112
Die Alterung bei Kindern mit Cockayne-Syndrom verläuft dramatisch: Die Kinder versterben meist bereits nach einer Dekade an Aterienverkalkung und vorgealterten Nieren.
Gegenwärtig haben diese Erkenntnisse zwar noch keine praktische Relevanz im Hinblick auf die "normale" Alterung. Aber wenn die Mitochondrienfunktion in Progeriesyndromen rückgängig gemacht werden kann, ist eine Therapie auch für die "gewöhnlich" gealterten Mitochchondrien in greifbarer Nähe.
Pentraxin-2 ist ein Protein im Gehirn, das mit dem Alterungsprozess abgeschaltet wird. Mit desaströsen Folgen... Die Abschaltung erfolgt epigenetisch, lässt sich also prinzipiell verhindern und sogar rückgängig machen.
Kommentar Prometheus: Das Entwicklungsprogramm und die Alterung haben viele Parallelen. Daher ist es gut möglich, dass Mechanismen, welche die Entwicklung fördern nach Abschluss der Entwicklung schlicht die Alterung antreiben.
Eine mediterrane Ernährung reduziert das Risiko von Gebärmutterkrebs:
Mediterranean diet and risk of endometrial cancer: a pooled analysis of three italian case-control studies
ZitatIn conclusion, our data suggest that a Mediterranean dietary pattern, more than single foods, may favourably influence the risk of endometrial cancer. This supports the hypothesis that a diet rich in a combination of vegetables, fruit and cereals, poor in saturated fats, meat and dairy product, and with a moderate intake of wine has a favourable role on endometrial cancer risk
Eine Reduzierung des Proteinanteils in der Mäuse-Nahrung hat in Kombination mit einem hohen Kohlenhydratanteil ähnliche Effekte wie eine Kalorienrestriktion:
Möglicherweise wurde jetzt ein Weg gefunden, wie man die Effekte einer Kalorienrestriktion nachahmen könnte. Zumindest ist Neuropeptid Y ein wichtiger Baustein, ohne den die Kalorienrestriktion nicht funktioniert. Wenn hingegen vermehrt Neuropeptid Y vorhanden ist, leben die Mäuse länger - auch ohne dass sie am Hungertuch nagen müssten:
Mittlerweile beginnt man damit, die Methylome unterschiedlicher Gewebe mit dem Genom und dem Transkriptom abzugleichen. Mit anderen Worten geht es um das Verständnis, wie die Methylierungsmuster das Erscheinungsbild und die Funktion der Zellen beeinflussen. Dabei hat man nebenbei eine Methylierungs-Signatur entdeckt, die möglicherweise unsere Gewebsstammzellen charakterisiert:
Human body epigenome maps reveal noncanonical DNA methylation variation
ZitatOur analysis of genic mCH across human tissues indicates a tissue-specific distribution that is distinct from those genes that were previously identified in embryonic stem cells and the brain. These genes are enriched for a variety of functions, most surprisingly those involved in development. These analyses raise the intriguing possibility that mCH is used in adult stem cells and could help to repress these genes as the cells transition into their differentiated role.
P.S.: Nein, man muss sich aktuell nicht in die Details einarbeiten - diese Grundlagenforschung hat bis jetzt noch keine praktische Relevanz. Ich poste das, weil diese Grundlagen meiner Meinung nach langfristig die Schlüsseltechnologien zu einer echten Rejuvenation sein werden.
Thrombosen in Schlagadern entstehen oft, weil atherosklerotische Ablagerungen im Gefäßinneren aufreißen und Blutplättchen an der verletzten Stelle verklumpen. LMU-Mediziner vergleichen zwei neue Strategien, wie dem vorgebeugt werden kann.
ZitatBlutgerinnsel in Schlagadern - sogenannte arterielle Thrombosen - gehören zu den häufigsten Ursachen für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sie entstehen durch Verletzungen der Blutgefäße, etwa wenn atherosklerotische Plaques an den Gefäßinnenwänden aufreißen und die in den Gefäßen zirkulierenden Thrombozyten (Blutplättchen) aggregieren. Pharmakologische Thrombozytenhemmer wie Aspirin hemmen diesen Prozess und können vor Thrombosen schützen. Allerdings wirken sie nur begrenzt, außerdem hemmen sie die Blutplättchen im gesamten Körper und können deswegen Blutungen verursachen. „Daher ist es unser Ziel, antithrombotische Medikamente zu entwickeln, die einerseits wirksamer sind, und andererseits weniger Nebenwirkungen haben“, sagt Professor Wolfgang Siess (Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten), dessen Team nun die Wirksamkeit zweier neuer Strategien der Thrombozytenhemmung verglichen hat. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin JACC.
Kindheitstraumata verändern das Immunsystem dauerhaft Misshandelte Kinder weisen als Erwachsene höhere Entzündungswerte auf. Das könnte erklären, warum viele von ihnen anfälliger für seelische und körperliche Erkrankungen sind.
Wer schon als Kind traumatische Ereignisse wie Missbrauch oder Misshandlungen erlebt, der hat auch später im Leben häufiger mit körperlichen oder seelischen Beschwerden zu kämpfen. Das zeigen inzwischen zahlreiche Studien. Wie diese Anfälligkeit auf biologischem Wege zu Stande kommt, ist bisher aber noch unklar. Nun verdichten sich allmählich die Hinweise darauf, dass entzündungsfördernde Immunbotenstoffe dabei eine wichtige Rolle dabei spielen könnten. http://www.spektrum.de/news/kindheitstra...uerhaft/1349497
Erklärt wohl auch, warum Menschen die Kindheitstraumata haben, verkürzte Telomere haben.
Einige Polyphenole können Matrix-Proteasen hemmen.
Möglicherweise erklärt sich so auch ein Teil der antiinflammatorischen Wirkung (die Entzündungszellen können das Gewebe schlechter durchwandern) und Anti-Krebs-Wirkung (Blockade der Invasionsfront).
Inhibition of matrix-proteases by polyphenols: chemical insights for anti-inflammatory and anti-invasion drug design
ZitatFlavanols—a class of plant polyphenols abundant in tea leaves and grape seeds and skins—have been found to inhibit some matrix-proteases instrumental in inflammation and cancer invasion, such as leukocyte elastase (LE) and gelatinases
Der Wächter wankt Auf dem weltgrößten Krebskongress in Chicago hebt eine deutsche Studie alte OP-Regeln aus den Angeln: Schont die Lymphknoten ist ihr Fazit. Ein Paradigmenwechsel bahnt sich an. http://www.faz.net/aktuell/wissen/krebs-...t-13626713.html
AMPK-Aktivierung und Autophagie sind im Forum ja schon öfter erwähnt worden. Im Muskel wird AMPK wie auch in vielen anderen Geweben zur Autophagieaktivierung benötigt. Ohne AMPK kann kein Protein-Recycling stattfinden. Daher beschleunigt die Kombination aus wenig AMPK- und viel mTOR-Aktivität die altersbedinge Myopathie und die mitochondriale Dysfunktion. AMPK Activation of Muscle Autophagy Prevents Fasting-Induced Hypoglycemia and Myopathy during Aging http://www.cell.com/cell-metabolism/abst...Fshowall%3Dtrue
Aging Could Be Reversed Through Regulation Of 2 Key Genes
Zitat Epigenetic regulations alter the physical structure of DNA, and has the power to switch genes on and off. The idea that they are responsible for aging suggest genetically reprogramming the cells to an embryonic stem cell-like state would eliminate these epigenetic changes.
The researchers reprogrammed human fibroblast cell lines taken from elderly participants to an embryonic stem cell-like state, which were then turned back into turned fibroblasts. The researchers were excited to observe the aging-associated defects were gone, and fibroblasts had had respiration rates closer to what would be seen in a fetal state. The researchers pinpointed the genes CGAT and SHMT2 as the drivers of age-associated mitochondrial defects. By changing the regulation of these genes, mitochondrial function could be restored in the cell lines. The addition of glycine for 10 days to the culture medium of a 97-year-old fibroblast cell line proved to restore respiratory function and reverse age-related respiration defects.