Aber: Was ist die Take-Home Message? Das Altern ein komplexer Prozess in einem komplexen System ist? Es bringt aus meiner Sicht wenig, wenn man erklären kann warum etwas nicht funktioniert aber aus diesem Modell keine Vorschläge resultieren würden, wie man es besser machen kann!
Die Autoren schreiben dazu:
Zitat Lebensstilinterventionen oder Kombination von Lebensstil / pharmazeutischen Interventionen sind als ganzheitlichere Ansätze besonders vielversprechend und könnten schließlich auf der Grundlage der oben genannten Metriken des zugrunde liegenden Systemzustands stark personalisiert werden, die in Studien als Ersatzendpunkte dienen könnten.
Klingt sehr abstrakt. In dieser Grafik wird am Beispiel der Alzheimerkrankung anschaulich, was die Autoren meinen:
Jedes einzelne Level kann man zwar separat mit Maßnahmen beeinflussen, aber erst die Kombination mehrerer Maßnahmen auf mehreren Leveln wird den Durchbruch ermöglichen.
Also: Holistische Ansätze sind besser als einzelne Moleküle beeinflussen zu wollen. Logisch. Die Frage ist, wie man sich die "personalisierten Ersatzendpunkte des Systemzustands" praktisch nutzbar macht.
Diese "Ageotypen" sind ein gutes Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz, also nicht einen einzelnen Stoffwechselweg beeinflussen ("Cholesterin senken") sondern ganze zusammenhängende Netzwerke von Stoffwechselwegen zu stabilisieren.
In dem Bild oben entspräche das einer "Scheibe", also die metabolische Ebene, die dann "personalisiert" wird, d.h. die individuellen Schwachstellen im Netzwerk müssen angegangen werden - welches System ist am meisten gealtert/am instabilsten? Die Handlungsstrategien sollten dabei dann auch immer mehrere Ebenen gleichzeitig berücksichtigen!
"In Zukunft werden immer mehr Medikamente, Materialien und Katalysatoren allein durch Computersimulationen entworfen, getestet und weiterentwickelt. Dafür sind jedoch Algorithmen nötig, die genau genug sind, um die Chemie des wirklichen Lebens vorherzusagen. Ein besonderes Beispiel ist die Katalyse, bei der die elementaren Ratenkonstanten (die Geschwindigkeit, mit der Reaktionen ablaufen) mit quantenchemischen Methoden modelliert werden können." Quelle: "Quantenchemie auf dem Prüfstand" von Th. Richter, 25.07. Kommentar: Ich weiß mit dieser Miteilung nun auch nicht so viel anzufangen, aber wiel es um die Entwicklung von Medikamenten geht, bildet sie den Auftakt zu meiner kleinen Sammlung. Ich hoffe, dass jemand von den Diskussionsteilnehmern hier mehr damit anzufangen weiß. "Forschung in der Physik, der Biologie oder anderen Naturwissenschaften deckt Regelmäßigkeiten auf, die uns helfen, die Welt um uns herum besser verstehen zu können.[...]Während die Verallgemeinerbarkeit von sozialwissenschaftlichen Laborexperimenten bereits erforscht wird, hat ein Team von Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Andrew Delios (National University of Singapore), Elena Clemente (Stockholm School of Economics), Tao Wu (The Chinese University of Hong Kong) und Eric Uhlmann (INSEAD) nun erstmals untersucht, ob sich auch Studienergebnisse verallgemeinern lassen, deren statistische Analysen auf komplexen Datensätzen basieren. „Aus experimentellen Studien wissen wir bereits, dass Laboreffekte entweder generell für viele Stichproben gelten, unabhängig von unterschiedlichen geografischen Regionen oder Zeiträumen, oder sie sich nicht durchgängig reproduzieren lassen“, sagt Anna Dreber.[...]" Quelle: "Reproduzierbarkeit als bester Gradmesser für Verallgemeinerbarkeit" von Lisa Maria Marchl, 25.07. Kommentar: Orginalarbeit: Examining the generalizability of research findings from archival data: Delios, A., Clemente, E., Wu, T. et al. Examining the generalizability of research findings from archival data. PNAS 119 (30) e2120377119 (2022). Das Ganze geht schon mehr in den wissenschaftstheoretischen Bereich. Und "Wissenschaftstheorie" ist ein Teilbereich der Epistemologie, welches wiederum ein Teil der Philosophie ist. Ich finde es gut, dass auch in diesem Bereich mal Studien durchgeführt werden, wobei das auch weder neu, noch meines Wissens besonders erfolgreich ist. Hier sehen wir aber wiederum zwei Schwachstellen des System: Indem man sich auf verallgemeinerungsfähige Studien verlässt, die unabhängig von Kulturkreis usw. funktionieren, ignoriert man zugleich einmalige Effekte. Wenn zum Beispiel eine bestimmte Art der Unternehmensführung nur vor dem japanischen Erziehungshintergrund funktioniert, wieso sollte man diesen Erfolg dann grundsätzlich ignoriere? Ich glaube allerdings nicht, dass so etwas existiert. Falls es aber existiert, wäre es ein Gegenstand gerechtfertigten Forschungsinteresses. Die Auswirkungen auf die Medizin und Altersforschung seinen mir begrenzt. Zweitens: Das mit der Reproduzierbarkeit dürfte niemanden vom Hocker hauen. Das ist die Methodik der Naturwissenschaften seit Jahrhunderten. "Im Juli hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den Abschlussbericht der Begleiterhebung zur Verschreibung und Anwendung von Cannabisarzneimitteln veröffentlicht.1 In vielen Fällen wurde eine Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität bei gutem Sicherheitsprofil berichtet. „Bezogen auf Menschen mit chronischen Schmerzen bestätigen die Ergebnisse unsere Erfahrungen aus der Praxis“, sagt Dr. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Besonders Palliativpatienten können seiner Erfahrung nach von den Cannabis-Wirkungen profitieren." Quelle: "Presseinformation: Begleiterhebung zu Cannabisarzneimitteln - Ergebnisse entsprechen den Erfahrungen in der Praxis" von Monika Funck, 25.07. Kommentar: Eine Lektüre wert. Interessant.
Ein Protein, Experten als Transforming Growth Factor β (TGF-beta) bekannt, könnte die Lösung sein. Aus polierten Glatzen sprießen plötzlich wieder Haare und Lücken schließen sich.
Zitat von Stef im Beitrag #258https://www.trendsderzukunft.de/glatzen-werden-wieder-zu-wuschelkoepfen-ein-protein-gibt-hoffnung-bei-haarausfall/
Ein Protein, Experten als Transforming Growth Factor β (TGF-beta) bekannt, könnte die Lösung sein. Aus polierten Glatzen sprießen plötzlich wieder Haare und Lücken schließen sich.
Es handelt sich hier "lediglich" um theoretische Prognosen aus einem bioinformatischen Modell. Die theoretische Prognose ist also, dass zu hohes TGF-beta das Haar in die Katagenphase überführt, während die Intitiierung der Anagen-Phase bei niedrigem TGF-beta stattfindet.
Und nun? Warten auf den Tag, bis eine teure patentierte Technologie hier greifen wird?
Ob die Hypothese zutrifft, weiß ich nicht. Möglichkeiten, TGF-beta zu senken gibt es aber: Resveratrol, Betanin, Curcumin, Genistein und Cinnamomum cassia wirken entsprechend auf den TGF-β/Smad-Signalweg.
Nein das ist kein Wiederspruch. Auch boolsche Variable haben Wahrscheinlichkeiten des Auftretens. Heiß ja nicht dass Wahrscheinlichkeiten mit boolschen Werten beschrieben werden. Siehe Galton-Brett. Binär am Ende kommt wohl die Binomialverteilung raus.
Da können wir wohl so gesund leben und essen wie wir wollen...
Warum Männer früher sterben: Studie liefert erste eindeutige Beweise Schon lange ist bekannt, dass Y-Chromosomen mit zunehmendem Alter aus männlichen Zellen verschwinden. Jetzt ist klar: Dieser Verlust ist maßgeblich für die geringere Lebenserwartung von Männern verantwortlich.
ja mag sein. Ist eine Beobachtung. Es fehlt natürlich eine Erklärung was die 71 fehlenden Gene nun nicht machen, was man aber braucht. Sonst sehe ich das therapeutisch schwierig. Und bitte keine Diagnose ohne Therapie. Solche Test nach denen man mir sagt Sie sterben bald mag ich garnicht. Psychologie des Tests eben.
Eine interessante Meldung, welche auch einige nervige Debatten entscheiden dürfte. Nun stellt sich die Folgefrage, was man dagegen tun kann. In dem Fall -- ich entschuldige mich, Steckenpferd -- , könnte man doch an den körpereigenen Stammzellen rumdoktorn, oder? Wie in #327 "Mikroplastik" geschrieben wurde, scheint die Leber da ja eine Art von Antwort parat zu haben.
Fokus auf Rapamycin, Metformin und NAD-Präkrusoren. Erwähnt werden aber auch Senolytika und die Kombination NR/Pterostilben. Auf Basis von Studien an Supercenenarians sicherlich interessant sind auch CETP-Inhibitoren , APOC3-Inhibitoren sowie SIRT6-Aktivatoren, die hier kurz angerissen werden.
LINE-1 RNA causes heterochromatin erosion and is a target for amelioration of senescent phenotypes in progeroidLINE-1 RNA causes heterochromatin erosion and is a target for amelioration of senescent phenotypes in progeroid syndromes https://www.science.org/doi/10.1126/scitranslmed.abl6057